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Alle Beiträge von Walter Fuchs



Dailey & Vincent: Sing The Statler Brothers

26. August 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Im Jahre 2008 brach das Duo Jamie Dailey und Darrin Vincent zusammen mit seiner Band mit einem Knall in die Bluegrass-Szene ein. Dailey, der mit seiner wunderbaren Tenorstimme jahrelang in der Band von Doyle Lawson aufgefallen war und Darrin Vincent, der bei Ricky Skaggs gesungen und musiziert hatte, hatten sich zusammengetan und schon ihr erstes Album brachte ihnen den “Emerging Artist of the Year Award” ein zusätzlich zur “Entertainer of the Year”-Auszeichnung.

Dies war ein sensationeller Einstieg und seither fahren die beiden einen Erfolgskurs, der nicht abzureißen scheint. Die geschmeidigen Stimmen der beiden Frontmänner passen tatsächlich ideal zusammen, auch wenn sie zu oft ins etwas Süßliche abgleiten. Doch in den USA kommt das Duo unheimlich gut an und auch dieses neueste Album stieg nach seiner Veröffentlichung sofort auf Position 1 der Billboard Top Bluegrass Album Charts ein und verweilte dort neun Wochen, ja sogar in den Billboard Country Album Charts stieg die Produktion auf Platz 19 ein.

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The Toy Hearts: Femme Fatale

12. August 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Es hatte spätestens ab Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts damit begonnen, dass amerikanische Bluegrass-Bands mehr und mehr den Swing entdeckt und verstärkt Swing-Nummern in ihr Repertoire geschmuggelt hatten, sehr zum Vergnügen der Besucher des Bluegrass-Heiligtums “Station Inn” in Nashville, und ich erinnere mich noch lebhaft an den Jubelschrei eines Besuchers, als der Fiddler Stuart Duncan zu swingen begann: “Der swingt ja wie einst Stephane Grappelli”. Ja, genau so war es und seither erwartet man von jeder guten Bluegrass-Band auch ab und zu mal eine Swing Nummer. Dass im Station Inn seit Jahren schon regelmässig eine Swing-Band, die Time Jumpers, auftritt, ist sicherlich ein Ergebnis dieser Entwicklung.

Doch was die Amerikaner können, das beherrschen die Europäer ganz genau so und so verstehen sich europäische Bands wie etwa “4 Wheel Drive” oder die britischen “Toy Hearts” bestens auf das, was man in der Country Music als “Western Swing” kennt und im Bluegrass-Stil gerne “Acoustic Swing” genannt wird.

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G2 Bluegrass Band und The Toy Hearts in Runde 2 bei den IBMA Awards

19. Juli 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: News

Ein Riesenerfolg für die europäische Bluegrass-Szene: In der Runde 2 der IBMA Awards 2010 tauchen in der Sparte “Emerging Artist Of The Year” zwei bekannte europäische Bands auf, die schwedische “G2 Bluegrass Band” und die britische “The Toy Hearts”.

Da es bekanntlich europäische Bands in den USA sehr schwer haben, bei den Award-Wettbewerben überhaupt wahrgenommen zu werden, ist dies bereits als Riesenerfolg zu werten. Man kann nur hoffen, dass die beiden Bands auch in der nächsten Runde weiterkommen. Wir drücken die Daumen.

Die auch aus Europa stammenden “Krüger Brothers” tauchen ebenfalls auf unter der Rubrik “Instrumental Group Of The Year” und Jens Krüger ist unter den Banjospielern der “Instrumental Performers Of The Year” gelistet. Doch da die “Krügers” bereits vor vielen Jahren aus der Schweiz in die USA übergesiedelt sind und sich in der US-Szene prächtig integriert haben, gelten die beiden vermutlich in den USA bereits als einheimische Musiker.



Hedy West & Bill Clifton: Getting Folk Out Of The Country

7. Juni 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Es war eine faszinierende Sternstunde der Country Music und jetzt ist es noch einmal mitzuerleben, jenes denkwürdige Zusammentreffen zweier Legenden: Hedy West “The Banjo Lady” und Bill Clifton, der Bluegrass-Star. Hedy West, die im Jahr 2005 starb und Bill Clifton, der 2008 in Nashville in die Bluegrass Hall Of Fame aufgenommen wurde, hatten sich 1972 in einem Studio in London getroffen, um ein gemeinsames Album zu produzieren. Diese Produktion wurde 1974 in Deutschland auf einer LP veröffentlicht und hatte damals für sehr viel Aufsehen in der Szene gesorgt. Ja, man sprach sogar von einer ungewöhnlichen Sternstunde der Country Music.

