Beiträge der Kategorie: Kolumnen & Reportagen
Als die Westernstadt im April unter Führung der neuen Gesellschafter, jedoch mit einem Großteil der bisherigen Belegschaft, seine Tore für die Saison 2011 öffnete, herrschte eine positive, wenngleich auch leicht von Skepsis unterlagerte, Grundstimmung. Ein dreiviertel Jahr später kann man nun nach Abwägung aller persönlicher Eindrücke und faktischer Tatsachen sagen, dass die geplante Umsetzung der Vision in weiten Teilen gelungen ist und die Situation in Pullman City eine entspannte Phase erreicht hat.
Die Mitarbeiter haben gemeinsam die wichtigsten funktionierenden Teile einer Strategie erarbeitet, Alternativen bewertet und Entscheidungen getroffen. Die einzelnen Abfolgen der Arbeitsschritte mussten sicher des öfteren umstrukturiert werden, doch führten sie zu einer deutlich sicht- und spürbaren Umsetzung. So wurden bereits in diesem Sommer erhebliche bauliche Maßnahmen durchgeführt, bestehende Gebäude renoviert und im Eingangsbereich für die kleinen Gäste die riesige Spielanlage “Little Pullman” errichtet. So lange es die Witterung zulässt, laufen derzeit die Arbeiten an den Koppeln, der Stallanlage sowie dem Neubau weiterer Hütten mit modernen Sanitäranlagen.
Auch wenn es in den letzten Jahren ruhiger um ihn wurde, Freddy Quinn ist und bleibt ein Superstar des Show Business. Ich kenne keinen Künstler, der so vielseitig und in so unterschiedlichen Bereichen erfolgreich war, wie dieser in Österreich geborene Entertainer. Im Laufe seiner langen, so einzigartigen Karriere hat man zahllose Artikel und Bücher über ihn geschrieben, wobei Dichtung, Spekulation und Wahrheit oft nicht mehr zu unterscheiden waren.
An dieser Stelle soll daher auch nicht detailliert auf seine Karriere und sein Leben eingegangen werden, dazu kann man sich an anderen Stellen informieren. Ich möchte hier auf seine Beziehung zur Country Music eingehen. Denn es gibt sicher noch Menschen, die sich fragen: Freddy Quinn und Country Music – wie passt das zusammen?
Der gute Wille ist vorhanden. Ebenso ein klar gesteckter Zielrahmen, in welchem sowohl die Grob- als auch Feinstruktur der Projekte in der Westernstadt für die nahe und ferne Zukunft definiert sind. Klaus Six und Ernst Grünberger wurden nach abgeschlossenem Insolvenzverfahren jetzt als die Geschäftsführer der neuen Gesellschaft vorgestellt, hinter der sechs angeblich private Investoren stecken. Den beiden obliegt von nun an die Führungsverantwortung über die mehr als hundert Mitarbeiter, von denen die meisten übernommen wurden, andere neu hinzu kamen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden nicht ausgesprochen, wird betont.
Buchstäblich in letzter Minute waren jetzt die nötigen behördlichen Maßnahmen getroffen worden, um die Saison 2011, wie geplant, am 16. April starten zu können. Noch lief nicht alles rund und Besucher, die in der ersten Oster-Ferienwoche Pullman City besuchten, mussten Abstriche in Kauf nehmen, da bereits Renovierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen begonnen hatten, die auch zur vorübergehenden Schließung einiger der Gastronomiebetriebe führten. Doch das Ganze ist mehr als seine Teile und somit hat die Einrichtung an sich nichts von ihrem Flair eingebüßt, wenn auch der Gleichgewichtszustand derzeit noch nicht absolut stabil ist.
Johnny Cash hatte es getan, und Dutzende vor und nach ihm: Konzerte für Gefangene in Strafanstalten. Der inneren Konflikt der Sinnhaftigkeit darf von jedem mit sich selbst ausgemacht werden. Bettina Granegger jedenfalls, seit Jahren nebenberuflich als freie Journalistin für Country-Magazine tätig, hatte beschlossen, den Versuch zu starten, einem Projekt Gestalt zu geben, das auch Country Music in deutsche Gefängnisse bringen würde.
