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Beiträge des Monats: Oktober 2006
[30. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Storys zum Song]

Ein echter “Hammer-Song” und der sicher größte Erfolg für den mit Hits reichlich gesegneten Conway Twitty. 1970 war es, als er mit diesem bittersüßen Love-Song einen Monat lang auf Platz 1 regierte – “Hello Darlin’” ist in den Top-Ten der erfolgreichsten Titel der 1970er Jahre. Relativ nah bei einer Schnulze angesiedelt hält Twitty hier den Augenblick fest, in dem er seine große Liebe wiedertrifft, die sich von ihm getrennt hat, nachdem er ihr ganz offenkundig sehr weh getan hatte. Auch wenn der Verstand etwas anderes suggeriert ist das Kapitel für ihn noch nicht endgültig beendet. Er klammert sich an den Funken Hoffnung, dass sie ihm eines Tages vergeben kann und zu ihm zurückkehren möchte.

Auch Conway Twitty hatte offenbar so seine Bedenken, der Song könnte eventuell doch zu emotionsbeladen sein, denn geschrieben hatte er ihn schon lange vor der Veröffentlichung. Mag sein, dass Twitty damals auch noch zu sehr auf den Rock’n'Roll setzte, mit dem er ja schon richtig gut gefahren war. Nachdem sich Twitty der Country Music zugewandt und mit Owen Bradley einen genialen Produzenten im Rücken hatte, kramte er diesen Titel hervor. Man bearbeitete ihn ein wenig vom Arrangement her und setzte darauf, dass “Hello Darlin’” ganz einfach ungewöhnlich vom Aufbau her ist. Denn es gibt keinen Refrain, der Songtitel taucht nur einmal auf und zwar gleich zu Beginn, wenn Twitty die beiden Worte nicht singt sondern spricht und sich der Song erst danach entwickelt. Die Rechnung von Twitty und Bradley ging voll auf – der Sänger, der eigentlich Harold Jenkins heißt, konnte sich zwar über so manche weitere Nummer 1 noch freuen, nie wieder aber hielt er sich so lange an der Spitze.

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[29. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Specials]

Sie sind die “Cowboys der Nation”, seit über 33 Jahren für ihre Fans “On The Road” und der Band-Name, welcher sich im Lauf dieser Zeit zu einer “Marke” etablierte, steht für Top-Qualität; “Truck Stop”. Ihre Musik ist generationsübergreifend und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Truck Stop ist es zu verdanken, dass der “Wilde, wilde Westen” gleich hinter Hamburg anfängt und die Autofahrer von der “Frau mit dem Gurt ” träumen. Sie leisteten im Countrymusic-Genre Pionierarbeit “Made in Germany” und einer ihrer bekanntesten Songs, der im Jahr 1977 auf ihrer ersten Deutschsprachigen LP erschien, trug dazu bei, dass ihre berühmten amerikanischen Kollegen “Dave Dudley, Hank Snow und Charley Pride” in unserem Land eine breitere Zuhörerschaft fanden. Truck Stop überlebte die rasantesten musikalischen Trends und sahen viele der “über Nacht” berühmt gewordenen, vermeintlichen “Superstars” so schnell wieder von der “Weltbühne” verschwinden, wie sie gekommen waren; womit bewiesen wurde, dass eine aufwändig produzierte Casting-Show noch lange kein Garant für einen dauerhaften Erfolg darstellt. Den haben sich die “Jungs von der Waterkant” in den drei Jahrzehnten hart erarbeitet. Zu Beginn ihrer beispiellosen Karriere im Jahr 1973 sang Truck Stop ausschließlich in englischer Sprache. Es wurden Songs von Chuck Berry, Fats Domino, Bill Haley, Johnny Cash und Merle Haggard gespielt. In enger Zusammenarbeit mit dem unvergessenen Joe Menke, seiner Zeit Musikproduzent und väterlicher Freund von Truck Stop, entstand und reifte in Deutschland ihr unverkennbarer Sound, der mittlerweile zum Kultstatus avancierte.

Country.de bekam die einmalige Gelegenheit, Deutschlands Country Band Nr.1 im VOX Klangstudio in Bendestorf zu besuchen, um den Elbecowboys bei der Produktion ihres neusten Albums ein wenig über die Schulter zu schauen.

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[22. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Storys zum Song]

Das Lied kennen vielen Menschen, auch außerhalb der Country Music. Es gibt ihn in ganz unterschiedlichen Versionen und Sprachen. Obwohl es ein moderner Klassiker ist, gibt es ihn schon mehr als 30 Jahre, das Lied ist so etwas wie ein Spätzünder.

