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Neil Young: A Letter Home

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„Jetzt spinnt er aber, der Alte! In die Büchse gesungen! Hört sich grausam an!“ So mancher Kommentar gegenüber Neil Youngs neuem Album „A Letter Home“ fällt drastisch aus. Und in der Tat: Im Vergleich zu den Möglichkeiten moderner Sound- und Aufnahmetechnik ist Neils neuestes Werk eine volle Steinzeit-Dröhnung auf die Ohren.

Fragt sich aber nur, warum der Mann das macht. Kurz gesagt: Neil Young zeigt sich hier als radikaler Musikbewahrer. Er nimmt uns mit zu einer musikalischen Geschichtsstunde, auf die man sich einlassen sollte. Denn es lohnt sich, weil man am Ende viel mehr über die amerikanische Populärmusik und die Umstände ihrer Entstehung weiß, als vorher.

So mancher dachte, Neil Young und Co-Produzent Jack White in dessen Studio das Ganze stattfand, wollten sich mit dieser Scheibe nur lustig machen. Aber wenn es nur um einen bösen Spaß in Richtung Musikbusiness- und -Konsumenten ginge, dann würde der Kanadier bestimmt nicht diese für ihn so bedeutungsvollen Songpretiosen und die direkte Ansprache seiner Mutter dafür benutzen.

Young frönt den Anfängen aller Aufnahmetechnik. Und singt in den Voice-O-Graph. Der ist eine historische Aufnahmekabine, wie sie früher in den USA beispielsweise auf Jahrmärkten zu finden waren. Man sprach oder sang ins Mikrofon und bekam eine Vinyl-Platte mit der Aufnahme. Jack White besitzt in seinem Studio Third Man Records in Nashville, Tennessee, den einzigen noch funktionstüchtigen Voice-O-Graph.

Und Neil Young singt hier Songs aus den 1950er und 1960er Jahren, die für die heutige Musikgeneration genauso ein Rauschen einer fernen Vergangenheit sind, wie die alten Aufnahmen der Carter Family oder von Robert Johnson. Neil Young fühlt sich ebenso wie Bob Dylan der Bewahrung alter amerikanischer Musiktraditionen verpflichtet und tut dies hier auf die denkbar extremste Weise. Und er gewinnt!

Die Auswahl der Songs vom früh verstorbenen Dylan-Zeitgenossen der 1960er, Phil Ochs „Change“, über Dylan selbst „Girl From The North Country“, Gordon Lightfoot „Early Mornin‘ Rain“ und „If You Can Read My Mind“, Texas-Outlaw Willie Nelson „Crazy“ und „On The Road Again“, den Everly Brothers „I Wonder If I Care As Much“, Bruce Springsteen „My Hometown“ bis hin zu den Songwritern Bert Jansch „Needle Of Death“ und Tim Hardin „Reason To Believe“ ist bestechend, und zeigt seine große Vorliebe für Singer-Songwriter-Country & Folk.

Die Darbietungen der Songs sind allesamt zart und berührend, kein Song wird massakriert. Im Gegenteil. Durch die bewusst vorsintflutliche Aufnahmetechnik werden die Songs geadelt und mit den ganz großen frühen Werken der amerikanischen Populärmusik auf eine Stufe gehoben. Young hat einen musikalischen Brief an ein Zuhause geschickt, in dem seine Mutter und sein Vater im imaginären Südstaaten-Holzhaus mit Veranda sitzen und die ersten Schallplatten der Firmen Victor oder Vocalion hören.

„A Letter Home“ ist ein Album voller Liebe und Hingabe für die amerikanische Populärmusik und ihren Anfängen. Man muss sich darauf einlassen. Wer es tut, ist am Ende gerührt und fest von Youngs Gründen überzeugt, diese Songs hier genauso spielen und aufnehmen zu müssen.

Fazit: Obacht vor allzu schnellen Urteilen! Einfach sich Zeit nehmen und in die Musikgeschichte abtauchen. Kratzen und Knistern ist gewollt und führt zur wohligen Gänsehaut. Prädikat: Besonders wertvoll!

Das aktuelle Album A Letter Home von Neil Young – Bestellen, Format, VÖ. und Label:

 
Neil Young – A Letter Home
 
Künstler / Albumtitel: Neil Young – A Letter Home
Format / Label / Veröffentlicht: CD, Vinyl & Digital (Reprise Records – Warner 2014)
 
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Trackliste:

01. Letter Home (Phil Ochs)
02. Girl From The North Country (Bob Dylan)
03. Needle Of Death (Bert Jansch)
04. Early Morning Rain (Gordon Lightfoot)
05. Crazy (Willie Nelson)
06. Reason To Believe (Tim Hardin)
07. On The Road Again (Willie Nelson)
08. If You Could Read My Mind (Gordon Lightfoot)
09. Since I Met You Baby (Ivory Joe Hunter)
10. My Hometown (Bruce Springsteen)
11. I Wonder If I Care As Much (Don Everly)

 
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