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Travis Tritt

Travis Tritt, geboren am 9. Februar 1963 in Marietta, Georgia. Das Porträt des Sängers und Songschreibers.

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Travis Tritt (Bildrechte, Travis Tritt)

Travis Tritt ist zweifellos ein Typ, ein Künstler mit hohem Wiedererkennungswert. Seine Stimme hat mich immer ein wenig an Joe Cocker erinnert. Über mangelnde Erfolge brauchte sich dieser Mann bisher nicht beklagen. Selbstbewusstsein gehört zu seinen Stärken, Mut, seine Meinung zu äußern und dazu zu stehen, auch. Sein Name: James Travis Tritt.

Mag es um ihn als Sänger ein wenig ruhig geworden sein in den letzten Jahren, Arbeitslosigkeit muss er deshalb nicht befürchten, der Mann, der aus Georgia stammt und mit seiner Familie (Ehefrau Theresa und drei Kinder) auch heute noch dort lebt. In Hiram vor den Toren von Atlanta, rund 2000 Einwohner.

Geboren wurde Tritt am 9. Februar 1963 in Marietta, Georgia, er ist ein typisches Kind seiner Epoche und seines Umfeldes, geprägt durch sehr unterschiedliche Einflüsse. Insbesondere die Musik weckte sein Interesse, das er nach und nach auslebte. Fasziniert war er als Kind von den Stimmen afro-amerikanischer Sänger in der Kirche. Ihnen eiferte der junge Tritt nach, seine Fortschritte prüfte er vor Publikum in der Kirche und in der Schule. Hatte zunächst die Gospel Music in seinem Focus gestanden, kam bald der Southern Rock von Bands wie den Allman Brothers und Marshall Tucker hinzu. Und, man mag darüber staunen, auch Bluegrass.

Zwar schrieb Travis Tritt schon sehr jung eigene Songs und wirkte in diversen Bands mit, auf eine Karriere in der Musik wagte er noch nicht zu hoffen. Er verdiente sein Geld als Angestellter einer Möbelfirma, dann in einem Supermarkt und in einer Firma für Air Condition, ehe er doch ganz auf die Musik setzte. Während sein Vater keine Zukunft für den Filius dort sah, bekam er von der Mutter alle ihr mögliche Unterstützung. Doch war zunächst Ausdauer gefragt. Tritt fristete das übliche Dasein eines Musikers, der in Kneipen, Clubs und Bars endlose Stunden auf der Bühne stehen musste. Er machte Demos, vor allem von eigenen Songs, es biss aber keine Firma an. Über Umwege landete ein Demo-Band bei Warner Brothers in Nashville. Ergebnis: 1987 erhielt Travis Tritt einen Vertrag bei diesem Label. Im Privatleben hatte er bereits reichlich Erfahrung gesammelt um Songs darüber schreiben zu können. Eine gescheiterte Teenager-Ehe hinter sich, mit einer deutlich älteren Frau in einer unglücklichen neuen Ehe lebend, die 1989 ebenfalls geschieden wurde, hoffte er zumindest auf bessere berufliche Aussichten.

Bei Warner Brothers bekam er eine Chance auf Bewährung, er nutzte sie sofort und legte dabei erstaunliches Durchsetzungsvermögen an den Tag. Gegen den Song „Country Club“ hatte er zunächst Bedenken, er brachte ihn aber gleich in die Top Ten. „Help Me Hold On“ folgte und wurde seine erste #1. Danach kam ein Song mit dem bedeutungsvollen Titel „I’m Gonna Be Somebody“. Den wollte das Label nicht, Tritt glaubte fest an das Lied, setzte sich durch und wurde erst auf Platz 2 damit gestoppt. Nun bestanden gegen ein Album seitens Warner Brothers keine Bedenken mehr. „Country Club“, betitelt nach dem ersten Hit, verdiente sich bis 1996 doppeltes Platin! Er war angekommen im Kreise der Top Stars.

