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Alle Beiträge von Thomas Waldherr



Marty Stuart: Schillernde Figur der Country-Szene

29. August 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Mit seinem neuen Werk “Ghost Train – The Studio B Sessions” ehrt Marty Stuart die klassische Country-Musik. Aufgenommen ist das hörenswerte Album im altehrwürdigen RCA-Studio B in Nashville. Grund genug, nicht nur die neue CD vorzustellen, sondern auch einmal den Werdegang des “Hillbilly-Rockers” aus Missisippi nachzuverfolgen und zu würdigen.

Es gibt Künstler, die prägen ein ganzes Genre, sind Erneuerer und Wegweiser und werden zu Ikonen und Legenden. Für die Countrymusik fallen einem da sofort Namen wie Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson ein. Und es gibt Künstler, die in der allgemeinen Betrachtung eher in der zweiten Reihe gesehen werden, in Wirklichkeit aber für das Genre durch die vielfältigen musikalischen Ausdrucksformen ihrer künstlerischen Arbeit und ihre unprätentiöse Kollegialität unermesslich wichtig sind.

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Sammy Kershaw: Better Than I Used To Be

26. August 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Louisiana-Cowboy Sammy Kershaw legt nach vier Jahren mit “Better Than I Used To Be” mal wieder ein neues Album vor. Zwar ist in der Zwischenzeit einiges in Kershaws Privat- und Berufsleben passiert – die Platte knüpft jedoch mit ihrer gefälligen Mischung aus Country, Honky-Tonk und langsamen Balladen fast nahtlos an die Musik seiner erfolgreichsten Alben an.

Anders als bei uns sind in den USA die Grenzen zwischen Politik und Showbusiness stets fließend gewesen, da muss man gar nicht Ronald Reagan oder Arnold Schwarzenegger bemühen. Auch die Musikbranche hatte stets ihren Anteil daran, man denke nur an den singenden Gouverneur von Louisiana, Jimmie Davies (You Are My Sunshine). Und heutzutage werden ja beispielsweise John Mellencamp immer wieder mal politische Ambitionen unterstellt und Cindy Bullens kandidiert als Demokratin in Maine für den Senat ihres Heimatdistrikts. Auch Country-Sänger Sammy Kershaw bemüht sich schon seit einigen Jahren um den Start ins Politikerleben und tritt damit in die Fußstapfen von Davies, dem ehemaligen Gouverneur seines Heimatstaates, der ja aufgrund seiner musikalischen Meriten auch in die “Country Music Hall Of Fame” berufen wurde.

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Bob Wills (Biografie)

18. August 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Biografien

Der Texaner Bob Wills schrieb vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband. Er war nicht der einzige, der sich an Western Swing versuchte, aber er war der mit dem größten musikalischen Wissen, Instinkt und Ausdrucksvermögen. Seine Spielweise des Western Swing war stilprägend und einzigartig.

Es gibt Künstler, die ihrer Zeit ein Stück voraus sind, indem sie Neues schaffen oder intuitiv künftige Stimmungen und Entwicklungen aufnehmen und damit zu Anführern musikalischer Bewegungen und letztendlich Ikonen und Legenden werden. Man denke nur an Elvis Presley, The Beatles oder Bob Dylan. Auch Künstler der breiten musikalischen Gattung “Country” haben in dieser Liste ihren Platz: Jimmie Rodgers, Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson. Unverdienter Weise nicht so bekannt ist der Texaner Bob Wills, der vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte schrieb – weit vor der digitalen Musikreproduktion und den integrierten Vermarktungs- und Verbreitungsmechanismen der modernen Musikindustrie. Er leistete Großes, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband.

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Jewel: Sweet & Wild

4. August 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Mit “Sweet & Wild” legt die Singer-Songwriterin Jewel Kilcher nach “Perfectly Clear” nun ihr zweites Country-Album vor. Entstanden ist eine radiotaugliche, perfekt arrangierte und produzierte Country-Folk-Pop-Scheibe mit vielen eingängigen Songs.

