Beiträge von Thomas Waldherr
Den Grundstock für seine Beziehung zur Countrymusik hatte Bob Dylan Ende der 60er Jahre gelegt, als er Country- und Rockmusik zusammenführte. In späteren Verlauf seiner Karriere hat er sich immer wieder des Genres bedient und entwickelte zudem zu einigen Countrymusikern enge künstlerische Bindungen. Und ein wichtiges Projekt wartet immer noch auf seine Veröffentlichung.
Westernthemen in Dylansongs: Jack of Hearts/ Romance in Durango/ Brownsville Girl
Für einen Künstler wie Dylan, der sich stets in der Tradition der fahrenden Sänger und Hobos verwurzelt sieht, ist die Figur des Westernhelden, des Spielers und geheimnisvollen Gesetzlosen natürlich immer wieder ein Rollenmodell für seine Songs. Drei Songs sind hierfür beispielhaft.
Mit “Let’s Have A Party” wurde sie zur Rockabilly-Legende, es folgte eine veritable Country-Karriere. Mittlerweile 74 Jahre alt, feiert Wanda Jackson nun mit Hilfe des Musikwunderknaben Jack White ein erstaunliches Comeback. Er produzierte ihr neues Album, das am 28. Januar erscheint. Beziehungsreicher Titel: “The Party Ain’t Over”.
“Let’s Have A Party” war und ist Wanda Jackson Segen und Fluch zugleich. Wird Sie doch in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute auf diesen Song reduziert und oftmals als “One Hit Wonder” angesehen. Dabei hätte sie – wenn die Zeiten Ende der 50er/Anfang der 60er toleranter und aufgeschlossener gewesen wären – so etwas wie ein weiblicher Elvis werden können. Stattdessen hatte sie aber in den 60er und frühen 70er Jahren eine beachtliche Conutrymusik-Karriere hingelegt. So hatte Sie 1961 mit “Right Or Wrong” und “In The Middle Of Heartache” zwei Top Ten-Hits in den Country-Charts. In den 70ern wendete sie sich verstärkt religiöser Musik zu und verlor den Anschluss an das Musikbusiness. In den letzten Jahren ist sie aber immer wieder gern gesehener Gast auf Oldie-Konzerten gewesen.
Caitlin Rose ist Anfang 20 und stammt aus einer in Nashville verwurzelten Countrymusik-Familie. Beschäftigte sie sich als Jugendliche noch mit Punkrock, so ist sie in den letzten Jahren über die Musik ihrer Vorbilder Loretta Lynn, Lucinda Williams und Patsy Cline in die Welt des Country eingetaucht. Nun hat sie mit “Own Side Now” ihr erstes Album vorgelegt und wird bereits als Zukunftsversprechen der Countrymusik hoch gehandelt.
Ihre Mutter Liz Rose hat einige Hits für Taylor Swift geschrieben, ihr Vater Johnny B. Rose ist beruflich mit dem Vertrieb und Verkauf von Countrymusik beschäftigt. Caitlin selber brauchte einige Jahre, bis sie sich dem Musikgenre ihre Eltern annähern konnte. Ihr Album-Erstling “Own Side Now”, der der EP “Dead Flowers” folgt, zeugt denn auch von den Einflüssen, die weit über den Country-Mainstream hinausgehen. Da spielen Fleetwood Mac oder Bonnie Raitt genauso eine wichtige Rolle wie die Country-Heldinnen Loretta Lynn, Lucinda Williams und Linda Ronstadt oder die Indie-Rock-Sängerin Julie Doiron.
Als “Coal Miner’s Daughter” hat sie ihren Platz im Olymp der Countrymusik längst sicher. Nun wird Loretta Lynn mit einem Tribute-Album geehrt. Eine illustre und vielfältige Künstlerschar begibt sich da in die Fußstapfen der großen Sängerin. Von Alan Jackson über Sheryl Crow bis zu den “White Stripes” reicht die Bandbreite.
