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Merle Haggard (Biografie)

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Merle Haggard, man nennt ihn kurz und bündig „Hag“. Was soviel heißt wie „Hexer“. Hinter diesen drei Buchstaben steckt einer der ganz Großen der Country Music, den man mit Fug und Recht schon zu Lebzeiten eine Legende nennt. Ein Mann, dessen Leben wie ein Abenteuerroman verlaufen ist, das ganz sicher irgendwann auch Gegenstand einer Verfilmung sein dürfte.

Es gibt nur wenige Country-Entertainer, die sich in so vielen verschiedenen Facetten ihres Berufes hervor getan haben wie er. „Hag“ erwarb sich Verdienste als Sänger, Songschreiber, Bandleader, Instrumentalist und sogar als Musikhistoriker.

Wenn er etwas anpackt, dann beschäftigt er sich voller Hingabe damit und versucht, ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Auch wenn dies nicht immer gelingt, so ist sein bemühen darum deutlich zu spüren. Hinter dem feinfühligen, sensiblen Künstler steckt allerdings eine komplexe Persönlichkeit, mit der sein Umfeld aber vor allem auch er selbst nicht immer klar gekommen ist. Die so genannten normalen Spielregeln des Lebens haben für ihn nur selten gegolten. Mag er heute auch deutlich ruhiger geworden sein, viele Jahre seines Lebens war er rebellisch oder auf der Flucht vor sich selbst.

Merle Haggard

Das Leben hat ihn kräftig durchgeschüttelt, es hat ihn hin und her geworfen und hat deutliche, auch äußerliche Spuren hinterlassen. Man muss nur in sein wettergegerbtes, zerfurchtes Gesicht schauen, auf seine Tätowierungen und den fast immer präsenten Schimmer von Schmerz in seine Augen. Es sind Spuren eines wilden, ausgefüllten Lebens. Er hat vermutlich keinen der rauen Wege ausgelassen, die sich ihm darboten, er kennt die Situationen, über die er in seinen Songs so trefflich berichtet. „Ich bin nicht des Glamours wegen im Music Business“, sagte Haggard einmal, „ich bin dort, um Musik zu machen, in einer Band zu sein, mit Leuten zu arbeiten, die ich seit Jahren verehre. Der Ruhm ist mir dabei völlig schnuppe. Meine Musikerkarriere soll nicht auf politischen Einstellungen und anderen Dingen aufgebaut sein, sie soll ganz auf meinen eigenen künstlerischen Fähigkeiten, auf meinem Talent beruhen!“

Ein ehrgeiziger Anspruch eines Mannes, der irgendwann das Leben begriffen hatte und seither genau weiß, was er will und kann. Längst ist er selbst ein Vorbild geworden, dem jüngere Generationen folgen. Da hat er es nicht mehr nötig, sich im stetigen Kampf um Chart-Erfolge aufzureiben. Talent, das wird ihm in Form aller möglichen Auszeichnungen seit langen Jahren immer wieder attestiert. Erfolg ebenso! Mehr als 30 Songs platzierte er an der Spitze der Hitparaden, viele davon stammen von ihm selbst. Kaum ein anderer Künstler kann von sich behaupten, derart viele Klassiker geschrieben und gesungen zu haben wie dieser Merle Haggard. Nahezu jede seiner Original-LPs fand den Weg in die Charts, auch Label-Wechsel konnten daran nichts ändern.

In einer Phase etwa Mitte der 1980er Jahre, in der die Country Music sich stark auf altbekannte Songs besann, in der überraschend viele Newcomer sehr erfolgreich wurden mit eher traditioneller Country Music, schickte Haggard ein Album wie „Chill Factor“ ins Rennen, dass Jedem klar machte, dieser Mann gehört zu den Meistern seines Faches. Man muss auch heute immer noch mit ihm rechnen. Im knallharten Business ist die Luft auch für solch verdienstvolle Superstars wesentlich dünner geworden – auf einen Merle Haggard kann und will man dann doch nicht in einer um Glaubwürdigkeit ringenden, scheinbar dem Kommerz alles opfernden Nashville nicht verzichten. Einer Szenerie, mit der sich „Hag“ übrigens nie so richtig anfreunden konnte, wie wir noch sehen werden. Eine Bilderbuchkarriere ist es nicht, dazu hat sie sich zu spät und unter zu schlechten Vorzeichen entwickelt. Eher ist es die Geschichte eines Mannes, der sich nicht unterordnen konnte, in kein Schema pressen lassen wollte und sich in den Kopf gesetzt hatte, sein Leben nach eigenem Instinkt zu gestalten.

