Beiträge des Monats: September 2006
Was war das für eine Aufregung, als bekannt wurde, dass Alan Jackson – erstmals in seiner inzwischen 16-jährigen Musikkarriere – ein Album ohne seinen Erfolgsproduzenten Keith Stegall aufnehmen wird. Und als es dann auch noch hieß, dass keine Geringere als Bluegrass-Königin Alison Krauss die Regler im Studio verschieben wird, da hatte man eigentlich mit allem gerechnet, nur nicht mit einer Mischung aus Blues, Soul und dezenten Countryeinflüssen, inklusive einem nahezu 100%igem Balladenanteil. Mutig, Mister Jackson! Wirklich sehr, sehr mutig! Und daher auch an dieser Stelle schon mal einen gezogenen Stetson für diesen gewagten Schritt in eine neue Richtung.
Dass sich da eine gewaltige Kursänderung anbahnen würde, ließ sich ja bereits durch die Vorabsingle “Like Red On A Rose” erahnen. Nun ist es aber – wenn man schon so ein musikalisches Experiment macht – auch immer von Vorteil, das Wohl und den Geschmack der eigenen, oft langjährigen Fans im Auge zu behalten. Darauf scheint Alan Jackson bei dieser CD allerdings nur geringfügigen Wert gelegt zu haben.
Da ließ man sich in diesem Jahr zur Country Night in Gstaad, gelegen im wunderschönen Berner Oberland, auf ein sehr interessantes Experiment ein. So war es für mich auch keine Überraschung, den irischen Pop-Star Ronan Keating bei der Country Night 2006 anzutreffen. Hatte der smarte Ex-Boyzone-Sänger doch bereits zwei Jahre zuvor mit Country-Lady (oder besser hier in Europa Pop-Lady) LeAnn Rimes zum gemeinsamen Duett-Song, einen Kurzauftritt verbuchen können. Schon damals war mir klar, den Jungen sehen wir hier wieder, ich sollte Recht behalten.
Flieg junger Adler, Hallo, guten Morgen Deutschland, International Airport, Freundschaft, Ich bin wie ich bin; diese und viele weitere Songs lassen sich nur mit einem deutschen Countrysänger in Verbindung bringen; Tom Astor. Seit nunmehr über 40 Jahren steht der sympathische Künstler, Songwriter, langjähriger Ehemann und Familienvater auf der Bühne. Tom Astor kann eine Karriere vorweisen, die in Deutschland nur wenigen Musikern vorbehalten ist, die sich hierzulande für die Liebe zur Country Music entschieden haben. Er war Dauergast bei Dieter Thomas Heck in der beliebten “ZDF Hitparade” und Gewinner der Goldenen Stimmgabel, die übrigens zu einer der begehrtesten Trophäe der deutschen Entertainmentbranche zählt. Über 40 Alben und mehr als 700 eigene Songs spiegeln die Schaffenskraft, den Idealismus und die Kreativität jenes Künstlers wider, der sich, seiner Musik und seinen Fans treu geblieben ist.
Wir besuchten Tom Astor in seinem Studio in Schmallenberg, um näheres aus erster Hand über den Werdegang einer beispiellosen Karriere, dem Menschen der dahinter steht, seinen Wünschen und Zielen zu erfahren.
Mittwoch, 11:00 Uhr, die Sonne durch vereinzelte Wolken verdeckt, doch das berühmte 3 Wetter-Spray benötigte mein Chefredakteur Dirk und ich nicht, dafür war unsere Haarpracht zu kurz und der Wind nicht stark genug. Gutgelaunt und hoch motiviert traten wir die Reise in den HSK, oder besser bekannt als “Hochsauerlandkreis” im Bundesland Nordrhein-Westfalen liegend, an. Unser Ziel war die Stadt “Schmallenberg”, im wahren Land der 1000 Berge gelegen, Erholungsgebiet von Besuchern aus allen Teilen der Erde und Heimat von Tom Astor. Nach einer ruhigen und entspannten Fahrt, erreichten wir bei mittlerweile schönstem Wetter unser Ziel; vor uns lag das Tonstudio von Tom Astor.