Sie ist eine der ganz großen der Zunft. Loretta Lynn gehört neben Künstlerinnen wie Dolly Parton, Tammy Wynette, Emmylou Harris und den verstorbenen June Carter und Patsy Cline zum exklusiven Kreis weiblicher Country-Legenden. Anlässlich ihres ersten Hits “I’m A Honky Tonk Girl”, der vor 50 Jahren erschien, ehren nun Stars der Rock-, Pop- und Country-Szene die große Dame der Countrymusik mit dem Album “Coal Miner’s Daughter: A Tribute To Loretta Lynn”. Zu den Interpreten ihrer Songs zählen so unterschiedliche Künstler wie The White Stripes, Kid Rock, Steve Earle, Sheryl Crow, Alan Jackson, Faith Hill oder Lucinda Williams. Dies verspricht ein spannendes und vielfältiges Album.
Perfekt, doch leider viel zu kurz – Ryan Bingham und seine Band machten Appetit auf mehr.
Gegen Viertel nach Acht betritt der blondlockige Australier Liam Gerner die Bühne. Der Supporting-Act wird vom Publikum freundlich empfangen und spielt eingängigen Gitarrenfolk. Eine ordentliche Einstimmung. Nach erneuter Pause ist es dann so gegen 21:10 Uhr, als endlich Ryan Bingham & The Dead Horses die Bühne im gut gefüllten Kölner “Underground” betreten. Und los geht es mit druckvollem, erdigem Wüsten-Country-Rock. Bingham sieht gut aus, ist sehr freundlich – er begrüßt mit Guten Abend” und bedankt sich mit “Dankeschön” – erzählt aber keine langen Geschichten zwischen den Liedern, sondern lässt sie nach guter Sitte für sich sprechen.
Vom Rodeo-Reiter zum Oscar-gekrönten Star des Alternative Country: Ryan Bingham kommt mit seinen “Dead Horses” und dem erfolgreichen neuen Album “Junky Star” im November auf Tour nach Deutschland. Man darf sich freuen auf drei Abende zartbitterer bis erdig-rockiger Musik mit bildreichen Texten eines Singer-Songwriters, dessen stilles Charisma bereits in jungen Jahren unverwechselbar ist.
Vom Geheimtipp zum Oscar-Preisträger
Anfang des Jahres setzte der 29-jährige aus dem Südwesten der USA ein Ausrufezeichen. Seine melancholische Ballade “The Weary Kind” aus dem Movie “Crazy Heart” gewinnt als bester Filmsong den Oscar. Hinter sich hat er bereits viele Jahre in denen sich er als Jugendlicher alleine durch das Grenzgebiet des US-amerikanischen Südwestens schlägt und im Rodeozirkus arbeitet. Irgendwann ergreift er die Gitarre und lässt sich durch die Jukebox seines Onkels inspirieren. Er hört Bob Dylan, Bob Wills und Marshall Tucker und orientiert sich hin zu rockigem, erdigem Country-Folk.
Nun hat auch Tim Robbins sein Debüt-Album vorgelegt. “Wieder so ein singernder Schauspieler” möchte man sagen. Doch weit gefehlt! “Tim Robbins & The Rogues Gallery Band”, so der Name der Scheibe, bietet schönen “Folk-Rock-Country-Blues” mit wunderbaren Melodien, interessanten Texten und einer Klasse-Band.
Oscar-Preisträger Robbins stammt mitten aus Greenwich-Village, dem Herz der amerikanischen Folkszene. Sein Vater war Musiker und so hat er ebenfalls Musik in den Genen. Seit vielen Jahren schon schreibt er Songs, tritt immer mal wieder im Kreis von befreundeten Musikerkollegen auf, und schrieb sogar den Soundtrack zu “Bob Roberts” (1992), dem Film, indem er einen rechtsextremen singenden Politiker spielte. Doch da er Missverständnissen vorbeugen wollte, entschloss er sich, die Songs nicht zu veröffentlichen, da sie inhaltlich im Kontext zum Film gesehen werden mussten.