Merle Haggard wird am 6. April 1937 als jüngstes Kind von James und Flossie Haggard im kalifornischen Bakersfield geboren. Obwohl sein Vater eine durchaus musikalische Vergangenheit hatte, war es die Mutter, die ihre Kinder dazu ermutigte, sich mit Musik zu befassen. Drei Jahre vor Haggard’s Geburt erst war die Familie aus Checotah, Oklahoma nach Kalifornien gezogen. In der alten Heimat war ihr karger Besitz durch einen Blitz ein Opfer der Flammen geworden. James Haggard fand einen Job bei der Eisenbahn, ein Metier, dass seinen jüngsten Sohn später faszinieren sollte. Über seine Jugend würde Merle Haggard in Anspielung auf die berühmte TV Serie „The Waltons“ sagen: „Wir waren zwar nicht die Waltons, hatten aber wie diese Familie ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl.“ Seine Kindheit sei eine ausgesprochen gute Zeit gewesen, behauptet Haggard. Vom Vater lernte er das Angeln auf dem Kern River, er durfte mit ihm im Auto fahren und die Eisenbahnarbeiter beobachten. Das alles änderte sich in nur einer Nacht im Jahre 1946. Sein Vater kam linksseitig gelähmt aus dem Krankenhaus, er hatte bei der Arbeit einen Schlaganfall erlitten. Zwei weitere, wenig später erlittene Schlaganfälle überlebte James Haggard nicht. Den Tod seines Vaters konnte Merle Haggard nie verwinden – davon würde sein Verhalten künftig geprägt sein. Es ist ein beklemmendes Gefühl, erkennen zu müssen, wie solch ein schicksalhaftes Ereignis einen jungen Menschen völlig umkrempeln kann und ihn aus der Bahn wirft.

Merle Haggard wurde ein Problemkind, er geriet zeitweise völlig außer Kontrolle und schließlich auf die schiefe Bahn. Zwar versuchte seine Mutter alles, einen brauchbaren Menschen aus ihm zu machen (er zollte ihr später mit dem anrührenden „Mama Tried“ seinen Dank), doch sie war überfordert damit. Um die Kinder und sich selbst durchzubringen, musste sie Arbeit annehmen. So blieb Merle Haggard oft sich selbst überlassen, was nicht dazu beitrug, das Leben in den Griff zu bekommen. In zunehmendem Maße schwänzte er die Schule und trieb sich lieber herum, häufig an den Bahngleisen. Zehn Jahre alt war er, als er auf einen Güterzug kletterte und in Fresno aufgegriffen wurde – nur eine Episode von vielen und der Beginn einer haltlosen Zeit. Je älter Haggard wurde, je mehr hasste er jeglichen Zwang und die tägliche Routine. Er suchte das Abenteuer um beinahe jeden Preis – nachdem er Blut geleckt hatte, wollte er mehr. Starrköpfig, fast blindwütig. Ließ er sich auch nicht mehr von Aufenthalten in Besserungsanstalten davon abhalten, immer wieder gelang ihm die Flucht.

Mit 14 traf Haggard einen gewissen Bob Teague. Nachdem er schon früh Violinenunterricht erhalten hatte, interessierte er sich nun für die Gitarre, mit der er sich aber noch nicht recht heimisch fühlte. Und dann war da ein gewissen Lefty Frizzell. Neben Jimmie Rodgers war Frizzell genau derjenige, den Haggard hören musste, um den Entschluss reifen zu lassen, Sänger zu werden. Er setzte alles daran, wie Lefty Frizzell zu klingen. „Drei oder vier Jahre sang ich überhaupt nichts anderes. Und weil Lefty ein Fan von Jimmie Rodgers war, begann ich auch ihn zu imitieren“, erinnert sich Haggard. Außerdem war da noch ein begnadeter Gitarrist namens Roy Nichols. Der spielte bei den Maddox Brothers als Haggard ihn erstmals sah. Von seinem außergewöhnlichen Können war Haggard angetan. Roy Nichols wurde später die Keimzelle von Haggard’s legendärer Band „The Strangers“.

Bob Teague hatte natürlich mitbekommen, dass Haggard diesen Lefty Frizzell sehr gut drauf hatte. Teague brachte ihm bei, sich auf der Gitarre zu begleiten. Gemeinsam besuchten sie ein Frizzell Konzert, bei dem Haggard sein Idol nicht nur kennen lernte sondern auch zwei Songs singen durfte. Der auf ihn prasselnde Beifall war wie eine Droge … seine Richtung stand fest. Doch die Musik und die mit ihr einhergehende Faszination hinderten Haggard nicht daran, sein unstetes Leben fortzusetzen. Mit 15, so erinnert er sich, schrieb er seine ersten Songs: „If You Want To Be My Woman“, „On Down the Line“ und „Skid Row“, das später seine erste Single wurde. Als goldrichtig erwies sich seine Erkenntnis, man würde als Sänger bessere Chancen haben, wenn man eigene Songs mitbrachte. Fatal allerdings sein Empfinden, man müsse das, worüber man schreibt, auch selbst erlebt haben. Das brachte ihn mehrfach in arge Schwierigkeiten und auch in Institutionen für schwer erziehbare Menschen und für kriminelle Jugendliche.