Schließlich kamen beide Künstler aus grundverschiedenen Gesellschaftsschichten und sehr unterschiedlichen Musikszenen, Bill Clifton aus der Oberschicht, Hedy West eher aus der Unterschicht. Beide hatten sie eine akademische Ausbildung genossen, doch beide engagierten sich künstlerisch für die Folklore der Unterprivilegierten. Hedy West, Komponistin, Sängerin, Banjo- und Gitarrenvirtuosin bewegte sich im Bereich des amerikanischen Folksongs und Bill Clifton, Komponist, Sänger und Gitarren- und Autoharpvirtuose, leitete viele Jahre lang mit großem Erfolg eine Bluegrass Band, die Dixie Mountain Boys, organisierte das erste Bluegrass Festival und konzentrierte sich später ausschließlich auf die akustische Country Music. Aus heutiger Sicht würde man die Musik der beiden unter der Bezeichnung “Singer & Songwriter” oder noch besser unter “Americana” zusammenfassen.

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Tabea Anderfuhren: Painting My Melodies

1. Juni 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit etwa zwei Jahren geistert der Name der Schweizerin Tabea Anderfuhren durch die europäische Country Music-Szene und selbst in den USA und Australien werden ihre Songs am Radio gespielt. Und tatsächlich, die temperamentvolle und geradezu urige Sängerin, die auch Gitarre und Dulcimer spielt, begeistert durch eine wunderschöne, begnadete Stimme, die durch ihre Modulationsfähigkeit zu einem hohen Wiedererkennungswert führt. Hinter einer rauen Schale verbirgt sich ja oftmals ein weicher Kern und so wirkt auch bei Tabea Anderfuhren ihr burschikoses Auftreten als interessanter Kontrapunkt zu ihrer einfühlsamen Stimme und ihren sensiblen, tiefschürfenden Songs.

Es ist das zweite Album, das Tabea Anderfuhren nun ihrer inzwischen grossen Fangemeinde vorlegt. Dabei fällt sofort auf, dass sie ein ganz besonderes Verhältnis zum Abschiednehmen haben muss, denn allein in den sieben von ihr selbst geschriebenen Liedern, aber auch in den anderen Songs, hängt stets Abschiedsstimmung in der Luft, auch wenn dies manchmal nur indirekt angedeutet wird.

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Crooked Still: Some Strange Country

27. Mai 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Wer die amerikanische Gruppe Crooked Still 2009 im Rahmen ihrer Europatournee erlebt hat, der wird sich mit der außergewöhnlichen Musik dieser Band aus Boston nicht allzu schwer tun. Wer dagegen dieses neue Album völlig unvorbereitet in den CD-Player schiebt, der wird mit Sicherheit zunächst Anlaufschwierigkeiten haben.

“Trauer-Grass”, so schoss es mir durch den Kopf. Und tatsächlich, die Musik von “Crooked Still” ist total auf die Texte und Botschaften der einzelnen Songs abgestimmt und diese Texte reflektieren eine unsägliche Traurigkeit auf der Basis der Old-Time-Music, der sich diese Band ja verpflichtet fühlt, auch wenn ab und zu auch ganz bewusst Anklänge an Folk oder Rock herauszuhören sind.

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Volker Fisher: Nightingales Will Sing No More

4. Mai 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Wenn es den Terminus “Bluegrass Kammermusik” schon gäbe, dann wäre er mit ziemlicher Sicherheit die korrekte Bezeichnung für eine Art Bluegrass Music, wie sie von Volker Fisher auf diesem neuen Album vorgestellt wird. Volker Fisher ist ja bekanntlich der Banjospieler und Dobrovirtuose der deutschen Bluegrassband “Covered Grass”, deren Name schon darauf hinweist, dass diese Gruppe auf mehr oder weniger bekannte Songs zurückgreift anstatt neues Material vorzustellen, aber da die Interpretationsweise von “Covered Grass” ohnehin viel Raum für neue Ideen bietet, wird die Kreativität der Bandmitglieder dabei auch nicht ungebührlich unterfordert.

