Beiträge der Kategorie: Kolumnen & Reportagen
Nun stehen sie fest, die Künstler zur Jubiläumsveranstaltung. 20 Jahre gibt’s die Country Night Gstaad mittlerweile und viele, sehr viele Stars gaben sich förmlich Jahr für Jahr die Klinke in die Hand.
In den letzten Jahren konnte man Joe Nichols, Randy Travis, Tracy Lawrence, Joe Diffie, Terri Clark, Sara Evans, Gary Allan, John Michael Montgomery, Deana Carter, LeAnn Rimes, Mark Chesnutt, Rhonda Vincent und viele andere US-Topkünstler in dem kleinen Ort im Berner Oberland (Schweiz) bewundern. Umso größer war die Erwartungshaltung der doch verwöhnten Fans zum 20. Jubiläum. Zumal im Vorjahr die Fans aufgefordert wurden, eine Liste auszufüllen (mit ihren Wunschkanditaten), welchen Star sie einmal “live” in Gstaad sehen möchten.
Wie hier im Blog schon einmal erwähnt, feiern die Pioniere der Countryfizierung – The Twang – ihr 10jähriges Bestehen am 30.04.2008 in der Braunschweiger Brunsviga. Grund genug hier noch ein bisschen tiefer zu bohren und nach Details zu forschen, denn die bisherigen Andeutungen waren doch mehr als vage.
Herausfinden konnten wir folgendes: Die Show wird die komplette Bandgeschichte abbilden und dabei teils schon längst vergessene Songperlen für die Besucher bereithalten. Das Wort “Revue” macht die Runde – voraussichtlich nahezu alle bisherigen Bandmitglieder werden dabei sein und bei Stücken, die sie in ihrer Twang-Mitgliedschaft mit geschaffen haben, auf der Bühne stehen. Ebenso werden zahlreiche andere Gäste erwartet, über die allerdings bisher noch weitestgehend Stillschweigen herrscht. Auf Überraschungen muss man gefasst sein, aber die Verhandlungen laufen noch.
Außerdem konnte das Geheimnis um die ominöse Überraschung, die schon auf der Twang-Homepage angekündigt war, endlich gelüftet werden. Pünktlich zur 10-Jahres-Feier wird die Band eine CD mit dem Titel “10 Yeeehaws After” veröffentlichen.
Platin- und Goldauszeichnungen pflasterten ihren sehr erfolgreichen Weg. Ihr Grand Prix-Song und No. 1-Hit “No, No, Never” startete, trotz misarablen Abschneidens im Jahr 2006 beim Eurovision Song Contest in Athen (Griechenland), in Deutschland voll durch. Schon nach dem Vorentscheid zum Contest (Thomas Anders und Vicky Leandros traten ebenfalls an - Texas Lightning konnte zwei Drittel der Anrufer von sich überzeugen) war klar, dass es sich hier um einen Song handelte, den ganz Deutschland mögen wird. Über Nacht waren Uwe Frenzel, Markus Schmidt, Jon Flemming Olsen, Olli Dittrich und Jane Comerford als Texas Lightning in ganz Deutschland ein Begriff. Das Album, und auch die Single, verkaufte sich wie geschnitten Brot. Selbst nach einem nicht erfreulichen 15. Platz in Athen, standen die Fans der Kombo wie eine Wand hinter ihnen. Eine Single – “I Promise” – wurde nachgeschoben, konnte aber der ersten Single bei weitem nicht das Wasser reichen und verschwand genauso schnell wie sie veröffentlicht wurde aus den Single-Charts. Verblüffend dabei war, dass “No, No, Never” noch immer in den Charts war, als “I Promise”, schon längst vergessen war. Den Sommer über tourte die Band durch Deutschland, trat bei der ein oder anderen TV-Show auf, veröffentlichte zur Weihnachtszeit noch einmal das Album Meanwhile, Back At The Golden Ranch in einer Deluxe-Version. Danach passierte fast gar nichts mehr.
Country Music in Deutschland, bei diesem Thema teilen sich die Meinungen und scheiden sich die Geister – man kommt auf keinen gemeinsamen Nenner. Die “Szene” selbst steht sich seit Jahrzehnten selbst im Weg und diskutiert lieber “Alles” in Grund und Boden, ohne die wirklichen massiven Probleme, auch nur im Ansatz zu erkennen. Es liegt nicht nur an den unzähligen Verkleideten (ich meine nicht die mit Boots, Jeans und Stetson – das ist vollkommen in Ordnung), sondern die Indianer, Trapper, Sheriffs und Südstaatengenerale, die fast jedes Country-Event zur fünften Jahreszeit machen.
Oder jene Linedancer, die sich immer direkt vor der Bühne platzieren und eine Sicht auf den Künstler fast unmöglich macht. Es liegt auch nicht nur an den vielen schlechten Coverbands, die sich – weil woanders noch erfolgloser – in diesem Genre tummeln. Ebenso auch nicht nur an den nationalen Veranstaltern, welche nur drittklassige Künstler buchen, weil die ja so wahnsinnig günstig sind.
Okay, Country Music ist das nicht wirklich aber ein weiterer Fingerzeig in Richtung Country Music. Denn allzu gern greifen Interpreten anderer Stilrichtungen auf Songs aus der Country Music zurück. Beispiele dafür gibt es seit Jahren reichlich. Bleibt in diesem Zusammenhang die Frage, warum die Country Music selbst es hierzulande nicht zu größerer Bedeutung schafft. Sei’s drum – die Gruppe 6-Zylinder ist seit 1983 unterwegs auf allen Bühnen Deutschlands und vielen weiteren in anderen Ländern.
