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Lillie Mae: Forever And Then Some

Lillie Mae liefert auf "Forever And Then Some" feinsten Bluegrass, Honky Tonk, Bakersfield Sound und Blues.

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Lillie Mae - Forever And Then Some Lillie Mae - Forever And Then Some. Bildrechte: Third Man Records

Es war das Jahr 2010, Anfang August, in Silkeborg, Dänemark. Ich war mit Texas Heat für das Festival dort gebucht und traf gleich bei unserer Ankunft am Hotel auf Gregg Stocki, früher Drummer bei Marty Stuarts „Rock & Roll Cowboys“, seiner Band vor den „Fabulous Superlatives“. „Mit wem bist Du denn hier?“ Nun, er war mit Jypsi dort, einer quasi Familienband, verstärkt durch David Spicher, den Sohn des großen Fiddlers Buddy Spicher, am Bass und eben Gregg Stocki an den Drums. Ich war beeindruckt von den musikalischen Fähigkeiten der Schwestern Scarlett und Amber Dawn sowie dem Bruder Frank Carter. Frontfrau der Band war die Jüngste im Bunde, Lillie Mae Rische. Sie war damals 19 und lieferte einen tollen Job ab.

„Cowboy“ Jack Clement hatte die Familie Rische im Jahr 2000 zu einer Audition nach Nashville eingeladen. „Er war mir näher als irgendein Großelternteil“, sagt Lillie Mae. Clement war beeindruckt von den musikalischen Fähigkeiten der Band, besonders aber von der Stimme von Lillie Mae, damals gerade mal neun Jahre alt. Sie zogen nach Nashville, ihre Familienband wurde in „Jypsi“ umbenannt und 2007 erhielten Jypsi einen Plattenvertrag von Arista Nashville. Außer Aufmerksamkeit und einer Nr. 38 in den Country-Single-Charts sprang jedoch nicht viel Zählbares heraus.

Aber Aufmerksamkeit ist nie schlecht, und so wurde Jack White auf Lillie Mae aufmerksam. Er nahm sie mit ihren Instrumenten Fiddle und Mandoline 2012 in seine Band „The Peacocks“. Singen ließ er sie auch. Die Beiden entwickelten eine Freundschaft, aus der schließlich ein Plattenvertrag für Lillie Mae wurde. Third Man Records, das Label von Jack White, nahm sie 2016 unter Vertrag. Schnell begann man mit Aufnahmen. Aus dem Testlauf wurde dann schnell mehr, denn die junge Dame hatte reichlich Songs im Gepäck. Jack White übernahm die Funktion des Produzenten, und aus ursprünglich geplanten drei Songs wurde ein Album.

Elf Songs, allesamt aus ihrer Feder, präsentiert die mittlerweile 26-jährige Sänger & Songschreiberin auf Forever And Then Some. Die Familie Rische ist bekannt für ihre Wurzeln im Bluegrass, und exzellente Musiker und Sänger sind sie alle. So verwundert es nicht, dass akustische Instrumente hier zuhauf zu hören sind. Ein interessanter musikalischer Mix erwartet den Hörer. Die Musik klingt frisch, jung und wahnsinnig spannend. Druckvoll, überzeugt. Und ohne E-Gitarre kommt auch dieses Album nicht aus, zum Glück. Frank Carter Rische, der oben erwähnte Bruder, ein unglaublich guter Gitarrist, demonstriert hier seine Fähigkeiten auch an der E-Gitarre. Elf tolle Songs, die eine wunderbare Mischung ergeben, fesseln den Zuhörer.

Scarlett Rische an der Mandoline und Grace McKenna Rische, die Vocals beisteuert, sind ebenso Teil der Band auf diesem Album wie Brian Zonn am Bass und Tanner Jacobson an den Drums. Außer Scarlett Rische ist diese Band übrigens auch live mit Lillie Mae unterwegs. Die Stilistik reicht von Bluegrass über Honky Tonk und Bakersfield bis zum Blues. Aber man sollte nicht versuchen, diese Musik in Bekanntes stilistisch einzusortieren. Das war es vermutlich auch, was Jack Clement so sehr gefiel, mit dem die junge Dame eine innige Freundschaft verband, die bis zum Tod des Hall Of Famers andauerte.

Ich höre noch einen Satz von „Cowboy“ im Ohr: „Diese Stadt (Nashville, Anm. des Rezensenten) ist bekannt dafür, dass sie alles kopiert, was Erfolg verspricht. Wenn aber nicht dann und wann Jemand kommt und etwas Neues erfindet, dann gibt es auch nichts zu kopieren.“ Recht hatte er. Nun, ob Lillie Mae dazu auserkoren ist, die Szene umzukrempeln, das mag bezweifelt werden. Das geht nicht einfach so im Handumdrehen. Aber sie setzt keinesfalls auf bestehende Trends, sondern kommt mit eigener musikalischer Identität daher. Das verdient Hochachtung und Erwähnung, weshalb wir sie hier vorstellen. Schenken Sie der jungen Sängerin doch mal ihre Aufmerksamkeit und hören Sie in ihr Album rein. Von mir bekommt sie dafür 4 von 5 möglichen Punkten, denn Originalität und gute musikalische Umsetzung verdienen Lob und Anerkennung. Alles Gute für den weiteren Weg, Lillie Mae!

Lillie Mae – Forever And Then Some: Das Album

Lillie Mae - Forever And Then Some

Albumtitel: Forever And Then Some
Künstler: Lillie Mae
Erscheinungsdatum: 12. April 2017
Label: Third Man Records, Rykodisc (Warner)
Laufzeit: 41:58 Min.
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 11
Genre: Country, Americana
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste: (Lillie Mae – Forever And Then Some)

01. Over The Hill And Through The Woods
02. Honky Tonks And Taverns
03. Wash Me Clean
04. Loaner
05. Honest And True
06. These Daze
07. Forever And Then Some
08. Nearing Home
09. To Go Wrong
10. Some Fine Day
11. Dance To The Beat of My Own Drum

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Über Bernd Wolf (135 Artikel)
Bernd Wolf gehört zur Country.de-Stammbesetzung und ist Spezialist für "Traditional Country und Americana" sowie anerkannter Johnny Cash-Experte.
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