Larry Schuba und Western Union: Hier klicken!

Alle Beiträge von Thomas Waldherr



Ryan Bingham – neuer Star des Alternative Country

7. März 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Man könnte ihn durchaus als “Wunderkind” bezeichnen. Nach seinen beiden erfolgreichen Alben “Mescalito” und Roadhouse Sun” ist dem 28-jährigen Ryan Bingham nun mit dem Ocscar-nominierten Filmsong “The Weary Kind” und der Mitwirkung am Soundtrack zu “Crazy Heart” endgültig der Durchbruch gelungen.

Vom Rodeo-Zirkus zum Musikbusiness

Eigentlich könnte auch seine Lebensgeschichte als Vorlage für einen Film dienen. Bingham streunte als Jugendlicher alleine durch das Grenzgebiet des US-amerikanischen Südwestens. Lebte mal hier mal dort, fand hin und wieder Zuflucht bei Verwandten. Über Wasser hielt er sich dabei durch die Mitwirkung bei Rodeo-Shows. Er ritt auf Bullen und übernachtete in seinem Truck. Zur Musik kam er durch die Jukebox in der Raststätte eines Onkels. Dort hörte er Bob Dylan, Marshall Tucker und Bob Wills. Ein Mariachi-Musiker aus der Nachbarschaft brachte ihm das Gitarrespielen bei und bald hatte er kleine Auftritte in Bars.

Mit “Lost Bound Rails” und “Wishbone Saloon” brachte er quasi im Selbstverlag zwei Alben heraus, ehe er bei Lone Star Music das Album “Dead Horses” veröffentlichte. Lost Highway Records – die Nashville Adresse für Alternative Country – wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Mit “Mescalito” gab er sein Major-Label-Debüt, produziert wurde es von “Black-Crows”-Gitarrist Marc Ford.

» Weiterlesen



Joan Baez begeistert in Mannheim

27. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Ein ruhiges und schönes Konzert mit dem sie am Ende wieder einmal ihre Fans begeisterte, absolvierte Folk-Ikone Joan Baez dieser Tage in Mannheim. Im vollbesetzten Rosengarten spielte sie Songs aus all ihren Schaffensperioden und bewies damit einmal mehr ihre Ausnahmestellung.

Referenz an Johnny Cash

Einer der bewegendsten Momente ereignet sich gegen Mitte des Konzerts. “This Song is dedicated to Johnny Cash”, lautet ihre Ansage. Die Country-Legende wäre an diesem Freitag (26. Februar) 78 Jahre alt geworden. Der Saal applaudiert. Es folgt das bitter-süße Folk-Traditional “Long Black Veil”. Ein Song, den Cash stets im Programm hatte und auch auf der Liste der 100 Songs steht, die er seiner Tochter Rosanne Cash vermacht hat. Joan Baez zeigt mit der Verbeugung vor dem großen Kollegen auch auf, aus welcher gemeinsamen Tradition so unterschiedliche Musikertypen wie Cash und Sie geschöpft haben. Ihr gelingt es, sich das Lied – geschrieben aus der Sicht eines jungen Mannes – gefühlvoll anzueignen. Anrührende Augenblicke eines Konzerts, dessen dichte Atmosphäre sich aus der gelungenen Auswahl der durchweg langsamen oder midtempo-Stücken und der immer noch faszinierenden Performance der Künstlerin ergibt.

Klare Stimme, intensive Darbietung

» Weiterlesen



Holly Williams in Frankfurt

5. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Auf ihrer Deutschland-Tour machte Holly Williams am 4. Februar auch Station in Frankfurt. Dem Publikum bot sie ein Konzert mit intimer Musik und schönen Momenten, das leider viel zu schnell schon wieder zu Ende war.

Den Auftakt an diesem Abend in der urigen “Brotfabrik” in Frankfurt-Hausen macht der kanadische Musiker Colin Moore. Mit rauer Stimme arbeitet er sich in Singer-Songwriter-Manier durch sein Repertoire und gibt überwiegend nachdenkliche, ruhige Songs zum Besten. Eine ordentliche Darbietung, man möchte dem Künstler jedoch raten, auch einmal mutiger zu sein und es wagen, allzu gut beschrittene Wege des Musizierens zu verlassen.