Ricky Nelson hatte immer ein Faible für Country Music und Rockabilly. Schon in jungen Jahren war er ein Teenie Idol. Zunächst im Fernsehen als Star in einer Serie mit seinen Eltern, dann auch und vor allem als Sänger. Insbesondere diese neuen Klänge, die da aus den Sun Studios von Memphis kamen hatten es ihm angetan. Diese Musik saugte er geradezu ein, wobei ein Mann zu seinem großen Vorbild wurde: Carl Perkins. So wie er wollte Nelson auch sein. Der Start in die Sänger-Karriere fiel ihm natürlich leicht, denn er war ja bereits ein Star. Sehr bald stellte sich heraus, dass er als Sänger ganz sicher talentierter war, denn seine Scheiben entwickelten sich auch in Ländern zu Knüllern, in denen seine TV-Serie nicht zu sehen war. Er war ganz einfach ein richtig guter Sänger.
Diese CD fasst die flotteren, rockigeren Aufnahmen zusammen, inklusive seiner auch bei uns großen Hits “Hello Mary Lou” und “Travelin Man” (die es auch in deutschen Versionen gab). Interessant auch ein Blick auf die an den Aufnahmen beteiligten Musiker, denn da finden sich so klangvolle Namen wie James Burton, Joe Osborn, Glen Campbell, Dorsey Burnette, Johnny Burnette, Jimmie Haskell – um nur einige Musiker zu nennen. Viele der Aufnahmen sind kurz (unter 2 Minuten), sie sind aber prägnant, rassig und spiegeln die Musikszene der späten 50er und frühen 1960er Jahre wieder.
Mit diesem aktuellen Live-Album zeigt uns Kenny Chesney äusserst eindrucksvoll, dass er längst zu den absoluten Mega-Stars des Genres “Country” in den USA zählt. Er kann die Massen, meist die weiblichen Konzertbesucher, in seinem Bann ziehen wie kein Zweiter. In fünf Jahren absolvierte Kenny Chesney unglaubliche 374 Shows zu denen mehr als 5,5 Millionen Fans pilgerten.
Während dieser Shows trug er sich immer mehr mit dem Gedanken, eine Live-CD produzieren. Sein Wunsch; er wollte diese unbeschreibliche Live-Atmosphäre in die guten Stuben seiner Fans transportieren. Ist ihm übrigens mehr als gelungen, das Werk ist sauber abgemischt und über die Live-Gesang-Qualitäten eines Kenny Chesney muss man nicht debattieren, da stimmt einfach alles.
Ähnliche Koppelungen mit den größten Hits dieses Sängers gibt es bereits, diese hier wurde in England zum Mid-Price veröffentlicht und ist auch in Deutschland auf dem Markt. George Strait ist seit 25 Jahren unangefochten ein Sympathieträger der Country Music – ohne Skandale, musikalisch zuverlässig und vor allem erfolgreich. Mehr als 50 seiner Songs standen auf Platz 1, da fällt es schwer, 25 für ein solches Album auszusuchen.
Nie hat Strait die Plattenfirma gewechselt, schon sein erster Hit “Unwound” erschien 1981 bei MCA Nashville. Ebenso gradlinig blieb er musikalisch, denn man weiß immer genau, welche Art von Country Music seine Alben enthalten. Traditionell aber modern, Honky Tonk und Western Swing. Seine Fans werden diese hier angebotenen Songs sicher schon haben, für Einsteiger allerdings gibt es eine “Lehrstunde” in Sachen unterhaltsamer Countryklänge.
Fazit: Da kann man nur sagen: zurücklehnen und genießen. Bei George Strait liegt man goldrichtig.
Es war zu befürchten. Nachdem die Dixie Chicks zu Superstars aufgestiegen sind, wird die Country Music von immer wieder neuen “Girl Groups” bevölkert. Dass man damit auch nur annähernd so erfolgreich sein wird, ist eher unwahrscheinlich. Aber man versucht halt, ein Stück vom Kuchen auf den Teller zu bekommen. Es ist schließlich weniger aufwendig und mühsam, etwas Erfolgreiches zu kopieren als sich was Neues einfallen zu lassen. Lantana, das sind drei junge, hübsche Musikerinnen aus Texas, die über viel Musikalität und richtig gute Stimmen verfügen. Zudem sind alle Songs aus der eigenen Manufaktur. Sie werden richtig gut und überzeugend gesungen.
