Beiträge des Monats: Mai 2007
Wer die Karriere der Wilkinsons die letzten Jahre verfolgte, wird festgestellt haben, dass sich das Trio behutsam, aber durchaus eindeutig und bewusst weiterentwickelte. In Kanada gehört die musikalische Familie, rund um Vater Steve Wilkinson, zu den erfolgreichsten Countrykünstlern. Mit ihrem aktuellen Werk “Home” zeigen The Wilkinsons wieder mehr als eindrucksvoll, wie man tradtionelle Country Music “modern” verpacken kann. Bis auf zwei Songs ist das Familienoberhaupt Steve an den Titeln musikalisch beteiligt, entweder als Texter, oder als Komponist. Das Glanzstück des Silberlings ist allerdings der Tracy Chapman-Klassiker “Fast Car” (1989). Das Trio hat sich diesem Klassiker angenommen und nicht einfach nur “gecovert”, sondern neues Leben eingehaucht. Allen voran Sängerin Amanda, die durch Volumen und Ausdruck in ihrer Stimme, dem Song die nötige Tiefe verleiht. Das gilt im Übrigen für das gesamte Werk. Sämtliche Songs, von denen auch Sohnemann Tyler einige singt, verleihen eine positive “Countrystimmung”.
Das ist auch das Patentrezept, mit dem sich die Wilkinsons, mittlerweile auch ausserhalb Kanadas, eine große Fangemeinde “erarbeitet” haben. Das Familientrio lebt für die Country Music und das hört und spürt man in jeder einzelnen Songzeile. Musikalisch auf einem sehr hohen Niveau und ein saiber produziertes Album. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich um eine moderne “Enhanced CD” handelt, eine Multimedia CD inklusive zweier Musik-Videos, welche man sich auf dem heimischen PC anschauen kann. Eine nette Geste des Plattenlabels, welche meiner Meinung nach, ruhig “Schule machen” sollte.
Nach dem Tod seines Bruders kehrt ein heruntergekommener Countrysänger (Toby Keith als Bo Price) in seine Heimatstadt zurück. Dort trifft er auf seine große Liebe aus Schultagen (Kelly Preston) und seine 16-jährige Tochter (Lindsey Haun), der er noch nie zuvor begegnet ist. Broken Bridges beschreibt das Leben in amerikanischen Kleinstädten, mit ihren ganzen Vor- und Nachteilen. Wo die Werte sich nach Familie, Vaterland und Verpflichtung richten, kann ein Schritt zurück der erste Schritt in die richtige Richtung sein. In Gastrollen sind Willie Nelson und Burt Reynolds zu sehen. Ein gefühlvoller Liebesfilm, der zudem “vollgestopft” mit Country Music vom Feinsten ist.
Es ist schon seltsam, welche Wege manche Hits gehen, vielleicht sogar gehen müssen, ehe sie dort landen, wohin sie gehören. Hätte George Jones detailliertere Kenntnisse über die Herkunft von “I Always Get Lucky With You” gehabt, mit einiger Sicherheit wäre ihm dann ein No. 1-Hit durch die Lappen gegangen. Denn dieses unscheinbare Liebeslied bescherte ihm 1983 – allerdings auch dank seiner unnachahmlichen Interpretation – einen Spitzenplatz.
Ausgangspunkt für den Song ist Freddy Powers. Der Autor, Gitarrist und Sänger gehört zum direkten Umfeld des Merle Haggard. Powers hat den einen oder anderen guten Song geschrieben und selbst auch einige Alben veröffentlicht. Er hat diesen Song geschrieben und natürlich zunächst Merle Haggard damit konfrontiert. Dem gefiel der Song grundsätzlich, veränderte ihn aber an einigen Stellen. Dann nahm er das Lied für sein Album “A Friend in California” auf. Ausgerechnet Haggard’s Manager gab dem Erfolgs-Produzenten Billy Sherrill dann “I Always Get Lucky With You”. Sherrill arbeitete u.a. mit George Jones. Als er dem den Song vorspielte und erkannte, dass Jones Gefallen daran fand, verschwieg er ihm die Herkunft. Denn damals waren Jones und Haggrad sich nicht gerade “grün”, was sich allerdings längst gegeben hat. Damit war der Weg frei für einen weiteren Hit in der so langen und erfolgreichen Karriere des George Jones.
Drei Superstars bei einem gemeinsamen Konzert zu erleben, ist selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, der USA, nicht an der Tagesordnung. Doch im Jahr 2004 gab es eine dieser seltenen Ausnahmen. Ein spektakuläres Konzert sollte es werden, so der Veranstalter und er sollte Recht behalten.
