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CD-Besprechungen



The Twang: A Guide To Modern Country Living

7. März 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Eigentlich ist es ganz einfach – in der Praxis aber so schwer. Man suche nach einer Nische, habe eine Idee, wie man diese ausfüllen kann und setze das Ganze in die Tat um. Tut man dies zum richtigen Zeitpunkt mit dem nötigen Glück, ist der Erfolg garantiert. Ein Beispiel dafür ist The Twang.

Vor inzwischen schon reichlich einem Jahrzehnt wagten sie erste Veröffentlichungen, bei denen man spontan die Ohren ganz weit öffnete. Die Songs kannte man, nicht aber die “Bearbeitung”. Pop Songs gekleidet in einen Country Sound. So attraktiv arrangiert und vorgetragen, dass man mehr davon hören wollte. Anfangs vielleicht noch belächelt, strickte “The Twang” weiter an den neuartigen musikalischen Kleidern, in denen man die Songs auf den Laufsteg schickte. Sehr zum Gefallen des Publikums. Prompt fanden sich bald Nachahmer, die teilweise sogar größere kommerzielle Erfolge feiern konnten – aber nur vorübergehend.

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Kevin Costner: Turn It On

27. Februar 2010 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Im November 2008 erschien mit “Untold Truth” das von Kritikern und Fans gleichermaßen hochgelobte Debütalbum von Kevin Costner & Modern West. Der aktuelle Silberling “Turn It On”, der seit dem 26. Februar 2010 im Handel erhältlich ist, knüpft nahtlos an das Vorgängeralbum an. Musikalisch und textlich ein wahrer Ohrenschmaus.

“Turn It On” ist ein großartiges Album mit lebensechten Country-Songs, aufgenommen von einer eingespielten und gewachsenen Band die einen ganz eigenen unnachahmlichen Sound besitzt – und mit Kevin Costner einen charismatischen Bandleader, Sänger und Gitarristen. Costner: “Das neue Album ist ein großer Schritt voran, wir alle sind besser geworden und wissen inzwischen intuitiv, was der andere fühlt. Vor allem wissen wir, das sich jeder auf den anderen verlassen kann. Ein großartiges Gefühl!”

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Randy Kohrs: Quicksand

17. Februar 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit 12. Januar 2010 ist Randy Kohrs‘ langerwartetes fünftes Solo-Album auf dem Markt und wer die diesjährigen Grammynominierungen aufmerksam durchgelesen hatte, der hat auch festgestellt, dass Randy wieder an Jim Lauderdale’s aktuellem Album als Produzent beteiligt war. 2008 hatte es sogar zu einem Grammy gereicht mit Lauderdale’s Album “The Bluegrass Diaries”.

Randy Kohrs ist ein begnadeter Resonatorgitarrenvirtuose und ein ausgezeichneter Sänger und Produzent. 1994 war Randy Kohrs nach Nashville gekommen, hatte wie so viele andere Musiker am Lower Broadway in einer Kneipe begonnen, in seinem Falle war es “Maggie Magee’s”, heute “Nashville Crossroads”. 1995 wurde er von Hank Williams III für dessen Band entdeckt und wenig später ging Kohrs mit Tom T. Hall auf grosse Tournee. Doch als Hall aus gesundheitlichen Gründen ab 1997 nicht mehr touren konnte, schloss sich Randy Kohrs für die nächsten zwei Jahre der Band von David Parmley an, nur, um wiederum für zwei Jahre in der Band von Holly Dunn zu arbeiten. Der zwei-jährige Rhythmus schien sich einzupendeln. Daneben war Randy Kohrs als Resonatorgitarren-Virtuose längst in den Studios von Nashville ein begehrter Session-Musiker.

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Timothy B. Schmit: Expando

17. Februar 2010 | Von Frank Rickal | Kategorie: CD-Besprechungen

Es ist sein erstes Soloalbum nach acht Jahren und sein fünftes insgesamt. Timothy B. Schmit, legendärer Sänger und Bassist der Eagles, kommt im Titel des Albums lateinisch daher: “Expando”, was soviel bedeutet wie Wachstum und Erweiterung. Expando hieß aber auch das Wohnmobil seiner Eltern. Dieses konnte man mit einer Kurbel ca. 2 Meter verlängern.