Kurt Wagner und Cortney Tidwell präsentieren ein besonderes Nashville-Projekt. Der Lampchop-Sänger Wagner und die aus altem Nashville-Country-Adel stammende Tidwell geben auf ihrem Album “Kort: Invariable Heartache” zwölf Liebeserklärungen an die Musiktraditionen der Stadt ab: 12 wenig bekannte Singles (elfmal RCA, einmal ABC) aus den 1960ern und frühen 1970ern wurden von Ihnen gecovert.
Die Songs heißen “Incredibly Lonely”, “Eyes Look Away” oder “He’s Only A Memory Away” und die Grundatmosphäre des Albums ist melancholisch. Denn geehrt werden die vergessenen Songperlen und Musiker. Eine der Originalinterpretinnen der hier versammelten Songs heißt Connie Eaton. Sie ist Cortney Tidwells Mutter. Cortneys Vater Cliff Williamson war A&R-Mann bei Chart Records. Die Ehe der beiden zerbrach an der Erfolglosigkeit der Karriere von Connie und sie verstarb bereits mit 49 Jahren im Jahr 1999. Bittere Ironie: Ihren einzigen Hit hatte Sie nach dem Wechsel zu ABC Dunhill.
Nach “Crazy Heart” ist erneut ein Film entstanden, der in der Countrymusikszene spielt. “Country Strong” heißt der Streifen, in dem Gwyneth Paltrow (Shakespeare in Love) eine Country-Sängerin im Karrieretief spielt. Sie wird dort an der Seite von Tim McGraw zu sehen sein. Der Country-Charts-Topper war ja zuletzt im Kino in “Blind Side – Die große Chance” an der Seite von Sandra Bullock zu sehen.
Gwyneth Paltrow hat sich intensiv auf ihre Rolle vorbereitet und gründlichst Größen wie Hank Williams, Johnny Cash und Dolly Parton studiert. Ihr Gesang kommt gut an – so bekam Sie bereits die Einladung, bei der Verleihung der diesjährigen CMA Awards (Country Music Association) aufzutreten.
Country Strong wird hierzulande voraussichtlich erst im Juni 2011 anlaufen, der Soundtrack enthält neben den Paltrow-Songs auch Beiträge von Hank Williams Jr., Lee Ann Womack, Sara Evans und Trace Adkins und versüßt uns bereits ab dem 25. Oktober die Wartezeit.
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Titel: Country Strong (Original Motion Picture Soundtrack) Künstler: Verschiedene Interpreten Veröffentlichungstermin: 25. Oktober 2010 (USA) Label: RCA Nashville Format: Download Bestellen bei: Amazon | Musicload Info: Der Soundtrack zum Film! |
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Im Mai 2010 wurde Nashville von einer grossen Flut heimgesucht. Stark betroffen davon war auch der Dom der Country Music, die Grand Ole Opry. Über Monate wurde sie renoviert und erneuert. Insbesondere der hölzerne Bühnenkreis, der noch aus dem Ryman, dem Ursitz der Radio-Show stammt, wurde stark beschädigt. Doch “The show must go on” und die Konzerte fanden in mehreren Ausweichquartieren in Nashville statt.
Am 28. September war es dann soweit. Die grosse Wiedereröffnug des Grand Ole Opry-Hauses stand an und viele, viele Stars kamen, um dies gemeinsam zu feiern. Das Staraufgebot reichte von Altvorderen wie Little Jimmie Dickens, Del McCoury, Charlie Daniels und den Riders in the Sky bis zu den akutellen Top-Acts wie Josh Turner, Keith Urban, Martina McBride, Trace Adkins, Blake Shelton, Brad Paisley und Dierks Bentley. Angeführt wurde das Ganze vom Spiritus Rector der Country-Gemeinde, Marty Stuart.
