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Ray Scott: Guitar For Sale

Ray Scott liefert mit "Guitar For Sale" sein bisher stärkstes Album ab.

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Ray Scott - Guitar For Sale Ray Scott - Guitar For Sale. Bildrechte: Jethropolitan Records

Ray Scott ist ein enger Freund zwei meiner guten Freunde. Wir kennen uns persönlich, wenn auch nur flüchtig. Ich besitze mehrere Alben dieses Künstlers, und so manches Mal habe ich mich gefragt, warum das so ist, denn diese Alben sind bei mir alles Andere als Dauerbrenner. Oft genug hatte ich dieses und jenes zu kritisieren. Liegt das an den Alben, liegt es an mir, oder erwarte ich von diesem Künstler zu viel, weil ich ihm mehr zutraue, als er für mich bisher abgeliefert hat? Trotzdem habe ich die Aufgabe übernommen, dieses Album zu rezensieren. Und soviel vorweg: Einige dieser Vorbehalte werden im Laufe dieser Rezension aufgelöst.

Ray Scott listet einige meiner musikalischen Vorbilder als musikalische Vorbilder. Da muss doch was gehen, so dachte ich bisher. Es ging aber kaum was. Nun legt der Mann aus North Carolina sein neues Album Guitar For Sale vor. Mit einem etwas mulmigen Gefühl starte ich die Wiedergabe. Ich wollte doch nichts über Kollegen schreiben, zu denen der direkte Weg so kurz ist. Es hilft nichts, oder doch? Doch, Ray Scott hilft! „Livin‘ This Way“, die aktuelle Single, überrascht mich und bringt ein fettes Grinsen in mein Gesicht. Sehr sehr cool, was da so aus den Lautsprechern kommt! Ein Opener, der tatsächlich jedem aktuellen Album gut zu Gesicht stünde.

„Put Down The Bottle“, Track Nummer zwei. Das Grinsen bleibt. Fetter Bassdrumbeat, so lernt man das von Waylon Jennings. Saubere, klare Akustikgitarren, ein wunderbares Dobro. Relativ simpel gehalten, aber höchst effektiv. Dann „The Fire“, der dritte Track. Und so langsam macht sich bei mir der Eindruck breit, dass vielleicht endlich ein Künstler, bei dem ich mich seit längerem wundere, warum ich mit seinen Alben nicht zurechtkomme, ein Album herausgebracht hat, bei dem ich erfreut und überzeugt den Daumen heben kann. Bleibt das so? Es folgt die Ballade „Soberin‘ Up“. Der nächste Treffer. Übrigens, nicht die Steel Guitar allein bringt die Atmosphäre, sondern auch die richtigen Licks und der passende Hall. Warm, rund und offen, so ist es perfekt. Ein toller Song, eingepackt in einen melodischen, zeitgemäßen und doch in der Tradition verhafteten Sound. Großartige, verzerrte E-Gitarren gegen Ende.

Es folgt ein Song, mit dem Randy Travis vor weit über zehn Jahren einen Charterfolg hatte, „Pray For The Fish“. Damals wusste niemand, wer dieser Songwriter ist. Ray Scott hat diesen frühen Song aus seiner Feder reaktiviert, und er passt hier ins Bild. Mir gefällt die Version von Ray Scott sogar besser als die von Randy Travis. „Put Down That Gun“ ist tatsächlich ein weiteres Highlight dieses Longplayers. Mittlerweile ist nach sechs Tracks auch klar, wohin hier die Reise geht. Ich würde mir wünschen, einen solchen Track auch mal an der Spitze der Charts zu sehen. Modern, soft-rockin‘ Honky Tonk Music. „Growin‘ Old“, eine bittersüße Ballade, und der nächste großartige Song. „Ich werde alt, aber ich werde nicht mit Dir alt“. Wunderbar und schmerzhaft, lupenreine Country Music. „Worth Killin‘ For“ fesselt ebenso. „Ich habe noch nie einen Menschen getötet, bis zum jetzigen Zeitpunkt, aber wenn Du sie mir wegnimmst, dann nimmst Du mir mein Leben, und es ist ein klarer Fall von Selbstverteidigung. Es gibt eben doch im Leben etwas, für das es sich lohnt zu töten.“

„Life Ain’t Long Enough“ bringt schlagartig eine Änderung der Stimmung. Krachende Gitarren bringen uns in modernere Fahrwasser, jedoch klingt Ray Scott auch hier glaubwürdig. „Doin‘ Me Wrong“ (jetzt hätte ich unbewusst um ein Haar „Doin‘ My Time“ geschrieben… Cash, Du bist nicht dran!) ist ein weiterer modernerer Song, der für mich funktioniert. Auch dieser Song steht ihm gut. In einer Unterhaltung über Ray Scott sagte ein Freund, er habe noch nicht erkannt, wo der ureigene Stil des Ray Scott sei. Das sei bisher nicht wirklich zu erkennen gewesen. Nun, vielleicht ist dieses Album, das für mich bisher mit Abstand beste seiner Karriere, das Fundament seines eigenen Stils.

Es bleibt noch der Titelsong, der mit einem satten Strum auf der Akustikgitarre beginnt. Es folgt eine detaillierte Beschreibung einer Gitarre, aus der die Liebe des Erzählers zu seinem Instrument deutlich wird. Alles, was er ist, verdankt er dieser Gitarre. Sie sind zusammen durch alle 50 Bundesstaaten und einmal um die Welt gereist, aber er kann nicht zulassen, dass der Grund, warum er seine große Liebe gefunden hat, diese nun zerstört, denn sie vermisst ihn jede Nacht, in der er nicht bei ihr ist, und sie in den Armen zu halten ist der Himmel auf Erden. Also wird es Zeit, einem alten Freund „Good bye“ zu sagen. Ein absoluter Knaller zum Abschluss.

Ray Scott ist bei mir angekommen. Für mich ist dies sein stärkstes Album bisher. Das fette Grinsen ist bis zum Schluss geblieben, und dieses Album wird sich oft in meinem Player drehen. 4,5 von fünf möglichen Punkten sind hier wohlverdient! Ich bin mir dessen bewusst, dass 4,5 Punkte eine hohe Wertung ist, aber ich halte sie für gerechtfertigt, denn das Album ist klar besser als das von Sam Outlaw (das ein sehr gutes Album ist), aber reicht nicht an z.B. „Way Out West“ heran, Marty Stuarts 2017er Meisterwerk. Thumbs up, Ray! Great album!

Ray Scott – Guitar For Sale: Das Album

Ray Scott – Guitar For Sale

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Albumtitel: Guitar For Sale
Künstler: Ray Scott
Erscheinungsdatum: 9. Juni 2017
Label: Jethropolitan Records
Format: CD & Digital
Tracks: 11
Laufzeit: 43:30 Min.
Genre: Traditional Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten!

Trackliste: (Ray Scott – Guitar For Sale)

01. Livin‘ This Way
02. Put Down The Bottle
03. The Fire
04. Soberin‘ Up
05. Pray For The Fish
06. Put Down That Gun
07. Growin‘ Old
08. Worth Killin‘ For
09. Life Ain’t Long Enough
10. Doin‘ Me Wrong
11. Guitar For Sale

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