11.916 Haftplätze gibt es derzeit in Bayern, die JVA St. Georgen-Bayreuth ist mit 944 die drittgrößte Einrichtung dieser Art im Freistaat. Bettina Granegger nahm Kontakt mit der dortigen Leitung auf und wurde durch glückliche Fügung an Martin Winckhler verwiesen, der als Anstaltslehrer tätig ist und neben seiner hauptsächlichen Tätigkeit, Deutschunterricht für ausländische Häftlinge zu geben, deren Anteil über ein Drittel beträgt, auch den Gefängnischor leitet und Kulturprojekte betreut. Er zeigte sich für die Idee von Beginn an offen und nach Klärung aller nötigen Formalitäten konnte Country At Prison am 6. November 2008 erstmalig starten.
Seltsames und Mysteriöses tat sich am Wochenende vom 4. – 6. Februar 2011 in Berlin. Darüber kann man nicht mit der Lässigkeit eines Journalisten hinweg gehen. Im Vorfeld deutete es sich für den ein oder anderen Musiker und Fan der Country Music schon an – es wird das Wochenende der langen Wege.
In diesem Fall nicht nur für Musiker und Fans, die sich entschieden haben beide Events, das Meeting und die Messe zu besuchen. Auch für den ein oder anderen armen Pressemann, der sich auf den langen Weg machte zu pendeln, um sich auf beiden Veranstaltungen zu informieren. Es wurde zwischendurch ganz schön stressig und man hat viel zu spüren bekommen, nämlich seine Füße. Auch mancher Aussteller hatte es an diesem Wochenende nicht einfach.
Im Mai 2010 wurde Nashville von einer grossen Flut heimgesucht. Stark betroffen davon war auch der Dom der Country Music, die Grand Ole Opry. Über Monate wurde sie renoviert und erneuert. Insbesondere der hölzerne Bühnenkreis, der noch aus dem Ryman, dem Ursitz der Radio-Show stammt, wurde stark beschädigt. Doch “The show must go on” und die Konzerte fanden in mehreren Ausweichquartieren in Nashville statt.
Am 28. September war es dann soweit. Die grosse Wiedereröffnug des Grand Ole Opry-Hauses stand an und viele, viele Stars kamen, um dies gemeinsam zu feiern. Das Staraufgebot reichte von Altvorderen wie Little Jimmie Dickens, Del McCoury, Charlie Daniels und den Riders in the Sky bis zu den akutellen Top-Acts wie Josh Turner, Keith Urban, Martina McBride, Trace Adkins, Blake Shelton, Brad Paisley und Dierks Bentley. Angeführt wurde das Ganze vom Spiritus Rector der Country-Gemeinde, Marty Stuart.
Am 3. April, am Ostersamstag 2010, war es wieder einmal soweit. Walter Fuchs, der Organisator, Moderator und Spiritus Rector des Internationalen Bühler Bluegrass Festival, war auf Einladung von Marion Lacroix in der Sendung “Country Roots” zu Gast. In der wöchentlichen Sendung ging es diesmal von 10:00 bis 12:00 Uhr fast ausschließlich um das 8. Internationale Bühler Bluegrass Festival, das am 14. und 15. Mai im “Bürgerhaus Neuer Markt” veranstaltet wird.
Fuchs gab auf die Fragen von Lacroix bereitwillig Auskunft und Old Jack Neufeld übersetzte routiniert vom Französischen ins Deutsche und umgekehrt. Dabei ging es vor allem um die Künstler des diesjährigen Festivals, aber auch um Fragen, wie man Kontakt zu den Bands bekommt, nach welchen Kriterien die Auswahl getroffen wird, wie schafft man es, das hohe künstlerische Niveau des Festivals zu halten, wie erreicht man die abwechslungsreiche Mischung.