Zuhause hielt es Haggard nun nicht mehr lange aus. Die Highschool kam ihm vor wie ein Knast und so machte er sich mit Kumpel Teague mal wieder aus dem Staub. Bei der Heuernte verdienten sie sich einige Dollar – ein schwere Job aber sie fühlten sich frei. Vom ersten Wochenlohn kaufte sich Haggard eine Gitarre im kalifornischen Modesto, wo die Beiden auch ihren ersten öffentlichen Auftritt haben sollten.. Nach der Heuernte kehrten sie dann zurück in die Heimat. Diesmal war der Empfang nicht mehr freundlich. Seine Mutter zwang ihn zurück in die Schule – Hag schwänzte sie gleichwohl wie früher. Also landete er wieder in einer Erziehungsanstalt. Er war dabei als einige Kameraden ausbrachen. Nach der Ergreifung hatte Haggard Pech – oder der Richter schlechte Laune. Er landete diesmal im Jugendgefängnis von Whittier. Man schrieb das Jahr 1952. Achtzehn Monate blieb er dort, viermal gelang ihm die Flucht, jedes Mal kam er nicht weit.

Wieder in Freiheit und daheim, traf er Dolly Runge wieder, inzwischen 16 und richtig hübsch. Haggard sagte später, sie hätten eine „heiße Zeit“ miteinander gehabt. Beide arbeiteten sie in Jobs, die ihnen keinen Spaß machten, also gingen sie nach Oregon. Sie lebten in einer Art Wohngemeinschaft, wo es einen von einem homosexuellen Mitbewohner verursachten heftigen Streit gab. Haggard zog die Konsequenzen und sah Dolly Runge nie wieder. Die Heimfahrt verbrachte Haggard in einer Gruppe älterer Hobos, von denen er die ungeschriebenen Gesetze dieser „Zunft“ lernte. Wieder in Bakersfield lungerte er herum und verspürte keinen Drang, Arbeit anzunehmen. Wenn er ein Auto brauchte, „borgte“ er es sich. Er traf Bob Francis wieder, den er aus der Besserungsanstalt kannte. Sie versuchten, einen geistig Behinderten auszurauben. Eine Tat, die Merle Haggard sich selbst später nie verzeihen konnte und bis heute als eine seiner schlimmsten Missetaten bezeichnet. Der Überfallene wehrte sich nicht nur nach Kräften, er erkannte die Täter auch. Ergebnis: erneut Bedenkzeit in einer Anstalt namens Preston. Die kannte Haggard schon von innen.

Während dieser so unrühmlichen Jahre kam Haggard immer wieder mit Musik in Berührung. Die Einflüsse der Musiker, die er besonders liebte – neben Frizzell und Rodgers vor allem Bob Wills und Hank Williams – hinterließen ihre Spuren. Mit 17 nahm Merle Haggard eine Demoplatte auf und spielte sie Louis Talley und Fuzzy Owen vor, die gemeinsam das Label Tally Records betrieben. Noch blieb Haggard’s Talent unentdeckt, sein erster Versuch wurde ein Fehlversuch. Durch seine Aushilfsjobs als Musiker wurde Merle Haggard allmählich in der regionalen Szene bekannt. Noch aber machte er mehr negative Erfahrungen. So erwies sich ein Job bei einer Show in Springfield, Missouri 1956 als Reinfall. Weder brachte es ihn musikalisch weiter noch erhielt er seine Gage. Deshalb nahm er sich das Geld kurzerhand aus dem Sparstrumpf seines Arbeitgebers. Der war über diese Dreistigkeit so verblüfft, dass er nichts dagegen unternahm.

Zwar hing er nun wieder in Kneipen rum aber es hatte sich dennoch Entscheidendes getan. 1954 traf er Leona Hobbs, eine junge Indianerin, die seine Ehefrau wurde. Neun Jahre hielt die Ehe, sie war außerordentlich turbulent und mit vier Kindern gesegnet. In seiner Autobiographie meint Merle Haggard, Leona sei boshaft gewesen, räumt allerdings ein, dass seine und ihre Vorstellungen von einer Ehe doch ziemlich weit auseinander lagen. Oft sind die Fetzen geflogen und dennoch gab es eine gegenseitige Anziehungskraft, die manches überlagerte. Gleichwohl war diese Ehe von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Sie passten einfach nicht zueinander – und dennoch hatte diese unglückliche Ehe auch ihre guten Seiten. So inspirierte sie Haggard zu seinen vielleicht schönsten Songs wie „You Don’t Have Very Far To Go“.

Der Ärger mit dem Gesetz ging für Merle Haggard weiter. Wegen Autodiebstahls brummte er 9 Monate im Ventura County Jail ab und bekam dadurch die Geburt seiner Tochter Dana am 1. April 1957 nicht mit. Wieder auf freiem Fuß, begann er mit einigen Kumpanen ein Unternehmen als Schrotthändler. Sie verkauften ihr Zeug an Wiederaufbereitungsfirmen und verdienten recht gut daran. Bis sie die Idee hatten, andere für sie „sammeln“ zu lassen. Als dann Jemand nachweisen konnte, dass Haggard und seine Spießgesellen die „Ware“ verhökert hatten, zog das eine Anzeige wegen Diebstahls nach sich. Merle Haggard wurde zu 90 Tagen Arbeit im Straßenbau verdonnert. Nur fünf Tage hielt er die harte Arbeit aus, dann war er auf und davon.