» Weiterlesen



Crazy Heart: Ein Country-Sänger hat den Blues

1. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Jeff Bridges brilliert als in die Jahre gekommener Gitarren-Cowboy. Kongenialer Soundtrack von T-Bone Burnett und Stephen Bruton.

In den USA hat er bereits bei den Golden Globes abgeräumt, bei uns läuft er am 4. März an: “Crazy Heart” – die Geschichte eines heruntergekommenen Country-Stars. Jeff Bridges wurde für seine Verkörperung der Hauptfigur Bad Blake ebenso ausgezeichnet wieder Filmsong “The Weary Kind” von T-Bone Burnett und Ryan Bingham. Mit “Crazy Heart” ist dem Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper ein authentischer, lakonischer und tragikomischer Musikerfilm gelungen, der auch hierzulande nicht nur Countrymusicfreunde überzeugen wird.

Ein alter Wolf kämpft mit sich selbst

Schon seit einigen Jahren ist Bad Blake, einst überjubelter Stern am Country-Himmel, auf dem Weg nach unten, gefangen im ewigen Kreislauf zwischen Alkoholsucht und Misserfolg. Mittlerweile muss er sich mit Auftritten in den obskursten Spelunken begnügen. Doch mit der Journalistin Jean – gespielt von der hinreißenden Maggie Gyllenhaal – bekommt er eine neue Chance. Er verliebt sich in die alleinerziehende Mutter und die lässt sich auf ihn ein und nimmt sich seiner an. Wie der alte Wolf darum kämpft, wieder auf die Beine zu kommen, schildert Coopers Streifen ebenso unprätentiös wie berührend.

Starke Schauspielerleistungen

» Weiterlesen



Holly Williams kommt nach Deutschland

1. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Wer aus dieser Familie stammt, der muss einfach Musik machen. Holly Williams, Enkelin von Hank Sr., Tochter von Hank Jr. und Halbschwester von Hank III, hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigen Zukunftsversprechen des Singer-Songwriter-Country entwickelt. Nach Jett Williams ist sie nun die zweite Frau des Musiker-Clans, welche in die Musikbranche drängt. Nun kommt sie im Februar für fünf Konzerte nach Deutschland.

War ihr Debütalbum “The Ones We Never Knew” aus dem Jahre 2004 vor allem ein Achtungserfolg im Singer-/Songwriter-Genre, so hatte sie doch keine Chartsingle vorzuweisen. Das Plattenlabel Universal South trennte sich daher von ihr. Im März 2006 hatte sie einen schweren Verkehrsunfall und es dauerte bis November 2006 ehe sie wieder auf Tour gehen konnte.

Erst im vergangenen Jahr bekam sie wieder einen Plattenvertrag bei Mercury Nashville Records. Ihr im Juni 2009 erschienenes zweites Album ist ein deutlich rockigeres Country-Album geworden. Die Platte zeigt das Potential der 28-jährigen Musikerin auf, das noch lange nicht ausgeschöpft ist. Anspieltipps: “Mama”, “Keep The Change” und “Three Days In Bed”.

Im Februar 2010 spielt sie fünf Gigs in Deutschland. Ein Besuch lohnt sich, man kann ein großes Talent beim Reifeprozess beobachten.