Im Oktober 2009 feierten Asterix & Obelix ihr 50 Jähriges Jubiläum. Manch einer wird sich jetzt fragen: “Was hat denn das auf einer Countryseite zu suchen?”. Aber hallo, die Parallelen nach Deutschland sind markant. Das kleine gallische Dorf der beiden leistet seit Jahren Widerstand und steht damit so ziemlich alleine da.
Man glaubt es kaum, es gibt auch ein kleines bayerisches Dorf, dem geht es ähnlich. Es leistet seit Jahren erfolgreich Widerstand gegen die musikalische Tristeste in Deutschland. Man stelle sich mal vor, es würde das Four Corners in Untermeitingen nicht geben. Wie trostlos und öde wäre da die Live-Musikszene der Stilrichtung Country. Ohne den anderen, liebevoll geführten Saloons in Deutschland nahezutreten, es gäbe gar keinen Ort mehr, der die Countrymusik Woche für Woche in diesem Stile, Ambiente und vor allem Kontinuität mit US-Künstlern dieses Formates anbietet.
Es ist wieder passiert … die europäischen Plattenbosse (Taylor Swift nennt sie liebevoll “Experten”) hatten entschieden, dass ihr aktuelles Album “Fearless” für den weltweiten bzw. europäischen Vertrieb neu abgemischt werden musste. Das heißt im Klartext, dass alle Instrumente die an “Country Music” erinnern, herausgefiltert wurden.
Doch warum glaubt man wirklich, dass ein Song der im Original Countryelemente enthält, besser ohne diese Art der Instrumentierung funktioniert? Ich denke, dass die aktuelle Single “Love Story” genau so vom deutschen Konsumenten angenommen worden wäre, zumal sie in ihrer Urfassung wesentlich harmonischer klingt. Es ist schon fast eine Unverschämtheit, einem Song seine musikalische Note zu nehmen. Da fehlt es letztendlich an Melodie, weil tragende Elemente einfach entfernt wurden.
Am Samstag, 18. April 2009, ging es in der wöchentlichen Country Music Sendung “Country Roots” von Radio Arc En Ciel in Straßburg zwischen 10.00 und 12.00 Uhr fast ausschliesslich um das 7. Internationale Bühler Bluegrass Festival am 1. und 2. Mai 2009.
Der Organisator und Moderator des Festivals Walter Fuchs beantwortete die Fragen des Radio-Moderators Marion Lacroix (übrigens ein gebürtiger Offenburger wie Walter Fuchs) und Old Jack Neufeld wirkte als bewährter Übersetzer. Es wurde viel Musik der in Bühl auftretenden Bands gespielt, es gab aber auch Reminiszensen an Künstler, die in den vergangenen Jahren bereits in Bühl aufgetreten waren, z.B. The Infamous Stringdusters, Claire Lynch, Don Rigsby und die Turquoise Band aus Frankreich.
Erst war es nur ein kurzer Gedanke, doch dann wurde daraus eine Idee mit “Hand und Fuss”! In unserem Land gibt es jede Menge tolle Songwriter, die sich dem Genre Country Music verschrieben haben und mit viel Charme und Enthusiasmus bei der Sache sind. Herauskommen dabei meist Songs die sich nicht hinter irgendwelchen “Nashville-Produktionen” verstecken müssen. Der Country Music Song Contest soll genau diese Künstler ansprechen und ihnen die Möglichkeit bieten, ihr Schaffen letztendlich auch einem breiten Publikum vorzustellen.
Mit unserem Partner Media Logistics, der auch die Hauptpreise des Contests stiftet, hatten wir von Anfang an ein gutes Gefühl. Ganz vorne dabei, Geschäftsführer der Fa. Media Logistics – Carsten Drescher, der die Idee des Country Music Song Contest für großartig hält. Ein ausführliches Interview mit Carsten Drescher, in dem u.a. auch viele aufkommende Fragen zum Verlauf des Contests beantwortet werden, finden Sie am Ende dieses Artikels.
Herr Drescher, wie kam es eigentlich dazu, daß Sie als Sponsor für den Country.de Song-Contest zugesagt haben?