Es wurde eine Flucht vor dem Gesetz, weg von Bakersfield und damit auch von der Familie. Er streifte durch Utah, blieb nirgendwo länger als nötig – außer in Eureka, Oregon. Dort fand er einen Job in einer Sperrholzfabrik. Eine trügerische Sicherheit, denn genau dort erwischten sie ihn wieder. Erneut landete er im Knast, kam aber nach einigen Monaten wegen guter Führung wieder frei. Wieder in Bakersfield arbeitete er an einer Tankstelle. Eines Tages tauchte Teague und Deanrow dort auf, zwei alte Kumpel, die ihn mitnehmen wollten in die Ölfelder von New Mexico. Haggard besorgte durch einen Trick das Fahrgeld, er nahm es einfach aus der Kasse der Tankstelle. Das aber reichte nicht. Bitter enttäuscht kehrte er nach Bakersfield zurück. Er geriet vollends auf die schiefe Bahn und schloss sich einer Einbrecherbande an. Als sie in besoffenem Zustand in völliger Verkennung der Uhrzeit in ein noch geöffnetes Lokal einbrachen, war das wieder einmal das Ende der Fahnenstange für Haggard. Er saß ein weiteres Weihnachtsfest hinter Gittern. Als man ihm das Ergebnis der psychologischen test eröffnete, brach die Welt für Haggard zusammen. Er wurde auf unbestimmte Zeit nach San Quentin eingewiesen. Das war unfassbar für ihn, wo doch dort nur Schwerverbrecher untergebracht wurden. Diesmal gab es kein Pardon. Am 26. März 1958 trat er als Häftling Nr. A-45200 und in Ketten gelegt seine Haftstrafe an. Anschaulich beschreibt er selbst, wie man sich rasch an die im Knast herrschenden Regeln zu halten lernte, wollte man überleben. „Während der Zeit in San Quentin habe ich manches gesehen, was ich heute weder glauben kann, dass es so etwas gibt, noch möchte ich daran erinnert werden!“ Als er das sagt, bekommt sein von tiefen Furchen durchzogenes Gesicht einen ganz anderen Ausdruck. Zunächst blieb Haggard auch in San Quentin der dickköpfige, unverbesserliche Taugenichts und trachtete danach, irgendwie auch dort die Fliege machen zu können. Dazu sah er die Gelegenheit gekommen als ein Mithäftling namens Jimmy Hendicks einen Ausbruchsplan entwickelte. Doch Haggard hörte auf den Rat von Hendicks, nicht mitzumachen und blieb zurück. Zu seinem Glück, denn Hendicks wurde wieder gefasst. Da er auf der Flucht einen Polizisten erschossen hatte, verurteilte man ihn zum Tode. Seine Hinrichtung lastete schwer auf Haggard’s Gemüt. Jahre später hat er versucht, diese Gefühle in dem Lied „Sing Me Back Home“ zu vermitteln.

Probleme im Privatleben blieben natürlich nicht aus. Ehefrau Leona stellte ihre Besuche in San Quentin bald ein. Sie war schwanger – aber nicht von ihrem Ehemann. Der war geschockt, verbittert, verletzt und sah sich einer Zukunftsperspektive beraubt. Nichts schien ihn nun noch zu kümmern. Und so fing er mit anderen Häftlingen an, verbotenerweise heimlich Bier zu brauen. Die Zutaten klauten sie in der Küche, das „Gebräu“ füllten sie in leere Milchtüten und verkauften es an Leidensgenossen. Das ging so lange gut, bis Haggard selbst zuviel davon genoss. Diesmal bedeutete das eine Woche verschärfte Einzelhaft. Manchmal sind Kleinigkeiten ausschlaggebend für die Richtung, in die ein Leben sich weiter entwickelt. Was letztlich Merle Haggard’s Wandlung bewirkte, vermag er wohl selbst nicht zu analysieren. Während der Einzelhaft konnte er auch mit dem am 2.5.1960 hingerichteten und wegen der Begleitumstände seines Falles weltberühmt gewordenen Caryl Chessman sprechen. Jedenfalls soll diese eine Woche eine Art von Säuberung bei ihm bewirkt haben, meint Haggard. War die Hinrichtung Chessman’s , der mehr als zehn Jahre in der Todeszelle hatte verbringen müssen, für dessen Begnadigung sich sogar der Papst vergeblich eingesetzt hatte, eines seiner schlimmsten Erlebnisse, dann gehörte der Auftritt von Johnny Cash in San Quentin sicherlich zu den erfreulichsten. Dieses Ereignis speziell gab Haggard jede Menge Auftrieb. Unterdessen hatte Leona einem Sohn das Leben geschenkt, den sie nach seinem Vater James taufte.

