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Mein Vater Johnny Cash – John Carter Cash teilt Erinnerungen mit der Welt

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Wer heutzutage etwas über Johnny Cash lesen möchte, der hat keine Schwierigkeiten, ein Buch über den Man in Black zu finden. Wenige Bücher gab es vor Johnny Cashs Tod, doch seit dem 12.09.2003 ist eine wahre Flut von Büchern über ihn erschienen, und viele davon sind ausgesprochen gut, höchst informativ und zum Teil auch sehr persönlich. Die Schwierigkeit besteht nun eher darin, das richtige (oder auch die richtigen) Werke herauszusuchen. Und diese Auswahl ist schwer genug. Denn nicht jeder wird sich (so wie ich) alle Bücher kaufen wollen oder können.

Wir hatten hier auf Country.de schon darüber berichtet, dass im Zuge des 80. Geburtstags von Johnny Cash die Aktion „Cash 80“ anläuft. Und wenn auch der Geburtstag erst im Februar ist (am 26. Februar, um genau zu sein), so findet man doch jetzt schon die ersten Veröffentlichungen. Die CD „Bootleg Vol. 3“ hatten wir ja schon vorgestellt. In den USA erschien kurz nach der CD das Buch „House Of Cash – The Legends Of My Father, Johnny Cash“, geschrieben von seinem Sohn John Carter Cash.

Es klingt zwar unglaublich, aber dieses Buch ist jetzt auch in Deutschland und sogar in deutscher Übersetzung erschienen. Der Verlag Knesebeck in München hat dieses Buch mit sehr viel Liebe für den deutschen Markt herausgegeben. Werner Roller und Claire Roth zeichnen für die Übersetzungen verantwortlich. Aber dieses Buch wurde nicht einfach übersetzt. Was das genau bedeutet, wird im Verlauf dieses Artikels noch verdeutlicht werden. Zunächst einmal muss man erklären, um was für ein Buch es sich überhaupt handelt.

House of Cash, das war über viele Jahre hinweg das Ziel vieler Cash Fans. An der Hauptstraße in Johnny Cashs Wohnort Hendersonville in Tennessee gelegen (eigentlich Gallatin Road, später dann Johnny Cash Parkway), nördlich von Nashville, beherbergte dieses Gebäude den Fan Shop, in dem Johnny Cashs Mutter Carrie Cash selbst an der Kasse stand, Büroräume im ersten Stock, wo Johnny Cashs Schwester Reba Hancock die Geschäfte ihres Bruders führte, und zunächst das Aufnahmestudio „House of Cash Studios“, in dem in den 1970er Jahren viele, ja fast alle Aufnahmen des Country-Stars entstanden, unter anderem auch die Aufnahmen, die zwischenzeitlich posthum als „Bootleg Vol. 1“ veröffentlicht wurden. Später entstand in diesen Räumen das Johnny Cash Museum, das in einem erbarmungswürdigen Zustand im Video „Hurt“ zu sehen ist. Ein Wasserschaden hatte hier viele Erinnerungsstücke zum Teil stark beschädigt. Im ersten Stock gab es allerdings noch einen Raum, in den Johnny Cash und June Carter alle möglichen Dinge förmlich hineinstopften.

John Carter Cash und Johnny Cash

Nach dem Tod der Eltern wurde es die Aufgabe von John Carter Cash, die unzähligen Erinnerungsstücke in diesem Raum zu sichten und zu katalogisieren. Alle drei bisher veröffentlichten Doppel-CDs in der Bootleg Serie stammen von Bändern, die in diesem Raum gelagert wurden, jahrelang vor der Öffentlichkeit und wohl auch vor den engsten Angehörigen verborgen. Und jetzt hat sich John Carter die Mühe gemacht, der Welt diese Erinnerungsstücke zu präsentieren. Und damit sind wir auch schon mitten im Buch.

