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I Walk The Line: Johnny Cash

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Wir haben es hier unzweifelhaft mit dem erfolgreichsten Song zu tun, den der legendäre Johnny Cash geschrieben und gesungen hat. Er stammt aus der ganz frühen Zeit seiner Karriere und verschaffte ihm den Durchbruch zum absoluten Countrystar.

Ich hatte das Glück, häufig mit Johnny Cash und seiner Familie sprechen zu können. Daher weiß ich, dass der „Man in Black“ Journalisten und Discjockeys gegenüber auch schon mal flunkerte, wenn es z.B. darum ging, wie ein bestimmter Song zustande gekommen ist. Oder wer ihn geschrieben hat. Gerade in der Country Music der 1950er und 1960er Jahre war es durchaus üblich, dass die Rechte an einem Song für einige wenige Dollar verkauft wurden, weil der Autor dringend Geld benötigte. Auch Johnny Cash hat das Urheberrecht des einen oder anderen Liedes aus ganz unterschiedlichen Gründen jemand Anderem übertragen.

Bei I Walk The Line freilich ist die Situation eindeutig. Er hat es ziemlich spontan geschrieben und drückt darin auf poetische Weise aus, dass er seiner Liebsten immer treu sein wird und nicht vom Pfad der Tugend abkommen wird, egal, welche Versuchungen sich ihm auch in den Weg stellen. Eine überzeugend Liebeserklärung, die ihm 1956 seine erste No. 1 einbrachte und ihn zeitlebens begleitete.

Seine erste, im Jahre 2005 verstorbene Ehefrau Vivian, geborene Liberto, mit der er vier Töchter hatte, erinnert sich in ihrem erst 2007 erschienenen Buch „I Walked The Line“ (Scribner Verlag) genau daran, was ihren Ehemann dazu bewegte, den Song zu schreiben. Nachdem der immer beliebter wurde und seine Frau natürlich mitbekam, wie sich die Mädchen ihrem Ehemann gegenüber verhielten, fragte sie ihn, ob er denn dabei nie in Versuchung käme. Cash, immer noch bis über beide Ohren in seine Frau verliebt, habe darauf geantwortet: „Mach dir keine Sorgen, du bist Tag und Nacht in meinen Gedanken. Ich bleibe für dich auf dem geraden Weg.“ (I walk the line for you). Diese Gedanken habe er dann eins zu eins in den Song umgesetzt. Vivian Cash erinnerte sich: „Wir waren mit dem Auto unterwegs, da hat er mich gebeten, diese Worte aufzuschreiben. Jedes Mal, wenn ich diesen Song von Johnny gehört habe, egal ob es tausende Male gewesen ist, wusste ich, er hat jedes der Worte für mich gesungen. Denn diese Worte hat er mir so oft gesagt. All die Frauen, die ihn umgarnten, waren keine wirkliche Gefahr für unsere Beziehung.“ Die lauerte ganz woanders, nämlich in der Person von June Carter. Doch das ist eine andere Geschichte …

Auch Johnny Cash bestätigte mir bei einem unserer Gespräche, dass er „I Walk The Line“ für seine damalige Frau Vivian geschrieben habe. Er meinte, es sei irgendwo in Texas gewesen, wo er eine Show gehabt hätte, das Lied sei im Auto gebastelt worden als er mit seinen Kumpels Marshall Grant und Luther Perkins auf dem Heimweg gewesen wäre. Und zu der Zeit habe er sich auch nicht vorstellen können, dass diese Ehe einmal zerbrechen könnte. Cash wörtlich: „Es war eine Liebeserklärung an Vivian, die aus vollem Herzen kam, ich habe jedes Wort so gemeint.“ Vermutlich ist das der Grund, warum der Song so überzeugend wirkte und bis heute seine Ausstrahlung nicht verloren hat.

Die dann zum Hit gewordene Version von „I Walk The Line“ hätte es allerdings nie gegeben, wenn es nach Cash’s Willen gegangen wäre. Denn der hatte es als eine langsame Ballade geschrieben und so war es auch aufgenommen worden. Doch Sam Phillips, der legendäre Sun Records-Begründer, hatte sie überredet, ihm zu Gefallen eine etwas schneller Version zu spielen. Eher widerwillig taten Cash und seine Tennessee Two dies, denn sie wollten den Mann nicht verärgern, der ihnen die Chance gegeben hatte, überhaupt eine Platte zu machen. Ohne sie zu informieren, ließ Phillips die flotte Version veröffentlichen. Darüber waren Cash & Co zunächst richtig verärgert, doch die Reaktion des Publikums war ein überzeugendes Argument. Und so ging „I Walk The Line“ als eine Co-Produktion mehrerer Beteiligter in die Musikgeschickte ein.

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