In San Quentin entwickelte sich Haggard fortan zu einem vorbildlichen Häftling, der sich freiwillig für die härtesten Arbeiten meldete. Es sollte sich lohnen – seine Haft wurde auf 2 Jahre und 9 Monate festgesetzt. Das bedeutete für ihn nur noch 90 weitere Tage im Knast. Wie lange aber drei Monate sein können, wenn man nur darauf wartet, dass sie endlich zu Ende gehen! Merle Haggard hat San Quentin nie zu vertuschen versucht – im Gegenteil. Noch heute ist er sich sicher, der Aufenthalt habe ihm gut getan, dort sei er im Kopf ein anderer Mensch geworden. Nach San Quentin fokussierte sich sein Leben zunehmend mehr auf die Musik. Er schaffte es, 6 Tage die Woche als Musiker beschäftigt zu sein. Dann fasste er sich ein Herz und rief Louis Talley an. Es sollte der Beginn einer dauerhaften Freundschaft werden, die durch dick und dünn hielt. Durch Talley bekam Haggard weitere Jobs. Was ihn mit Stolz erfüllte, war die Tatsache, dass die Fans ihm in die Lokale folgten, in denen er jeweils arbeitete. Das bleibt nicht lange unbemerkt, bald holte ihn Cousin Herb Henson in seine TV Show. Der war so etwas wie der Ralph Emery von Bakersfield.

Gelegentlich holt einen die Vergangenheit wieder ein. Deanrow tauchte eines Tages wieder auf. Mit ihm fuhr Haggard nach Las Vegas. Dort gastierte Wynn Stewart im „Nashville Nevada Club“, in seiner Band spielte Roy Nichols Gitarre. Als Stewart ihn bat, einige Songs zum Besten zu geben, hielt Haggard sich nicht gut genug, um mit Ralph Mooney, Bobby Austin, Jim Pierce und Roy Nichols zu spielen. Doch Nichols drängte ihn erfolgreich. Wynn Stewart war dann so angetan, dass er Haggard einen Job als Bassist anbot, da Austin sich selbständig machen wollte. Rund ein halbes Jahr dauerte die Episode, die für seine Karriere sehr wichtig werden sollte.

Eines Abends sang Stewart einen Titel, der Haggard elektrisierte: „Sing A Sad Song“. Es sollte Stewart’s nächste Single werden, Hag fragte seinen Boss, ob er ihm den Song nicht überlassen könne. Fuzzy Owen hatte ihm versprochen, eine Single für Tally zu produzieren, falls Hag einen richtig guten Song hatte. Jetzt glaubte Haggard, genau dieses Lied gefunden zu haben. Wynn Stewart, als uneigennützig bekannt, gab seinem Bassisten die Chance. An dieser Stelle ist ein Blick ins Private vonnöten. Haggard’s ganze Familie lebte nun in Las Vegas. Meist hing der Haussegen schief. Sie vertrugen sich einfach nicht, was beileibe nicht die alleinige Schuld von Leona war. Haggard führte ein wildes Leben als wolle er all das nachholen, was ihm in 3 Jahren San Quentin verwehrt gewesen war. Zudem hatte es das Glücksspiel ihm angetan – in Vegas natürlich eine stetige Versuchung. Alkohol und Aufputschmittel waren an der Tagesordnung, keine Seltenheit in der damaligen Country-Szene.

Musikalisch aber hatte Merle Haggard nun Erfolg. Er lernte viele Show-Größen kennen: Patsy Cline, Jim Reeves, Gordon Terry und Glen Campbell, dessen Stern gerade aufging, gehörten dazu. Rechtzeitig erkannte er, dass er auf dem besten Weg war, in seine früheren verderblichen Gewohnheiten abzustürzen. Knall auf Fall kündigte er daher bei Wynn Stewart und ging zurück nach Bakersfield. Nur so glaubte er sich, den Versuchungen und Tücken von Las Vegas entziehen zu können. In Bakersfield tingelte er durch die lokale Szene – dann kam der Tag der Session für die versprochene Single – mit einem erstaunlichen Ergebnis! Fuzzy Owen und Merle Haggard gingen mit „Sing A Sad Song“ bei den Sendern hausieren. Leicht war das nicht, sie holten sich eine Abfuhr nach der anderen. Lediglich K.E.E.N in San Jose wollte den Song spielen. Zögernd folgten andere Sender. Als sich ein erfolg abzuzeichnen begann, kam auch die Angst. Die Befürchtung des Ex-Sträflings, das Publikum könne von seinem Vorleben erfahren und ihn ablehnen. Er wählte die Flucht nach vorn. Glaubte man zunächst noch, es handele sich um Publicity, merkte man bald, dieser Mann flunkerte nicht. Das Publikum akzeptierte ihn, weil es den Sänger und seine Songs wollte, wofür Haggard noch heute ungemein dankbar ist. Er lieferte den Beweis, dass gute Musik und gute Songs ankommen, egal woher sie kommt oder wer sie macht.