Die Konzerttermine:

1. Februar – Bremen: Moments (Radio Bremen Gig)
2. Februar – Köln: Stadtgarten
3. Februar – Berlin: Roadrunner’s Club
4. Februar – Frankfurt: Brotfabrik
5. Februar – Freiburg: Jazzhaus
7. Februar – Hamburg: Uebel & Gefährlich



Jim Lauderdale: Sänger, Songwriter, Bluegrass-King

17. Januar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Wenn am 31. Januar 2010 die Grammies verliehen werden, so ist dies – ob er nun ausgezeichnet wird oder nicht – ein Höhepunkt in der Karriere von Jim Lauderdale. Jahrelang vor allem als Songwriter für Country-Größen wie George Strait oder die Dixie Chicks in Nashville geschätzt und begehrt, ist er in den letzten Jahren auch als Solokünstler und Produzent wahrgenommen worden und an drei nominierten Alben mitbeteiligt. Neben seinem eigenen Bluegrass-Album “Can We Get Any Closer?” sind dies George Straits Country-Album “Twang” als Co-Autor sowie Elvis Costellos aktuelles Album “Secret, Profane & Sugarcane”, als Mitglied von Costellos Band “The Sugarcanes”.

Die Musik lag in seiner Wiege

Die Wurzeln von Jim Lauderdale liegen in North Carolina. Dort wurde er am 11. April 1957 als Sohn eines Geistlichen und einer Musiklehrerin geboren. Die Musik wurde ihm damit wohl schon in die wie gelegt. Wie viele andere spielt er in einer Schulband (Schlagzeug!) und macht sich nach seinem College-Abschluß nach New York auf. Dort taucht er in die lokale Country- und Folkszene ein, widmet sich aber auch gleichzeitig der Schauspielerei. Über den Produzenten von Dwight Yoakam kommt er in Kontakt mit der Musicszene in Nashville. Dort legt er zwar das ein oder andere Album vor, aber es sind die Künste des Liederschreibens, die in der Music-City Anklang finden.

» Weiterlesen



Hank Williams: “Unreleased Recordings” & “Revealed”

31. Dezember 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Am Neujahrstag 1953 starb Hank Williams. Eine neue Perspektive auf sein Werk eröffnet die CD-Box-Serie “Hank Williams – Unreleased Recordings”. Lange Jahre hatte Jett Williams – uneheliche Tochter der Country-Legende – dafür gekämpft, dass die Aufnahmen der “Mother’s Best”- Radio Shows ihres Vaters veröffentlicht werden durften. Im Jahre 2008 war es dann endlich soweit und förderte sensationelles zutage, 2009 erschien die zweite Box: Die beiden Zusammenstellungen zeigen einen Hank Williams, wie man ihn noch nie gehört hat.

Hank Williams-Kompilationen gibt es noch und nöcher auf dem Markt. In allen Preislagen. Mal mit mehr Tonqualität, mal mit weniger, mal mit mehr editorischer Sorgfalt, mal mit weniger. Doch die beiden 3-CD-Boxen “Unreleased Recordings” (2008) sowie “Revealed – The Unreleased Recordings” (2009) von der Firma “Time Life” sprengen den Rahmen, da sie die bisherigen Hörgewohnheiten völlig über den Haufen werfen. Durch die sensationelle Tonqualität, die auch die Qualität der offiziellen Plattenaufnahmen übertrifft, Colin Escott – der Hank Williams-Biograph schlechthin – schreibt in seinen vorzüglichen, reichhaltig bebilderten Liner-Notes, die Aufnahme- und Tonqualität sei besser, als bei den Originalaufnahmen von Hank Williams’ Plattenfirma. Und tatsächlich: Hanks bewegende nasale, klagende und schleppende Gesangsstimme hat man noch nie in dieser Brillanz und Reinheit gehört, sie erschließt sich in ihren Feinheiten und ihrer stimmliche Breite in einer neuen Dimension.

» Weiterlesen



“Bluegrass Jamboree!”, 10. Dezember, Jagdhofkeller Darmstadt

15. Dezember 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Eine gelungene Premiere feiert dieser Tage das erste “Bluegrass Jamboree!”, “Festival of Bluegrass and Americana Music”, das unter anderem auch von Country.de präsentiert wird. Noch bis zum 20. Dezember (Start war der 5.12.) sind drei Bluegrass-Formationen auf Tour quer durch Deutschland: Das Duo Beverly Smith & Carl Jones, die britische Gruppe “The Toy Hearts” sowie aus Asheville, North Carolina, die “Steep Canyon Rangers“. Auf die Beine gestellt hat das lobenswerte Projekt Rainer Zellner und seine Agentur musiccontact. Im Darmstädter Jagdhofkeller, der sechsten von sechzehn Stationen der Tour, zeigte sich wie stimmig das Konzept ist. Ein propenvoller Saal feierte die Musiker begeistert.