Bob Dylans Album “Highway 61 Revisited” feiert in diesem Jahr seinen 45. Geburtstag. Es ist ein absoluter Meilenstein der Musikgeschichte und verkörpert sowohl die Hinwendung Dylans zu Rock und Rythm’n'Blues, als auch das Erwachsenwerden des Rockgenres. Die Zeit der dreiminütigen “I Love You”-Songs war vorbei, komplexere Lyrik und anspruchsvollere Themen waren im Rock hoffähig geworden.
Anlässlich des Jubiläums hat der Autor Colin Irwin unter dem Titel “Bob Dylan. Highway 61 Revisited – Ein Album schreibt Geschichte” (Edel-Verlag) nun ein Buch herausgebracht, das der Entstehung und der Wirkung dieses Albums nachgeht.
Mit seinem neuen Werk “Ghost Train – The Studio B Sessions” ehrt Marty Stuart die klassische Country-Musik. Aufgenommen ist das hörenswerte Album im altehrwürdigen RCA-Studio B in Nashville. Grund genug, nicht nur die neue CD vorzustellen, sondern auch einmal den Werdegang des “Hillbilly-Rockers” aus Missisippi nachzuverfolgen und zu würdigen.
Es gibt Künstler, die prägen ein ganzes Genre, sind Erneuerer und Wegweiser und werden zu Ikonen und Legenden. Für die Countrymusik fallen einem da sofort Namen wie Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson ein. Und es gibt Künstler, die in der allgemeinen Betrachtung eher in der zweiten Reihe gesehen werden, in Wirklichkeit aber für das Genre durch die vielfältigen musikalischen Ausdrucksformen ihrer künstlerischen Arbeit und ihre unprätentiöse Kollegialität unermesslich wichtig sind.
Louisiana-Cowboy Sammy Kershaw legt nach vier Jahren mit “Better Than I Used To Be” mal wieder ein neues Album vor. Zwar ist in der Zwischenzeit einiges in Kershaws Privat- und Berufsleben passiert – die Platte knüpft jedoch mit ihrer gefälligen Mischung aus Country, Honky-Tonk und langsamen Balladen fast nahtlos an die Musik seiner erfolgreichsten Alben an.
Anders als bei uns sind in den USA die Grenzen zwischen Politik und Showbusiness stets fließend gewesen, da muss man gar nicht Ronald Reagan oder Arnold Schwarzenegger bemühen. Auch die Musikbranche hatte stets ihren Anteil daran, man denke nur an den singenden Gouverneur von Louisiana, Jimmie Davies (You Are My Sunshine). Und heutzutage werden ja beispielsweise John Mellencamp immer wieder mal politische Ambitionen unterstellt und Cindy Bullens kandidiert als Demokratin in Maine für den Senat ihres Heimatdistrikts. Auch Country-Sänger Sammy Kershaw bemüht sich schon seit einigen Jahren um den Start ins Politikerleben und tritt damit in die Fußstapfen von Davies, dem ehemaligen Gouverneur seines Heimatstaates, der ja aufgrund seiner musikalischen Meriten auch in die “Country Music Hall Of Fame” berufen wurde.
Der Texaner Bob Wills schrieb vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband. Er war nicht der einzige, der sich an Western Swing versuchte, aber er war der mit dem größten musikalischen Wissen, Instinkt und Ausdrucksvermögen. Seine Spielweise des Western Swing war stilprägend und einzigartig.
Es gibt Künstler, die ihrer Zeit ein Stück voraus sind, indem sie Neues schaffen oder intuitiv künftige Stimmungen und Entwicklungen aufnehmen und damit zu Anführern musikalischer Bewegungen und letztendlich Ikonen und Legenden werden. Man denke nur an Elvis Presley, The Beatles oder Bob Dylan. Auch Künstler der breiten musikalischen Gattung “Country” haben in dieser Liste ihren Platz: Jimmie Rodgers, Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson. Unverdienter Weise nicht so bekannt ist der Texaner Bob Wills, der vor gut siebzig Jahren Musikgeschichte schrieb – weit vor der digitalen Musikreproduktion und den integrierten Vermarktungs- und Verbreitungsmechanismen der modernen Musikindustrie. Er leistete Großes, indem er die vorher doch ziemlich beziehungslosen Genres Country & Western und Swing miteinander verband.