Das Album ist rundum gut produziert und kann sich hören lassen. Biz Haadock aus Dallas, Karol Ann DeLong aus Sulphur Springs und die gebürtige Kanadierin Dalene Richelle (lebt aber seit einigen Jahren bei Dallas) bringen, Jede für sich, ihre Persönlichkeit und ihr Talent ein und ergänzen sich prima. Gleichwohl beschleicht mich zu zunehmender “Hördauer” ein Gefühl, alles schon mal gehört zu haben. Mir fehlt der Überraschungseffekt, der aufhorchen lässt. Mag sein, dass das ganz anders ist, wenn man Lantana live erlebt.
Unzweifelhaft nähert sich das Jahr seinem Ende, wenn die ersten Weihnachtsalben in den Handel kommen. In diesem Jahr ist auch der Countrystar aus dem Sauerland wieder mit dabei. Und sogar rekordverdächtig. Denn wo die meisten Künstler ein speziell für diese Jahreszeit produziertes Album gern mehrere Jahre nacheinander ins Rennen schicken, hält Tom Astor bereits sein 5. Weihnachts-Album bereit.
Werfen wir einen Blick auf Produktionen für die schönste Zeit des Jahres, erkennt man unschwer, dass wir oft und immer wieder den gleichen Weihnachtssongss begegnen. Nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA. Deshalb hat Astor sicher lange überlegen und suchen müssen, um Lieder zu finden, die in die Vorweihnachtszeit passen.
Sammy Kershaw, der am 24. Februar 1958 in Abbeville (Louisiana) das Licht der Welt erblickte, begann seine Karriere Anfang der 1990er Jahre und ist ein Cousin des legendären Fiddlers Doug Kershaw. Schon in seiner Kindheit hörte er verstärkt Country Music, besonders gerne die Songs von Hank Williams Senior, Conway Twitty, Buck Owens und seinem grossen Idol, George Jones. Zum Weihnachtsfest im Jahr 1969 schenkte ihm sein Grossvater eine elektrische Gitarre.
Samuel Paul Kershaw, so sein Geburtsname, war gerade elf Jahre alt und freute sich sehr über das Geschenk. Kaum ein Jahr später beherrschte Sammy die Gitarre so gut das er mit einem Freund (J.B. Pere) fortan auf kleineren Veranstaltungen spielte. Allerdings stellte sich der Erfolg nicht so recht ein und daher jobte er für knapp drei Jahre bei der US-Supermarktkette Wal-Mart.
In diesen Tagen kommt ein neuer Walt Disney Streifen in die Kinos. In den Hauptrollen diesmal keine Schauspieler sondern lustige Blechkisten wie der völlig überdrehte Rennwagen “Lightning McQueen” oder die rassige Autolady “Sally”. Oscar-Preisträger John Lasseter hat ein vergnügliches, humorvolles Spektakel inszeniert, das in einem Kuhdorf am legendärsten aller US-Highways angesiedelt ist – an der Route 66. Schon verblüffend, welche Abenteuer die ebenso verbeulten wie knuffigen Kisten zu bestehen haben – aber der Film enthält auch eine Botschaft, die dem Zuschauer so nebenbei mit auf den Weg gegeben wird. Die lautet; es gibt Wichtigeres im Leben als sich ständig auf der Überholspur zu bewegen. Mehr sei über den Film nicht verraten.
Rechtzeitig liegt auch der Soundtrack zu Cars vor – sogar einer eigens für Deutschland. Bei den aufgelisteten Titel handelt es sich, soweit kein Interpret genannt ist, um die Filmmusik. Es sind aber natürlich neben dem unverwüstlichen Chuck Berry und der einzigartigen Sheryl Crow auch aktuelle Country Hitmacher dabei. Die Single-Auskoppelung mit Rascal Flatts startete gleich in die Top Ten von Billboard’s Hot 100 durch. Da geht die Post ab. Aber es sind auch zwei richtig traditionelle Songs von Brad Paisley dabei sowie einer des genialen Hank Williams. Country Music ist hier also gut vertreten. Bemerkenswert der deutsche Beitrag von Ole Soul, sehr einfühlsam. Die Soul-Stimme machte u.a. durch Auftritte bei Stefan Raab auf sich aufmerksam und ist an der Waterkant längst eine feste Größe.