Den Auftakt bildete die Charme-Offensive von Beverly Smith & Carl Jones. Beide sind so was wie “Elder Statesmen” in der Bluegrass-Szene. Entsprechend locker und unaufgeregt ist die Präsentation. Musikalisch perfekt und im Vortrag sensibel. Erste Songs waren der “Lonesome Homesick Blues” aus dem Nachlass der legendären “Carter Family” sowie “Happy on the Mississippi Shore” von den “Delmore Brothers”. Bereits hier zeigte sich: die beiden sind Traditionalisten. Bluegrass und Hillbillie-Balladen in Reinkultur. Immer wieder wurden die Songs unterbrochen von den amüsanten Zwiegesprächen der Protagonisten bzw. von Instrumentalstücken. Während Carl vor allem Gitarre und Banjo bemüht, greift Beverly immer auch wieder zur Geige. Ein wunderbarer Auftakt des Abends.

» Weiterlesen



Still On The Road: Die “Nitty Gritty Dirt Band”

14. Oktober 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Seit mehr als vierzig Jahren “on the road” und mit ihren “Will The Circle Be Unbroken”-Projekten haben sie Musikgeschichte geschrieben. Nun hat die Nitty Gritty Dirt Band mit “Speed of Life” eine neues Album veröffentlicht und ist wieder auf Tour. Country.de-Redakteur Thomas Waldherr traf die Gruppe nach ihrem Konzert im B.B. King’s Blues Club in New York City.

Die Menschen mögen einfache Musik für das Herz und Bluegrass-Musik handelt vom einfachen Leben”, antwortet Jeff Hanna auf die Frage nach den Gründen der Renaissance von Old Time, Bluesgrass und Countrymusik. Und für die Beantwortung dieser Frage ist er ein absoluter Experte.

» Weiterlesen



Rosanne Cash – “The List”: World Premiere Concert

12. Oktober 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Erstmals stellte Rosanne Cash dieser Tage im New Yorker Stadtteil Brooklyn live ihr neues Album “The List” vor. Country.de-Redakteur Thomas Waldherr war vor Ort und berichtet über die Uraufführung der zwölf aus Vater Johnny Cashs Liste ausgewählten Songs.

Premierenatmopshäre im vollbesetzten St. Ann’s Warehouse im angesagten New Yorker “Dumbo-Viertel” in Brooklyn. Rosanne Cash stellte dort ihr neues Album “The List” vor. Ihr Vater – Country-Überlegende Johnny Cash” hatte ihr eine Liste mit 100 “Essential Conutry-Songs” hinterlassen, um Sie im Alter von fast 20 Jahren an ihre musikalischen Wurzeln zu erinnern. 12 davon nahm sie für ihr neues, von den Kritikern sehr gelobtes Album auf.

» Weiterlesen



Kris Kristofferson: Closer To The Bone

5. Oktober 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Er ist einer der ganz Großen seiner Zunft und mittlerweile 73 Jahre alt: Jetzt legt Kris Kristofferson mit “Closer To The Bone” ein weiteres abgeklärtes Alterwerk vor.

Nach dem hoch gelobten Album “This Old Road” von 2006 legt Kris Kristofferson nun mit “Closer To The Bone” das Nachfolgewerk vor. Stimmungsmäßig ist es ein nachdenkliches, vom Tempo her langsames Album, das getragen wird von Kristoffersons schütter gewordener Stimme.