Das Texas Stadium war bis auf den letzten Platz ausverkauft, zehntausende Fans hatten sich auf den Weg nach Dallas gemacht, um Alan Jackson, George Strait sowie Jimmy Buffett bei ihrem ersten gemeinsamen Konzert “live” zu erleben. Keiner der angereisten Fans sollte enttäuscht werden, denn die drei Sänger waren extrem gutgelaunt, immer voll bei der Sache, ohne jedoch “steif” zu wirken.
Huch, was ist denn jetzt los? So meine erste Reaktion auf “Masquerade Of A Fool”, dem neuen Studioalbum von Danni Leigh, nachdem ich die ersten Töne vernahm. Purer urwüchsiger Honky Tonk vom Allerfeinsten. Und genau das ist es was gute Country Music ausmacht. Nur findet man diese rassige Musik meist nicht mehr in den von “Mainstream-Pop” verseuchten Nashvilleproduktionen. Ihr CD-Debüt feierte die hübsche Sängerin bereits im Jahr 1998 mit “29 Nights”. Damals von den Kritikern hochgelobt, doch ein großer Charttopper und der kommerzielle Erfolg blieben ihr leider versagt. Trotz alledem schob sie zwei weitere Alben “A Shot Of Whiskey And A Prayer” und “Divide & Conquer” nach, doch obwohl diese Alben ebenfalls weit über dem typischen Nashvillestandard lagen, wartete sie vergeblich auf einen Charteinstieg. Nichts Ungewöhnliches im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, denn die besten Produktionen findet man immer öfter jenseits hoher Chartpositionen.
Doch zurück zum aktuellen Silberling. Diese Prodution glänzt, im Gegensatz zu vielen anderen, häufig mit vielen wirklich guten melodiösen Songs, die mächtig ins Ohr gehen. Ein Album, welches man getrost in den Player legen kann, auf Start drückt und sich danach, ohne jegliches Vorzappen, der Musik bis zum Schlussakkord hingeben kann. Wie bereits erwähnt, was die Songauswahl angeht ist die CD ganz anders als das was in den aktuellen US-Country-Charts zu finden ist. Auch bei den Texten lohnt es sich etwas genauer hinzuhören. Sie erzählen Geschichten, sind gut umgesetzt, ohne jedoch den Eindruck zu vermitteln, alles schon einmal gehört zu haben. Danni Leigh wird in Kürze (02. & 03. Juni 2007) in Deutschland Konzerte geben – gehen Sie hin, es wird sich lohnen – versprochen. Mich hat das Album mehr als überzeugt und ich werde mir die Dame in Hamburg einmal näher anschauen.
Jeder von uns hat es vermutlich schon erlebt. Wenn man gar nicht damit rechnet und auch nicht darauf vorbereitet ist, hört man etwas, das sofort das Interesse wie magisch auf sich zieht. Mir ging das so als ich vor, nunmehr auch schon wieder etlichen Jahren, mit zwei Freunden in den USA unterwegs war. Nachdem wir in einem Hotel eingecheckt und als Erstes den Fernseher eingeschaltet hatten, lief dort ein Video mit einem neuen Song und einer Sängerin, von der wir noch nie etwas gehört hatten. Da wir dabei waren, unsere Klamotten auszuladen, bekamen wir nicht recht mit, um wen es sich handelte. Der Song aber blieb haften, lupenreiner Honky Tonk Sound, der so gar nicht in den aktuellen Trend der Country Charts passen wollte. Für uns stand sofort fest, von dieser Sängerin mussten wir ein Album haben. Deshalb hofften wir inständig, dieses Video noch einmal sehen zu können, denn den Namen der Interpreten hatten wir uns nicht so schnell merken können.
Tage vergingen, vergeblich hofften wir … doch dann lief das Video wieder und wir wussten, es handelt sich um eine Sängerin namens Danni Leigh. Aber das nutzte uns recht wenig, denn wir fanden keine CD von ihr. Als wir dann endlich fündig wurden, mussten wir uns mit einer Single-CD begnügen. Leichtsinnig erklärte mein Freund Ernst, er werde nicht ohne ein Album von Danni Leigh nach Hause fliegen. Der arme Kerl hätte in den USA bleiben müssen. Wieder daheim erfuhren wir Wochen später, dass zwar eine CD mit Danni Leigh produziert worden war, diese aber nicht veröffentlicht wurde. Dies geschah erst nach etlichen Komplikationen und wesentlich später.