Jewels Stern ging 1995 auf, als eine der typischen “Mädchen mit Gitarre” des “Coffeehouse-Folks”. “Pieces of you” hieß ihr Erstling, randvoll mit gefühlvollen Balladen und schöner Songlyrik. Doch während so viele der Newcomerinnen wieder von der Bildfläche verschwanden, setzte sich die Tochter eines Deutsch-Schweizers und einer Amerikanerin mit irischer Herkunft auf dem Musikmarkt nachhaltig durch. Mittlerweile hat sie neun Alben herausgebracht und gut 25 Millionen Tonträger verkauft. In den letzten Jahren hat sie immer wieder mit verschiedenen Musikstilen gespielt und brachte 2008 – möglicherweise beeinflusst durch die damalige Heirat mit dem Rodeo-Star Ty Murray – ihr erstes Country-Album heraus.

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John Mellencamp: No Better Than This

4. August 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Endlich ist es wieder soweit. Heartland-Sänger John Mellencamp und Americana-Produzenten-König T-Bone Burnett haben gemeinsam ein Album erstellt. Kurzum: Das Ergebnis ist fantastisch. Ex-Mainstream-Rocker Mellencamp, der schon seit geraumer Zeit seine Wurzeln im Country-Folk sucht, ist diesmal mit Hilfe Burnetts auf eine besondere Zeitreise aufgebrochen. Die CD “No Better Than This”, die bei uns am am 27. August 2010 erscheint, greift nicht nur musikalisch die traditionellen Klänge von Country, Blues, Rockabilly und Folk auf, sie ist sogar mit antiquarischem technischen Equipment an musikhistorischen Schauplätzen entstanden.

Eingespielt worden sind die Songs bereits im letzten Jahr, als Mellencamp zusammen mit Bob Dylan und Willie Nelson auf Tour war. An auftrittsfreien Tagen nahm er zusammen mit den Musikern seiner Band die Lieder für “No Better Than This” auf. Aufnahmegerät war ein 55 Jahres altes Ampex-Tonband mit nur einem Mikrofon. Die Aufnahmen entstanden im legendären Sun Studio in Memphis, in der nicht nur Elvis Presley, sondern auch Country-Ikone Johnny Cash entdeckt wurden, in der First African Baptist Church in Savannah, sowie im Zimmer 414 des Gunter Hotels in San Antonio, wo Blues-Urvater Robert Johnson das erste Mal für eine Schallplatte ins Mikro sang. Als alles im Kasten war machte sich T-Bone Burnett daran, die Monobänder zu mastern. “Und zwar so dass die Aufnahmen in sich geschlossen klingen”, erklärt Mellencamp. Burnett legte dann die Reihenfolge der Tracks fest – und das Ergebnis ist perfekt.

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Rosanne Cash veröffentlicht Memoiren

30. Juli 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Die Tochter von Country-Ikone Johnny Cash zieht Zwischenbilanz. Nach ihrem hervorragenden letzten Album “The List” – sie sang Songs, die von einer ihr vom Vater überlassenen Liste mit 100 essentiellen Country- und Folksongs stammten – setzt sich Rosanne Cash nun noch übergreifender mit ihrer Biografie auseinander.

In “Composed: A Memoir” erzählt sie u.a. über ihre Kindheit in Südkalifornien als Tochter eines Countrystars sowie mit der Beziehung zu ihrer leiblichen Mutter Vivian Liberto und ihrer Stiefmutter June Carter-Cash auseinander. Und sie geht auf ihre ersten Erfolge und ihre Entfremdung von Nashville und ihr Leben in New York mit ihrem Ehemann und musikalischen Partner John Leventhal ein.

Laut Promo-Text handelt es sich bei diesen Memoiren um miteinander verbundene Bruchstücke, die ein brillantes Ganzes ergeben. Wie auch immer: Das Buch, das am 10. August erscheint, ist für alle, die sich mit der großen Country-Dynastie Cash verbunden fühlen, Pflichtlektüre.



Townes van Zandt (Biografie)

11. Juli 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Biografien

Er ist der tragische Held, der Unvollendete des Country sowie des Singer & Songwriter-Genres. Townes van Zandt hat wie wenige Liederschreiber die Country-Welt beeinflusst und blieb doch sein Leben lang nur ein Geheimtipp. Ein musician’s musician, ein Kritikerliebling, kein Liebling des Business und auch deswegen kein Publikumsstar, sondern ein Geheimtipp bis zu seinem Lebensende. Denn bei aller Begabung stand er sich stets selbst im Weg, so an der Welt leidend und suchtgeplagt wie er war.