Doch dem Multiinstrumentalisten und Sänger Volker Fisher schien dies nicht zu genügen und so spielte er nun sein erstes Bluegrass-Soloalbum ein. Dabei folgt Fisher nicht dem derzeit angesagten Trend, bei der Old-Time Music anzufangen und nach etwas ganz Neuem zu suchen, sondern er versucht dort weiterzumachen, wo Bill Monroe einst aufgehört hat bezw. die zweite und dritte Bluegrassgeneration heute steht. Bluegrass-Intellektuelle wie Bill Keith, Tony Trischka oder Bela Fleck haben das ja bereits vor vielen Jahren mit Erfolg ausprobiert und jeder für sich neue künstlerische Wege gefunden.

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Bluegrass im Oldenburgischen Staatstheater stürmisch gefeiert

20. April 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: Konzertberichte

Auch das vierte Konzert der Reihe “Bluegrass im Staatstheater” kann nun als großer Erfolg abgehakt werden. Verpflichtet waren in diesem Jahr die bekannten Gibson Brothers mit ihrer Band, die eigens aus den USA eingeflogen wurden, um am Sonntag, 11. April 2010, im ehrwürdigen Oldenburgischen Staatstheater ihr Europadebut zu feiern, nur um sofort am nächsten Vormittag wieder in die USA zurückzufliegen. Wie sagte doch Eric Gibson, als er sich am Ende des Abends von einem begeisterten Publikum verabschiedete: “Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, morgens frühstücken wir noch in Deutschland und zum Abendessen sind wir schon wieder in den USA.”

Pünktlich um 19:30 Uhr begrüsste Klaus Grotelüschen, der musikalische Leiter und Moderator des Konzerts, das Publikum im sehr gut besetzten Staatstheater, erbaut im Jahre 1891 als Großherzogliches Hoftheater im neu-barocken Stil, und man kann sich gut vorstellen, wie beim Anblick dieses Prunkbaus den amerikanischen Musikern die Gläser aus den Brillen sprangen. Grotelüschen bedankte sich artig beim Generalintendanten des Theaters Markus Müller sowie bei Peter Reimers, einem treuen Freund und Berater, und schon legten die Gibson Brothers mit ihrer Band los. Das Publikum war dann auch bereits bei den ersten Tönen hin und her gerissen. Die Formation in der klassischen Bluegrass Besetzung: Eric Gibson, Banjo, Gitarre, Gesang; Leigh Gibson, Gitarre, Gesang; Clayton Campbell, Fiddle; Joe Walsh, Mandoline und Mike Barber, Bass.

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Randy Kohrs: Quicksand

17. Februar 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit 12. Januar 2010 ist Randy Kohrs‘ langerwartetes fünftes Solo-Album auf dem Markt und wer die diesjährigen Grammynominierungen aufmerksam durchgelesen hatte, der hat auch festgestellt, dass Randy wieder an Jim Lauderdale’s aktuellem Album als Produzent beteiligt war. 2008 hatte es sogar zu einem Grammy gereicht mit Lauderdale’s Album “The Bluegrass Diaries”.

Randy Kohrs ist ein begnadeter Resonatorgitarrenvirtuose und ein ausgezeichneter Sänger und Produzent. 1994 war Randy Kohrs nach Nashville gekommen, hatte wie so viele andere Musiker am Lower Broadway in einer Kneipe begonnen, in seinem Falle war es “Maggie Magee’s”, heute “Nashville Crossroads”. 1995 wurde er von Hank Williams III für dessen Band entdeckt und wenig später ging Kohrs mit Tom T. Hall auf grosse Tournee. Doch als Hall aus gesundheitlichen Gründen ab 1997 nicht mehr touren konnte, schloss sich Randy Kohrs für die nächsten zwei Jahre der Band von David Parmley an, nur, um wiederum für zwei Jahre in der Band von Holly Dunn zu arbeiten. Der zwei-jährige Rhythmus schien sich einzupendeln. Daneben war Randy Kohrs als Resonatorgitarren-Virtuose längst in den Studios von Nashville ein begehrter Session-Musiker.

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Covered Grass: “C.G.”

22. Januar 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Das Leben schlägt manchmal schon seltsame Kapriolen. Da gründet in den USA eine legendäre Bluegrass-Bassistin zusammen mit ein paar Jazz-Musikern eine neue Band: “Missy Raines & The New Hip”. Und was dabei herauskommt ist Jazz. In Deutschland passiert ähnliches: Ein von Bluegrass begeisterter Banjospieler beschwatzt vier Jazzmusiker und überzeugt sie schliesslich, mit ihm eine Bluegrass-Band zu gründen. Und was dabei herauskommt ist eine wunderbare, astreine, moderne Bluegrass Music aus der Gänsehautabteilung.