Reminiszenzen, Erinnerungen an Verstorbene, Verarbeitung von längst zurückliegendem – Kristofferson scheint hier noch einmal vieles an- und aussprechen zu wollen, solange er noch die Möglichkeit dazu hat. Es überwiegt eine Stimmung der Reflexion über den Stand der Dinge am Ende des Lebens. Kristofferson selbst sagt dazu, er möge “die Intimität dieses Albums”. Intim, sparsam sind denn auch Instrumentierung und Arrangements der 11 Songs. Kristofferson zu Seite ist sein langjähriger musikalischer Weggefährte, der im Mai verstorbene Stephen Bruton, an Gitarre und Mandoline und Back Vocals. Ihm ist das Album gewidmet. Produzent Don Was zupft den Bass, Rami Jaffe von Jakob Dylans “Wallflowers” bedient zurückhaltend das Keyboard und Drummer-Legende Jim Keltner schlägt verhalten den Takt.

» Weiterlesen



Rosanne Cash – “The List”: Zurück zu den Wurzeln

7. September 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Sie ist Johnny Cashs Tochter und hat von ihm nicht nur das musikalische Talent und einen kritischen Kopf geerbt, sondern auch eine Liste mit “100 essential country tunes”. 12 davon veröffentlicht Rosanne Cash nun am 06. Oktober 2009 auf ihrem neuen Album “The List”. Porträt einer Grenzgängerin zwischen Country und Singer-/Songwriting.

“The List” ist ein Projekt wie es in der amerikanischen Populärmusik eigentlich momentan nur wenige Künstler stemmen können. Rosanne Cash, eindeutig die Begabteste unter den Sprösslingen der Cash-Familie, ist auch die nachdenklichste und sensibelste. Eine, die zugleich Bodenhaftung, Tiefgang und gedankliche Höhenflüge in sich vereint. Eine, die sich ihrer Verantwortung als amerikanische Künstlerin stellt und mittlerweile auch mit der Bürde eine Tochter des großen Johnny Cash zu sein, ihren Frieden gemacht hat. Auch deswegen ist dieses Album jetzt möglich geworden.

» Weiterlesen



Bestätigt: Bob Dylan – “Christmas In The Heart” erscheint im Oktober

26. August 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Jetzt ist es amtlich: Bob Dylans Weihnachtsalbum heißt “Christmas In The Heart” und ist in den USA ab 13. Oktober im Handel. Dies hat Dylans Plattenfirma Columbia Records jetzt bekannt gegeben. Alle Einnahmen aus dem Erlös der Scheibe werden für karitative Zwecke der Organisation “Feeding America”, sowie zwei weiteren Wohltätigkeitsorganisationen, die hungernden Menschen in Amerika, Großbritannien und der Dritten Welt helfen, gespendet.

Dylan reiht sich mit seinem Album in die große Anzahl von Stars der populären Musik ein, die ihre Versionen bekannter Weihnachtssongs aufgenommen haben. Darunter auch viele Country-Größen wie Johnny Cash, Brooks & Dunn oder Alan Jackson.

Unmittelbar nach Ende seiner Europatournee im Frühjahr hat Dylan im Studio von Jackson Browne Klassiker wie “O Little Town of Bethlehem”, “Silver Bells”, “Must Be Santa”, “Here Comes Santa” und “I’ll Be Home for Christmas” eingespielt.

Nun darf man gespannt sein, was den alten Knaben geritten hat und vor allem wie das Ganze klingt. Gerade mit seinen Alben “Love and Theft” sowie “Modern Times” hat er ja bewiesen, dass es ihm durchaus liegt, über getragenen, traditionellen musikalischen Themen den “Crooner” zu geben. Warum sollte das Konzept nicht auch bei Weihnachtsliedern aufgehen? Lassen wir uns überraschen …



Bob Dylan singt Weihnachtslieder

23. August 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Kaum ein Star der populären Musik, der nicht ein Album mit Weihnachtssongs aufgenommen hat. Auch viele Country-Größen haben zum Fest eine Platte eingespielt. Ob Johnny Cash, Brooks & Dunn oder Alan Jackson. Nun hat sich auch Folk- und Rocklegende Bob Dylan in Jingle-Bells-Feeling versetzt und ein Christmas-Album aufgenommen.

