Hello Darlin‘: Conway Twitty
Auch Conway Twitty hatte offenbar so seine Bedenken, der Song könnte eventuell doch zu emotionsbeladen sein, denn geschrieben hatte er ihn schon lange vor der Veröffentlichung. Mag sein, dass Twitty damals auch noch zu sehr auf den Rock’n’Roll setzte, mit dem er ja schon richtig gut gefahren war. Nachdem sich Twitty der Country Music zugewandt und mit Owen Bradley einen genialen Produzenten im Rücken hatte, kramte er diesen Titel hervor. Man bearbeitete ihn ein wenig vom Arrangement her und setzte darauf, dass „Hello Darlin'“ ganz einfach ungewöhnlich vom Aufbau her ist. Denn es gibt keinen Refrain, der Songtitel taucht nur einmal auf und zwar gleich zu Beginn, wenn Twitty die beiden Worte nicht singt sondern spricht und sich der Song erst danach entwickelt. Die Rechnung von Twitty und Bradley ging voll auf – der Sänger, der eigentlich Harold Jenkins heißt, konnte sich zwar über so manche weitere Nummer 1 noch freuen, nie wieder aber hielt er sich so lange an der Spitze.
Weltweit große Beachtung fand „Hello Darlin'“ im Jahr 1975 noch aus einem ganz anderen Grund. Beim gemeinsamen Weltraumprojekt der USA und der damaligen UDSSR, war der Song im Hintergrund aus dem Weltall zu hören, als Apollo und Sojus dort andockten. Twitty hatte den Song auf Wunsch von Astronaut Thomas P. Stafford dazu eigens in Russisch aufgenommen, dort hieß der Titel dann „Privet Radost“. Diese Aufnahme, die meines Wissens nie kommerziell veröffentlicht wurde, gehörte deshalb ganz sicher zu den absoluten Sammlerstücken.





