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Willie Nelson – Mein Leben: Eine lange Geschichte

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Willie Nelson: Mein Leben Bildrechte: Heyne Verlag

Als vor kurzem verkündet wurde, dass Willie Nelson Konzerte aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, da wurde einem wieder klar, dass dieser Mann mittlerweile 82 Jahre alt und dennoch unermüdlich auf Tour und im Studio ist. Und wie begeistert waren wir, als Entwarnung gegeben wurde, und Willie wieder die Konzertbühnen betrat.

Just in diesen Tagen habe ich nun Willie Nelsons Autobiographie gelesen. Mein Leben: Eine lange Geschichte, das er zusammen mit David Ritz geschrieben hat, ist ein kurzweiliger Ritt von Willies Anfängen in Abbott, Texas über seine Schwierigkeiten mit dem Musikbusiness in Nashville und seine „Wiedergeburt“ als Outlaw bis in die jüngste Vergangenheit, in denen sich Willie neben seinen musikalischen Aktivitäten endlich über die Legalisierung von Marihuana freuen darf und sich als Umwelt-Aktivist betätigt.

Und wenn man diese Autobiographie liest, dann schlägt die Begeisterung über Willies Gesundung in eine große Zufriedenheit um. Gut, dass es ihn (noch) gibt. Denn Willie Nelson ist ein Typ, der aufgezeigt hat, dass Countrymusik durchaus kompatibel ist mit wachem, kritischem Geist, Toleranz und gesellschaftlichem Fortschritt. Denn dafür steht Willie Nelson.

Von Jugend auf ist Willie alles andere der stromlinienförmige „All American Boy“, der vom eigenen Wassermelonenstand zum Highschool-Sport-Star zum erfolgreichen Unternehmer und gläubigen Familienvater aufsteigt. Diese verlogene amerikanische Tristesse ist nicht sein Ding. Schon früh macht er Musik und befolgt den späteren Dylan-Leitsatz „To live outside the law, you must be honest“. Er treibt sich in fragwürdigen Spelunken rum, hat ein Herz für kleine Gauner, spielt, trinkt und lässt in punkto Frauen wohl nichts anbrennen.

Und doch fliegt ihm nichts zu, er muss lange für seinen Durchbruch kämpfen. Mit zu den stärksten Passagen des Buches gehören die Schilderungen seiner Niederlagen. Von den Folgen, wenn etwas nicht geklappt hat. Wie er gezwungen ist, in „bürgerlichen Berufen“ für die er nicht gemacht ist, Geld zu verdienen, um seine Familie über Wasser zu halten. Willie schildert sein Leben, ohne es zu verklären. Hier ist einer, der gewiss viele Fehler gemacht hat, aber umso mehr mit sich im Reinen ist, weil er zu ihnen steht und – zumindest teilweise- aus ihnen gelernt hat.

Der rote Faden der Geschichte ist die episodenhaft eingestreute Erzählung über seine Steuerschulden in den 90er Jahren, die ihm beinahe die Existenz gekostet hätten. Mit klarem Blick und Kämpferherz geht Willie die Sache an und lässt sich nicht unterkriegen. Klar wird aber auch dabei, wie schnell falsche Beratung im Fiasko enden kann.

Aber auch abseits der unmittelbar persönlichen Willie-Geschichte erfährt man viel über Amerika von den Vierzigern bis heute. Über das harte Musikbusiness, aber auch über den latenten Rassismus. Willie und seine Musikerfreunde mögen Rednecks in ihrem Publikum haben, aber sie selber sind viel toleranter. Kein Wunder, denn sie wissen, wie wichtig der Einfluss des schwarzen Blues auf die Countrymusik war. Und Willie scheut sich nicht mit schwarzen Kollegen wie Ray Charles oder Charley Pride aufzutreten. Musik kann eben doch Menschen verbinden und Gräben zuschütten.

Das gleiche gelingt Willie dann seit den Siebzigern, als er erst bei seinem jährlichen musikalischen Picknick am 4. Juli und dann bei „Farm Aid“, die unterschiedlichsten Künstler – Konservative, Progressive, Country-Stars und Rocker – zusammenbringt. Wie außer ihm nur Johnny Cash, Kris Kristofferson und Bob Dylan, steht Willie Nelson für ein geeintes, tolerantes und gerechtes Amerika. Und daher ist es auch so wichtig, dass er noch nicht geht.

Fazit: 448 Seiten reines Lesevergnügen. Ein Buch über eine amerikanische Ikone. Ein Buch, auf das zu warten sich gelohnt hat. Prädikat: Beste Kost für Musikfreunde und Bücherfresser!

Willie Nelson - Mein Leben: Eine lange Geschichte

Titel: Willie Nelson – Mein Leben: Eine lange Geschichte
Autor: David Ritz
Übersetzung: Jörn Ingwersen
Veröffentlichungstermin: 26. Oktober 2015
Verlag: Heyne
Format: Buch
Seiten: 448
Sprache: Deutsch

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Lesetour im November:

Anlässlich der Autobiografie „Mein Leben. Eine lange Geschichte“ von Willie Nelson gibt es im November eine kleine, feine Lese-Musik-Tour durch deutsche Clubs. Aus Willies Memoiren liest Country-Experte und Autor Franz Dobler. Und Philip Bradatsch, derzeit vielleicht der beste deutsche Bluegrass & Country-Singer/Songwriter, wird Songs von Willie Nelson spielen. Dazu gibt es Outlaw-Country-Musik von DJ und Verlagslektor Markus Naegele.

Do. 5.11. – KÖLN, King Georg
Fr. 6.11. – Berlin, Bassy Club
Sa. 7.11. – Leipzig, Ilses Erika
So. 8.11. – Hamburg, Nochtspeicher
Mo. 9.11. – München, Unter Deck

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