Dailey & Vincent: Sing The Statler Brothers
Im Jahre 2008 brach das Duo Jamie Dailey und Darrin Vincent zusammen mit seiner Band mit einem Knall in die Bluegrass-Szene ein. Dailey, der mit seiner wunderbaren Tenorstimme jahrelang in der Band von Doyle Lawson aufgefallen war und Darrin Vincent, der bei Ricky Skaggs gesungen und musiziert hatte, hatten sich zusammengetan und schon ihr erstes Album brachte ihnen den “Emerging Artist of the Year Award” ein zusätzlich zur “Entertainer of the Year”-Auszeichnung.
Dies war ein sensationeller Einstieg und seither fahren die beiden einen Erfolgskurs, der nicht abzureißen scheint. Die geschmeidigen Stimmen der beiden Frontmänner passen tatsächlich ideal zusammen, auch wenn sie zu oft ins etwas Süßliche abgleiten. Doch in den USA kommt das Duo unheimlich gut an und auch dieses neueste Album stieg nach seiner Veröffentlichung sofort auf Position 1 der Billboard Top Bluegrass Album Charts ein und verweilte dort neun Wochen, ja sogar in den Billboard Country Album Charts stieg die Produktion auf Platz 19 ein.
Kein Wunder, denn man hat dieses neue Album der Musik der berühmten Statler Brothers gewidmet, einem Gesangsquartett, das sich vor einigen Jahren aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hat und dem ganz Amerika immer noch nachzuweinen scheint. Man kann es nachvollziehen, denn was die legendären Statler Brothers über einige Jahrzehnte hinweg an wunderschönen Songs abgeliefert haben, das kann sich hören lassen. Diese kraftvollen Stimmen und diese dramatischen Geschichten, da blieb oft kein Auge trocken.
Ja, und an diese gewaltigen Songs der Statler Brothers haben sich Dailey & Vincent, übrigens der Bruder von Rhonda Vincent, nun herangewagt. Vor einem solch gewagten Unternehmen stellt sich natürlich die Frage, übernehme ich nur die Songs und integriere sie in meinen Musikstil oder bewege ich mich stilistisch auf die berühmten Vorbilder zu? Dailey & Vincent haben sich für Letzteres entschieden. Sie haben noch drei weitere Sänger für die Aufnahmesession engagiert, den bekannten Sound der Statlers, so gut es eben ging, kopiert, den Bluegrass-Sound etwas zurückgefahren und schon war der Erfolg vorprogrammiert.
Fazit: Bleibt nur die Frage für den, der alle Statler Brothers Platten besitzt: Höre ich mir jetzt das Original an oder die Kopie? Ich würde mich immer für das Original entscheiden, aber in den USA wie auch hierzulande in Europa, gibt es inzwischen sicherlich genug Fans von Dailey & Vincent, die keine Ahnung von den Statlers haben und die werden von dieser musikalisch astreinen Produktion begeistert sein.
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