Es geht schlicht und einfach darum, dass sich Jemand bei seiner Liebsten dafür entschuldigte, in der Vergangenheit nicht die nötige Aufmerksamkeit habe walten lassen, dass man einfach zu Vieles als selbstverständlich hinnimmt. Ein kleines Wort, ein Lächeln, auch einfach mal nur da zu sein können für den jeweils Anderen soviel bedeuten. Es ist auch eine Bitte um Vergebung und das Versprechen, sich künftig anders zu verhalten. Die Kunst liegt darin, die richtigen Worte zu finden, um diese Gedanken wirkungsvoll mitzuteilen. Die Botschaft ist angekommen, viele, sehr viele Mitmenschen fühlen sich immer noch angesprochen wie die Reaktionen auf den Song immer wieder zeigen.

Die Autoren bastelten in feucht-fröhlicher Runde dieses Juwel zusammen, polierten es später noch ein wenig auf – und mussten dennoch lange warten, ehe der Song Wirkung erzielte. Zunächst nahm Co-Autor Wayne Carson (Thompson) den Song auf, fand aber bei seinem Label keine Gnade damit. Später griffen u.a. Elvis Presley, Brenda Lee, John Wesley Ryles das Lied auf und schnupperten damit in den Charts, aber erst als Willie Nelson Wind davon bekam, zog “Always On My Mind” in die Erfolgsspur. Erstaunlicherweise hatte er von dem Lied bis dahin überhaupt noch nichts gehört. Im eigenen Pedernales Studio machte sich Nelson ans Werk, ließ die Aufnahme in Nashville überarbeiten – der Lohn: Platz 1 der Charts, gleich 3 Grammys und dutzende weitere Auszeichnungen. Auch in den Pop Charts kletterte er mit “Always On My Mind” in die Top Five. Seit 1982 gibt es kein Nelson-Konzert, bei dem dieser einfühlsame Song fehlen darf.

[15. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Nach fünf vorherigen Alben ist die texanische Band nun bei Mercury Records gelandet und wartet mit einem interessanten, erdigen Album als Premiere dort auf. Die fünfköpfige Band pflegt eine Art Musik wie man sie aus Texas erwartet: Rock’n Roll mit starker Prise Country. Die meisten Songs sind von einem kräftigen Beat geprägt, sie sind melodiös und dennoch teilweise aggressiv im positiven Sinne. Es bleibt etwas hängen beim Hörer. Aber die Band vernachlässigt nicht die besinnlichen, ruhigen Augenblicke. Hier möchte ich besonders “Whiskey’s Got A Hold On Me” erwähnen. Wie schon die vorherigen Alben enthält auch diese CD ausschließlich neue, eigene Songs. Teilweise auch von Produzent Radney Foster geschrieben. Foster ist ein ausgesprochener Fan der Band und hat sie so produziert, dass ihre Stärken voll zur Geltung kommen.

Randy Rogers, Sohn eines Predigers und einer Lehramt-Assistentin ist ebenso Texaner wie seine vier Kollegen Jon Richardson, Les Lawless, Geoffrey Hill und Brady Black. Er macht von Kindesbeinen an Musik, wurde von den Eltern dabei kräftig unterstützt und sammelte als Jugendlicher Erfahrung in diversen Bands. Was ihn dabei besonders störte war die mangelnde Aufmerksamkeit, die man den Musiker der Band entgegen brachte. Deshalb beschloss er, in der eigenen Band alle gleichberechtigt zu lassen. Zwar trägt die Band seinen Namen, als deren Boss aber sieht sich Randy Rogers keinesfalls.

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[15. Oktober. 2006 | 1 Kommentar | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Dass man bekannte Popsongs in brillante Countryversionen umwandeln kann, haben Bands wie Texas Lightning oder The Twang ja schon unter Beweis gestellt. Dass es aber auch möglich ist, legendäre Countryhits als waschechte Punksongs zu spielen, das ist neu. Me First And The Gimme Gimmes, eine amerikanische Punkrock-Coverband, demonstrieren das anhand von zwölf allseits bekannten Countrysongs auf ihrer CD “Love Their Country”. Diese Band liebt also ihr Land und auch die landestypische Musik. Das sollte man wissen und sich während des Hörens immer wieder in Erinnerung rufen. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass man sich als Countryfan leicht auf die Füße getreten fühlt.

Los geht’s mit Garth Brooks’ “Much Too Young (To Feel This Damn Old)”, das sie während der ersten Strophe sogar nahezu originalgetreu nachspielen. Da sonnt man sich gerade noch in wohlig vertrauten Countryklängen, wenn plötzlich gegen Ende des Refrains das böse Wort mit “F” den Startschuss für das Punkrock-Feuerwerk gibt. Und von dort an stehen 25 Minuten Vollgas auf dem Programm – länger dauert die CD nämlich nicht. Gnadenlos “verpunken” sie Klassiker wie Willie Nelsons “On The Road Again”, Dolly Partons “Jolene” oder John Denvers “Annie’s Song”, dem die harten Punkgitarren überraschend gut zu Gesicht stehen. Grandios ist auch ihre Überarbeitung von Hank Williams’ “I’m So Lonesome I Could Cry”, inklusive schottisch anmutendem Dudelsack. Der Song erinnert dadurch etwas an die Version von “Auld Lang Syne”, der altbekannten Neujahrshymne, die vor einigen Jahren mal Die Toten Hosen im Rahmen ihres “Die Roten Rosen”-Projekts auf den Markt gebracht haben.