Carsten Drescher, Media Logistics: Wir sind als Dortmunder Anbieter von CD- und DVD-Herstellung ja schon länger sehr zufriedener Anzeigenkunde auf Country.de. Wir schalten dort ein Banner, um Countrymusiker bzw. Bands auf unsere Dienstleistung aufmerksam zu machen. Da wir mit dem Service, insbesondere aber auch mit den persönlichen Kontakten, die wir dort haben (unsere Ansprechpartner sind Frau Dornfeld und Herr Neuhaus) ein sehr gutes Verhältnis und extrem gutes “Bauchgefühl” haben, bin ich sofort Feuer und Flamme gewesen, als Herr Neuhaus mir von der Idee des Contests erzählte. Abgesehen davon, daß es uns natürlich hilft, in der Countryszene bekannter zu werden, überzeugte mich neben der Idee auch das schon gut durchdachte Gesamtkonzept. Vor allem fand ich toll, das soetwas überhaupt mal veranstaltet wird und daß das Konzept gerade kleineren bzw. unbekannten Künstlern eine Möglichkeit gibt, durch den Wettbewerb, die Berichterstattung und auch über die von uns gestifteten Preise einen Schritt nach vorn zu machen und bekannter und erfolgreicher zu werden. Ich habe selbst viele Jahre in einer Band gespielt und weiß daher, daß man sich solche Chancen als Musiker oder Band immer wünscht, um vorwärts zu kommen.
Das alte Thema, aber zurzeit wieder aktuell in aller Munde. Sugarland, Martina McBride und Collin Raye touren durch Europa. Geben Konzerte, die meisten in Grossbritanien, aber auch Italien, Frankreich und die Schweiz stehen auf dem Tourplan. Der ein oder andere Künstler verläuft sich schon mal im Four Corners (bei Untermeitingen), aber ansonsten machen sie einen großen Bogen um Deutschland.
Gerne wird dem Fan schnell eingeredet; ja das liegt an dir, wenn du die CDs in Übersee orderst, dann werden hier keine Verkäufe generiert und dann denkt das Management und die Plattenfirma, dass es hier keine Fans gibt. Ist natürlich vollkommener Blödsinn und wird von einigen “Stimmungsmachern” gerne propagiert. Doch woran liegt’s wirklich? Kurz und knapp, an den Medien (Radio & TV).
Die einschlägigen Foren sind voll mit Schlagwörtern wie: Neid, Missgunst und Cliquenwirtschaft. So sieht’s der Fan und hat dies der Countryszene schnell mal attestiert. Ja, und das stimmt! Aber das ist nicht nur im Country-Business so. Beim Schlager, der Volksmusik und im Rock & Pop ist es eben so. Natürlich ist sich jeder Mensch erst einmal selbst der Nächste. Doch leider sieht es hinter den Kulissen noch viel schlimmer aus. Lange habe ich überlegt, ob ich diese Kolumne überhaupt schreibe, bzw. veröffentliche. Da, logischerweise, der normale User gar nicht weiß, was sich wirklich in seiner doch so “heißgeliebten” Countryszene, abspielt. Doch letztendlich ist es an der Zeit dem Leser die Augen zu öffnen. Obwohl ich damit rechne, dass ich dafür den ein oder anderen “verbalen” Tiefschlag einstecken muss.
Jeder, egal wer – Sie lesen richtig – ausnahmslos jeder, denkt bei einem Projekt erst einmal ob es profitabel ist. Da ist es auch egal, ob’s eine Veranstaltung, ein Festival, eine Messe, oder ein Magazin (Online, Print) ist. Man will ja wenigstens, dass die enstandenen Kosten wieder reinkommen. Sparen gehört natürlich ebenso dazu. Werbung darf nichts kosten, die ist viel zu teuer, gibt das schmale Budget nicht her. Aber warum soll ein Mitbewerber für seinen Konkurrenten kostenlos Werbung machen? Der wirtschaftliche Aspekt spielt hier eine sehr große und wichtige Rolle.
