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Tony Booth

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Tony Booth (Bildrechte, Heart of Texas Records)

In den meisten Nachschlagewerken für Country Music sucht man seinen Namen vergeblich. Ein wirklicher Star dieser Musik war er eigentlich auch nicht. Seine erfolgreichste Single „The Key’s In The Mailbox“ kam bei Billboard nicht über Platz 15 hinaus. Aber er bereichert die Country Music seit weit über 40 Jahren, auch heute noch: Tony Booth.

Mit Nashville hatte der am 7. Februar 1943 in Tampa, Florida geborene Tony Booth nie etwas zu tun. Er wählte einen anderen Weg, um als Künstler erfolgreich zu sein. Im heimatlichen Florida zog es ihn als Kind zur Musik. 14 Jahre alt war Booth als er als Gitarrist einen ersten Wettbewerb gewann. Fortan begleitete ihn die Musik ständig während der Ausbildung. Die führte ihn nach New Mexico an die Universität, Booth’s Berufsziel damals: Lehrer. Mit fortschreitender Zeit schien ihm die Musik aufregender zu sein, wenngleich sie gegenüber dem Job eines Lehrers auch wesentlich unsicherer sein würde. Egal – Booth gab das Studium auf und stieg ganz in die Musik ein. Zunächst bei der Mel Savage Band, dann mit Jimmy Snyder. Country Music war das damals noch nicht.

Erste Platten (Single und LP) entstanden 1967 für eine kleine Plattenfirma. Hier deutete Booth an, dass er in der Country Music am besten aufgehoben sein würde. Der legendäre Cliffie Stone produzierte die Aufnahmen, damit ist klar, dass Booth in der Musikszene des amerikanischen Westens blieb. Sein Vorbild hieß Ray Price, der gerade dabei war, sich von der klassischen Honky Tonk Music in Richtung des weicheren Nashville Sound zu verändern, was ihm mit durchschlagendem Erfolg gelang.

Mit seinen ersten Aufnahmen hatte Tony Booth kein Glück. Etwas besser lief es live für ihn. Mit seiner eigenen Band „Modern Country“ trat er eine Weile in Las Vegas auf, dann veränderte er sich nach Los Angeles. Dort erhielt er einen ersten nachhaltigen Popularitätsschub. Im berühmten „Palomino Club“ avancierte er zur House Band und konnte so jede Menge wichtige Leute aus dem Show Business kennen lernen. Zudem machte er neue Aufnahmen, weiterhin ohne Erfolg. Das änderte sich 1970 als er den von Merle Haggard geschriebenen Song „Irma Jackson“ aufnahm. Der Song packte thematisch ein für die damalige Zeit heißes Thema an, denn es ging um eine Liebe zwischen Schwarz und Weiß. Auf dem MGM Label veröffentlicht gelang Tony Booth mit „Irma Jackson“ sein Debüt in den Singles Charts (#67), mehr Beachtung fand allerdings die von Tommy Cash aufgenommene Version, obwohl die nicht einmal in die Charts kam.

Tony Booth und seine Band waren nun gut im Geschäft, allerdings nur im westlichen Teil der USA. Von der in Los Angeles ansässigen Academy of Country Music erhielten sie auch den einen oder anderen Award.
Booth’s kommerziell beste Zeit begann 1972 als Capitol Records ihn unter Vertrag nahm und Buck Owens sich um ihn kümmerte. Für einige Jahre gehörte Tony Booth zur „Buck Owens All American Show“ (gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Larry), er war immer wieder in der TV Show „Hee Haw“ zu Gast und feierte 1972 seinen schon erwähnten größten Hit „The Key’s In The Mailbox“, der bei Cash Box sogar Platz 1 besetzte. Weitere passable Hits wurden „Lonesome 7-7203“, „When A Man Loves A Woman“ und der Jim Croce Song „Workin‘ At The Car Wash Blues“. Viele von Booth’s Songs stammten vom Vermarktungs-Genie Buck Owens. Als der sich 1974 nach dem Unfalltod seiner „rechten Hand“ Don Rich zeitweise sehr aus dem Business zurückzog, hatte das direkte Auswirkungen auf die von ihm betreuten Künstler. Tony Booth musste sich weitgehend selbst helfen, 1975 endete sein Engagement bei Capitol und er wechselte zu United Artists. Damit verbunden war auch ein Bruch in seiner Musik. Hatte man seine Aufnahmen bei Capitol noch dem urwüchsigeren Bakersfield Sound zuordnen können, gingen sie nun eindeutig in Richtung Pop. Die Aufnahmen waren teilweise überproduziert. Nur die Single „Letting Go“ rutschte 1977 so gerade noch in die Charts, das war es dann für Tony Booth. Die Rückseite hieß ironischerweise „Nothing Seems To Work Anymore“.
Seither backt Tony Booth kleinere Brötchen, lebt aber auch davon ganz gut. Als ich ihn im „Crystal Palace“, dem Club von Buck Owens in Bakersfield Ende der 90er Jahre traf, war er durchaus nicht unzufrieden mit seiner Karriere. In den 80er und 90er Jahren hatte er sich mit Live Gigs im Gespräch gehalten. Eine ganze Weile gehörte er zur Band von Gene Watson und war auch bei dessen Plattenaufnahmen dabei.

Seit der Jahrtausendweise ist Tony Booth wieder aktiver. Er lebt mit seiner Frau in Alvin, Texas und findet in der lokalen Szene von Texas, Oklahoma und Louisiana mit relativ vielen kleinen Festivals, Jamborees und Theatern wie der „Alvin Opry“ genügend Auftrittsmöglichkeiten. Hier sind nicht aktuelle Hits gefragt, hier fährt man nicht auf die neuen „Hochglanz-Stars“ ab sondern will sich mit uriger, bodenständiger, handgemachter Country Music unterhalten lassen. Mitten in diesem Szenarium bietet Tracy Pitcox mit seinem Label Heart of Texas Records Künstlern wie Tony Booth nicht nur Auftrittsmöglichkeiten sondern veröffentlicht regelmäßig neue Alben. Mehrere neue Alben von Tony Booth sind dort unterdessen erschienen sowie zwei gemeinsam mit Darrell McCall und Curtis Potter. Die trägen den zutreffenden Titel „The Survivors“ (die Überlebenden).

Tony Booth versichert, er werde weiter auf der Bühne und im Studio stehen, solange seine Gesundheit mitspielt und die Leute ihn noch hören wollen.

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>