Nein, es ist keine der üblichen Biografien, die hier vor mir auf dem Schreibtisch liegt. Natürlich enthält auch dieser großformatige Bildband reichlich Text, von John Carter Cash verfasst, der den Inhalt dieses Buches und viele Stationen im Leben seiner Eltern, vor allem aber seines Vaters, beschreibt und erklärt. Und dann gibt es das zu sehen, was den großen Reiz dieses Buches ausmacht. Songtexte, Gedichte, Briefe, Dokumente aus dem Leben von Johnny Cash, Fotos, die Johnny Cash zeigen, und auch solche, die er selbst gemacht hat, Zeichnungen aus der Hand von Johnny Cash, ganze Fotoserien (sowas heißt heute „Thumbnails“), und schließlich persönliche Erinnerungen vieler Familienmitglieder und Freunde, all das findet sich in diesem Buch. Und die Erinnerungsstücke sind zum Teil nicht einfach nur abgebildet. Insgesamt acht „herausnehmbare Faksimiles persönlicher Dokumente“, wie der Rückumschlag das beschreibt, gibt es zu bestaunen. Da ist etwa eine selbstgemachte Valentinskarte an June Carter Cash, sein Highschool Diplom von 1950, ein Brief an seinen Schwiegervater Ezra J. „Pop“ Carter, eine Rezeptsammlung (nein, ich habe die noch nicht nachgekocht – kommt aber bald!), ein Skizzenbuch inkl. eines Selbstportraits, ein Neujahrsbrief an sich selbst, ein Erinnerungsalbum mit Schnappschüssen und der handschriftliche Text von „Like The 309“, seinem letzten selbstgeschriebenen Song.

Johnny Cash und John Carter Cash

Es ist ein feiner Grat, auf dem diese deutsche Ausgabe da wandert. Üblicherweise könnte man ja erwarten, dass wirklich alles aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wird. Aber hier hat man sich dazu entschieden, nur den reinen Erzähltext und die Bilderläuterungen zu übersetzen. Alle abgebildeten Textdokumente sowie die Faksimiles hat man in der Originalversion stehen lassen. Das nimmt sicherlich Denjenigen, die der englischen Sprache nicht so sehr mächtig sind, die Möglichkeit, auf eine bequeme Art den genauen Inhalt dieser Dokumente zu verstehen. Auf der anderen Seite denke ich aber, es ist notwendig, diese Dokumente im Original abzubilden, denn sie entführen uns auch zurück in die Zeit, in der sie entstanden sind. Sie geben den Charme ihrer Entstehungszeit wieder, und die späten handschriftlichen Dokumente zeigen ganz deutlich, wie sehr seine Erkrankung Johnny Cash zusetzte. Man kann erahnen, dass er kaum noch lesen konnte und es ihm auch schwer fiel, überhaupt einen Stift zu halten. Das sind dann sehr bewegende Dokumente, die Johnny Cash vor unseren Augen wieder lebendig werden lassen. Hätte man auch diese Dokumente alle übersetzt, wäre nicht nur das Buch deutlich dicker (und damit auch deutlich teurer!) geworden, sondern man hätte auch die emotionale Wertigkeit dieser Dokumente herabgesetzt. Eine Übersetzung hätte hier die Aufmerksamkeit vom Dokument weggenommen und auf die Übersetzung gelenkt. Und das hätte dem Buch sicherlich einen Großteil seines Reizes genommen.

Fazit: Ein bewegendes Werk, dass uns alle hinter die Kulissen des wohl weltweit bekanntesten Vertreters der von uns so sehr geliebten Country Music blicken lässt. Und wer kein ausgesprochener Fan von Johnny Cash ist, der hat trotzdem hier die vielleicht einmalige Chance, auch mal hinter die Fassade blicken zu können – in das Leben, in das Haus, in die Familie und in das Herz eines charismatischen Menschen, der auch über acht Jahre nach seinem Tod weltweit die Menschen bewegt und in seinen Bann zieht. Und dass der Knesebeck Verlag nur ca. zwei Wochen nach der Veröffentlichung des Originalwerkes eine deutsche Übersetzung vorlegt, verdient einen Sonderapplaus! So etwas gibt es auch noch in der deutschen Countrylandschaft – Chapeau!

Mein Vater Johnny Cash
Titel: John Carter Cash – Mein Vater Johnny Cash
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Veröffentlichungstermin: 25. Oktober 2011
Format: Buch
Gewicht: 1430 g
Maße: 305 mm x 229 mm
Verlag: Knesebeck

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Info: Persönliche Erinnerungen von John Carter Cash!

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