Mit “Sweet & Wild” legt die Singer-Songwriterin Jewel Kilcher nach “Perfectly Clear” nun ihr zweites Country-Album vor. Entstanden ist eine radiotaugliche, perfekt arrangierte und produzierte Country-Folk-Pop-Scheibe mit vielen eingängigen Songs.
Jewels Stern ging 1995 auf, als eine der typischen “Mädchen mit Gitarre” des “Coffeehouse-Folks”. “Pieces of you” hieß ihr Erstling, randvoll mit gefühlvollen Balladen und schöner Songlyrik. Doch während so viele der Newcomerinnen wieder von der Bildfläche verschwanden, setzte sich die Tochter eines Deutsch-Schweizers und einer Amerikanerin mit irischer Herkunft auf dem Musikmarkt nachhaltig durch. Mittlerweile hat sie neun Alben herausgebracht und gut 25 Millionen Tonträger verkauft. In den letzten Jahren hat sie immer wieder mit verschiedenen Musikstilen gespielt und brachte 2008 – möglicherweise beeinflusst durch die damalige Heirat mit dem Rodeo-Star Ty Murray – ihr erstes Country-Album heraus.
Endlich ist es wieder soweit. Heartland-Sänger John Mellencamp und Americana-Produzenten-König T-Bone Burnett haben gemeinsam ein Album erstellt. Kurzum: Das Ergebnis ist fantastisch. Ex-Mainstream-Rocker Mellencamp, der schon seit geraumer Zeit seine Wurzeln im Country-Folk sucht, ist diesmal mit Hilfe Burnetts auf eine besondere Zeitreise aufgebrochen. Die CD “No Better Than This”, die bei uns am am 27. August 2010 erscheint, greift nicht nur musikalisch die traditionellen Klänge von Country, Blues, Rockabilly und Folk auf, sie ist sogar mit antiquarischem technischen Equipment an musikhistorischen Schauplätzen entstanden.
Eingespielt worden sind die Songs bereits im letzten Jahr, als Mellencamp zusammen mit Bob Dylan und Willie Nelson auf Tour war. An auftrittsfreien Tagen nahm er zusammen mit den Musikern seiner Band die Lieder für “No Better Than This” auf. Aufnahmegerät war ein 55 Jahres altes Ampex-Tonband mit nur einem Mikrofon. Die Aufnahmen entstanden im legendären Sun Studio in Memphis, in der nicht nur Elvis Presley, sondern auch Country-Ikone Johnny Cash entdeckt wurden, in der First African Baptist Church in Savannah, sowie im Zimmer 414 des Gunter Hotels in San Antonio, wo Blues-Urvater Robert Johnson das erste Mal für eine Schallplatte ins Mikro sang. Als alles im Kasten war machte sich T-Bone Burnett daran, die Monobänder zu mastern. “Und zwar so dass die Aufnahmen in sich geschlossen klingen”, erklärt Mellencamp. Burnett legte dann die Reihenfolge der Tracks fest – und das Ergebnis ist perfekt.
Die Tochter von Country-Ikone Johnny Cash zieht Zwischenbilanz. Nach ihrem hervorragenden letzten Album “The List” – sie sang Songs, die von einer ihr vom Vater überlassenen Liste mit 100 essentiellen Country- und Folksongs stammten – setzt sich Rosanne Cash nun noch übergreifender mit ihrer Biografie auseinander.
In “Composed: A Memoir” erzählt sie u.a. über ihre Kindheit in Südkalifornien als Tochter eines Countrystars sowie mit der Beziehung zu ihrer leiblichen Mutter Vivian Liberto und ihrer Stiefmutter June Carter-Cash auseinander. Und sie geht auf ihre ersten Erfolge und ihre Entfremdung von Nashville und ihr Leben in New York mit ihrem Ehemann und musikalischen Partner John Leventhal ein.