Der 62-jährige Timothy B. Schmit blickt auf Erfahrung seiner frühen Folk- und Rockzeit und lässt diese in die Arrangements einfließen. Bei den Songs, mal rockig, groovig und akustisch gehalten, kommen Instrumente wie Ukulele, Banjo, Mandoline und sogar Bläser zum Einsatz.

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Coral Pink: Coral Pink

11. Februar 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Was die Countryszene in Deutschland derzeit mehr denn je braucht, sind neue Impulse und neue Hoffnungsträger. Ansätze dazu gibt es schon, ob sie sich entwickeln und letztlich durchsetzen können, wird sich zeigen. Ein Hoffnungsträger heißt Carina Hager. In München beheimatet, versucht sie mit ihrem Umfeld seit einigen Jahren beharrlich etwas aufzubauen, das Qualität hat, Authentizität und möglichst erfolgreich werden soll.

Mit ihrer Gruppe “Simple Union” ist sie bereits auf einem vielversprechenden Weg. Hier dürfen wir demnächst auch ein neues Album erwarten. Unterdessen hat sie mit Coral Pink ein zweites Standbein gestartet. Zunächst mit Franz Offergeld als Duo begonnen, wurde durch Drummer Hannes Weigend ein Trio daraus. Wohin die Reise gehen soll, wird mit diesem Album angedeutet.

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Covered Grass: “C.G.”

22. Januar 2010 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Das Leben schlägt manchmal schon seltsame Kapriolen. Da gründet in den USA eine legendäre Bluegrass-Bassistin zusammen mit ein paar Jazz-Musikern eine neue Band: “Missy Raines & The New Hip”. Und was dabei herauskommt ist Jazz. In Deutschland passiert ähnliches: Ein von Bluegrass begeisterter Banjospieler beschwatzt vier Jazzmusiker und überzeugt sie schliesslich, mit ihm eine Bluegrass-Band zu gründen. Und was dabei herauskommt ist eine wunderbare, astreine, moderne Bluegrass Music aus der Gänsehautabteilung.

Das Wunder passierte vor etwa drei Jahren im Grossraum Köln und seither tingelt die Gruppe Covered Grass, so genannt, weil man bis jetzt keine eigenen Songs geschrieben hat und deshalb mehr oder weniger bekannte Songs “covered”, durch den genannten Grossraum von Colonia Rhenania.

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Bellamy Brothers: The Anthology Vol. 1

16. Dezember 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit die Bellamy Brothers in den 1970er Jahren mit ihrem Megahit “Let Your Love Flow” in Deutschland (eigentlich ganz Europa) für Furore sorgten, haben sie sich kontinuierlich eine feste Fangemeinde aufgebaut. Fast jedes Jahr sind sie in Deutschland unterwegs und spielen bei unzähligen Konzerten ihre großen Hits – und das sind eine Menge Songs die sich in den letzten fast 35 Jahren angesammelt haben.

Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen sich nun freuen, denn seit dem 8. Dezember 2009 ist “The Anthology Vol. 1″ der Bellamy Brothers auch in den genannten Ländern im Handel erhältlich. Die Freude geht gleich weiter, zur CD gibt’s auch eine DVD mit einigen Videos, inkl. des aktuellen Smash-Hits “Guilty Of The Crime”, welche die Bellamys mit den Bacon Brothers (Kevin und Michael) im Duett zum Besten geben.

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Hillbilly Deluxe: File Under Country

10. Dezember 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Sie bezeichnen sich selbst als “Germany’s hardest working Country Band” – die Behauptung mag dahingestellt bleiben. Zumindest haben sie an diesem Album kräftig gearbeitet. Was sich gelohnt hat, denn dies ist solide, handwerklich gut gemachte Country Music. Zehn der zwölf Songs wurden selbst geschrieben – auf die beiden Cover-Versionen (“Jackson” und “Six Days On The Road”) hätte man verzichten sollen. Im Vergleich mit den Originalen und anderen Versionen schneidet man einfach schlechter ab.

