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Bob Wills (Biografie)

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Der Texaner Bob Wills schrieb vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband. Er war nicht der einzige, der sich an Western Swing versuchte, aber er war der mit dem größten musikalischen Wissen, Instinkt und Ausdrucksvermögen. Seine Spielweise des Western Swing war stilprägend und einzigartig.

Es gibt Künstler, die ihrer Zeit ein Stück voraus sind, indem sie Neues schaffen oder intuitiv künftige Stimmungen und Entwicklungen aufnehmen und damit zu Anführern musikalischer Bewegungen und letztendlich Ikonen und Legenden werden. Man denke nur an Elvis Presley, The Beatles oder Bob Dylan. Auch Künstler der breiten musikalischen Gattung „Country“ haben in dieser Liste ihren Platz: Jimmie Rodgers, Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson. Unverdienter Weise nicht so bekannt ist der Texaner Bob Wills, der vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte schrieb – weit vor der digitalen Musikreproduktion und den integrierten Vermarktungs- und Verbreitungsmechanismen der modernen Musikindustrie. Er leistete Großes, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband.

Bob WillsBob Wills, geboren am 6. März 1905 bei Kosse, im Limestone County in Texas, verdiente sich seine ersten musikalischen Sporen – wie so viele Musiker seiner Zeit – in den sogenannten „Medicine Shows“. Mit seinen im Elternhaus erlernten Fiddle-Künsten schloß er sich 1929 einer dieser reisenden Musikshows an. Von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zog die Truppe. Eine harte, aber wirkungsvolle Schule für den jungen Bob. Bald schon gründete er seine erste eigene Old-Time-Band.

Nachdem er sich mit Herman Arnspiger, dem Gitarristen der Medicine Show, zuerst zum Duo „Wills Fiddle Band“ zusammengeschlossen hatte, stießen der Sänger Milton Brown sowie dessen Bruder Durwood und Clifton Johnson an. 1931 fanden sie im Hersteller des Light Crust-Mehls einen Sponsor und nannten sich in „Light Crust Doughboys“ um. Betreut wurden sie von W. Lee O’Daniel, dem Manager ihres Sponsors. Eine Geschäftsbeziehung, die weitreichende Folgen haben sollte.

Die Band wurde rasch einem breiteren Publikum bekannt, doch Bob, ebenso kreativ wie ehrgeizig, ärgerte sich über die Firmenpolitik ihres Sponsors, bei dem stets erst das Mehl und dann die Musik kam. Man entzweite sich. Gleichzeitig kam es auf Betreiben zu Wills zu mehren Umbesetzungen der mittlerweile unter dem Namen „Fort Worth Doughboys firmierenden Band. Schließlich war auch diese Formation Geschichte. Denn Daniel warf Bob wegen angeblicher Trunkenheit aus der Band und der zog mit Tommy Duncan und seinem Bruder Johnny Lee Wills nach Waco. Zusammen waren sie nun die „Playboys“.

Doch W.Lee O’Daniel gab nicht klein bei und machte der Gruppe auch weiterhin das Leben schwer. Der spätere Gouverneur von Texas war ein mächtiger Mann und Bob und seine Freunde flohen nach Oklahoma ins Exil. Aus Heimatverbundenheit nannten sie sich jetzt in „Bob Wills & The Texas Playboys“ um. Hier, in Oklahoma experimentierte Bob mit verschiedenen Musikstilen. Da er in seiner Jugend als weißer Junge auf den Baumwollfeldern des ländlichen Texas mit der Musik der Schwarzen aufgewachsen war und später auch beispielsweise ein großer Fan der Bluessängerin Bessie Smith war, adaptierte er bald auch schwarze musikalische Ausdrucksformen für seine Musik.

Als sich im Süden der USA dann auch die Weißen von der schwarzen Tanzmusik begeistern ließen und gleichzeitig von den großen Metropolen des Nordens der Jazz als Bigband-Swing wieder zurück in den Süden gespült wurde, da war der historische Moment für Bob Wills gekommen. Er war nicht der einzige, der sich an Western Swing versuchte, aber er war der mit dem größten musikalischen Wissen, Instinkt und Ausdrucksvermögen. Seine Spielweise des Western Swing war stilprägend und einzigartig. Er baute seine Country-Band mit Steelgitarristen und Blechbläser-Formation auf eine 18-köpfige Western-Swing-Bigband aus, die mit Tommy Duncan einen hervorragenden Sänger hatte, der sich stark an Jimmie Rodgers orientierte. Die Gruppe sorgt im Süden und Südwesten der Vereinigten Staaten für Furore.