Townes wurde am 7. März 1944 in Fort Worth, Texas, geboren. Er entstammt einer wohlhabenden Familie, die schon seit Generationen im Ölgeschäft tätig war. Sein Vater war Firmenanwalt. Und so lebte er aufgrund vieler beruflich bedingter Umzüge seiner Eltern als Heranwachsender u.a. in Fort Worth und Midland in Texas, in Boulder, Colorado, in Billings (Montana), Barrington, (Illinois) und in Minnesota. Früh zeigt sich bei ihm eine überragende Intelligenz und so wurde er von seinen Eltern in ein Internat geschickt, um ihn die typische American Football-, Militärkarriere durchlaufen zu lassen, damit er später Politiker oder Anwalt werden konnte.

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Cindy Bullens: Howling Trains And Barking Dogs

1. Juli 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Cindy Bullens ist mittlerweile schon seit mehr als 30 Jahren im Geschäft und legt nun mit “Howling Trains And Barking Dogs” eine neue, wunderschöne Country-Roots-Rock-Platte ab. Als musikalische Unterstützer sind Weggefährten wie Radney Foster, Deborah Holland und Wendy Waldman ebenso mit dabei wie Geigen-Virtuose David Mansfield.

Kurzer Rückblick: Nach ihren ersten Karriereschritten – sie tourte mit Elton John (obwohl auch Bob Dylan angefragt hatte) und ging mit Bob Crewe ins Studio – schaffte sie 1979 im Alter von 24 Jahren mit dem Song “Survivor” einen veritablen Hit und damit den Durchbruch. Danach veröffentlichte sie in den 1980ern zwei Alben, die vor allem Kritikererfolge waren. In den 1990er Jahren ging die in Massachusetts aufgewachsene Künstlerin nach Nashville und erlebte dort als Songwriterin arbeitsintensive, glückliche Jahre und war an mehreren Country-Hits mitbeteiligt.

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T-Bone Burnett: Mr. Americana

31. Mai 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

T-Bone Burnett ist Musiker, Produzent, Soundtrackgenie – ein Künstler auf dem Höhepunkt. Der Mann ist gleichsam der König Midas der amerikanischen Musikproduzentengilde. Was er in die Hand nimmt, wird veredelt, wird vergoldet. Künstlerisch und kommerziell. Zuletzt half er Jakob Dylan und Willie Nelson dabei, ihre Art von Country Music zu definieren. Daneben schafft er es immer wieder, kongeniale Film-Soundtracks zu entwerfen. Er war der Vater des Überraschungscoups und Millionensellers “Oh Brother, Where Art Thou”, der Country und Old Time Music zurück ins Bewusstsein von Publikum und Musikern brachte.

Sein Soundtrack zu “Walk The Line” schaffte den richtigen musikalischen Spannungsbogen für das gelungene Johnny Cash-Biopic. Und seine Filmmusik zu “Crazy Heart” und die Auswahl ihres Protagonisten Ryan Bingham zeigte sein großes Können im Aufspüren von authentischen Americana-Künstlern auf. T-Bone Burnett ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Grund genug, hier einmal seine Geschichte zu erzählen.

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Merle Haggard: I Am What I Am

6. Mai 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Fast zeitgleich mit seinem Freund und Weggefährten Willie Nelson hat auch “Bakersfield Rebel” Merle Haggard einen neuen Silberling herausgebracht. Ohne zu pathetisch zu werden, kann man “I Am What I Am” fast so etwas wie eine Wiedergeburt nennen. Nach gesundheitlichen Problemen in den beiden vergangenen Jahren hat er Anfang dieses Jahres einen Plattenvertrag beim Folk-Label-Klassiker “Vanguard Records” unterschrieben. Sein jüngstes Werk ist damit auch sein Erstling bei Vanguard. Und er ist ihm gut gelungen.

Während Willies “Country Music” auch hierzulande stark promotet wird, ist dies bei Merles “I Am What I Am” leider nicht der Fall. Damit fehlt dem Werk die große Aufmerksamkeit, die es verdient. Denn “Hag” klingt hier wie runderneuert. Auch er besinnt sich auf seine musikalischen Wurzeln: Viel traditionelle Country-Klänge mit Fiddle und Steel Guitar, dazu einige Ausflüge in den Western Swing und sogar einen kleinen Grenzübergang in Tex-Mex-Gefilde wagt der mittlerweile 73-jährige.