Mit “Goodbye Earl” von den Dixie Chicks geht es dann auch einem Song frischeren Datums an den Countrykragen. Wobei, sind wir mal ehrlich, hatte “Goodbye Earl” nicht eigentlich schon immer eine leichte Punkattitüde? Na also! Me First And The Gimme Gimmes haben sie nun ans längst überfällige Tageslicht gebracht. Und was ist mit Kris Kristoffersons “Sunday Morning Coming Down”? Ist dieser Text nicht eigentlich auch die ideale Grundlage für einen Punksong?

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[14. Oktober. 2006 | 1 Kommentar | Von | Kategorie: Storys zum Song]

Es gibt keinen besonderen Grund, warum ich dieses Lied ausgewählt habe. Es ist auch kein besonderer Song – oder doch? Roger Bowling schrieb einfach nur ein wunderschönes Liebeslied, ein Loblied auf das, was zwei Menschen verbindet, die sich immer noch so lieben wie am ersten Tag. Und die gern wieder dorthin zurück gehen, wo alles seinen Anfang nahm, um daraus Kraft für weitere Jahre der Zweisamkeit zu schöpfen. Offenbar war der Song auch für die Künstler und Produzenten unscheinbar, denn mehrere Jahre existierte er in Nashville, doch Niemand konnte sich dafür erwärmen.

Auch Billie Jo Spears hatte so ihre Zweifel und traute sich nur zögerlich daran. Erst als sie begriff, dass der Song inhaltlich nicht provozierend war (wie man auf den ersten Blick glauben könnte). War sie überzeugt. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme verlieh sie dem Song genau das Timbre und Feeling, das ihn so unwiderstehlich machte. Obwohl Billie Jo Spears noch einige passable Hits mit eingängigen Melodien hatte (manche davon auch in deutsch mit Daliah Lavi), blieb die musikalische Decke ihr einziger Nummer 1-Hit in ihrer Karriere.

[10. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Eine für “Country-Ohren” gewöhnungsbedürftige CD – sie dringt mit fortschreitender Dauer aber immer tiefer ins Ohr. Sie könnte der brodelnden texanischen Singer & Songwriter-Szene und Kultur entsprungen sein. Tut sie aber nicht – sie kommt aus Berlin. Dort – und inzwischen auch darüber hinaus – hat sich die Gruppe SongDogs in den letzten Jahren etabliert und präsentiert hier ein Album, das ganz und gar die eigene Handschrift trägt. Alle 12 Songs sind eigene Stücke, von Gesang und Sound her lupenreine Roots Music. Geprägt wird der Sound von unterschiedlichen Gitarren, getragen wird er von er von einem unüberhörbaren, erdigen E-Bass und einem dezent aber präzise gespielten Schlagzeug. Angereichert und aufgelockert von Ukelele, Mandoline, Harmonica und Banjo.

Musikalisch ist eine Einordnung schwer – aber auch nicht nötig. Das spricht für die Gruppe. Unüberhörbar bleiben “Echos” von Bob Dylan, Bruce Springsteen und sogar Woody Guthrie. Die Musiker mögen ganz sicher Blues, Swamp- und Folk-Rock und Country Rock. Es schadet überhaupt nicht, dass SongDogs bis 2006 überhaupt noch keinen Kontakt zur Countryszene hatten – so konnten sie sich entwickeln und vom eigenen Gefühl treiben lassen, das sie nun in die Country Music schnuppern ließ, an der sie Gefallen gefunden haben. Country Music hat immer einen Platz für so eigenwillig und gut gemachte Musik gehabt, für die einheimische Szene ist SongDogs eine Bereicherung.

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[5. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Eine CD-Besprechung für ein Album, welches nun zum dritten Mal veröffentlicht wird, fällt eigentlich immer schwer. Nicht so bei dieser CD / DVD-Kombi im Doppelpack. Im August 2005 erschien “Meanwhile, Back At The Ranch”, noch in der Fassung ohne den Eurovision Song Contest-Beitrag “No No Never”. Ging ja auch nicht anders, damals dachte noch keiner von Texas Lightning, oder ihr Label X-Cell, an diese Veranstaltung, geschweige daran teilzunehmen. Jedoch später, nach dem Vorentscheid-Sieg, musste das Album wiederveröffentlicht werden, denn der “neue” Fan wollte ein Werk inklusive Hit-Single. Der Tonträger verkaufte sich prächtig und wurde mit Gold ausgezeichnet. Die Single wurde ein No. 1 Hit und dafür gab’s eine Doppel-Platin-Auszeichnung. Jetzt, knapp neun Monate später, steht das Werk wieder im Regal, aber als Deluxe-Version mit prächtigem Zubehör.