Im September 1963 wurde mit Sohn Noel sein drittes Kind geboren – „Sing A Sad Song“ schaffte es im April 1964 bis auf Platz 19 der Charts. Die gleiche Position erreichte später übrigens auch Wynn Stewart mit seiner Version. Nun brauchte Haggard einen Anschluß-Hit. Zusammen mit Red Simpson schrieb er „You Don’t Have Very Far To Go“. Die Rückseite „Sam Hill“ war ein Tommy Collins Song. Erneut langte es für die Top Twenty. Bei der Suche nach guten Songs wies man ihn an die Adresse von Liz Anderson, mit der sich Haggard nur widerwillig in Verbindung setzte. Als die sich an ihre alte Blasebalg-Orgel setzte, war Haggard entsetzt – dann jedoch fasziniert von den Songs, die er von ihr hörte. Wieder bewies er seinen Instinkt für hervorragende Songs als er sich „(All My Friends Are Gonna Be) Strangers“ aussuchte. Der Song brachte ihm den Durchbruch und ließ ihn erstmals in die Top Ten klettern. Bei allen Aufnahmen hatte übrigens Bonnie Owens, die Ex-Ehefrau von Buck Owens, die Backgroundstimme gesungen. Da sie gut miteinander harmonierten, wurden Duette aufgenommen, die sich dann ebenfalls gut verkauften, z.B. „Just Between The Two Of Us“.

Ein weiterer entscheidender Schritt folgte im Februar 1965 als Haggard bei Capitol Records unterschrieb, wo auch Bonnie Owens unterkam. Die erste Single für Capitol hieß „I’m Gonna Break Every Heart I Can“ und erschien am gleichen Tage als Haggard und Bonnie Owens heirateten: 28. Juni 1965. Voraussetzung war, dass seine Ehe mit Leona vorher geschieden worden war. Aus gutem Grund. Als Haggard von einer Tour heimkam, fand er das Haus leer und verwüstet. Leona war wieder mal mit einem ihrer Liebhaber davon, die Kinder hatte sie bei Bekannten abgegeben. Wären nicht Fuzzy Owen und Bonnie Owens zugegen gewesen, es hätte einen fatalen Ausgang geben können. Haggard holte seine inzwischen 4 eigenen Kinder zu sich. Jamie, der einem von Leona’s Seitensprüngen entsprungen war, ließ er schweren Herzens zurück, denn für ihn hatte er kein Sorgerecht. Die Kinder brachte er zu seiner Mutter Flossie, die sich die nächsten Jahre um sie kümmerte. Haggard bekam bei der Scheidung das Sorgerecht für seine Kinder und heiratete wenig später Bonnie Owens. Mit ihr hatte er erstmals das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Für sie war es besonders anfangs sicher nicht leicht. „Sie verstand es, uns zu erziehen, besonders mich“, meinte Hag. Sie sah nicht über seine Fehler hinweg, versuchte aber auch nicht, ihn mit Gewalt zu ändern. Was seine Karriere angeht, hat Bonnie Owens möglicherweise größeren Anteil an ihrem Fortgang als er selbst. Sie notierte alles, was ihm einfiel, jede Note, jedes Melodienfragment, alles, woraus eventuell mal ein Lied werden könnte. Daraus sind tatsächlich viele seiner späteren Songs entstanden. Jetzt begann eine überaus erfolgreiche Zeit für den Sänger Merle Haggard.

1965 stellte er seine erste eigene Band zusammen. Die Urbesetzung der Strangers. Aus Vegas holte er Roy Nichols. Fuzzy Owen übernahm die Steel Guitar, Helen Price die Drums. Jerry Ward, mit dem er früher schon gearbeitet hatte, wurde Bassist der Band. Auch der Songwriter in ihm kam nun mehr und mehr zur Geltung. Sein Lehrmeister hieß Tommy Collins, dem er Jahre später mit „Leonard“ auf seine Art dafür dankte. 1966 landete Haggard Hits wie „Swinging Doors“, „The Bottle Let Me Down“ und I’m A Lonesome Fugitive“ seiner ersten Nummer Eins. Es folgte mit „Branded Man“ gleich die nächste Spitzenplatzierung. Merle Haggard war nun auf direktem Kurs zum Superstar, der Maßstäbe setzen sollte. Mehr noch, Haggard würde bald zu einer Legende werden. 1968 nahm Haggard das erste von mehreren Tribute Alben auf, die später folgen würden. Gewidmet war es natürlich Jimmie Rodgers und alle Welt staunte, wie genau er den großen Blue Yodeler nachzuempfinden verstand. Jedem war klar, hier sang Jemand sich ein Herzensbedürfnis von der Seele. Nicht lange wartete Haggard, bis er sein Tribute an Bob Wills folgen ließ.

Ein absoluter Höhepunkt war das Jahr 1969 mit Haggard’s wohl bekanntesten aber auch am meisten kritisierten Song „Okie From Muskogee“. Was hat es um diesen Song nicht alles für Mutmaßungen gegeben! Was wurde da an politischer Aussage hinein interpretiert! Für Haggard war das viel zu viel Aufhebens. Immer wieder beteuerte er, eine politische Aussage habe er damit absolut nicht machen wollen. Aber er befand sich in einer Phase seiner Karriere, in der er sich in seinen Liedern vermehrt mit sozialen Problemen und Missständen in der Gesellschaft auseinander setzte. Die USA befanden sich im Vietnam-Krieg, eine Zeit, in der Patriotismus noch stärker betont wurde als das in den USA ohnehin schon üblich ist. Wie auch immer „Okie From Muskogee“ wurde ein Monster-Hit, wer bis dahin den Namen Merle Haggard in den USA noch nicht kannte, jetzt kam er nicht mehr umhin. Er war dort angekommen, wovon er in seiner Jugend geträumt hatte. Merle Haggard war ein Teil amerikanischer Kultur geworden, er war akzeptiert, er war beliebt und das allein wegen seiner künstlerischen Fähigkeiten und trotz seiner alles andere als vorbildlichen Vergangenheit.