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Willie Nelson: Country Music

20. April 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Gemeinhin wird Willie Nelson gerne als genre-typischer Countrymusiker und als einer der Väter der Outlaw-Bewegung angesehen. Doch tatsächlich hat kein Künstler dieser Sparte derart Spaß daran, die Genregrenzen zu überwinden, sich als Wanderer zwischen den Musikwelten zu bewegen, wie der mittlerweile bald 77-jährige Texaner. So hat er sich in den letzten Jahren u.a. in Reggae, Jazz und Blues versucht und erst im letzten Jahr mit “Asleep At The Wheel” zusammen ein Western Swing-Album eingespielt.

Mit seinem neuen Album – es erscheint am 23. April – kehrt er nun zu seinen Wurzeln zurück. “Country Music” heißt das wunderschöne Werk. “Das ist meine Definition von echter Country Music”, erklärt Nelson die Wahl des Albumtitels. Geholfen hat ihm bei dieser Definition der in diesen Tagen schier omnipräsente Produzenten-Impresario T-Bone Burnett. Gerade erst hat er Jakob Dylan ein künstlerisches Karrierehoch beschert, hilft seine kongeniale Produktion nun Nelson, 15 Songperlen der Country Music in einzigartiger Manier zu interpretieren.

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Hank Williams bekommt Pulitzer-Preis

14. April 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Country-Übervater Hank Williams Sr. wurde jetzt posthum eine überraschende Ehre zu Teil. Für seine Musik und ihren Beitrag zur amerikanischen Kultur erhielt er den Pulitzer-Spezialpreis für die Künste. Der Pulitzerpreis ist der wichtigste Medienpreis in den USA.

In der Begründung heißt es: “Es ist seine Arbeit als Songschreiber, der auf einfache Art und Weise universelle Gefühle auf den Punkt brachte. Er spielte eine zentrale Rolle in der Veränderung der Country-Musik hin zu einer wichtigen musikalischen und kulturellen Kraft im amerikanischen Leben.”

Der Pulitzer-Spezialpreis für die Künste wurde bisher nur zehnmal verliehen, meist an Komponisten. Jazz-Musiker Thelonious Monk erhielt die Ehrung ebenfalls posthum 2006, John Coltrane bekam ihn 2007 und Folk-Rock-Legende Bob Dylan wurde 2008 mit dem Preis ausgezeichnet.



Billy Joe Shaver frei gesprochen

10. April 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: News

Country-Singer-Songwriter Billy Joe Shaver ist endgültig wieder ein freier Mann. Eine Gerichts-Jury in Waco (Texas) folgte seiner Version einer Schießerei im Jahre 2007, in der er bei einem Streit von einem Mann mit dem Messer bedroht worden war und ihn in Notwehr angeschossen hätte.

Vor gut drei Jahren machte die Sache erstmals Schlagzeilen. Outlaw-Country-Held Shaver, so wurde kolportiert, hätte sich anscheinend ganz weit außerhalb des Gesetzes begeben, denn er hätte nach einem Streit einen Mann absichtlich ins Gesicht geschossen. Shavers Version lautete anders: Er sei mit einem Messer bedroht worden und hätte in Notwehr gehandelt. Rasch sprang ihm sein Freund Willie Nelson bei und dessen Anwalt Dick DeGuerin verteidigte Shaver. Diesen Freitag nun folgten Jury und Gericht der Notwehrversion und Billy Joe Shaver ist wieder ein freier Mann. Und um eine Geschichte reicher, die seinen Legendenstatus nährt.



40 Jahre Asleep At The Wheel

9. April 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Seit vier Jahrzehnten führt die Gruppe um Bandleader Ray Benson die Tradition des Western Swing im Geiste von Genrevater Bob Wills fort. Dessen Musik begeisterte den mittlerweile 59-jährigen Benson derart, dass er bis heute mit seiner Truppe – in über die Jahre stets wechselnder Besetzung – quer durch die USA reist und zum Tanz aufspielt. Grund genug, um die Geschichte dieser musikalischen Dauerbrenner einmal etwas genauer zu beleuchten.