Texas Lightning haben ein wunderschönes Digi-Pack in den Handel gestellt, was wirklich den Namen “Deluxe-Version” verdient. Eine Live-DVD mit dem legendären “Rock-Palast-Auftritt” beim WDR. Und damit nicht genug, ebenfalls mit als Zugabe finden wir die Video’s von “No No Never”, Like A Virgin” und “I Promise”. Zudem ein Interview mit Olli Dittrich, Jane Comerford und Jon Flemming Olsen. Interessant, und deshalb auch genau hingeschaut habe ich bei der CD, auf der befinden sich sogar sechs nagelneue Songs. Neben der aktuellen Single “I Promise”, sind noch Sinead O’Connor’s “Nothing Compares 2 U”, Depeche Mode’s “Enjoy The Silence”, John Farnham’s “You’re The Voice” und Jane Comerford’s “Out There Somewhere” verteten. Als weiteres Highlight eine ganz spezielle Version des Rosenstolz-Songs “Ich bin Ich”, der bei Texas Lightning ebenso kurz, “This Is Me” heißt.

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[4. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Seit 30 Jahren steht “Country-Dino” George Strait bereits auf den s.g. “Brettern die die Welt bedeuten”. Mit seinem ersten Album “Let’s Get Down To Do It”, damals noch bei einem unbekannten Label, ließ er die Kritiker aufhorchen, doch richtig los ging’s knapp fünf Jahre später mit seinem Major Label-Debüt “Strait Country” bei MCA Nashville. Und wem er einmal die Treue geschworen hat, dem bleibt er ewig verbunden.

Der Beweis ist schnell geliefert, seit 35 Jahren mit seiner College-Liebe Norma verheiratet und eben auch seit 25 Jahren mit ein und dem selben Platten-Label, in diesem Falle MCA Nashville, “liiert”. Viele seiner Kollegen sind nicht so beständig und haben in dieser langen Zeit, meist schon mehrere Label verschlissen. So eine lang andauernde Partnerschaft kann mehr als Gold wert sein, davon zeugen mehr als 62 Millionen Alben, sagenhafte 53 Nummer 1 Hits (mehr als irgendein anderer Künstler) und unzählige Awards die ihm verliehen wurden.

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[4. Oktober. 2006 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Storys zum Song]

Merle Haggard hat bekanntlich eine ganze Menge von guten Songs geschrieben. Oft konnte er dabei auf seine eigene, bewegte Vergangenheit zurückgreifen. Ein Song sticht dabei besonders heraus: “Mama Tried”. Inhaltlich geht es darum, wie eine alleinerziehende Mutter einen nicht leicht erziehbaren Sohn auf das Leben vorbereitet. Wenn es dabei Rückschläge gegeben hat, dann lag das nicht am Unvermögen oder an Versäumnissen der Mutter sondern am Sohn selbst und an dem schwierigen Umfeld. Das Lied hebt immer wieder hervor, dass Mama ihr Bestes gegeben hat. Merle Haggard war und ist diese Botschaft besonders wichtig.

Natürlich hat er sich die eine oder andere künstlerische Freiheit genommen, den Song so aufzubereiten, dass es passt. Er hat in seiner Jugend wiederholt Bekanntschaft mit Besserungseinrichtungen und Erziehungsanstalten gemacht. Auch den Knast kennt er von innen. In San Quentin ist er schließlich gelandet. Zu einer Zeit als der aufgrund von Indizien zum Tode verurteilte und nach jahrelangen Verfahren gegen weltweite Proteste hingerichtete Caryl Chesman dort in der Todeszelle saß. Die Zeit gerade in diesem Gefängnis habe ihn zum Umdenken gebracht, was dann dazu führte, dass er sein Leben in den Griff bekam. Man hatte Haggard für eine Zeit von 1 bis 15 Jahre eingebuchtet (nicht lebenslang wie der Song suggeriert) – die tatsächliche Strafdauer richtete sich u.a. nach seinem Verhalten. Der seinerzeit sehr rebellische Haggard verbrachte dann knapp drei Jahre in San Quentin. Später bekannte er, er habe sehr viel nachgedacht in dieser Zeit und vor allem auch viel dabei gelernt. Dinge, die er in Freiheit so nie hätte lernen können. Diesen Lernprozess würde er gegen nichts eintauschen wollen.

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