Vor mehr als 13 Jahren erschien das letzte Studioalbum, mit neuem Material, der Country-Ikone Ronnie Milsap. Man will es nicht für möglich halten, doch Ronnie hat in dieser, doch verhältnismäßig langen Zeit, nichts von seiner Spritzigkeit verloren. Jeder einzelne Song auf “My Life”, könnte “locker” als eigenständige Single ausgekoppelt werden, so gut ist das Material, welches sich Produzent Keith Stegall und Ronnie ausgesucht haben. Mag daran liegen, dass hier die besten Songwriter verpflichtet worden, oder Songmaterial eben dieser ausgesucht wurden. Angefangen von Craig Wiseman der bei “You Don’t Know My Love” seine Finger im Spiel hat und einen wunderbaren Mid-Tempo-Song hinzauberte. Bei “If It’s Gonna Rain” (ja den kennen Sie noch von George Strait) zeichnen sich Dean Dillon, Scotty Emerick und Donny Kees verantwortlich. Die Liste könnte man endlos fortsetzen.
Der blinde Sänger, der schon vor mehr als 30 Jahren Nummer 1 Hits in den Pop- und Country-Charts platzierte, erzählt ein wenig aus seinem Leben, bezeichnend für den Albumtitel “My Life”, den er sich aussuchte. Geschichten, die jeder von uns kennt. Von unglücklicher Liebe, zwischenmenschlichen Missverständnissen, oder dem Alltagstrott, dem niemand entfliehen kann. Besonders interessant und bezeichnend ist der Titel “A Day In The Life Of America”, dort dürfte sich jeder von uns wiedererkennen, ob er nun in den USA oder in Deutschland zuhause ist. Er hält uns regelrecht den Spiegel vor. Morgens raus aus dem Haus, arbeiten, wieder zurück ins “traute” Heim, Abendbrot, TV mit 200 Kanälen, schlafen gehen. Am nächsten Morgen wiederholt es sich und das immer wieder und wieder. Bis dann zum Wochenende, wir endlich “abschalten” können, endlich “ich” sein – toller Song, starke Melodie.
Wir haben es mit einem der größten Hits des großen Marty Robbins zu tun. Einem Künstler, der mit Liedern ganz unterschiedlicher Couleur Erfolge sammelte. Viele davon schrieb der hagere Alleskönner aus Arizona selbst. Dass es sich hier um eine Liebeserklärung der besonderen Art handelt, ist ebenso wenig verwunderlich wie die Tatsache, dass Robbins es aus besonderem Anlass schrieb. Zwar hat er gesagt, das Lied sage einfach das aus, was jeder Mann seiner Frau sagen möchte und was jede Frau von ihrem Mann gern hören würde.
Dies sind fast geflügelte Worte geworden. Aber Robbins erzählte auch, dass er zum Lied animiert wurde, nachdem er kurz zuvor dem Teufel von der Schippe gesprungen war. Er hatte mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus gelegen, da seien ihm so manche Gedanken durch den Kopf gegangen. Vor allem solche, die seine Frau Marizona betrafen, der er soviel zu verdanken habe. Ohne sie hätte er, so Robbins, manch kritische Situation nicht überstanden und auch seine Karriere wohl nicht so gestalten können.
Eine Reihe der 15 Songs dieses Albums kennen Sie, wenn Sie die Country Charts verfolgen. Vor allem von Garth Brooks – aber auch von anderen Größen des Country-Genres. Doch vergessen Sie die Charts gleich wieder, denn dieses Album wird dort nie auftauchen. Was überhaupt nichts mit seiner Qualität zu tun hat. Im Gegenteil. Tony Arata ist einer der profiliertesten Songschreiber in Nashville – sein Portrait ist bei Country.de nachzulesen in der Special-Sektion.
Hier stellt er sich einmal wieder als Sänger eigener Stücke vor. Es ist sein 2. Album und eine typische Songwriter Produktion. In manchen Ohren mögen sich die Aufnahmen eher wie Demos anhören – darin aber liegt der besondere Charme. Getrau dem Titelsong “So ist das Leben” ist ein schnörkelloses Album entstanden, bei dem auf sämtliche schmückenden Beigaben verzichtet wurde. Schon das Cover ist an Schlichtheit nicht zu übertreffen. Was sich da andeutet, setzt sich bei den Songs fort. Auge und Ohr werden nicht abgelenkt sondern können sich voll auf das konzentrieren, was hier geboten wird. Und das ist eine Menge.



