Rub It In: Laying Martine Jr.
6. Oktober 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum SongDer Song ist fest mit seinem Interpreten Billy Crash Craddock verbunden – es war seine erste Nr.1. Kaum ein anderer Künstler hat diesen an sich unscheinbaren Song noch aufgenommen, keine andere Version hat es zu einem Hit gebracht.
Zuerst nahm der Autor selbst dieses Lied auf, es tat sich nichts für ihn. Fast war das Ding, dem man nichts zutraute, schon vergessen. Dann erbrachte er den beweis, dass man manchmal nur auf den richtigen Interpreten warten muss. Doch der Reihe nach.
Laying Martine lebte noch an der Ostküste in Connecticut als er zu dem Lied veranlasst wurde. An einem wunderbaren heißen Sommertag nahm Jemand in der Nachbarschaft ein Sonnenbad und fragte dabei in die Runde, indem er ein Fläschchen Sonnenöl in der Hand hielt, ob einer ihm das Zeug einreiben könne. Das animierte den ebenfalls relaxenden Martine dazu, zur Gitarre zu greifen und drauflos zu singen: Reib es ein, reib es ein, reib es ein …
Dabei habe er gespürt, dass man einen Song daraus basteln könne, womit er auch sofort begann und wenig später dieses Lied fertig hatte. Der Autor tobte sich regelrecht im Text aus als er merkte, was man aus solch einem alltäglichen Vorgang machen konnte. Sogar in die Nase und zwischen die Zehen sollte man es reiben … ein richtiger Sommer-Gute-Laune Song also.
Als Martine später mit Ray Stevens befreundet war, schickte er ihm irgendwann neben zahlreichen anderen Songs (Martine ist ein erfolgreicher Songwriter in Nashville geworden) auch “Rub It In”. Stevens sah das Potenzial des Liedes – aber nicht für sich selbst – er produzierte Laying Martine selbst als Sänger. Wie es weiter ging, berichtet Martine selbst: “Das Ding wurde im Sommer 1971 veröffentlicht, lief auch ganz gut doch als der Sommer weg war, wurde es im Radio nicht mehr gespielt. Ende. Später siedelte ich um nach Nashville und arbeitete bei einer Spedition. Neben anderen Songs bot ich auch “Rub It In” an wie Sauerbier, erhielt aber immer eine Abfuhr. Erst als Craddock’s Produzent diesen Song hörte, war der Bann gebrochen. Denn Craddock machte genau diese Art von lustigen Songs, er war der richtige Interpret.”
Man brachte “Rub It In” als Single raus und am 1. Juni 1974 thronte der Sänger damit zum ersten Mal in seiner Karriere an der Spitze der Country Charts. Der Sommer konnte also kommen.
Billy Crash Craddock hatte danach nur noch 2 weitere Nr.1 Erfolge. Die unmittelbar danach folgende Single mit dem Remake des Dion-Klassikers “Ruby Baby” und 1976 mit der Ballade “Broken Down In Tiny Pieces”.
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Dieser Artikel wurde am 06. Oktober 2009 von Manfred Vogel veröffentlicht. Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de - Online Magazin und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.
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Es freut einen immer wieder, wenn mal von weniger bekannten Songs berichtet wird.
Was anscheinend von den “Kennern” der Country-Szene öfter mal übersehen wird ist die Tatsache, dass außer in den USA und Deutschland auch in anderen Ländern Country-Music gespielt und gemacht wird. So z.B. auch in der Schweiz und dort war John Brack, bis zu seinem viel zu frühen Tod, die unbestrittene Nr.1 der dortigen Country-Szene. Von ihm gibt es eine Version von “Rub it in”, die echt schwyzerdütsch “Riib mi ii” als Titel hat, als Single erschien und auf dem Album “Country Bestsellers – John Brack” bei Ariola (Schweiz) AG in 1993 erschienen ist. Eine englische Version dieses Songs ist ebenfalls auf der CD.
Besonders bei seinen öffentlichen Auftritten konnte John Brack das Publikum mit diesem Titel begeistern und seine humoristische Seite aufblitzen lassen.