Das Wunder passierte vor etwa drei Jahren im Grossraum Köln und seither tingelt die Gruppe Covered Grass, so genannt, weil man bis jetzt keine eigenen Songs geschrieben hat und deshalb mehr oder weniger bekannte Songs “covered”, durch den genannten Grossraum von Colonia Rhenania.

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Rüdiger Bloemeke “Live in Germany – Spurensuche im musikalischen Entwicklungsland”

21. Oktober 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: Specials

Dieses Buch schliesst eine empfindliche Lücke in der deutschen Musikliteratur und man wundert sich, dass es erst jetzt erscheint, 26 bis 60 Jahre nach den Ereignissen und Erlebnissen, die in diesem 223 Seiten starken Buch von Rüdiger Bloemeke beschrieben werden.

Worum geht es? Nach dem Ende des 2. Weltkriegs brachten die U.S. Amerikaner, in abgeschwächter Form auch die Engländer, eine Musik nach Deutschland, welche die meisten Deutschen, vor allem die Jüngeren, vorher nie gehört hatten. Es war der Jazz, die damals stark vom Jazz beeinflusste populäre Musik und die Country Music, die seinerzeit noch “Hillbilly” oder “Country & Western Music” hiess.

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Roland Heinrich: Lichterloh

14. Oktober 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses neueste Werk von Roland Heinrich ist keine leichte Kost. Bei seiner letzten CD aus dem Jahre 2005 “Einsam und Ausgebremst – Lieder von Jimmie Rodgers”, da hatte man noch die bekannten Rodgers-Songs im Ohr und die Texte lagen klar ausgebreitet vor dem Zuhörer. Man konnte sich zurücklehnen. Dies ist bei dem neuesten Werk, das am 02. November 2009 veröffentlicht wird, nicht mehr ganz so einfach.

Die Geschichten die erzählt werden wirken oft verschnörkelt, um nicht zu sagen kryptisch, man wird zum Zuhören gezwungen und findet sich immer wieder unvermittelt in Roland Heinrichs alter Heimat, dem Ruhrgebiet, irgendwo zwischen Oberhausen, Mülheim und Essen. Da gibt es die Fensterbrettmelodie mit dem Blick auf die Bude an der Ecke und einem musikalischen Bezug zu Jimmie Rodgers “Blue Yodels”, da erlebt man eine flüchtige Begegnung mit einer fremden Frau im ICE oder man ist im Zeitraffer mit dabei auf einer Fahrt nach Essen, die am Ende der letzten 40 Treppenstufen zum Vergessen führt.

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Special Consensus: Signs

10. September 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Die Bluegrass-Band Special Consensus wurde im Frühjahr 1975 in Chicago (Illinois) gegründet. Im Jahr 1979 ging das erste Album in Produktion und ab 1984 erlangte die Gruppe durch ihre landesweiten Fernsehauftritte in den USA einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Über die Jahre hinweg gab es natürlich immer wieder Wechsel in der Besetzung. In den 90er Jahren war zum Beispiel am Bass Andrea Roberts, an der Gitarre Chris Walz und Colby Maddox spielte Mandoline. Der ruhende Pol war jedoch immer der Banjospieler Greg Cahill. Als die Band dann im Jahre 2000 ihr 25-jähriges Jubiläum feierte, da hatte Cahill als Chef der Formation eine Superbesetzung zusammen mit Tim Dishman, Chris Walz und Josh Williams, der später in der Band von Rhonda Vincent auftauchte und inzwischen seine eigene Gruppe leitet. Und genau mit dieser Besetzung trat “Special Consensus” zu jener Zeit auch im Hotel “Schweizer Hof” in Baden-Baden auf.

Das Repertoire von “Special Consensus” umfasste schon immer ältere Standardtitel gemischt mit neuen Kompositionen der Bandmitglieder. Auch Titel aus anderen musikalischen Genres wurden immer wieder bluegrass-mässig verarbeitet, wie z.B. Irving Berlins “Blue Skies”. “Special Consensus” schliesst damit geschickt die Lücke zwischen den traditionellen und den progressiven Bands.