1972 wurde Merle Haggard vom damaligen Gouverneur Kaliforniens wieder vollständig mit allen bürgerlichen Ehrenrechten ausgestattet und somit rehabilitiert. Der Rest seiner zur Bewährung ausgesetzten Strafe war damit erlassen. 1973 spielte Haggard sogar auf Pat Nixon’s Geburtstagsparty im Weißen Haus. Eine große Ehre, die er nur zu gut zu schätzen wusste. 1974 – Haggard hatte nahezu alles ereicht – gab es einen herben Rückschlag. Konnte man zunächst meinen, Bonnie Owens wolle nur etwas kürzer treten, erkannte man bald, es steckt viel mehr dahinter. Denn es folgte die Scheidung der Ehe mit Merle Haggard. Sie blieben gute Freunde, verzichteten auf die sonst übliche schmutzige Wäsche. Noch Jahre später gehörte Bonnie Owens zur Road Show ihres Ex.-Ehemannes. Damals musste sich Haggard nach einer anderen Sängerin umsehen. Seine Wahl fiel auf eine Frau, die er seit einiger Zeit im Radio gehört hatte: Leona Williams. Dem Vernehmen nach soll er sie nie zuvor gesehen haben. Als sie dann persönlich vor ihm stand, war er ziemlich überrascht. So hübsch hatte er sie sich vermutlich nicht vorgestellt. Beide waren sie frisch geschieden, was lag näher als sich zusammen zu tun. Am 7. Oktober 1978 wurden sie ein Ehepaar. Doch von Beginn an hielten sich Stimmen, die unkten, auch diese Ehe würde nicht von Dauer sein. Dazu seien die Ansichten viel zu weit auseinander. Schon nach einem Jahr tauchten erste Scheidungsgerüchte auf. Einmal mehr musste ein prominentes Ehepaar erfahren, dass man nicht auf einer Insel lebt. Auf die näheren Umstände des Scheiterns der Ehe soll hier nicht weiter eingegangen werden, es passte auch diesmal nicht.

Im gleichen Jahr 1984 starb Haggard’s Mutter Flossie mit 85 Jahren, ein erneuter herber Schicksalsschlag, den er zu verdauen hatte. Musikalisch und damit beruflich hingegen ging es weiter nach oben. Es würde zu weit führen, all seine Hits und Auszeichnungen hier zu nennen. Einige, für mich bemerkenswerte Alben seien aber dennoch genannt. Unter dem Titel „Land Of Many Churches“ nahm Haggard ein Tribute an die Carter Family auf. Wie sehr sich der Künstler auch mit anderen Richtungen befasst und diese verarbeitet, deutete er mit „I Love Dixie Blues“ an. Seiner Mutter gedachte er mit dem Album „Songs For The Mama That Tried“ in besonderer Weise.

Wie in fast allen Karrieren, auch denen von Legenden, bleiben die kommerziellen Erfolge irgendwann hinter den Erwartungen zurück. Dann besinnen sie sich meist auf Musik, die zeitlos ist, nicht in Richtung Hitparaden produzier ist oder einfach den ganz persönlichen Geschmack reflektiert. Für Merle Haggard bedeutete das zunächst den Wechsel zu MCA Records und dann zu Epic. Dort gab es durchaus auch weiter kommerziell erfolgreiche Produktionen. Doch zunehmend will sich der das Kämpfen gewohnte Künstler nicht mehr dem Druck und dem Stress des Business ausliefern und in einer völlig veränderten Szenerie aufreiben. Die Country Music Fabrikation setzt immer mehr auf junge, auf Optik gestylte Interpreten. Für einen rebellischen Künstler mit Ecken und Kanten wie Merle Haggard ist da kein Platz mehr. Der weiß, dass er diesen Trend nicht aufhalten kann und verlegt sich daher darauf, das zu tun, was er machen will. Und dazu findet er die Möglichkeiten. Unter diesen Voraussetzungen veröffentlicht Haggard nach der Jahrtausendwende Alben bei verschiedenen Labels, die man als seine vielleicht zeitlosesten und musikalisch ehrlichsten betrachten kann. Da ist nicht mehr das Ventil, über das er seine eigenen Erlebnisse verarbeiten will und muss, er hat jene künstlerische Freiheit erreicht, die man nur den ganz Großen ihrer Zunft zugesteht. Ein Kritiker beschreibt es so: Er produziert intime Alben, die er in seinem eigenen Studio aufnimmt. Das Ergebnis ist eine gnadenlose Renaissance des echten einhundertprozentigen Merle Haggard, er hört sich an wie ein gerade frei gelassener Sträfling, der zum ersten Mal nach Jahrzehnten seine wieder gewonnene Freiheit genießt!

