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James Burton

James Burton, geboren am 21. August 1939 in Dubberly im Bundesstaat Louisiana. Das Porträt des Sängers und Songschreibers.

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James Burton James Burton. Bildrechte: James Burton Foundation

Der Künstler ist eine lebende Legende. Das Rolling Stone Magazin kürte ihn zu einem der zehn besten Gitarristen aller Zeiten: James Burton. Wohlverdient mit Ehren überhäuft (u.a. Rockabillie Hall of Fame und Rock and Roll Hall of Fame) nennt man ihn auch den „Master of the Telecaster“ (eine Gitarre von Fender). Was hat er nicht alles vorzuweisen und wo hat er nicht überall mitgespielt! Doch der Reihe nach.

Die Erfolgsgeschichte beginnt am 21. August 1939 in Dubberly unweit des Städtchens Minden im Bundesstaat Louisiana. Da wird James Burton als eines von fünf Kindern geboren. Dass er Musik in seinen Genen hatte, zeigt sich schon im Vorschulalter, denn der kleine James Burton trommelt auf allem herum, was er in die Finger bekommt. Dann entdeckt er die Gitarre und bringt sich das Spielen selbst bei.

Inzwischen sind die Eltern nach Shreveport umgezogen, der dortige Sender KWKH, Heimat des Louisiana Hayride, spielt genau die Musik, die Burton hören will: Chet Atkins, Lightnin‘ Hopkins, Chuck Berry, Bo Diddly, Elmore James. Bereits mit 14 wird er Berufsmusiker, nicht des Geldes wegen sondern aus Leidenschaft. Um in den Clubs auftreten zu können, benötigt er eine Erlaubnis der Polizei. Horace Logan, Manager des „Louisiana Hayride“ heuert ihn für die Hausband dort an, Burton begleitet Stars wie George Jones, Billy Walker und Johnny Horton. Mit dem Steeler des Hayride, Sonny Trammell freundet er sich an, später würde James Burton über sein Interesse an der Steel Guitar zur Dobro finden. James Burton wird sehr bald für Plattenaufnahmen ins Studio von RAM Records geholt, u.a. spielt er bei Joe Osborn mit.

1955 gehört Burton der Band von Dale Hawkins an, er ist auf dem Weg zu dem Hit, der alles verändern wird. 1957 entwickelt sich „Susie Q“ mit Dale Hawkins als Sänger und James Burton als Gitarrist zu einem Welthit. Immer noch in Shreveport verpflichtet Horace Logan ihn gemeinsam mit James Kirkland für die Band des neuen Stars Bob Luman. Es entstehen Hits wie „My Girl is Red Hot“ und „A Red Cadillac And A Black Mustache“ und sie sind Stammgast in der beliebten „Town Hall Party“. Irgendwann hört Ricky Nelson sie und ist begeistert. Nelson, Star der von seinem Vater produzierten TV-Serie „Ozzie & Harriet“ nimmt Burton und Kirkland für seine Band und die TV Show unter Vertrag. Dazu siedelt Burton um nach Los Angeles und wohnt zwei Jahre im Haus der Nelsons. Zeitweise tritt er gleichzeitig weiter mit Luman in der Town Hall Party auf.

Nelson holt Burton natürlich auch für seine Plattenaufnahmen ins Studio. Zunächst spielt dabei Joe Maphis noch die Lead Guitar. Ab 1967 und dem Hit „Believe What You Say“ übernimmt James Burton diese Position von Maphis. Burton ist auch bei Nelson´s Superhits „Hello Mary Lou“ und „Traveling Man“ zu hören. Unschwer ist sein spezielles Spiel herauszuhören, er experimentiert auch mit Banjo-Saiten und gilt als der Erfinder des so genannten „chicken pickin‘ style“.

Trotz der Vollbeschäftigung bei Ricky Nelson und Bob Luman findet James Burton in den 60er Jahren auch noch Zeit, mit solchen Stars wie Dean Martin, Bobby Darin und den Everly Brothers ins Studio zu gehen. Er ist der womöglich gefragteste Studio Musiker überhaupt. Zu den herausragenden Projekten gehört Glen Campbells Album von 1963 „Big Bluegrass Special“, bei dem Burton erstmals Dobro spielt. Auch einige eigene Singles entstehen, teils unter den Namen Jimmy Dobro oder „Jim & Joe“ mit James Kirkland. Burton: „Manchmal wusste ich selbst nicht mehr, wo ich war. Ich war fast 24 Stunden im Einsatz, vier bis sechs Sessions täglich und bis zu 25 in der Woche. Ich kam mir vor wie ein wandelnder Zombie. Aber all die verschiedenen Einflüsse hielten die Musik auch interessant.“

