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Glen Campbell: Adiós

Das finale Abschiedsalbum mit persönlichen Interpretationen seiner Lieblingssongs.

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Glen Campbell - Adiós Glen Campbell - Adiós. Bildrechte: Universal Music

Es ist wahrlich eine traurige Geschichte, dass sich Glen Campbell, heute 81-jährig, nicht mehr an seine erfolgreiche und fünf Jahrzehnte dauernde Karriere mit Höhen und Tiefen erinnert. 2011 gab der Sänger seine Alzheimer-Krankheit bekannt und zog sich nach einer letzten Tournee und einem Dokumentarfilm, sowie dem damals als „Abschiedsalbum“ bezeichneten „Ghost On The Canvas“ (2011) weitestgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung zurück. Doch in dieser Zeit, um 2012 bis Anfang 2013, ging er noch einmal ins Studio, um ein letztes Mal die Magie einzufangen, die seine Songs und seine Musik umgibt. Das Resultat liegt nun vor: Adiós – das finale Album des Glen Campbell mit 12 seiner Lieblingssongs, die er zuvor noch niemals aufgenommen hatte. Unterstützung erhielt er dabei von seinen Kindern Ashley, Shannon und Cal, aber auch von Kollegen wie Willie Nelson und Vince Gill.

Die erste Rille des neuen Albums gehört dem Fred-Neil-Klassiker „Everybodys Talkin'“, aufgenommen von Neil 1967 und zwei Jahre später in der Version von Harry Nilsson zum Hit gemacht, nachdem er im Film „Midnight Cowboy“ zu hören war. Viele werden sich an die Melodie erinnern, die auch im Soundtrack zu „Forrest Gump“ oder dem dritten Teil von „Hangover“ auftauchte. Zahlreiche Coverversionen sind seitdem entstanden, von Künstlern wie Neil Diamond, Willie Nelson und Garth Brooks, von Stevie Wonder und Julio Iglesias bis eben hin zu Glen Campbell. Dessen Version ist passenderweise an den Beginn gesetzt worden, bietet sie doch musikalische Spannung (u.a. durch das treibende Banjospiel) und zeigt einen Sänger, der stimmlich auf der Höhe ist, mit Schwung und voller Energie die Worte heraussprudeln läßt. Ein bemerkenswerter Einstieg.

Daran schließt sich die Ballade eines großen Songschreibers an. „Just Like Always“ stammt aus der Feder von Jimmy Webb, wie noch drei weitere dieses Albums, u.a. der Titeltrack „Adiós“. Webb und Campbell waren enge Freunde. Er bescherte dem Sänger einige seiner größten kommerziellen Erfolge, wie „By The Time I Get To Phoenix“, „Galveston“ und „Wichita Lineman“ – allesamt Klassiker.

Eine grandiose Aufnahme des Willie-Nelson-Hits „Funny How Time Slips Away“ folgt. Zunächst von Billy Walker und später auch von Nelson selbst aufgenommen, ist die nun vorliegende Version ein Duett des Songschreibers mit Campbell. Obwohl die Nummer schon reichlich ergraut ist und viele Versionen davon existieren, darunter auch zahlreiche verschiedene Aufnahmen mit Willie Nelson, klingt sie hier aufgrund des Arrangements anders als gewohnt, ausgestattet mit einem tänzelnden Klaviersolo und einer wunderbaren Akustikgitarre. Mal abgesehen vom herrlichen gesanglichen Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Da passt einfach alles.

„Arkansas Farmboy“ hat Produzent Carl Jackson beigesteuert, eine traditionelle Countryballade, und „Am I All Alone (Or Is It Only Me)“ beginnt mit einem gesungenen Intro von Roger Miller, der das Stück auch autorenseitig zu verantworten hat. Gastsänger Vince Gill verpasst dem Song im zweiten Teil eine harmonische Note, mit weichem Gesang und einer Prise Melancholie. Bob Dylans „Don’t Think Twice, It’s All Right“ ist kaum wiederzuerkennen. Das Tempo ist angezogen, im Hintergrund ziehen sich feine Gimmicks durch das Arrangement, wie z.B. ein fließender Klavierlauf, pickende Gitarren, treibende Beats. Campbell kokettiert dazu mit nasalem Gesang und muss (darüber) auch mal lachen. Ein weiteres Highlight des Albums ist der von Jerry Reed geschriebene und durch Johnny Cash bekannte Song „A Thing Called Love“, in einer reduzierten, akustischen Version. Was könnte schließlich den thematischen Kreis besser schließen, als „Adiós“ (ebenfalls von Jimmy Webb) – gleichzeitig Titelsong und Abschlußlied des Albums? Ein ruhiger Ausklang, besinnliche Rückschau, gewürzt mit etwas Melancholie.

„Adiós“ ist das finale Album eines heute legendären Countrysängers, der noch 2015 – sage und schreibe 48 Jahre nach seinem ersten Grammy – mit einem weiteren Grammy ausgezeichnet wurde und nun nochmal ein qualitativ hochwertiges Album mit persönlichen Interpretationen seiner Lieblingssongs vorlegt. Trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes und der Schwierigkeit sich Liedtexte merken zu können bereits zu Zeiten der Aufnahmesessions, ist davon beim Hören des Albums kaum etwas zu spüren. Campbell singt kraftvoll und einfühlsam, wie zu seinen besten Zeiten. Und ihm gelingt es, seine eigene musikalische Vergangenheit einzubringen, ohne verstaubt oder antiquiert zu klingen. Ganz im Gegenteil! „Adiós“ ist ein Album, das voll in die heutige Zeit passt und ein würdiges musikalisches Abschiedsgeschenk an seine Fans.

Glen Campbell – Adiós: Das Album

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Albumtitel: Adiós
Künstler: Glen Campbell
Erscheinungsdatum: 9. Juni 2017
Label: Universal Music
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 12
Laufzeit: 37:09 Min.
Genre: Traditional Country

Trackliste: (Glen Campbell – Adiós)

01. Everybody’s Talkin‘ – mit Ashley Campbell
02. Just Like Always
03. Funny How Time Slips Away – mit Willie Nelson
04. Arkansas Farmboy
05. Am I All Alone (Or Is It Only Me) – Intro
06. Am I All Alone (Or Is It Only Me) – mit Vince Gill
07. It Won’t Bring Her Back
08. Don’t Think Twice, It’s All Right
09. She Thinks I Still Care
10. Postcard From Paris
11. A Thing Called Love – mit Ashley Campbell
12. Adiós

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1 Kommentar zu Glen Campbell: Adiós

  1. Ringo O. // 9. Juni 2017 um 20:36 //

    Leider ein sehr sehr geiles Album!!!

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