Unmittelbar nach Ende seiner Europatournee im Frühjahr hat er im Studio von Jackson Browne Klassiker wie “O Little Town of Bethlehem”, “Silver Bells”, “Must Be Santa”, “Here Comes Santa” und “I’ll Be Home for Christmas” eingespielt. Dies berichtet das Fanmagazin “Isis” und beruft sich auf seriöse Quellen. Das Projekt steht unter dem Arbeitstitel “Christmas in the heart” und das Erscheinungsdatum des Albums in Deutschland soll der 9. Oktober 2009 sein. Eine Bestätigung von Dylans Plattenfirma oder seinem Management steht allerdings noch aus.

Nun ja, da darf man gespannt sein, was den alten Knaben geritten hat und vor allem wie das Ganze klingt. Schön, dass uns Santa Bob noch immer überraschen kann …



Billy Joe Shaver zum Siebzigsten!

16. August 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Rebell, tragischer Outlaw-Held und ein vom Leben gezeichneter: All das ist Billy Joe Shaver. In einem geflügelten Wort heißt es, Country sei nichts anderes als der Blues des Weißen Mannes. Und wenn so verstanden Countrymusic die Musik des “worried man” ist, dann ist Billy Joe Shaver vielleicht zugleich der archetypischste wie bedeutendste “Unbekannte” seines Genres.

Denn zum einen Billy Joe ist vor allem auch ein “musician’s musician”. Einer der weniger beim ganz großen Publikum Anklang findet, als unter den Kollegen. Seine Lieder wurden von Merle Haggard, Dwight Yoakam, Kris Kristofferson, Johnny Cash und sogar Bob Dylan gesungen. Zum anderen ist Shavers Leben zwischen Tragödien, Lebenskampf und künstlerischen Erfolgen eigentlich schon der beste Stoff für eine traurige Country-Ballade.

» Weiterlesen



Roger McGuinn in Aschaffenburg

22. Juli 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Schon nach wenigen Takten des Openers “My Back Pages” ging der ganze Colos-Saal mit und es stand fest: Dies wird ein Abend unter Freunden. Roger McGuinn – Vater der legendären Byrds – hielt Hof in Aschaffenburg und traf auf ein begeistertes und sangesfreudiges Publikum.

McGuinn hat in den 1960er und 1970er Jahren drei unverzichtbare Beiträge zur Musikgeschichte geleistet: Erstens hat er mit seiner Rickenbacker-Gitarre dem Folk-Rock-Sound der Byrds ein unverwechselbares Erkennungszeichen gegeben, zweitens hat er einige der Song-Rohdiamanten von Bob Dylan geschliffen und damit einem breiten Publikum zugänglich gemacht und drittens hat er mit den Byrds mit dem Album “Sweetheart Of The Rodeo” auch eines der ersten Country-Rock-Alben überhaupt herausgebracht. Wobei hier Gram Parsons bekanntermaßen einen mindestens ebenso großen Anteil der Meriten verdient.

» Weiterlesen



Levon Helm: Electric Dirt

10. Juli 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

War “Dirt Farmer” verwurzelt in den traditionellen Folksongs mit denen Levon Helm in Arkansas seine Kindheit verbracht hat, so umfasst sein Nachfolger “Electric Dirt” in seiner Bandbreite die ganze Weite des Americana. Und somit ist Helms neues Album oftmals verblüffend Nahe am Sound von “The Band”, der Gruppe, der Levon Helm den Großteil seines musikalischen Lebens gewidmet hat.

Vor einigen Jahren war Levon Helms Leben vom Lungenkrebs bedroht. Er verlor seine Stimme, doch er kämpfte und überwand den Krebs. Schließlich fand er seine Stimme wieder und feierte mit dem Grammy-prämierten “Dirt Farmer” ein triumphales Comeback. Unermüdlich musiziert er seitdem bei den “Midnight Rambles” in seinem Heim in Woodstock mit den unterschiedlichsten Gastmusikern, geht immer mal wieder auf kleinere Konzertreisen und auch die Studioarbeit scheint ihm leicht von der Hand zu gehen.