Da hören sich die eigenen Songs der Band durch die Bank besser an und ein Vergleich mit anderen Versionen ist ausgeschlossen. Bei “Marie Laveaux” handelt es sich nicht um den großen Bobby Bare-Hit sondern ebenfalls um ein Eigengewächs von Hillbilly Deluxe. Die Songs erzählen das, was man von “country” erwartet – Geschichten und Geschichtchen aus dem Alltag, musikalisch geschickt verpackt mit unterschiedlichen Steel-Elementen. Der Sound ist auf die Band zugeschnitten, es gibt Honky Tonk, Cajun, mal eine Prise Johnny Cash Beat, auch dezente Swing-Einflüsse und meist flott.

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Wild Bunch: Come On / Nach vorn

9. Dezember 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Neu ist die Idee zwar nicht, ungewöhnlich, weil sehr selten ist sie dennoch. Und richtig gut umgesetzt. Nahezu perfekter Kundendienst, wenn man so will. Das Album wird in zwei Versionen gleichzeitig angeboten. Es handelt sich um die gleichen Songs bzw. Lieder, einmal in englischer und einmal in deutscher Sprache. Noch dazu inhaltlich völlig unverändert. Mit einer Ausnahme – der Elvis-Klassiker “Don’t Be Cruel” wurde nicht übersetzt. Es ist auch der einzige “Fremd-Song”. Alle anderen Stücke sind Originale, größtenteils von der Gruppe selbst geschrieben. Wäre interessant zu erfahren, ob die Lieder erst in Englisch geschrieben und dann ins deutsche übertragen wurden oder umgekehrt. Für die meisten Songs zeichnet Band-Mitglied Marko Müller verantwortlich.

Mit diesen beiden CDs setzt Wild Bunch einen Weg fort, der vor fast 25 Jahren im Sauerland begann. Mit Zähigkeit, Zielstrebigkeit, Akribie, Fleiß, mit Musikalität, Talent und Ideenreichtum hat sich Wild Bunch zu einer der besten deutschen Country Bands hochgearbeitet. Der Gruppe um die Gründungsmitglieder Katja Picker und Uwe Streletz ist es gelungen, mit einer angenehm anzuhörenden Mischung aus traditionellen und modernen Elementen sowie Anleihen bei Rock und Pop einen eigenen Sound zu finden, an dem man sie gleich erkennt. Und den das Publikum live gerne hört. Auch international ist Wild Bunch erfolgreich.

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Slow Horses: Slow Horses

11. November 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Slow Horses gehören im deutschsprachigen Raum, sowie in Teilen des Benelux, zu den beliebtesten Countrybands. Mehrfach wurden sie mit Awards der GACMF (German American Country Music Federation) und der ECMA (European Country Music Association) ausgezeichnet. Auftritte beim ZDF, MDR, 3sat und lokalen TV-Sendern unterstreichen diesen Erfolg.

Mittlerweile hat sich die Band, die vor fast genau 10 Jahren von Bandleader Lutz Lagemann (damals noch unter dem Namen Tennessee Five) gegründet wurde, eine große Fangemeinde aufgebaut. Man tingelte viel, spielte “hier & da”, veröffentlichte einige Cover-CDs, doch der große Durchbruch in der Countryszene gelang ihnen erst einige Zeit später, als sie sich in Slow Horses umbenannten. Unter jenem Namen wurden bisher vier Alben veröffentlicht: “Move On” (2003), “Cross That Line” (2004), “Silent Skies” (2006) und “Slow Horses” (2009). Letzteres wollen wir uns jetzt einmal genauer unter die Lupe nehmen.

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Larry Schuba: Romantic Memories

3. November 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Das Larry Schuba ein hoffnungsloser Romantiker ist, dass sollte nicht nur seinen Fans geläufig sein. Der Sänger und Songschreiber, der im Umland von Berlin sein Zuhause gefunden hat, sagt selbst von sich: “Wer mich von meinen Auftritten her kennt, der weiß, dass ich eine romantische Ader habe. Eben in so einer Stimmung bin ich auch am kreativsten. Da fallen mir immer die besten Songs ein – oder halt Ideen, wie die zum neuen Solo-Album.”