Mit seinem Album „It’s All About To Change“ übertraf er das Debüt-Album noch, er bekam für drei Millionen verkaufter Einheiten dreifach Platin. „Anymore“ entwickelte sich zu Tritts zweiter Nummer-Eins-Single. Sein Duett mit seinem zum Kumpel gewordenen Kollegen Marty Stuart, „The Whiskey Ain’t Workin'“ – rauschte auf Platz 2.

Die kompletten 1990er Jahre hindurch blieb Travis Tritt sowohl live als auch auf Tonträger ein absoluter Publikumsmagnet. Hits wie „This One’s Gonna Hurt You“ (erneut mit Marty Stuart), „Lord Have Mercy On The Working Man“, „Can’t Trust You With My Heart“ (Platz 1), „T-R-O-U-B-L-E“, „Foolish Pride“ (#1) „Tell Me I Was Dreaming“, „Sometimes She Forgets“, „More Than You’ll Ever Know“, „Where Corn Don’t Grow“ pflasterten seinen Weg. Mit dem hochkarätigen Album „No More Looking Over My Shoulder“ verabschiedete Tritt das Jahrtausend und sich bei Warner Brothers. Fortgesetzt wurde seine Karriere bei Columbia mit dem Album „Down The Road I Go“. Es enthielt mit „Best Of Intentions“ seine fünfte und letzte Nummer 1. Die beiden Singles „It’s A Great Day To Be Alive“ und „Love Of A Woman“ schafften jeweils einen 2. Platz. Zwei weitere Alben für Columbia folgten mit „Strong Enough“ und „My Honky Tonk History“, ehe er das Label 2005 wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Repertoire verließ. Da war sie wieder, die Konsequenz, mit der Tritt seinen Weg geht. Er hatte immer genaue Vorstellungen, von dem, was er künstlerisch machen kann und will. Stilistisch kennt er keine Grenzen, da reicht die Bandbreite von Country über Gospel, Honky Tonk, Southern Rock, R&B bis hin zu Blues. Seine eigenen Songs basieren in der Regel auf dem, was er selbst erlebt oder beobachtet hat. Er hasst es, in ein Schema gepresst zu werden oder danach arbeiten zu müssen. Er wisse selbst nicht, was er als nächstes machen werde, sagte er einmal in diesem Zusammenhang.

Seit den 90er Jahren hat sich Travis Tritt ein zweites Standbein aufgebaut, die Schauspielerei. Begonnen hatte das 1993 mit einer Rolle im TV-Film „Rio Diablo“. Im Jahr danach spielte er einen Rodeoreiter in seinem ersten Kinofilm „The Cowboy Way“. Bis heute konnte man Travis Tritt in deutlich mehr als 20 Film- und Fernsehfilmen bewundern, an der Seite von Stars wie Kris Kristofferson, Kiefer Sutherland, Steve Martin und Dan Akroyd. Seine aktuell letzte Rolle spielte er in „Fishers Of Men“ aus dem Jahr 2011.

Der Sänger Travis Tritt trat 2007 zuletzt in Erscheinung als er für das Label Category 5 das Album „The Storm“ machte. In den Charts spielte es ebenso wenig eine Rolle wie ausgekoppelte Singles. Man trennte sich übrigens im Streit, wobei es überwiegend um Tantiemen ging. Da Travis Tritt weiterhin gelegentlich als Live Act unterwegs ist, darf man erwarten, dass er in absehbarer Zeit wieder ein Album vorlegen wird.

Vom privaten Travis Tritt, der immer zu seinen Überzeugungen steht, ist bekannt, dass er Mitglied der Republikaner ist und diese Partei auch aktiv im Wahlkampf unterstützt. Tritt gehört zu denjenigen, die die Todesstrafe befürworten gegen und eine Verschärfung des Waffengesetzes sind. Ansichten, die man nicht teilen muss, über die man mit Tritt aber trefflich diskutieren kann. Ebenso wie über die Musik, das Business und Sport.

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>