Doch Bob Wills war nicht nur ein Ausnahmekünstler, er war auch der unbestrittene Chef der Band und in dieser Rolle ein absoluter Perfektionist. Immer wieder wechselte die Besetzung der Playboys, Wills‘ Qualitätskontrolle strengstens. Doch der Erfolg gab ihm Recht. Die Konzerte waren ausverkauft, die Platten große Hits. Stücke wie „New San Antonio Rose / The Convict And The Rose“ (1935, Platz 15), „Ida Red“ (1938), das Vorbild für Chuck Berrys „Maybelline” werden sollte, „Smoke On The Water / Hang Your Head In Shame“ (1945, Platz 1), „Stars And Stripes On Iwo Jima / You Don’t Care What Happens To Me“ (1945, Platz 1), ihr größter Hit „Spanish Two Step / Roly Poly“ oder „Brain Cloudy Blues / Sugar Moon Blues“ (1947, Platz 1) zeigten Bob Wills und die Texas Playboys auf dem Gipfel ihres Könnens.

Auch der zweite Weltkrieg konnte ihre Erfolgsserie nicht stoppen. Zwar meldeten Bob und einige „Playboys“ als Kriegsfreiwillige, doch sowohl Bandleader Wills als auch Leadsänger Duncan wurden wegen mangelnder körperlicher Fitness vorzeitig aus dem Armeedienst entlassen. Doch der Niedergang begann sich abzuzeichnen. 1947 hatte Wills mit „Brain Cloudy Blues“ seinen letzten Nr. 1-Hit, 1950 mit „Faded Love / Boot Heel Drag“ gar seinen letzten großen Hit für lange Zeit, der Platz 8 der Western & Country-Charts erreichte. Bereits 1948 hatte Tommy Duncan im Streit die Gruppe verlassen und Ehesorgen, Schwierigkeiten im Umgang mit Alkohol und der aufkommende Rock’n Roll bereiteten Bob Wills in den 50er Jahren große Probleme.

Zwar gelang ihm nach der Versöhnung mit Tommy Duncan 1959 mit dem Nr.10-Hit „Heart To Heart Talk“ ein großes Comeback, doch der Lebenswandel der letzten Jahre hatte seine Folgen. 1962 und 1963 erlitt er Herzinfarkte. Doch er berappelte sich, löste seine Band auf und machte einfach als Solist weiter. Doch ein Schlaganfall stoppte ihn dann 1968 endgültig. Der Musiker Bob Wills war durch halbseitige Lähmung verstummt.

Doch wie in der Gesellschaft so auch in der Musik. In jeder Bewegung formiert sich auch bereits die Gegenbewegung. Als sich die Rockmusik Ende der 60er Jahre mit Stilen wie Psychedelic und Progrock weit von ihren Wurzeln entfernte, machten sich andere Rockmusiker wie Bob Dylan, Gram Parson, The Band oder The Byrds daran, Country wieder zu entdecken und mit Rockmusik zu verbinden. In diesem Revival wurde Bob Wills‘ Spielart der Countrymusik vor allem von „Bakersfield“ Rebel Merle Haggard und den Western Swing-Epigonen „Asleep At The Wheel“ wieder entdeckt.

Anfang der 70er Jahre stellte Haggard sogar eine „Texas-Playboys-Reunion-Session“ auf die Beine. Bob Wills dirigierte vom Rollstuhl aus ein letztes Mal seine alte Band. Noch in der folgenden Nacht erlitt er einen weiteren Schlaganfall. Sein Licht war endgültig erloschen. Bob Wills starb am 13. Mai 1975, doch seine Musik lebt weiter.

Bob Wills wurde in die „Nashville Songwriters Hall of Fame“ (1970), in die „Western Music Association Hall of Fame“ (1995) und in die „Western Swing Society Hall of Fame (2002)“ aufgenommen.

Eine preisgünstige Einführung in das Werk Bob Wills bietet die bei Proper Records erschienene Doppel-CD „Bob Wills And His Texas Playboys – The King Of Western Swing“.

   
Bob Wills And His Texas Playboys - The King Of Western Swing
CD: „Bob Wills & His Texas Playboys“
Erscheinungsdatum: 2007
Label: Proper Records (Rough Trade)

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Trackliste: (CD 1)

01. Osage Stomp
02. Get With It
03. Maiden’s Prayer
04. Spanish Two Step
05. Steel Guitar Rag
06. Red Hot Gal Of Mine
07. Blue Yodel No. 1
08. Black Rider
09. San Antonio Rose
10. Silver Bells
11. Beaumont Rag
12. Who A Baby
13. That’s What I Like About The South
14. Don’t Let The Deal Go Down
15. Lone Star Rag
16. Corrine Corrinna
17. Time Changes Everything
18. New San Antonio Rose
19. Cherokee Maiden
20. Take Me Back To Tulsa

  Trackliste: (CD 2)

01. Home In San Antone
02. Liberty
03. Goodbye Liza Jane
04. Texas Playboy Rag
05. Rolypoly
06. Stay A Little Longer
07. Baby, Won’t You Please Comee Home?
08. Dinah
09. A Good Man Is Hard To Find
10. I’m A Ding Dong Daddy
11. Milk Cow Blues
12. Bob Wills Boogie
13. Cotton Eyed Joe
14. Can’t Get Enough Of Texas
15. Bubbles In My Heart
16. Little Cowboy Lament
17. Keeper Of My Heart
18. Ida Red Likes To Boogie
19. Boot heel Rag
20. Faded Love

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