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Carrie Hassler & Hard Rain: CHHR 2

15. August 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Spätestens seit der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums 2006 muss man die Sängerin Carrie Hassler in die Speerspitze der modernen Bluegrass Music einbeziehen. Zweifellos steht sie mit ihrer Band “Hard Rain” auf Augenhöhe mit Gruppen wie den “Infamous Stringdusters” oder der schwedischen Formation “The G2 Bluegrass Band”. Carrie Hassler ist dabei keineswegs so experimentell wie “Cadillac Sky”, “Bryan Clark” oder “Missy Raines” mit ihrer Bluegrass-Jazz-Band, doch sie gehört genau so wie die Infamous Stringdusters einer neuen Bluegrass-Generation an, die unter anderen Bedingungen aufwuchs als die Gründerväter der Bluegrass Music des vergangenen Jahrhunderts.

Hinter der Musik von Carrie Hassler steckt eine unheimlich treibende Kraft, die ihre Energie nicht nur aus dem klassischen Bluegrass-Stil zu ziehen scheint, sondern auch aus der Rockmusik. Was sich im klassischen Bluegrass-Stil mehr an den Chicago-Stil des Jazz, bei dem die Improvisationen der einzelnen Instrumente wie die Perlen einer Halskette aneinandergereiht wurden, angelehnt hatte, das klingt bei Carrie Hassler, wie auch bei vielen anderen jungen Bluegrassbands, mehr nach kollektiver Improvisation, ähnlich wie im alten New Orleans Stil des Jazz.

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Albert & Gage: Dakota Lullaby

29. Juni 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Sie können, wenn sie wollen, auf allen musikalischen Hochzeiten tanzen. Und sie wollen recht oft, auch auf diesem neuen und damit sechsten gemeinsamen Album: Christine Albert und Chris Gage. Doch so unterschiedlich die 12 Stücke auch musikalisch, stilistisch angelegt sind, so ist diese CD dennoch ein Werk mit einem durchlaufenden roten Faden, denn die Songs stammen alle aus der Feder eines alten Freundes von Chris.

Chris selbst sagt dazu: “Seit 1975 habe ich die Songs von Tom Peterson immer wieder auf den Bühnen der Welt gesungen. Doch ich musste wohl zunächst 10.000 andere Songs hören, um die Schönheit von Toms Songs klar zu erkennen.” Ja, und diese Songs von Tom Peterson gehen tatsächlich alle unter die Haut, sie haben Tiefgang, sie packen den Zuhörer. Dazu die verschiedenen Arrangements, die exakt auf die Aussagen der einzelnen Stücke abgestimmt sind und natürlich die herrlich wandelbaren und anpassungsfähigen Stimmen von Christine und Chris.

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Bryan Clark: Gossip, Inspiration And Slander

21. Juni 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Mit der zunehmenden Popularität der Bluegrass Music in den USA registriert man, dass der Nachwuchs talentierter Musiker sich nicht mehr nur auf die Jungs und Mädels vom Land beschränkt, sondern dass sich mehr und mehr Musiker aus den Großstädten der Ostküste wie Boston oder New York City vom High Lonesome Sound aus Kentucky angezogen fühlen. Der grosse Unterschied ist allerdings, dass dieser neue Bluegrass-Nachwuchs nicht mehr mit dieser Musik irgendwo in den Bergen aufgewachsen ist, sondern dass er oftmals über Rockmusik, Pop und Jazz und einem abgeschlossenen Musikstudium sich plötzlich vom akustischen Sound der Bluegrass Music angezogen fühlt. Dass diese urbanen Virtuosen dann einen neuen Sound kreieren und von traditionellen Spielformen oft nur noch wenig übrig bleibt, ist logisch und folgerichtig. Diese Musiker haben einen anderen Background und bringen letztendlich die Bluegrass Music ein Stück weiter, sie entwickeln und beleben diesen Stil.

Zu diesen Musikern der neuen Bluegrassgeneration gehört der Gitarrenvirtuose, Sänger und Komponist Bryan Clark. Er wuchs in Texas auf mit der Musik von Joni Mitchell, Neil Young und den Beach Boys, später kamen starke Einflüsse von Guy Clark und Townes Van Zandt dazu, und auch Steve Earle und Bob Wills hinterliessen gravierende Spuren in der musikalischen Entwicklung.

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Dale Watson: The Truckin’ Sessions – Volume 2

2. Juni 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Als Dale Watson’s Album “The Truckin’ Sessions” 1998 veröffentlicht wurde und viele deutsche Trucker, die damals regelmässig die RPR Country Time sonntags zwischen 22:00 und 24:00 Uhr hörten, von dem Song “Good Luck ‘N’ Good Truckin’ Tonite” begeistert waren, da waren die Truckdriving Songs schon so etwas wie eine sentimentale Erinnerung an die grosse Zeit dieser Themen-Songs in den USA.

