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Miteinander, Füreinander: Was zählt ist aber ausschließlich der Profit

[3. März 2009 | 2 Kommentare | Von | Kategorie: Kolumnen & Reportagen]

Die einschlägigen Foren sind voll mit Schlagwörtern wie: Neid, Missgunst und Cliquenwirtschaft. So sieht’s der Fan und hat dies der Countryszene schnell mal attestiert. Ja, und das stimmt! Aber das ist nicht nur im Country-Business so. Beim Schlager, der Volksmusik und im Rock & Pop ist es eben so. Natürlich ist sich jeder Mensch erst einmal selbst der Nächste. Doch leider sieht es hinter den Kulissen noch viel schlimmer aus. Lange habe ich überlegt, ob ich diese Kolumne überhaupt schreibe, bzw. veröffentliche. Da, logischerweise, der normale User gar nicht weiß, was sich wirklich in seiner doch so “heißgeliebten” Countryszene, abspielt. Doch letztendlich ist es an der Zeit dem Leser die Augen zu öffnen. Obwohl ich damit rechne, dass ich dafür den ein oder anderen “verbalen” Tiefschlag einstecken muss.

Jeder, egal wer – Sie lesen richtig – ausnahmslos jeder, denkt bei einem Projekt erst einmal ob es profitabel ist. Da ist es auch egal, ob’s eine Veranstaltung, ein Festival, eine Messe, oder ein Magazin (Online, Print) ist. Man will ja wenigstens, dass die enstandenen Kosten wieder reinkommen. Sparen gehört natürlich ebenso dazu. Werbung darf nichts kosten, die ist viel zu teuer, gibt das schmale Budget nicht her. Aber warum soll ein Mitbewerber für seinen Konkurrenten kostenlos Werbung machen? Der wirtschaftliche Aspekt spielt hier eine sehr große und wichtige Rolle.

Beispiel: Jemand veranstaltet ein großes Event (Konzert, Messe, Festival). Warum sollte ein Magazin im Vorfeld dafür kostenlos werben, in dem es eine Vorberichterstattung sowie später einen Eventbericht verfasst? Wo ist (bleibt) die Gegenleistung? Es entstehen der Redaktion u.a. Reise- und Verpflegungkosten für ihren Mitarbeiter. Da sind etwaige Übernachtungen noch gar nicht dabei! Wenn also eine Redaktion über jedes Event berichten soll, muss auch Geld fließen, denn ohne Selbiges sieht’s im Hotel und an der Tankstelle sehr düster aus. Gewinn macht letzten Endes nur der Veranstalter und freut sich, dass ihm diese Chance des “Gelddruckens” ermöglicht wurde.

Ist das Gerecht, wo bleibt das vielgepriesene “Miteinander, Füreinander”? Nirgends …., denn das hört beim Geld auf. Da geht der Weg grundsätzlich nur in eine Richtung, so einfach ist das. Wer selbst nichts weitergibt, darf sich am Ende nicht darüber beschweren, wenn über “seine” Veranstaltung keine redaktionelle Notiz mehr genommen wird und die Besucher wegbleiben. Ich habe es bereits in anderen Kolumnen mehrfach angesprochen, der Weg führt immer in zwei Richtungen, das wäre ein vernünftiges “Miteinander, Füreinander”. Jedoch scheint der ein oder andere Geschäftsmann dies zu vergessen!

So hart es für den ein oder anderen Leser klingen mag, das ist leider die Realität. Wenn man über viele Jahre hinweg diverse Veranstaltungen redaktionell “bearbeitet” hat, egal ob Vorbericht oder Eventbericht, dafür aber nicht einmal ein “Danke” erhält, stellt man halt auf Durchzug und wendet sich anderen Aufgaben zu. Dafür wird man dann von einigen Hardcorefans des betroffenen Veranstalters als “Nestbeschmutzer” verurteilt. Hallo … warum? Gilt nicht gleiches Recht für Alle? Der will doch auch nichts für den anderen tun!

In den vielen Jahren, die ich in dieser Szene unterwegs bin, habe ich viel unerträglichen Blödsinn erlebt und Menschen die an überdimensionaler Selbstüberschätzung leiden. Die meisten davon grinsen dich von vorne “lieb” an, doch sobald du dich umdrehst, zeigen sie dir den Stinkefinger. Oder noch viel schlimmer, die vielen Fans einer bestimmten Veranstaltung, Magazines, oder eines Musikers, die dann irgendwelchen erfundenen Schwachsinn in Communitys (Foren, Blogs) verbreiten, obwohl sie gar nicht wissen, was wirklich los ist. Wenn aber dies letztendlich das vielgepriesene “Miteinander, Füreinander” ist, kann ich (persönlich) darauf sehr gerne verzichten.

Um dieser Kolumne wenigsten zum Ende noch eine positive Message zu verpassen, möchte ich auch aufzeigen, dass ein wirkliches “Miteinander, Füreinander” grundsätzlich möglich ist. Man muss es nur wirklich wollen. Dank an die vielen Musiker, die seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu Country.de pflegen, im Besonderen möchte ich da: Larry Schuba & Western Union, Slow Horses, The Twang, Texas Heat, Tom Astor, Mark Bender, Montana Highway, Ulli Möhring, The BossHoss, Katja Kaye und Truck Stop erwähnen. Dank ebenso an liebe Kollegen wie: Frank Rickal, Harald Harland, Stefan Leibeling, Friedrich Hog, Manfred Vogel und Walter Fuchs.

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Larry Schuba (Solo)Lady Antebellum Tour 2012Country Festival Mannheim 2012

2 Kommentare »

  • Team Country.de schreibt:

    Info: Nachdem hier einige Kommentare etwas zuweit vom eigentlichen Thema abdrifteten, haben wir uns zu einen Neustart entschieden. Gerne dürfen Sie kommentieren, allerdings sollte man nicht über’s Ziel hinausschießen. Dies gilt im Besonderen, wenn es zu persönlich wird und dadurch ein verzerrter Eindruck entsteht – Danke!

  • Big Valley schreibt:

    Schön, dass ihr euch entschieden habt, nochmal einen Neustart zu machen. Auch ich bin der Meinung, dass ein Miteinander – Füreinander grundsätzlich möglich sein muß. Zumindest aber, der nötige Respekt vor einander. Ich weiß, dass es im Kleinen wunderbar funktioniert. Aber ich hoffe, dass es auch im Großen funktionieren wird. Ich wünsche dies allen Countryfans.

    In diesem Sinne
    Rike

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