James Burton war dabei als der Bakersfield Sound entstand. In Bakersfield arbeitete er mit Buck Owens und Merle Haggard. Er traf dort den Steeler Ralph Mooney, mit dem er 1969 sein erstes Solo-Album aufnahm. Dann kam Elvis Presley. Burton: „Der erste Anruf von Elvis kam 1968. Damals arbeitete ich mit Frank Sinatra und konnte nicht. 1969 meldete er sich wieder, er brauchte eine Band für sein Engagement in Las Vegas. Es war eine verdammt schwere Entscheidung für mich. Ich hatte Bob Dylan schon eine Absage erteilt. Ich war voll im durchaus lukrativen Studio-Geschäft aber diesmal sagte ich Elvis zu. Ich blieb bei ihm bis zu seinem Tod 1977.“ James Burton war somit von Anfang an Mitglied der legendären TCB Band von Presley. TCB steht für „taking care of business“, zur Band gehörten neben Burton noch Ronnie Tutt (Drums), John Wilkinson (Guitar), Larry Muhoberac (Keyboards), dessen Nachfolger Glen D. Hardin wurde und Jerry Scheff (Bass).

Natürlich spielte Burton bei Presleys Plattenaufnahmen die Lead Guitar. Aber er fand auch jetzt wieder Möglichkeiten, mit anderen Künstlern zu arbeiten. Burton: „1972 spielte ich mit Gram Parsons. Ein Jahr später starb Parsons. Als Emmylou Harris ihre Hot Band zusammenstellte, waren Glen D. Hardin und ich dabei. Emmylou stimmte ihre Konzerte mit denen von Elvis ab, so gab es keine Probleme. Ich konnte auch bei Aufnahmen von Jonathan Edwards, Rodney Crowell, Hoyt Axton, J.J. Cale und Jesse Winchester mitmachen.“

Nach dem Tod Presleys schloss sich James Burton John Denver an, mit dem er 15 Jahre arbeitete. In den 1980er Jahren blieb Burton im Geschäft wie kein anderer. Egal ob Johnny Cash, Kenny Rogers, Elvis Costello, sie alle wollten ihn dabei haben, wenn es ins Studio für neue Aufnahmen ging. Neben Denver tourte Burton zeitweise auch noch mit Jerry Lee Lewis und Costello. Immer mit dabei seine Fender Telecaster, nur dieses Instrument garantierte den unverkennbaren Sound. Burton: „Nicht nur die Gitarre ist wichtig, auch die Verstärker gehören dazu. Wenn ich nicht die richtigen Verstärker zur Verfügung habe, dann bekomme ich trotz meiner Fender nicht exakt meinen Sound hin.“

1987 ist Burton bei einem herausragenden TV-Special als Teil der TCB Band dabei: „Roy Orbison & Friends, A Black and White Night“. Bruce Springsteen schwärmte danach: „Du hast nicht alle Tage Gelegenheit, mit Roy Orbison zu singen und mit James Burton Gitarre zu spielen!“

In den 1990er Jahren nahm sich James Burton endlich ein wenig zurück, was die Arbeit betrifft. Dazu beigetragen haben mag ein schwerer Unfall. Beim Beschneiden eines Baumes stürzte er ab und brach sich beide Fußknöchel. Im Krankenhaus fiel er sogar aufgrund einer Medikamentenallergie einige Tage ins Koma. Gott sei Dank konnte er sich davon wieder voll erholen, doch verschoben sich nun die Dinge grundlegend. James Burton erkannte, dass er sein bisheriges Arbeitsvolumen nicht würde beibehalten können, ohne ernsthaften gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Deshalb zog er sich deutlich sowohl aus dem Studiobetrieb als auch von den Tourneen zurück.

Gern tritt er noch bei Revivals, Fan Club Conventions, Gitarren Festivals und besonderen Anlässen auf, besonders in Europa. Es gibt auch wieder eine eigene Band, die natürlich „The James Burton Band“ heißt und in der sein Sohn Jeff der Leadsänger ist. Damit kam er 2008 erstmals nach Europa, um in Holland, Belgien und Frankreich zu gastieren. Gelegentlich kann man ihn auch noch auf neuen Schallplatten hören wie etwa mit u.a. Vince Gill, Steve Wariner, Albert Lee, John Jorgenson, Brent Mason und Brad Paisley für dessen „Cluster Pluck“. Oder dem Jerry Lee Lewis Album „Mean Old Man“ beim Song „You Can Have Her“. So ganz kann er es dann doch auch im fortgeschrittenen Alter nicht lassen – und das ist gut so. Wer möchte schon freiwillig auf die Gitarrenkünste des „Masters of the Telecaster“ verzichten?

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>

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