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Justin Tubb

Justin Tubb geboren am 20. August 1935 im texanischen San Antonio. Das Porträt des Sängers und Songschreibers.

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Justin Tubb Justin Tubb. Bildrechte: Vocalion (1967).

Zeitlebens hat er erfahren müssen, wie schwer und beinahe unmöglich es ist, aus dem Schatten eines übermächtigen Vaters, einer Legende, zu treten. Erst recht, wenn man im gleichen Metier tätig sein möchte. Aber Justin Tubb hatte sich damit arrangiert und ist seinen eigenen Weg gegangen.

Justin Wayne Tubb wurde am 20. August 1935 im texanischen San Antonio als ältester Sohn der Countrymusik-Ikone Ernest Tubb geboren. Das Umfeld, in das hinein er kam, ließ ihm fast keine andere Möglichkeit als Musiker zu werden. Zwar besuchte er Schulen in San Antonio und in Lebanon, Tennessee aber wann immer sich die Möglichkeit ergab, war er mit seinem Vater unterwegs. Dessen Musik hatte es dem Sohn ebenfalls angetan. So lernte Justin Tubb ganz jung Gitarre spielen, er begann als Kind damit, Songs zu schreiben und stand mit zarten 9 Jahren erstmals auf der Bühne der Grand Ole Opry. Gemeinsam mit Daddy Ernest Tubb natürlich. Doch gleich bekam er auch Gegenwind zu spüren, denn bei den ersten noch zaghaften Versuchen als Sänger wurde er mit dem Vorwurf konfrontiert, er wolle nur vom Namen seines Vaters profitieren. Das nahm er sich so zu Herzen, dass er Nashville den Rücken kehrte und an der University of Texas in Austin ein Studium begann mit dem Ziel, Journalist zu werden. Wobei er der Musik keinesfalls den Rücken kehrte. Er legte das Hauptaugenmerk aufs Songschreiben, trat aber auch in Honky Tonks auf. Ein erster Erfolg stellte sich ein als Ernest Tubb einen Tribute-Song an Hank Williams aufnahm, den sein Sohn geschrieben hatte.

Das Studium brach Justin Tubb ab als ihm ein Sender in Gallatin bei Nashville einen Job anbot. Auf diese Weise konnte er seine eigenen Songs live im Radio singen. Das brachte ihm einen Vertrag mit Decca Records ein, ausgerechnet dem Label, bei dem auch sein Vater Platten machte. Doch Justin Tubb tat alles dafür, den Eindruck zu verhindern, sein Vater halte die Hand über ihn und öffne ihm die Türen.

Das Publikum spielte mit, 1954 feierte Justin Tubb im Duett mit Goldie Hill und dem Song „Looking Back To See“ seinen ersten Hit, der sich auf Platz 4 der Charts einordnete. Im Jahr danach gelang auch der erste Solo-Hit mit „I Gotta Go Get My Baby“, einer Nummer 8. Im gleichen Jahr wurde er im Alter von 20 Jahren jüngstes Mitglied aller Zeiten der Grand Ole Opry.

Dem ersten Höhenflug folgte ein tiefes Tal, denn seine Platten verkauften sich nicht mehr. Trotzdem vermied er es noch jahrelang, in Shows gemeinsam mit Ernest Tubb aufzutreten. Erst als dessen Gesundheitszustand sich nach und nach verschlechterte, arbeiteten Vater und Sohn eng miteinander. Justin Tubb übernahm vor allem die geschäftlichen Aufgaben als Manager der legendären Radio-Sendung, die am Wochenende als „Midnite Jamboree“ aus dem Ernest Tubb Record Shop übertragen wird, auch heute noch. Die entsprechenden Plattenläden managte er zudem und startete seinen eigenen Musikverlag.

Die Gesangskarriere gab Justin Tubb aber nicht auf – und er kehrte in die Charts zurück. 1963 war er mit „Take A Letter Miss Gray“ wieder in den Top 10 – es erwies sich allerdings als Strohfeuer. Zwei Duett-Aufnahmen mit Lorene Mann schafften es in die Top 50 und 1967 verabschiedete sich Justin Tubb mit „But Wait There’s More“ und Platz 63 aus den Hitlisten.

Deutlich besser lief es für ihn mit Live Shows. Unzählige der so genannten „One Nighters“ hat er absolviert und war weltweit unterwegs. Vor allem auch in Europa und speziell in Deutschland. Allerdings hierzulande für seine Landsleute in Uniform – ich habe ihn wiederholt in einem der Militärclubs in der Eifel und im Raum Frankfurt erleben können. Aber auch in der Grand Ole Opry, denn dort blieb er bis zuletzt Stammgast.

Seine nachhaltigsten Erfolge konnte Justin Tubb als Songschreiber verbuchen. Von ihm stammen solche Hit-Songs wie „Lonesome 7-7023“ (u.a. Hawkshaw Hawkins), „Keeping Up With The Joneses“ (Faron Young), „Love Is No Excuse“ (Jim Reeves & Dottie West), „Big Fool Of The Year“ (George Jones), „Be Glad“ (Del Reeves) oder „Walkin‘, Talkin‘, Cryin'“, „Barely Beatin‘ Broken Heart“ (Johnny Wright). Die emotionalste Wirkung aber hinterließ sein Bekenntnis „What’s Wrong With The Way That We’re Doing It Now“. Darin erhebt der Traditionalist Justin Tubb Anklage gegen das, was man aus der Country Music zugunsten des Kommerzes machte. Als er den Song erstmals in der Opry vortrug, gab es stehende Ovationen, 5 Zugaben musste er geben. Auch Donna Darlene, die Frau von Shot Jackson, hat diesen Song aufgenommen.

Justin Tubb starb am 24. Januar 1998 während einer Notoperation in Nashville.

Im Jahr danach wurde sein letztes Projekt veröffentlicht, ein Album mit dem Titel „Just You And Me Daddy“. Justin Tubb sang zu Aufnahmen Ernest Tubb’s, die vor dem Tod seines Vaters entstanden waren, seinen eigenen Part – so entstanden nachträglich Duette daraus.

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Über Manfred Vogel (631 Artikel)
Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.

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