Spezialisiert auf A-Capella-Gesang und dekoriert mit zahlreichen Auszeichnungen haben sie sich den John Denver Klassiker “Thank God I’m A Country Boy” ausgesucht und auf ihre Weise interpretiert. Das kann sich hören lassen, zumal es davon unterschiedliche Versionen gibt. Von Live über akustisch bis zu einer Tanz-Variante.
Zurzeit wird wieder sehr gerne in Superlativen über den Erfolg (immerhin ein vierter Platz bei SSDSDSSWEMUGABRTLAD – TV Total, Pro Sieben) von Mario Strohschänk (Tommy Roberts Jr.) von Fans und Medien gesprochen. Doch was bringt es uns – den Medien, oder den Fans dieses Musikgenre? Ganz ehrlich gesagt – fast nichts – leider!
Im Jahr 2006 hatte Texas Lightning (No, No, Never) mit ihrem Erfolg beim Vorentscheid des Eurovision Song Contest (Grand Prix) für einen kleinen Boom in Sachen Country Music in unseren deutschen Landen gesorgt. Innerhalb weniger Wochen wurde der Song einer der meistgespieltesten Radiosongs des Jahres und erreichte die Top-Position der deutschen Single Carts. Das Album und die Single wurden mit Platin ausgezeichnet und eine Single (I Promise) wurde nachgeschoben – die nicht im Ansatz an den Erfolg der ersten Single anküpfen konnte. Doch was ist am Ende geblieben – vom “Countryboom”? Nichts …
Auch im vergangenem Jahr verstarben großartige Countrykünstler, welche – viele über Jahrzehnte hinweg – ein großes Publikum begeisterten und unvergessen bleiben.
Am Neujahrstag 2007 verstirbt in Centerville, Tennessee die Countrylegende Del Reeves (73). Der Sänger (Girl On The Billboard) begeisterte fast fünf Jahrzehnte seine Fans.
In der ersten Januarwoche, am 06.01.2007, verstirbt Pete (Sneaky Pete) Kleinow (72), einer der berühmtesten Steelgitarristen Nashville’s und Gründungsmitglied der Flying Burrito Brothers, an den Folgen einer schweren Alzheimererkrankung.
Einige Tage später am 13. Januar 2007 im Alter von 70 Jahren verstirbt der ehemalige Bassist Doyle Holly an Krebs. Er spielte u.a. bei den berühmten Buckaroos (Begleitband von Buck Owens) und startete später sogar eine Solokarriere.
Der Mundharmonikaspieler Terry McMillan (53), verstirbt am 02. Februar 2007 in Pigeon Forge, Tennessee.
Der Songschreiber Glenn Sutton (69), Mitglied der Songwriters Hall Of Fame in Nashville und ehemaliger Ehemann von Lynn Anderson, verstirbt am 18. April 2007 an den Folgen einer Herzattacke.
Der Gitarrist und Gründungsmitglied der Marshall Tucker Band, George McCorkle (60), verstirbt an den Folgen seines schweren Krebsleidens am 29. Juni 2007 in Nashville.
Wir kennen sie alle – die berühmt berüchtigten Sampler. Egal ob als CD oder früher als LP, sie fehlen in keiner Musik-Sammlung. “Sample” – damit bezeichnet man ganz allgemein ein Muster, eine Probe, ein Beispiel. Ein “Sampler” ist also, auf die Musik bezogen, ein Album, das Songs von verschiedenen Interpreten anbietet. Ein Sampler diente ursprünglich einer Plattenfirma dazu, dem potenziellen Kunden Appetit zu machen auf ein neues Album eines zum Label gehörenden Künstlers. Ein relativ einfaches aber wirkungsvolles Rezept, denn die Aufnahmen existierten ohnehin bereits, man verkaufte sie mit anderen Songs mehrerer Interpreten auf einem Sampler und machte im Idealfall die Kundschaft so neugierig, dass die dann das komplette Album eines der Interpreten kaufte. Für den Kunden kann ein Sampler durchaus hilfreich sein, denn so erfährt er von einem neuen Album bestimmter Künstler, erhält Hörbeispiele und kann sich dann entscheiden. Manch einem genügt allerdings ein Sampler, wenn man nicht unbedingt nur einen Interpreten hören will.
Deutschland’s wohl “dienstältester” Country Experte Walter Fuchs hat es in seinem Bericht über das Country Festival von Northeim anklingen lassen – es darf weiter gerätselt werden über den deutschen Country Fan, das unbekannte Wesen. Seit rund 40 Jahren verfolge ich wie versucht wird, dieses Geheimnis zu ergründen. Es ist nicht so als ob der Fan, beiderlei Geschlechts übrigens, im Verborgenen blühe oder nicht wahrgenommen würde. Im Gegenteil – der Fan verschafft sich Gehör, indem er kritisiert, Niemand unternehme etwas in Sachen Country Music live oder Klage darüber führt, es würden immer die gleichen Künstler angeboten. Wehe aber wenn es dann doch einer versucht. Dann zeigt sich das wahre Gesicht des Country Fans, dem die Ausreden nicht ausgehen. Es sind natürlich genau die falschen Künstler im Programm, die Oma ist krank, man hat Kopfschmerzen, der Termin passt nicht, die Veranstaltung ist zu weit weg, fängt zu früh an, hört zu spät auf, der Eintritt ist zu teuer, es fehlt am Rahmenprogramm, das Wetter ist zu gut oder zu schlecht – nur eine kleine Auswahl an Gründen, die ins Feld geführt werden.



