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Shawn Camp

Shawn Camp, geboren am 29. August 1966 in Perryville, Arkansas. Das Porträt des Sängers und Songschreibers.

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Shawn Camp Shawn Camp - Bildrechte: Promo

Der erfolgreiche Produzent und Songschreiber Allen Reynolds bezeichnete Shawn Camp als eines der größten Talente in der Country Music. Er ist auch schon eine Weile dabei, hat es aber leider nie über Insider-Anerkennung hinaus geschafft. Dabei bringt er alles mit, was man zum Star braucht. Er schreibt Klasse-Songs, ist ein versierter Instrumentalist und als Studiomusiker gefragt, er beherrscht alle Spielarten der Country Music, er braucht sich hinter keinem Sänger zu verstecken und macht auf der Bühne eine blendende Show.

Auch ich halte diesen Burschen aus Arkansas für ein echtes Naturtalent und hätte ihm gewünscht, dass er mehr Aufmerksamkeit bekommt. Vielleicht kommt das ja noch. Darrell DeShawn Camp wurde am 29. August 1966 in Perryville, Arkansas geboren. Als ich ihn vor etwa 18 Jahren bei einem Auftritt in Holland traf, hatte er vor relativ kleinem Publikum eine mitreißende Show hingelegt, er wurde erst nach mehreren Zugaben vom begeisterten Publikum entlassen. Anschließend erzählte er gern ein wenig über sich. „Mit der Gitarre beschäftige ich mich schon seit ich Laufen gelernt hatte. Aber dann war es die Fiddle, die mir zur Karriere in der Musik verholfen hat. Meine Mutter war Elvis-Fan, mein Vater tendierte mehr zu Merle Haggard. Im Radio lief dauernd Country Music, die Eltern nahmen mich mit zu Bluegrass Festivals. Dort im Schatten der Bäume lernte ich zu spielen.“

Noch während er das College besuchte, spielte er bei Tanzveranstaltungen auf und gehörte Bands an wie den Grand Prairie Boys und Freddie Sanders & Signal Mountain. Mit 20 fiel er den Osborne Brothers bei einem Festival in Iowa auf, sie boten ihm einen Job in ihrer Band an und Camp ging daraufhin nach Nashville. Bei den Osborne Brothers wurde er deren Fiddler. „Danach ging es munter weiter“, erzählt er. „Ich war in den Bands der Burch Sisters, von Jerry Reed, Alan Jackson, Suzy Bogguss und Trisha Yearwood. Ich war fast pausenlos unterwegs.“

Den Einstieg in Nashville hatte er also als Instrumentalist. Wie kam es zum Songschreiber? „Ich hatte schon eine Weile rumgebastelt, ohne ernsthaft ans Schreiben zu denken. Dann traf ich eines Abends im „Bluebird Cafe“ auf Dean Miller. Als der Abend zu Ende ging, hatten wir gemeinsam einen Song geschrieben. Das haben wir beibehalten.“ Es sind unterdessen über 40 gemeinsame Songs dabei herausgekommen. Die auch aufgenommen wurden.“ Das begann Anfang der 1990er Jahre, der erste Song, der aufgenommen wurde, hieß „Fallin‘ Never Felt So Good“, er nahm es selbst auch für sein Debüt-Album auf und kam mit der Single-Auskoppelung 1993 auf Platz 39. Dabei wollte er ursprünglich gar kein Sänger sein. „Das mit dem Gesang hat sich so ergeben. Ich war genötigt, meine Songs auf Demos selbst zu singen, damit man sie Künstlern anbieten konnte. Dann kam Reprise auf die Idee, es mit mir als Sänger zu versuchen.“

Das ging nicht lange gut. Sein erstes Album „Shawn Camp“ bot zwar attraktive, zeitgemäße Country Music aber ins Szene setzen konnte sich Camp damit nicht. Über das zweite Album gab es dann Streit. Camp: „Emory Gordy hatte produziert, mit dabei Bill Monroe, auch Patty Loveless, James Burton, Bobby Hicks und Jerry Douglas. Ich war richtig stolz auf das Ergebnis. Dem Label gefiel das aber nicht, sie wollten, dass ich das alles durch elektrische Gitarren ersetzte, damit es wie der allgemeine Sound von 1993 klang. Ich stellte dann ein Ultimatum, entweder das Label veröffentlichte es so wie wir es produziert hatten oder sie sollten mich aus dem Vertrag entlassen. Das Album ist damals nicht erschienen.“

Camp blieb natürlich in Nashville, denn er hatte ja noch andere Standbeine und war nicht auf einen Plattenvertrag angewiesen. Als Songschreiber wurde er umso erfolgreicher. Garth Brooks steuerte Camp’s „Two Pina Colada“ auf Platz 1, Brooks & Dunn schafften das mit „How Long Gone“. Daneben stehen auch Aufnahmen wie „Forever Ain’t No Trouble Now“ mit Ralph Stanley. Shawn Camp bleibt auch als Autor bei seinen Wurzeln, er findet immer wieder Partner, mit denen er beim Songschreiben prächtig harmoniert, Kumpel wie Jim Lauderdale und Haudegen wie Guy Clark (Camp produzierte im Jahr 2014 sein Album „My Favorite Picture Of You“ – dafür gab es einen Grammy).

Zwischendrin kommt er dann doch gelegentlich mit einem neuen Album daher, auch wenn er dafür ein eigenes Label wie Skeeterbit Records starten musste. 2001 erschien dort „Lucky Silver Dollar“, ein viel gelobtes Album, das kaum jemand kennt. Camp lakonisch: „Ich hatte keine Resonanz beim Radio, ich hatte keinen Agenten und damit hatte ich auch keine Shows.“

Dann sammelte er irgendwann einige den besten Bluegrass-Musiker um sich und nahm einige Live-Shows auf, die als „Live At The Station Inn“ auf Oh Boy Records veröffentlicht wurden. Das Label gehört John Prine, mit dem ging Camp auf eine ausgedehnte USA-Tournee. Außerdem war er nun bei einer Reihe von Bluegrass-Festivals im Programm. 2006 überraschte Camp wieder mit einem Album. „Fireball“ enthielt neuere Songs, die er geschrieben hatte, es war erneut moderne Country Music im traditionellen Sound.

Shawn Camp gehört auch aktuell zu den gefragten Studiomusikern und vor allem Songschreiber. Beispiele für Erfolge aus seiner Feder in den letzten Jahren sind Billy Currington mit „Love Done Gone“, George Strait mit „River Of Love“ und „Nobody But Me“ mit Blake Shelton. Unbedingt zu erwähnen wäre noch, dass Shawn Camp seit 2013 festes Mitglied der erfolgreichen Band „The Earls Of Leicester“ ist.

Eine weitere gute Nachricht zum Schluß: Sein im Jahr 1994 produziertes – aber damals nicht veröffentlichtes Album, ist im Jahr 2010 dann doch noch erschienen – unter dem simplen Titel „1994“. Ein Klasse-Album, das alles enthält, was ich von einem authentischen Country-Album erwarte.

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>