Damals, Anfang der 1960er Jahre, hatte die mächtige Welle der Truckdriving Songs in Amerika eingesetzt mit den Songs von Dave Dudley, Red Sovine, Dick Curless, den Willis Brothers oder Red Simpson. In den 1970er Jahren sprang dann der Funke auch auf Deutschland über und wie nicht anders zu erwarten, machte man hierzulande aus den Country-Songs mit Truckerthemen schlicht und ergreifend die “Truckermusik”. Dass dabei auch ab und zu recht gute Titel auftauchten, ändert nichts an der Tatsache, dass diese “Truckermusik” buchstäblich zu Tode geritten wurde.

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10. Spring Bluegrass Festival Willisau

22. Mai 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: Konzertberichte

Man kann sich kaum etwas Gegensätzlicheres vorstellen als die beiden dominierenden Bluegrass Festivals in Westeuropa: Willisau in der Schweiz und Bühl/Baden in Deutschland, jedes dieser Festivals mit ganz eigenem Charakter und eigener Atmosphäre. Bühl mit seinem Bürgerhaus im Zentrum der Stadt, einem Konzertsaal mit vorzüglicher Akustik, zwei grossen Foyers, einem einladenden Vorplatz und dem benachbarten Stadtgarten zum Jammen.

Das Festival Willisau dagegen im Schweizerischen Landwirtschaftlichen Museum Burgrain weit ausserhalb bei Alberswil auf einem kleinen Hügel gelegen inmitten einer malerischen Landschaft, wie man sie auch irgendwo in Virginia oder North Carolina finden kann. Die Atmosphäre also total ländlich, ideal zur dargebotenen Musik passend, denn in einer solchen Umgebung hat sie sich ja einmal entwickelt, die Old Time Music und die daraus resultierende Bluegrass Music.

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Bühler Bluegrass Festival 2009 erstmals an zwei Tagen

2. Dezember 2008 | Von Walter Fuchs | Kategorie: Kolumnen & Reportagen

Die Pressekonferenzen der Internationalen Bühler Bluegrass Festivals scheinen zu den Sternstunden des Bühler Oberbürgermeisters Hans Striebel zu gehören, denn immer wieder erlebt man ihn dabei mit strahlendem Lachen und in guter Stimmung, die sich sofort auf die anwesenden Mitarbeiter und Journalisten überträgt. Schliesslich gehört das seit 2003 so erfolgreiche Bluegrass Festival zu den Highlights im jährlichen Bühler Kulturbetrieb. Neben Jazzfestival, Novemberlicht oder Zwetschgenfest hebt sich das Bluegrass Festival durch seine internationale Anerkennung und seine Spitzenstellung in Deutschland als eine Art Unikat besonders ab. Nachdem dann auch noch in den vergangenen beiden Jahren der grosse Publikumszuspruch an die Grenzen des Bürgerhaus Neuer Markt gestossen war, schien es nur logisch und folgerichtig, das bisher eintägige Festival auf zwei Tage zu erweitern. Dabei haben beide Tage, Freitag und Samstag, denselben hohen Stellenwert, das heisst, an beiden Tagen wird auf höchstes künstlerisches Niveau geachtet.

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Die Jugend entdeckt die Bluegrass Music

18. März 2008 | Von Walter Fuchs | Kategorie: News

Der Trendbericht von der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt am Main klingt mehr als positiv. Musikinstrumente stehen bei der Jugend wieder hoch im Kurs, der Trend geht weg von der Elektronik und hin zu akustischen Instrumenten, zu Gitarren, Mandolinen und Schlagzeugen. Wenn man gleichzeitig registriert, dass es in den deutschen klassischen Mandolinen- und Gitarrenorchestern, die ja zeitweise vom Aussterben bedroht waren, junge Musiker gibt, die plötzlich die Bluegrass Music entdecken und damit grosses Aufsehen erregen, dann ist dies ein weiteres positives Signal. Für die Bluegrass Szene in Deutschland könnte diese Hinwendung zur “unplugged” Musik als interessanter Impuls für die Zukunft vermerkt werden und wenn die Ohren des Publikums wieder sensibler werden, dann kann dies auch nur von Vorteil sein.