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Beiträge des Monats: Juni 2007
[25. Juni. 2007 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]

Brad Paisley ist so etwas wie der “Everybody’s Darling” der Country Music, der es schafft, sowohl die Anhänger der klassischen traditionellen als auch der modernen rockigeren Variante anzusprechen. Sein Publikum kennt keine Alters- oder Geschlechtsgrenzen. Vom 16-jährigen Teenie bis zum graubärtigen 60-jährigen ist eigentlich alles dabei. Kann man diesen Mann überhaupt nicht mögen? Vermutlich nicht. Sein sympathisches Wesen und sein außerordentlich glückliches Händchen für originelle Songs haben sich längst rum gesprochen. Auch schon bei den Gremien der beiden großen Institutionen CMA und ACM, die seine letzte CD, “Time Well Wasted”, im Gleichklang mit dem Preis für das Album des Jahres ausgezeichnet haben. Zudem warf das Album auch noch drei No.1 Hits ab, an denen sich jetzt – vor allem in Kombination mit den Auszeichnungen der ACM und CMA – das neue Werk, “5th Gear”, wohl oder übel wird messen müssen. Aber, und das kann man schon mal sagen, ein spürbarer Qualitätsverlust in musikalischer Hinsicht ist hier nun wirklich beim besten Willen nicht auszumachen. Der erste faktische Beleg dafür wäre “Ticks”, die erste Singleauskopplung, die zum Zeitpunkt dieser Rezension auf Platz 1 der Country Single Charts steht. Aber wie sieht’s denn nun genau mit dem Rest des Albums aus?

Da findet man mal wieder alle bekannten Zutaten, die zu einem Brad Paisley Album dazu gehören. Ein Gospelsong, eine Instrumentalnummer und selbstverständlich auch diesmal wieder ein Gastspiel der Kung Pao Buckaroos, die diesmal zwar ohne George Jones auskommen müssen, aber auch ohne ihn wieder ihre bekannten Altherrenspäße treiben. Ein Blick ins Booklet macht klar, dass sich auch an den Songwritern nicht allzu viel geändert hat. Zehn der insgesamt 16 Titel hat Brad Paisley entweder selbst- oder mitgeschrieben, meist gemeinsam mit seinen langjährigen Songwriting-Partnern Kelley Lovelace und Chris DuBois, mit denen er bereits seit seinem Debüt aus dem Jahre 1999 zusammenarbeitet. Das Dreamteam Lovelace/Paisley/DuBois steuert dann mit “All I Wanted Was A Car” und “Online” auch gleich zwei der hitverdächtigsten Songs des Album bei. Der Song “Online” kann zudem auch noch mit einigen musikalischen Raffinessen und Sound-Gimmicks aufwarten. Während an einer Stelle des Songs das Startgeräusch eines Apple-Computers versteckt ist, steigt gegen Ende eine Blaskapelle mit ein, die damit diesem ohnehin leicht satirischen Song die alberne Krone aufsetzt.

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[19. Juni. 2007 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Kolumnen & Reportagen]

Wir kennen sie alle – die berühmt berüchtigten Sampler. Egal ob als CD oder früher als LP, sie fehlen in keiner Musik-Sammlung. “Sample” – damit bezeichnet man ganz allgemein ein Muster, eine Probe, ein Beispiel. Ein “Sampler” ist also, auf die Musik bezogen, ein Album, das Songs von verschiedenen Interpreten anbietet. Ein Sampler diente ursprünglich einer Plattenfirma dazu, dem potenziellen Kunden Appetit zu machen auf ein neues Album eines zum Label gehörenden Künstlers. Ein relativ einfaches aber wirkungsvolles Rezept, denn die Aufnahmen existierten ohnehin bereits, man verkaufte sie mit anderen Songs mehrerer Interpreten auf einem Sampler und machte im Idealfall die Kundschaft so neugierig, dass die dann das komplette Album eines der Interpreten kaufte. Für den Kunden kann ein Sampler durchaus hilfreich sein, denn so erfährt er von einem neuen Album bestimmter Künstler, erhält Hörbeispiele und kann sich dann entscheiden. Manch einem genügt allerdings ein Sampler, wenn man nicht unbedingt nur einen Interpreten hören will.

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[10. Juni. 2007 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: Storys zum Song]

Die Eisenbahn, insbesondere in ihren Anfängen, hat Autoren immer wieder zu Songs animiert. Keiner dieser Songs mit Ausnahme des “Orange Blossom Special” hat jedoch eine solche Beliebtheit erreicht wie der “Wabash Cannon Ball”. Populär gemacht hat ihn Roy Acuff bereits Mitte der 1930er Jahre, oft wird er deshalb auch als Autor des Liedes vermutet. Diese Ehre jedoch wird allgemein einer anderen Country Music Ikone zuteil, A.P. Carter nämlich.

Doch dürfte auch er dieses Lied nicht erfunden haben, denn die Ursprünge des Liedes dürften im vorigen Jahrhundert zu suchen sein. Tatsache ist, dass es die Wabash Railroad nicht nur gegeben hat, sondern es auch eine bekannte Gesellschaft war. Tatsache ist auch, dass das Copyright A.P. Carter als Autoren des Songs ausweist. Bis in die Gegenwart hinein wird der “Wabash Cannon Ball” nicht nur in aller Welt live besungen sondern auch auf neuen Alben veröffentlicht. Diverse Male tauchte eine Version des Songs in den Charts von Billboard auf.

Der Erfolg des Liedes liegt vermutlich in der Faszination der Eisenbahn, die diese auf die Menschen ausübte sowie in einer einfachen, eingängigen Melodie. Der Name Wabash taucht in den USA übrigens durchaus öfter auf, Städte tragen ebenso diesen Namen wie ein Fluss, ein Gebirge und ein County.

[5. Juni. 2007 | Keine Kommentare | Von | Kategorie: CD-Besprechungen]
Bellamy Brothers: Jesus Is Coming

Ein Gospel Album von den Bellamy Brothers? Tatsächlich! Aber eines der anderen Art, wie es von den Brüdern aus Florida nicht anders zu erwarten war. Mit Ausnahme von “I’ll Fly Away” gibt es keine der sonst üblichen Gospel-Klassiker sondern eigenes Material von Howard und David. Das Ergebnis kann sich hören lassen, ein stimmiges, stimmungsvolles Album, das zwar Lieder mit Gospel-Charakter bringt aber nicht auf den Humor, das Augenzwinkern und die Aussagen verzichtet, die die Bellamys machen wollen.

Als ich sie vor reichlich einem Jahr traf, erzählten sie von ihren Plänen für ein Gospel-Album, was mich neugierig bleiben ließ. Mir gefällt’s! Im Mittelpunkt stehen Zuversicht und Familie, beides für die Bellamys seit jeher wichtige Leitlinien für ihr Leben. Vor allem Howard Bellamy, der Songschreiber des Duos, wurde beim besinnen auf seine Vergangenheit reichlich fündig. Ausgangspunkt mag dabei das ganz sicher autobiographische “Grandma’s God” gewesen sein.

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