Mit zunehmendem Alter ließ Haggard immer weniger Bereitschaft erkennen, sich den Verhältnissen der Musikindustrie anzupassen. Wer seine Texte kritisch verfolgt, sein Verhalten den Medien gegenüber beobachtete, der hatte nichts anderes erwartet. Und mehr und mehr konnte man in seinem Gesicht lesen. Das sind Spuren eines Lebens am Limit deutlich erkennbar. Darin steht geschrieben, dass er seinem Gusto folgen wird, koste es, was es wolle. Einer wie Merle Haggard kennt da keine Kompromisse. Auf seine Art ist er Inbegriff traditioneller amerikanischer Werte. Er hat feste Prinzipien, er bildet sich seine Meinung, die er auch gegen Widerstände vertritt. Es kümmert ihn nicht, dass sich sein Umfeld verändert. Und wenn er mit seiner Meinung allein dasteht, kann er damit auch leben. Einen wie ihn schließt man einfach ins Herz!

Merle Haggard ist ein Mensch mit Charisma, für den es wichtigere Dinge gibt als das, was man über ihn denkt. „Was man auch immer über Jemanden denkt, es stimmt ohnehin nicht“, philosophiert er. „Was erzählt und geschrieben wird, was will man davon glauben? Ich werde den teufel tun und mich bei meinem Handeln davon leiten lassen, was andere davon halten könnten. Ich tue, was ich tun will. Sollen andere darüber denken, was sie wollen. Man kann nicht in den Kopf eines anderen Menschen schauen!“

Ich habe in diesem Porträt nur einige Dinge aus dem bewegten Leben des Merle Haggard ansprechen können. Wenn er sagt: „Ich habe in meinem Leben so viele Dinge getan, manchmal kann ich selbst nicht glauben, dass dies mein Leben bis hierher war. Das kann schon Angst einflößen!“, dann kann man dem nicht widersprechen. Haggard’s Leben zeigt aber auch die Entwicklung eines Menschen. Es kann eine Ermutigung sein, denn aus einem Taugenichts, einem Kriminellen, der drauf und dran war, ein schwerer Junge zu werden, wurde ein geläuterter Mitbürger, ein wertvolles und geachtetes Mitglied der Gesellschaft und ein weltweit beliebter Künstler. Wenn auch kein bequemer Zeitgenosse. Er formuliert eine seiner Erkenntnisse so: „Wenn wir etwas aus all den Roy Rogers Western gelernt haben, dann, dass am Ende der Gute doch die Oberhand behält. Es mag lange dauern, über viele Umwege gehen und mit viel Kummer und Harm verbunden sein, das Gute aber siegt. Davon bin ich wirklich überzeugt.“

Merle Haggard – ein Mann geht seinen Weg. So könnte man sein Leben auch überschreiben. Und der „Poet des kleinen Mannes“, wie man ihn wegen seiner realistischen und einfühlsamen Songs auch nennt, er geht ihn weiter, denn sein Weg ist noch nicht zu Ende. Was bleibt ihm noch an Zielen? „Ich möchte weiter meine Gitarre spielen. Ich möchte weiter Lieder schreiben und singen. Vielleicht weniger auf Tournee gehen. Ich möchte einfach ein angenehmer Mitmensch und ein guter Opa sein!“ Es mögen banale Wünsche sein. Sie zeigen aber, dass Merle Haggard das geblieben ist, was er immer sein wollte: Mensch! Mit Gefühlen und Fehlern, mit positiven und negativen Eigenschaften. Ein Mensch, der in der Lage ist, uns an seinen Gefühlen teilhaben zu lassen und uns gelegentlich auch den Spiegel vor die Nase hält. Merle Haggard ist ein wirklicher Gigant in einer ansonsten an Persönlichkeiten immer ärmer werdenden Welt. Merle Haggard allein ist es wert, den Weg zur Country Music gefunden zu haben.

Hag: The Best Of Merle Haggard

CD: Hag: The Best Of Merle Haggard
Erscheinungsdatum: 2006
Label: Capitol Nashville

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Trackliste:

01. The Bottle Let Me Down
02. Branded Man
03. Sing Me Back Home
04. The Legend Of Bonnie And Clyde
05. Today I Started Loving You Again
06. Mama Tried
07. I’m Bringing Home Good News
08. I Take A Lot Of Pride In What I Am
09. Hungry Eyes
10. Workin‘ Man Blues
11. Silver Wings
12. Okie From Muskogee
13. The Fightin‘ Side Of Me
14. Someday We’ll Look Back
15. If We Make It Through December
16. Things Aren’t Funny Anymore
17. Honky Tonk Night Time Man
18. Old Man From The Mountain
19. Living With The Shades Pulled Down
20. I Think I’ll Just Stay Here And Drink
21. Big City
22. Pancho And Lefty – mit Willie Nelson
23. I’m Leaving Now – mit Johnny Cash
24. Runaway Mama
25. That’s The News
26. She Ain’t Hooked On Me No More – mit Toby Keith

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Über Manfred Vogel (622 Artikel)
Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.

1 Kommentar zu Merle Haggard (Biografie)

  1. Toller Artikel!
    Liebe Grüße, Lina

Kommentare sind deaktiviert.