Prolog

Die Geschichte des Western Swing beginnt in den dreißiger und vierziger Jahren als Bob Wills in Texas eine Spielart der Countrymusic entwickelt, die Western- und Hillbilly-Elemente mit dem Swing-Sound der Jazz-Bigbands kombiniert. Die Musik, die er und seine Texas Playboys spielen, wird zum Renner im ländlichen Süden und Südwesten der USA, da sie einen extrem mitreißenden Rhythmus und eine hohe Tanzbarkeit besitzt. Wills war bis in die 50er Jahre so etwas wie der Elvis Presley von Texas, Oklahoma und der Westküste. Ein echter Superstar. Mit dem aufkommenden Rockabilly, dem Rock’n'Roll und den Countryschlagern, die ab den 1950er Jahren produziert werden, gerät die Musik aber etwas in Vergessenheit.

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Jakob Dylan: Women & Country

3. April 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Ein Album mit dem Prädikat “besonders wertvoll” legt Jakob Dylan mit seinem neuen Werk Women & Country” vor. Perfekt produziert von Americana-Impresario T-Bone Burnett, eignet sich Dylan Junior in beeindruckender Weise Habitus, Sprachcodes und den musikalischen Ausdruck der Country Music an.

Da wimmert die Pedal Steel Gitarre von Greg Leisz, dass es nur so eine Freude ist und da erklingen ganz vertraut Geige, Banjo und Mandoline, allesamt gespielt von Burnetts altem Kumpel David Mansfield, mit dem er schon in den 1970ern zusammen auf Dylan Seniors “Rolling Thunder Review” und in der “Alpha Band” musiziert hat. Heraus kommt ein wunderschöner, langsam-getragener Country-Folk. Auf ein paar Stücken kommt noch ein Bläser-Satz hinzu und verbreitet damit sogar etwas New Orleans Jazz-Atmosphäre.

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Kevin Costner begeisterte seine Fans

19. März 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Bei seiner Deutschland-Tournee verzückt Hollywood-Star Kevin Costner dieser Tage seine große, vor allem weibliche Fangemeinde. Seine Melange aus Mainstream-, Westcoast- und Country-Rock, aber vor allem seine Bühnenpräsenz, findet beim Publikum großen Anklang und sorgt für gefeierte Auftritte quer durch die Republik. So auch zur Monatsmitte im Offenbacher Capitol.

Mit “Turn It On” brachte der Schauspieler und Sänger jüngst seine zweite Platte mit seiner Band “Modern West” heraus. Wie schon der Vorgänger “Untold Truths” ist die Musik solide, aber unspektakulär und folgt oft gehörten Mustern. “Modern West” – das sind John Coinman, Teddy Morgan, Park Chisholm, Blair Forward, Larry Cobb und Bobby Yang. Die gut eingespielte Band, schnurrt wie eine geölte Rock-Maschine und trägt Costners sonoren Gesang über Texte, die ganz dem gängigen Bild des amerikanischen “Heartlands” entsprechen: Es geht um Liebe, den Highway, den Sonnenuntergang und den Samstagabend.

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Ryan Bingham – neuer Star des Alternative Country

7. März 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Man könnte ihn durchaus als “Wunderkind” bezeichnen. Nach seinen beiden erfolgreichen Alben “Mescalito” und Roadhouse Sun” ist dem 28-jährigen Ryan Bingham nun mit dem Ocscar-nominierten Filmsong “The Weary Kind” und der Mitwirkung am Soundtrack zu “Crazy Heart” endgültig der Durchbruch gelungen.

Vom Rodeo-Zirkus zum Musikbusiness

Eigentlich könnte auch seine Lebensgeschichte als Vorlage für einen Film dienen. Bingham streunte als Jugendlicher alleine durch das Grenzgebiet des US-amerikanischen Südwestens. Lebte mal hier mal dort, fand hin und wieder Zuflucht bei Verwandten. Über Wasser hielt er sich dabei durch die Mitwirkung bei Rodeo-Shows. Er ritt auf Bullen und übernachtete in seinem Truck. Zur Musik kam er durch die Jukebox in der Raststätte eines Onkels. Dort hörte er Bob Dylan, Marshall Tucker und Bob Wills. Ein Mariachi-Musiker aus der Nachbarschaft brachte ihm das Gitarrespielen bei und bald hatte er kleine Auftritte in Bars.