Nach einem mit viel Begeisterung aufgenommenen Konzert der deutschen Bluegrass Band “Night Run” am Freitagabend und zwei Tagen interessanter Vorträge und heftiger Diskussionen ist am Sonntag, 08. Februar 2009, kurz nach 16:00 Uhr in Bühl (Baden) der erste European Bluegrass Summit zu Ende gegangen. An den zwei Tagen waren von den über 30 Teilnehmern aus ganz Europa und auch aus den USA die Belange der europäischen Bluegrass-Szene diskutiert worden. Unter der erfahrenen Leitung des Mediators Fred Bartenstein aus den USA ging es um vielschichtige Fragen, zum Beispiel, braucht man Bluegrass-Organisationen und wenn, warum?
Wie wird heute die Bluegrass Musik als eine akustische, dem Jazz ähnliche, Musik von einem unvoreingenommenen Publikum aufgenommen. Wie führt man die Jugend an die Bluegrass Musik heran? In England, Schottland, Norwegen und Irland zum Beispiel gibt es regelrechte Schulprogramme, bei denen auf der Basis der keltischen Musik das Verständnis für Bluegrass geweckt und erklärt wird. Wie wirken sich politische Gefühle gegenüber den USA auf die Anerkennung von Bluegrass aus? Vor allem aber ging es um den Diskussionsblock: “Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats”, das heisst, die Stärken, die Schwächen, die Möglichkeiten und die Gefährdungen.
Country Music und Sport haben mehr miteinander zu tun als Manche vermuten. Ein Blick in die Biographien vieler erfolgreicher Country Musiker weist nach, dass sie in der Jugend intensiv Sport getrieben haben. Und das nicht nur der körperlichen Ertüchtigung wegen sondern mit dem Ziel, eine Sportlerkarriere aufzubauen. Meist war dann eine Verletzung Ursache für den Wechsel zur Karriere in der Musik oder der Musik-Virus war einfach stärker.
Noch bevor ich die Country Music für mich entdeckte, stand auch bei mir der Sport im Mittelpunkt – als reines Hobby allerdings. Das Interesse am Sport hat bis heute nicht nachgelassen. So habe ich mir vor einigen Jahren mit zwei Freunden vorgenommen, alle Stadien der drei obersten Fußball-Ligen in Deutschland zu besuchen und dabei Infrastruktur und Service zu testen. Nicht selten wird dann ein Kurz-Urlaub daraus und – wann immer möglich – Live Country Music einbezogen. Auch so lernt man Land und Leute kennen …
Die Pressekonferenzen der Internationalen Bühler Bluegrass Festivals scheinen zu den Sternstunden des Bühler Oberbürgermeisters Hans Striebel zu gehören, denn immer wieder erlebt man ihn dabei mit strahlendem Lachen und in guter Stimmung, die sich sofort auf die anwesenden Mitarbeiter und Journalisten überträgt. Schliesslich gehört das seit 2003 so erfolgreiche Bluegrass Festival zu den Highlights im jährlichen Bühler Kulturbetrieb. Neben Jazzfestival, Novemberlicht oder Zwetschgenfest hebt sich das Bluegrass Festival durch seine internationale Anerkennung und seine Spitzenstellung in Deutschland als eine Art Unikat besonders ab. Nachdem dann auch noch in den vergangenen beiden Jahren der grosse Publikumszuspruch an die Grenzen des Bürgerhaus Neuer Markt gestossen war, schien es nur logisch und folgerichtig, das bisher eintägige Festival auf zwei Tage zu erweitern. Dabei haben beide Tage, Freitag und Samstag, denselben hohen Stellenwert, das heisst, an beiden Tagen wird auf höchstes künstlerisches Niveau geachtet.
Ich habe wirklich hin und her überlegt, welche Überschrift ich wählen soll, um meinen Frust über diese unsägliche TV-Show “Hit-Giganten” (Country & Folk), die am Freitag, den 3. Oktober 2008 aufgezeichnet wurde, zum Ausdruck zu bringen. Katastrophe, ja so beschreibt man eine Situation, die vollkommen aus dem Ruder gerät. Die Fernsehleute von Sat.1 haben der Country Music in Deutschland einen Bärendienst erwiesen. Falsche Einblendungen von Künstlerdaten und Äusserungen der eingeblendeten “Promis”, waren gegenüber dem Rest der Show noch harmlos.