Nun der gute Mann ist ins Studio gegangen und hat sich seine liebsten “Romantic Memories” herausgesucht und gesungen. Herausgekommen ist ein Füllhorn weltbekannter Lovesongs, die jeder von uns seit Jahrzehnten kennt und liebt. 13 unglaubliche Welthits der Extraklasse, zum Träumen, Erinnern und geniessen! Ein Album für Alle, die sich das “Romantischsein” nie abgewöhnt haben. Der Superstart in einen langen Herbst und Winter.

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Jolina Carl: Lieber jetzt als irgendwann

3. November 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Jolina Carl, die beim Berliner Label “Little Elephant Records” unter Vertrag steht, versucht mit ihrem Debüt “Lieber jetzt als irgendwann” eine kleine Brücke zwischen deutscher und englischsprachiger Country Music zu bauen. Gleich vorneweg – es ist ihr gelungen.

Wer sich die Trackliste des Silberlinges anschaut, dem fällt auf, dass das Verhältnis deutscher und englischer Songs ausgeglichen ist. Eine Idee, die bisher in Sachen “Country” wohl einmalig ist. Sämtliche Titel stammen aus der Feder von Jolina Carl (Musik) und Katy Ipu (Text). Wem der Name Katy Ipu so schnell nicht geläufig sein sollte, kurze Info zur Person: Es handelt sich hierbei um die erfolgreiche Buchautorin, Moderatorin sowie Songschreiberin Iris Paech, die u.a. Songs für Gitty Fisher, Katie Grant und Larry Schuba schrieb.

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Westernhagen: Williamsburg

26. Oktober 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Seit mehr als vier Jahren gibt’s – endlich wieder, neue Musik von Marius Müller-Westernhagen. Sein mittlerweile 18. Studioalbum namens “Williamsburg” entstand im gleichnamigen Stadtteil von New York City, in dem sämtliche Aufnahmen produziert worden. Westernhagen machte schon immer gute Musik, bewies immer, dass er ein feines Näschen für gute Songs hat, so auch beim aktuellen Silberling “Williamsburg”.

Westernhagen: “Für Williamsburg konnte ich das tun, was ich am liebsten mache, in Ruhe meine Arbeit. Ich werde wohl bis an mein Lebensende Platten aufnehmen, denn darauf könnte ich nicht verzichten. Dazu liebe ich es einfach viel zu sehr.” Der gute Mann hat es auf den Punkt gebracht. Das Album beinhaltet zwölf Songs, die kaum abwechslungsreicher sein könnten. Es vereint Country, Bluegrass, Soul und Blues, sogar ein Bossanova und ein Tango sind zu vernehmen.

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David Nail: I’m About To Come Alive

22. Oktober 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Der aus Missouri stammende Sänger und Songschreiber David Nail ist Kennern der US-Country Music schon seit einigen Jahren ein Begriff. Bereits im Jahr 2002 startete er mit der Single “Memphis” (Mercury Nashville) durch – allerdings mit mäßigem Erfolg, nicht einmal eine Platzierung in den Top 50 der Charts war ihm vergönnt. Ein Album, immerhin von Keith Stegall produziert, wurde erst gar nicht mehr veröffentlicht und verschwand in den Kellern der Plattenfirma.

Ergo, Nail musste wohl oder übel eine Zwangspause einlegen. Die freie Zeit nutzte er um neue Ideen zu sammeln und sich nach neuen Mitstreitern umzusehen. Fleiß wird belohnt und gegenwärtig sieht die Sache schon ganz anders aus. Er hat beim Major-Label MCA Nashville unterschrieben und das Album “I’m About To Come Alive” erschien nur kurze Zeit später.

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Roland Heinrich: Lichterloh

14. Oktober 2009 | Von Walter Fuchs | Kategorie: CD-Besprechungen

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses neueste Werk von Roland Heinrich ist keine leichte Kost. Bei seiner letzten CD aus dem Jahre 2005 “Einsam und Ausgebremst – Lieder von Jimmie Rodgers”, da hatte man noch die bekannten Rodgers-Songs im Ohr und die Texte lagen klar ausgebreitet vor dem Zuhörer. Man konnte sich zurücklehnen. Dies ist bei dem neuesten Werk, das am 02. November 2009 veröffentlicht wird, nicht mehr ganz so einfach.