Mit “Lost Bound Rails” und “Wishbone Saloon” brachte er quasi im Selbstverlag zwei Alben heraus, ehe er bei Lone Star Music das Album “Dead Horses” veröffentlichte. Lost Highway Records – die Nashville Adresse für Alternative Country – wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Mit “Mescalito” gab er sein Major-Label-Debüt, produziert wurde es von “Black-Crows”-Gitarrist Marc Ford.

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Joan Baez begeistert in Mannheim

27. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Ein ruhiges und schönes Konzert mit dem sie am Ende wieder einmal ihre Fans begeisterte, absolvierte Folk-Ikone Joan Baez dieser Tage in Mannheim. Im vollbesetzten Rosengarten spielte sie Songs aus all ihren Schaffensperioden und bewies damit einmal mehr ihre Ausnahmestellung.

Referenz an Johnny Cash

Einer der bewegendsten Momente ereignet sich gegen Mitte des Konzerts. “This Song is dedicated to Johnny Cash”, lautet ihre Ansage. Die Country-Legende wäre an diesem Freitag (26. Februar) 78 Jahre alt geworden. Der Saal applaudiert. Es folgt das bitter-süße Folk-Traditional “Long Black Veil”. Ein Song, den Cash stets im Programm hatte und auch auf der Liste der 100 Songs steht, die er seiner Tochter Rosanne Cash vermacht hat. Joan Baez zeigt mit der Verbeugung vor dem großen Kollegen auch auf, aus welcher gemeinsamen Tradition so unterschiedliche Musikertypen wie Cash und Sie geschöpft haben. Ihr gelingt es, sich das Lied – geschrieben aus der Sicht eines jungen Mannes – gefühlvoll anzueignen. Anrührende Augenblicke eines Konzerts, dessen dichte Atmosphäre sich aus der gelungenen Auswahl der durchweg langsamen oder midtempo-Stücken und der immer noch faszinierenden Performance der Künstlerin ergibt.

Klare Stimme, intensive Darbietung

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Holly Williams in Frankfurt

5. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Konzertberichte

Auf ihrer Deutschland-Tour machte Holly Williams am 4. Februar auch Station in Frankfurt. Dem Publikum bot sie ein Konzert mit intimer Musik und schönen Momenten, das leider viel zu schnell schon wieder zu Ende war.

Den Auftakt an diesem Abend in der urigen “Brotfabrik” in Frankfurt-Hausen macht der kanadische Musiker Colin Moore. Mit rauer Stimme arbeitet er sich in Singer-Songwriter-Manier durch sein Repertoire und gibt überwiegend nachdenkliche, ruhige Songs zum Besten. Eine ordentliche Darbietung, man möchte dem Künstler jedoch raten, auch einmal mutiger zu sein und es wagen, allzu gut beschrittene Wege des Musizierens zu verlassen.

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Crazy Heart: Ein Country-Sänger hat den Blues

1. Februar 2010 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Specials

Jeff Bridges brilliert als in die Jahre gekommener Gitarren-Cowboy. Kongenialer Soundtrack von T-Bone Burnett und Stephen Bruton.

In den USA hat er bereits bei den Golden Globes abgeräumt, bei uns läuft er am 4. März an: “Crazy Heart” – die Geschichte eines heruntergekommenen Country-Stars. Jeff Bridges wurde für seine Verkörperung der Hauptfigur Bad Blake ebenso ausgezeichnet wieder Filmsong “The Weary Kind” von T-Bone Burnett und Ryan Bingham. Mit “Crazy Heart” ist dem Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper ein authentischer, lakonischer und tragikomischer Musikerfilm gelungen, der auch hierzulande nicht nur Countrymusicfreunde überzeugen wird.

Ein alter Wolf kämpft mit sich selbst

Schon seit einigen Jahren ist Bad Blake, einst überjubelter Stern am Country-Himmel, auf dem Weg nach unten, gefangen im ewigen Kreislauf zwischen Alkoholsucht und Misserfolg. Mittlerweile muss er sich mit Auftritten in den obskursten Spelunken begnügen. Doch mit der Journalistin Jean – gespielt von der hinreißenden Maggie Gyllenhaal – bekommt er eine neue Chance. Er verliebt sich in die alleinerziehende Mutter und die lässt sich auf ihn ein und nimmt sich seiner an. Wie der alte Wolf darum kämpft, wieder auf die Beine zu kommen, schildert Coopers Streifen ebenso unprätentiös wie berührend.

Starke Schauspielerleistungen

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