Laut Promo-Text handelt es sich bei diesen Memoiren um miteinander verbundene Bruchstücke, die ein brillantes Ganzes ergeben. Wie auch immer: Das Buch, das am 10. August erscheint, ist für alle, die sich mit der großen Country-Dynastie Cash verbunden fühlen, Pflichtlektüre.
Er ist der tragische Held, der Unvollendete des Country sowie des Singer & Songwriter-Genres. Townes Van Zandt hat wie wenige Liederschreiber die Country-Welt beeinflusst und blieb doch sein Leben lang nur ein Geheimtipp. Ein musician’s musician, ein Kritikerliebling, kein Liebling des Business und auch deswegen kein Publikumsstar, sondern ein Geheimtipp bis zu seinem Lebensende. Denn bei aller Begabung stand er sich stets selbst im Weg, so an der Welt leidend und suchtgeplagt wie er war.
Townes wurde am 7. März 1944 in Fort Worth, Texas, geboren. Er entstammt einer wohlhabenden Familie, die schon seit Generationen im Ölgeschäft tätig war. Sein Vater war Firmenanwalt. Und so lebte er aufgrund vieler beruflich bedingter Umzüge seiner Eltern als Heranwachsender u.a. in Fort Worth und Midland in Texas, in Boulder, Colorado, in Billings (Montana), Barrington, (Illinois) und in Minnesota. Früh zeigt sich bei ihm eine überragende Intelligenz und so wurde er von seinen Eltern in ein Internat geschickt, um ihn die typische American Football-, Militärkarriere durchlaufen zu lassen, damit er später Politiker oder Anwalt werden konnte.
Cindy Bullens ist mittlerweile schon seit mehr als 30 Jahren im Geschäft und legt nun mit “Howling Trains And Barking Dogs” eine neue, wunderschöne Country-Roots-Rock-Platte ab. Als musikalische Unterstützer sind Weggefährten wie Radney Foster, Deborah Holland und Wendy Waldman ebenso mit dabei wie Geigen-Virtuose David Mansfield.
Kurzer Rückblick: Nach ihren ersten Karriereschritten – sie tourte mit Elton John (obwohl auch Bob Dylan angefragt hatte) und ging mit Bob Crewe ins Studio – schaffte sie 1979 im Alter von 24 Jahren mit dem Song “Survivor” einen veritablen Hit und damit den Durchbruch. Danach veröffentlichte sie in den 1980ern zwei Alben, die vor allem Kritikererfolge waren. In den 1990er Jahren ging die in Massachusetts aufgewachsene Künstlerin nach Nashville und erlebte dort als Songwriterin arbeitsintensive, glückliche Jahre und war an mehreren Country-Hits mitbeteiligt.
T-Bone Burnett ist Musiker, Produzent, Soundtrackgenie – ein Künstler auf dem Höhepunkt. Der Mann ist gleichsam der König Midas der amerikanischen Musikproduzentengilde. Was er in die Hand nimmt, wird veredelt, wird vergoldet. Künstlerisch und kommerziell. Zuletzt half er Jakob Dylan und Willie Nelson dabei, ihre Art von Country Music zu definieren. Daneben schafft er es immer wieder, kongeniale Film-Soundtracks zu entwerfen. Er war der Vater des Überraschungscoups und Millionensellers “Oh Brother, Where Art Thou”, der Country und Old Time Music zurück ins Bewusstsein von Publikum und Musikern brachte.
Sein Soundtrack zu “Walk The Line” schaffte den richtigen musikalischen Spannungsbogen für das gelungene Johnny Cash-Biopic. Und seine Filmmusik zu “Crazy Heart” und die Auswahl ihres Protagonisten Ryan Bingham zeigte sein großes Können im Aufspüren von authentischen Americana-Künstlern auf. T-Bone Burnett ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Grund genug, hier einmal seine Geschichte zu erzählen.