» Weiterlesen



Dave Alvin: Dave Alvin & The Guilty Women

1. Juli 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit mehr als 30 Jahren ist der Kalifornier Dave Alvin schon im Geschäft. Nach einer Phase mit der Band “Blasters”, die er mit seinem Bruder Phil gegründet hatte, wendete er sich Mitte der 1980er der Country- und Folkmusik zu. In den ersten Jahren war er vor allem als Songwriter – u.a. für Dwight Yoakam – erfolgreich. 1991 wurde sein zweites Album “Blue Blvd.” sowohl von Kritik als auch vom Publikum gefeiert. 2000 erhielt er für sein Album “Public Domain” einen Grammy für das “Best Contemporary Folk Album”. Mit seiner Sammlung von traditionellen Folk-Songs war er einer der Vorreiter der Renaissance von traditioneller Folk, Country und Old Time Music.

In den letzten Jahren tourte er regelmäßig mit den “Guilty Men” über die Countryfestivals. Dies endete mit dem Tod seines Freundes und Bandbassisten Chris Gaffney. Zeit für Alvin etwas Neues zu beginnen. Und siehe da: Mit Cindy Cashdollar, Nina Gerber, Laura Lewis, Christy McWilson, Sarah Brown, Amy Farris und Lisa Pankratz – den “Guilty Women” – war schon bald ein neuer Weg gefunden.

» Weiterlesen



You Ain’t Goin’ Nowhere: Bob Dylan

16. Juni 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Storys zum Song

So wie “Nashville Skyline” das klassische Country-Album von Bob Dylan ist, so ist “You Ain’t Goin’ Nowhere” gleichsam sein prototypischer Country-Song. Er ist fester Bestandteil von Dylans Konzertprogrammen und wird bis heute immer wieder von Country- und Roots/Americana-Künstlern gecovert.

Entstanden ist der Song 1967 bei den legendären Basement-Tapes-Session von Dylan und The Band. Vom Frühjahr bis Herbst jammten sie sich quer durch alle Spielarten der amerikanischen Populärmusik, ließen auch das Band mitlaufen, veröffentlichten aber vorerst nichts davon. Eine ganze Reihe Dylan’scher Songperlen sind bei diesen Sessions heraus gekommen. Erst 1975 gab Dylan Teile davon als Album “The Basement Tapes” heraus. Denn bis dahin waren so gut wie alle Stücke auf Bootlegs verbreitet worden und Dylans Plattenforma musste reagieren. Einige der Songs zählten da schon längst zu Dylans meist gecoverten Stücken. So eben auch “You Ain’t Goin’ Nowhere”.

» Weiterlesen



Bob Dylan: Together Through Life

26. April 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Mit seinem neuen Album “Together Through Life” scheint Bob Dylan wieder einmal ausgetrampelte Pfade verlassen zu wollen. Nach seiner bedeutungsschweren, voller vertrackter Textgebilde zwischen Zeitstillstand und Endzeitstimmung changierenden Trilogie aus “Time Out Of Mind, “Love And Theft” sowie “Modern Times”, drei der besten Alben seiner Karriere, schlägt Dylan auf dem Nachfolger “Together Through Life” neue Wege ein.

Die 10 neuen Songs sind textlich weniger ausladend, sondern direkter und einfacher gehalten. Ob es die Kooperation mit Grateful Dead-Texter Robert Hunter oder die intensive Beschäftigung mit dem Songwriting von Country-Übervater Hank Williams war, sei dahin gestellt. Thematisch orientiert sich Dylan hier an der Liebe, Romantik und Veränderungen und reist musikalisch von Chicago ins amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet. Dazu eine gelöste Stimmung voller Spielfreude. Doch Dylan macht es uns hier nur scheinbar einfacher. Überall lauern Fallstricke und Doppelbödigkeiten.

» Weiterlesen