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Willkommen im Club der Sechziger: Hermann Lammers Meyer

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Am heutigen 7. Dezember wird im beschaulichen Aschendorf im Emsland bestimmt kräftig gefeiert, sofern er nicht irgendwo sonst auf einer Bühne steht. Hermann Lammers Meyer wird 60! Dazu kommen von uns die herzlichsten Glückwünsche, egal wo und wie der Ehrentag begangen wird.

Das Urgestein der deutschen Country Music hat allen Grund zu einer zünftigen Fete, für die sind die Emsländer ohnehin bekannt. Wie lange er eigentlich schon Musiker ist, lässt sich so genau nicht mehr feststellen, mit seinen „Emsland Hillbillies“ jedenfalls ist HLM fast 40 Jahre unterwegs.

Hermann Lammers MeyerDer Sohn eines Binnenschiffers wurde in früher Jugend durch den AFN Bremerhaven und die im Emsland stationierten amerikanischen Soldaten mit Country Music infiziert. Die Musik faszinierte ihn so sehr, dass er sich daran machte, sie selbst zu spielen und zu singen.

Country Music entwickelte sich zu der Leidenschaft, die sein Leben dominieren sollte. Eine Musik, die es immer schwer hatte in Deutschland, von der alleine hierzulande nur wenige Künstler existieren können. HLM hat es geschafft, ein unverzichtbares Element der einheimischen Country Szene zu werden. Er hat sich nie entmutigen lassen, auch wenn sich die Zeiten manchmal als ganz schön hart erwiesen.

Wichtig war und ist ihm vor allem die Familie. Wenn deren Existenz nicht durch die Musik zu sichern war, dann eben mit anderen Jobs. Eine seiner Stärken ist es, kreativ zu sein, nicht nur als Künstler. Er hat früh gelernt, sich vor allem auf sich selbst zu verlassen. HLM hatte immer seine konkreten Vorstellungen davon, was er machen wollte, was er dafür selbst tun musste und welchen Einsatz ihm das Erreichen des Zieles wert war. Ein Beispiel: Während andere meckerten und sich beschwerten, dass man zu wenig über sie erfuhr, nahm HLM schon sehr früh die Dinge selbst in die Hand und verschickte kurze Infos dorthin, wo es für ihn wichtig werden konnte. Wenn das von Holland aus kostengünstiger bewerkstelligt werden konnte, fuhr er eben über die Grenze …

Gern bezeichne ich ihn als einen „Survivor“, als einen Überlebenden. Allen Trends und Widrigkeiten zum Trotz hat er immer sein Ding durchgezogen. Mit den Emsland Hillbillies ist er der „Teamplayer“, da wird alles an Country Music gespielt, was dem jeweiligen Publikum gefüllt. Als Solist konnte er sich einen europaweiten Ruf als Ikone der traditionellen Honky Tonk Country Music erarbeiten. Längst haben ihn die amerikanischen Kollegen in Nashville, Austin und überall dort, wo man Country Music mit „heart and soul“ mag, in ihre Familie aufgenommen als einen von ihnen. Als Sänger, als Songschreiber und als Musiker. Wenn er den Mund aufmacht, kommt da Musik im Stile der Ernest Tubb, Lefty Frizzell, Willie Nelson oder Ray Price heraus. HLM ist ganz einfach „country bis auf die Knochen“. Genau diese Musik präsentiert er seit vielen Jahren auf seinen Alben ebenso wie live. Mir hat er einmal verraten: „Ich kann als Musiker gar nicht anders, ich liebe Fiddle, Steel Guitar und Honky Tonks.“

Ich will hier nicht seine ganze Karriere beleuchten, die wurde übrigens in bisher nie dagewesener Ausführlichkeit im Band 41 der Schriftenreihe „Country Ideals“ vor wenigen Monaten nachgezeichnet. Einige wenige Exemplare des sonst nur im Abonnement erhältlichen Büchleins sind bei HLM noch erhältlich (Email: hermann.l.meyer@freenet.de).

Aber einige Highlights sollen doch erwähnt werden. Als einer der ersten deutschen Country-Künstler war er im „Musikantenstadl“ zu Gast. Auf besonderen Wunsch von Karl Moik, nicht mit Volksmusik sondern mit genau der Musik, die er immer macht und für die er steht. HLM wurde mit diversen Auszeichnungen geehrt, in Deutschland und anderen Ländern. „Seine“ Country Music brachte ihn weit in die Welt, von Skandinavien über Lettland, die USA bis nach Neuseeland. Mit Auftritten beim legendären „Midnite Jamboree“ im Ernest Tubb Record Shop von Nashville hat man ihn praktisch geadelt. Eine ganze Reihe von Stars bis hin zu Norma Jean, Johnny Bush und Willie Nelson haben sich als seine Duett-Partner zur Verfügung gestellt. Und dennoch, als das Highlight bezeichnet er die Geburt seines inzwischen erwachsenen Sohnes. Das kennzeichnet den Künstler und vor allem den Menschen Hermann Lammers Meyer: offen, ehrlich, geradeheraus, einfühlsam, ideenreich, ausdauernd, kommunikativ, hilfsbereit usw. usw. Der Künstler HLM ist und bleibt unverwechselbar, er hat seinen Stil gefunden, an dem er sofort erkannt wird.

Auch nach 40 Jahren brennt in ihm das gleiche Feuer, hat seine Leidenschaft für Country Music nicht nachgelassen. Wie er mir versicherte denkt er nicht ans Rentnerdasein und wird – wenn er wie bisher von ernsthaften Wehwehchen verschont bleibt, munter weitermachen. „Ich habe das Gefühl, der letzte Song von mir ist noch nicht geschrieben und gesungen. Ich denke sogar, dass der beste Song noch in mir steckt“, meint er augenzwinkernd. Das hoffen und wünschen wir ihm und uns.

Happy Birthday Hermann Lammers Meyer!

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Über Manfred Vogel (631 Artikel)
Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.