Viel schlimmer, die Vermischung – wieder einmal – von “Country & Western”. Die Worte “Cowboy, Westernstadt, Sporen, Bull Riding, Indianer, Pistole, Gewehr, Lieblings-Westernheld, Pferd, Winnetou und Old Shatterhand”, wurden mehr verwendet als “Musik, Country, Nashville, Lieblings-Interpret, Geschichte des Genre Country, die größten internationalen Musiker” usw. – sehr schade. Dafür wurde der Fluss Mississippi von fast allen “Experten” falsch buchstabiert, die Brüste von Dolly Parton angesprochen und ständig mit Pistolen rumhantiert und wirklich alles in “Grund und Boden” veralbert. Das Klischee wurde so bedient, wie es in vielen Köpfen der Menschen in unserem Land – fälschlicherweise – seit Jahren im Kopf rumgeistert. Noch was, viele eingeblendeteten “Promis” konnten das Wort “Country” nicht fehlerfrei aussprechen. Zur Info: Das heißt Country, nicht Kauntrie.
Es ist ein Thema, welches bei einigen nationalen Künstlern zwar wieder die Zornesröte ins Gesicht treiben wird, doch irgendwann ist einmal der Zenit erreicht und es sollte Tacheles geredet werden. Bei den nationalen Bands, Duos, einzelnen Interpreten scheint die “Nach mir die Sintflut”-Mentalität immer mehr in den Vordergrund zu treten. Webseiten (Country-Online-Magazine) und auch die Print-Magazine klagen seit Jahren gemeinsam über die arrogante Einstellung vieler nationaler Künstler. Jeder s.g. “Furz” soll über sie in den Medien stattfinden und am besten von den Redaktionen noch selbst recherchiert. Doch so kann’s doch nicht weitergehen. Die meisten machen so gut wie keine Promo, beantworten nicht einmal E-Mails (selbst nach mehrmaligen Anfragen) – die Kommunikation lässt echt zu wünschen übrig. Da sollen CDs besprochen werden (die gar nicht an die Redaktionen verschickt wurden), die Eventkalender sollen mit Terminen vollgestopft sein – die nicht bekannt sind? Wie soll das gehen?
Die Redaktionen aller Country-Medien (Print und Online) sorgen regelmäßig dafür, dass die Künstler unentgeldlich zu einem positiven Image-Gewinn kommen. Auftritte, CD-Verkäufe resultieren meistens davon, dass durch diese Medien gemachte Werbung (in Artikeln usw.) den Künstler einen, nachweislich, wirtschaftlichen Vorteil bringen.
Tommy Roberts Jr. (Mario Strohschänk) hatte in seinem Leben schon dreimal die große Chance ins Musik-Business einzusteigen, doch wirklich genutzt hat er keine dieser Möglichkeiten. 2004 ist er Newcomer geworden bei der GACMF (German American Country Music Federation), lief 2005 gute 700 Kilometer vom Allgäu zu Universal ins entfernte Berlin für einen Plattenvertrag und zuletzt kam er mit seiner Country Music sogar bis ins Finale bei Stefan Raabs “SSDSDSSWEMUGABRTLAD” – am Ende musste er sich nur Gregor Meyle, Steffi und der Gewinnerin des Contests Stefanie Heinzmann geschlagen geben. In der Gegenwart sieht’s aber wieder düster für ihn aus. Zwar erscheint am 30. Mai 2008 die Single “The One” im Eigenvertrieb und später soll ein Album folgen. Doch das Album ist noch nicht einmal produziert. Sind denn wenigstens schon die Titel ausgesucht? Stefanie Heinzmann hat gut vier Wochen nach ihrem Sieg ihr Album “Masterplan” veröffentlicht, Gregor Meyle kam mit “So soll es sein” circa acht Wochen nach dem Finale und Tommy Roberts – acht Monate nach dem Finale?