Die Geschichten die erzählt werden wirken oft verschnörkelt, um nicht zu sagen kryptisch, man wird zum Zuhören gezwungen und findet sich immer wieder unvermittelt in Roland Heinrichs alter Heimat, dem Ruhrgebiet, irgendwo zwischen Oberhausen, Mülheim und Essen. Da gibt es die Fensterbrettmelodie mit dem Blick auf die Bude an der Ecke und einem musikalischen Bezug zu Jimmie Rodgers “Blue Yodels”, da erlebt man eine flüchtige Begegnung mit einer fremden Frau im ICE oder man ist im Zeitraffer mit dabei auf einer Fahrt nach Essen, die am Ende der letzten 40 Treppenstufen zum Vergessen führt.

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Ulli Möhring: T.U.N.

7. Oktober 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Ulli Möhring ist fast so lange in der Country Music aktiv wie ich selbst. Die Bedeutung liegt auf “Aktiv”, denn solange ich ihn kenne hat er nicht nur neue Ideen sondern auch den Willen und das Durchhaltevermögen, diese zu realisieren. Dabei landet man automatisch schon mal in einer Sackgasse – Möhring hat bisher immer einen anderen, weiter führenden Weg gefunden. Sowohl als Künstler wie auch im sonstigen Leben – er lebt nicht allein von der Musik, von seiner Musik sondern er hält Seminare ab, die u.a. etwas mit Motivation zu tun haben. Der Begriff “tun” spielt dabei eine entscheidende Rolle, dieses kleine Wort wird in Möhring’s Leben ganz groß geschrieben. Der Begriff “Gedankendoping” – gleichzeitig Titel eines Seminars – hat für das Album Pate gestanden.

Wie es zu dem Titelsong und damit letztlich auch zu diesem Album kam, erzählt Ulli Möhring sehr anschaulich im der CD beigegebenen Booklet. Allein diese Story ist so ungewöhnlich wie die Musik dieses “Nordlichtes”. Okay, längst nicht Alles ist neu, denn von den 14 Songs kennen wir 11 bereits von seinem vorherigen Album “Leben”. Doch “T.U.N.” nur als Remake von “Leben” zu bezeichnen, wäre falsch, denn die drei neuen Songs (oben mit * gekennzeichnet) geben der CD zusätzlich richtig Pfeffer mit. Hinhören, denn Möhring hat etwas mitzuteilen! Erstaunlich, was allein die Umstellung der Reihenfolge der Songs bewirken kann.

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Kris Kristofferson: Closer To The Bone

5. Oktober 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: CD-Besprechungen

Er ist einer der ganz Großen seiner Zunft und mittlerweile 73 Jahre alt: Jetzt legt Kris Kristofferson mit “Closer To The Bone” ein weiteres abgeklärtes Alterwerk vor.

Nach dem hoch gelobten Album “This Old Road” von 2006 legt Kris Kristofferson nun mit “Closer To The Bone” das Nachfolgewerk vor. Stimmungsmäßig ist es ein nachdenkliches, vom Tempo her langsames Album, das getragen wird von Kristoffersons schütter gewordener Stimme.

Reminiszenzen, Erinnerungen an Verstorbene, Verarbeitung von längst zurückliegendem – Kristofferson scheint hier noch einmal vieles an- und aussprechen zu wollen, solange er noch die Möglichkeit dazu hat. Es überwiegt eine Stimmung der Reflexion über den Stand der Dinge am Ende des Lebens. Kristofferson selbst sagt dazu, er möge “die Intimität dieses Albums”. Intim, sparsam sind denn auch Instrumentierung und Arrangements der 11 Songs. Kristofferson zu Seite ist sein langjähriger musikalischer Weggefährte, der im Mai verstorbene Stephen Bruton, an Gitarre und Mandoline und Back Vocals. Ihm ist das Album gewidmet. Produzent Don Was zupft den Bass, Rami Jaffe von Jakob Dylans “Wallflowers” bedient zurückhaltend das Keyboard und Drummer-Legende Jim Keltner schlägt verhalten den Takt.

