Jessica Simpson wurde beim "Country Thunder Festival" ausgebuht
So hatte sich die “Neu-Country-Sängerin” Jessica Simpson ihr Debüt am vergangenem Wochenende beim “Country Thunder Festival” in Twin Lakes (US-Bundesstaat Wisconsin) wohl nicht vorgestellt. Bekleidet mit winzigen Shorts, Cowboy-Stiefel und einem weißen engen T-Shirt, versuchte sie mit einigen Coversongs (u.a. Willie Nelson, Shania Twain) und ihrer aktuellen Single “Come On Over”, die Fans auf ihre Seite zu ziehen. Doch die haben von ihrem Auftritt nicht sonderlich viel gehalten und sie immer wieder ausgebuht. Die anwesenden Countryfans fanden ihren Gesang einfach nur schrecklich. Trotzdem will die Sängerin an ihrem Plan festhalten und weiter an einer Karriere im Country-Business arbeiten. Tja, wenn sie das Publikum überzeugen will, dann bedeutet das, dass sie an ihrem “Live-Gesang” mächtig arbeiten muss.
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Das Debüt von Jessica Simpson habe ich in Twin Lakes live gesehen. Natürlich habe ich auch mehr als Mittelmass erwartet. Trotzdem möchte aus meiner Sicht einen Kommentar abgeben.
1. Bekleidung: winzige Shorts ist übertrieben und an Stelle eines engen T-Shirt trug sie eine normale, weisse Bluse. Die meisten der weiblichen Zuschauerinnen trugen bei diesen heissen Temperaturen noch weniger Kleider; und übrigens, wie war Kellie Pickler angezogen, die direkt vor Jessica spielte oder früher auch Shania Twain.
2. Set-Liste: gemäss meinen Informationen wurde Jessica von Willie Nelson für die Countrymusic ermuntert und zu Beginn wurde ja auch eine Message von Willie eingespielt. Ich verstehe, dass anschliessend „On The Road Again“ auch kam. Wie alle Künstler, die nicht 60 Minuten mit eigenen Songs durchkommen, hat sie auch noch ein paar Covers (u.a. von Shania Twain und Dolly Parton) gebracht. Wenn ich am Abend vorher bei Miranda Lambert sagte, sie habe ihre eigenen Songs gut mit attraktiv arrangierten Covers gemischt, kann ich bei Jessica nicht kritischer sein.
3. Ausgebuht: dass habe ich überhaupt nicht festgestellt. Der Funken zum Publikum ist sicher nicht gesprungen, die Stimmung war etwa gleich wie bei Kellie Pickler. Die beste Stimmung an diesem Samstag Abend hat bereits um 17:30 Uhr Luke Bryan mit seinem Set erzielt. Sein Programm war sehr gut arrangiert und seine MusikerIn optimal in seine Show integriert. Und gerade dort ist beim Set von Jessica Simpson eine grosse Schwäche festzustellen. Die 7 Musiker (inkl. Fiddle, Mandolin, Steel, Guitarbanjo) und die 2 Sängerinnen waren auf der Bühne fest verkabelt und konnten sich nicht bewegen. Für einen attraktiven Live-Auftritt ist das unmöglich. Dazu hat Jessica zwischen den Songs zu oft und zu lange gesprochen.
Und dass „Ausgebuht“ überhaupt nicht stimmt, noch folgende Bemerkung: als einzige Band der vielen Vorgruppen, u.a. Joe Nichols, Taylor Swift, Emerson Drive, Miranda Lambert, Randy Owen, Clay Walker, Kellie Pickler, wurde Jessica Simpson zu einer Zugabe aufge-fordert; sie kam mit der Band wieder auf die Bühne und spielte dann sogar noch 2 Songs!
4. Gesang: sind wir doch froh, dass die Messlatte der Countryfans recht hoch ist und auch Quereinsteiger merken müssen, hier ist Qualität etc. verlangt. Jessica Simpson, ihre Band und ihr Management haben noch viel Arbeit vor sich. Aber trotzdem, meine US-Nachbarn waren eigentlich vom Debut überrascht – sie hatten ihr nicht so viel zugetraut.
Eine neue “Countrymusic” wird sie uns sicher nicht bringen, sie ist keine Songwriterin; aber vielleicht einem jungen Publikum vermehrt den Zugang zur Countrymusic ermöglichen.
In meinem Kommentar zu „20 Jahre Jahre Country Night Gstaad / Jubiläum ohne Glanz?“ erwähne ich auch noch ein paar weitere Eindrücke vom Festival Country Thunder in Twin Lakes.
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