Modern Earl im “Salute Club” in Weiden
Weiden (Oberpfalz), 16. April 2010: Auch, wenn man aktiv im Rahmen von Live-Konzerten unterwegs ist, erlebt man immer wieder Überraschungen hinsichtlich Lokalitäten – sowohl erfreuliche als auch unerfreuliche. Diese war mehr als positiv, denn ausgerechnet in der oberpfälzischen Provinz hätte man keine derart liebevoll und behütet behandelte Musik-Kneipe erwartet.
Der Salute Rock-Musik-Club trat in puncto Country bisher auch nie in Erscheinung, bis man dort darauf kam, dass auch in diesem Musikbereich rocklastige Gruppen zu finden sind, die zur ganz eigenen Philosophie passen. Denn genau das möchte man dort bieten – Abwechslung und Kreativität, jedoch immer im Bezug zum Rock.
Seit 3 Jahren existiert das Lokal in seiner jetzigen Form, bereits vorher haben die drei Betreiber Festivals in der Umgebung organisiert und bringen ihre jeweiligen Erfahrungen in den Bereichen Musik/Veranstaltungen, Gastronomie und Betriebswirtschaftlichkeit perfekt kongruent ein.

Eine bessere Werbung für Country Music kann man sich nicht wünschen, wenn sie, wie von Modern Earl ohnehin in ungewöhnlicher Form dargebracht, auf diese Weise Leute erreicht, das bisher damit nicht oder nur wenig in Berührung gekommen waren. Wieder ein kleiner Schritt weg vom Klischee, das an anderer Stelle immer wieder so herrlich kontraproduktiv konstruiert wird.
Mit über 100 Auftritten in Deutschland im vergangenen Jahr dürften Modern Earl zu den meistgebuchten Country-Bands gehören. Wenngleich viele zunächst Annäherungsängste bezüglich ihrer eigenwilligen Interpretation haben, als Country bezeichnen die Künstler sie auf jeden Fall, denn hier sowie im Blues habe sie ihren Ursprung. Mittlerweile konnten sie auch das Publikum in England und kürzlich in Österreich damit begeistern, 2010 geht es darüber hinaus nach Frankreich und Dänemark.
Für ihre Europa-Tour ergänzten Bandleader Chris Hudson (New York), Ethan Schaffner und Ben Hunt (beide aus Tennessee) ihre Formation um den aus Franken stammenden und mittlerweile in Leipzig lebenden Schlagzeuger Markus Christ.

Ich denke, Modern Earl muss man erleben. Ihren Stil als dem von Boss Hoss ähnlich zu beschreiben, ist zu banal. AC/DC dienen als Songspender ebenso wie die Carter Family oder Willie Nelson. Die variablen Formen des Country haben ganz eindeutig ihren Platz. Die Freude kommt aus der Seele. Man kann Modern Earl durchaus als Party-Band titulieren, ohne dass diese Bezeichnung den sonst so bitteren Beigeschmack hat. Die Zuwendung gehört der Country Music, sobald die Musiker Bühne betreten. Ihre Auftritte halten stets unabsehbare Wendungen bereit, ihre klare Botschaft aber lautet immer: Die vereinten unterschiedlichsten Elemente der Country Music zu einer konsequent andersartigen Show zu verbinden und sie dem Publikum zum Genießen zur Verfügung zu stellen.
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