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John Fogerty: The Blue Ridge Rangers Rides Again

24. September 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Der Kopf und Gründer der legendären Creedence Clearwater Revival (u.a. Bad Moon Rising), John Fogerty, wandelt (wieder einmal) auf dem Pfade der Country Music. Bereits im Jahr 1973 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum “The Blue Ridge Rangers”. Der Albumtitel war auch gleichermaßen ein (sein) Pseudonym, um sich von seiner Band “CCR” zu distanzierten. Mit “The Blue Ridge Rangers Rides Again” will der mehrfach preisgekrönte Songschreiber an die Erfolge von vor mehr als 36 Jahren anknüpfen.

Der Silberling enthält ein selbstgeschriebenes Stück, sowie einige wirklich gelungene Coverversionen anderer Interpreten bzw. Songwriter. Da finden sich u.a. John Denvers “Back Home Again” neben Back Owens’ “I Don’t Care” auch der Rockabilly-Klassiker “Haunted House” von Robert L. Geddins wieder. Gesanglich unterstützt wurde er von Bruce Springsteen bei “When Will I Be Loved”, das man von den Everly Brothers kennt und Don Henley & Timothy B. Schmit bei “Garden Party”, dem guten alten Ricky Nelson-Klassiker. Extrem gelungen ist ihm seine Version von “Paradise”, welche aus der Feder von Kult-Songwriter John Prine stammt. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte das eigene Stück “Change In The Weather”, was ihm Gegensatz zu den anderen Songs, fast ein bisschen “düster” daher kommt.

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Radney Foster: Revival

12. September 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Von seinem neuesten Werk “Revival” behauptet Radney Foster, dass es das persönlichste Album seiner Karriere sei. Vieles was er in den letzten Jahren erlebte, hätte er in Songs gepackt. Auch eine Art reiner Selbstschutz: “Du gehst kaputt, wenn du sämtliche Tiefschläge deines Lebens nicht irgendwie verarbeitest. Ich hab’ das große Glück, das mit Songschreiben kompensieren zu können.”

Und damit hat der Songwriter Foster nicht unrecht. “Revival” scheint, wie bereits erwähnt, eine Retrospektive seines Lebens der letzten Jahre zu sein. Er hat sich so ziemlich alles von der Seele geschrieben; die Scheidung von seiner Frau, die es mit sich brachte, dass er seinen Sohn nicht mehr regelmäßig sah. Der Tod des Vaters, der ihm ein Loch in sein Herz riss. Klar, dass einem so etwas zwangsläufig beschäftigt.

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Brooks & Dunn: No.1’s And Then Some

10. September 2009 | Von Dirk Neuhaus | Kategorie: CD-Besprechungen

Es wird wohl ihr letztes gemeinsames Album sein. Kix Brooks und Ronnie Dunn, kurz Brooks & Dunn, gehen im nächsten Jahr zwar noch zusammen auf Tour, doch dann soll Schluss sein. Für viele Fans eine bittere Pille die sie schlucken müssen. Doch es geht ja weiter, zwar nicht mehr als Duo, aber jeder für sich ist ein ausgezeichneter Songschreiber, Produzent und Musiker. Damit ist bereits ein Grundstock für eine erfolgreiche Solokarriere gelegt. Warum aber nun ausgerechnet ein “Greatest Hits-Album” die letzte gemeinsame Arbeit sein muss, bleibt wohl unbeantwortet. Was soll’s, besser als nichts!

Nun zum aktuellen Silberling. Einen Sampler mit den größten Hits von “Brooks & Dunn” gab’s schon mehrfach, daher ist dies erstmal ein Minuspunkt. Ein Pluspunkt ist jedoch die hervorragende Klangqualität. Man könnte fast vermuten, die Beiden standen erst vor einigen Tagen im Studio, um die Songs neu einzusingen. Doch weit gefehlt, es ist einfach die moderne Technik die hilft. Die Masterbänder durch den Computer laufen lassen, schon ist der Ton um Längen besser als zuvor. Ein Sound der den Songs wesentlich mehr Volumen verleiht.

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