Brad Paisley: Play
Angenehmer sind da schon die anderen musikalischen Gäste hier, wie z.B. Keith Urban, der sich mit Brad auf der ersten Singleauskopplung, „Start a Band“, nicht nur ein Duett, sondern sogar ein kleines Duell liefert. Wer den Gitarrenstil der beiden kennt und sie auseinander halten kann, wird am Finale des Songs seine wahre Freude haben. Traditioneller wird’s dann bei „Come On In“, einem bisher unfertigen Song von Buck Owens, den dieser kurze Zeit vor seinem Tod im Frühjahr 2006 noch auf einem Demoband festgehalten hatte. Ein Duett mit der Legende des Bakersfield-Sounds war schon lange ein Wunsch von Brad und hier konnte er ihn nun endlich umsetzen. Halb Brad, halb Buck – das macht richtig Spaß und ist traditioneller Country der feinsten Sorte. Gemeinsam mit Schmusekater Steve Wariner wird dann bei „More Than Just This Song“ den beiden Herren gehuldigt, die Brad und Steve das Spielen beigebracht und sie mit ihrem Stil maßgeblich geprägt haben: Clarence „Hank“ Goddard bei Brad und kein Geringerer als Chet Atkins bei Steve. Dass der Song dann etwas arg rührselig ausfällt, sei den beiden verziehen. Schließlich sind beide „Lehrer“ schon vor einigen Jahren gestorben und da ist es kein Wunder, wenn bei den Aufnahmen etwas Sentimentalität herrschte. Das schwächste der vier Duette ist wohl das mit der größten musikalischen Legende: B.B. King. Gemeinsam mit Brad lässt er „The Good Times Roll“ und verliert sich dabei in einer Standard-Bluesnummer. Schade, da wäre bei B.B. und B.P. sicherlich mehr drin gewesen.
Als Zugabe gibt es dann noch eine neue Version von „Waitin‘ On A Woman“, das bereits auf Brads 2005er Album „Time Well Wasted“ erschienen ist, allerdings erst kürzlich als Single ausgekoppelt wurde. Die hier enthaltene Version ist die, wie man sie auch im dazugehörigen Videoclip sehen konnte – inklusive gesprochener Sequenzen von Schauspieler Andy Griffith und einem ganz im Sinne des Albums verlängerten Gitarrensolo am Ende.
Famous last words: Zweifellos ein mutiger Schritt und ein großes Risiko, das Brad Paisley hier mit diesem Projekt eingegangen ist. Leider zahlt es sich nur teilweise aus und wirkt stellenweise nur wie eine halbherzige Angelegenheit, obwohl es sich laut Brad um die Erfüllung eines Traums handelt. Vielen Fans werden die vier Gesangsnummern zu wenig sein. Die Gitarristen werden wiederum bemängeln, dass eben diese vier Songs einen natürlichen Fluss des Albums verhindern. Trotz aller Kritik ist und bleibt „Play“ eines der interessantesten Projekte, die dieses Jahr in der Music City produziert wurden.
| Trackliste:
01. Huckleberry Jam |




