Beiträge der Kategorie: Specials
Es ist soweit, das erste Soloalbum – schlicht und einfach Ronnie Dunn genannt, steht in den Startlöchern. So vertraut seine charismatische Stimme geworden ist, hat er sich erst jetzt die Zeit genommen, es endlich einmal als Solosänger zu versuchen. Lange hat es gedauert, denn als Teil der erfolgreichen Countryformation Brooks & Dunn stand eine Solokarriere in den vergangenen Jahren nie zur Disposition.
In vielerlei Hinsicht ist der neue Silberling “Ronnie Dunn” sprichwörtlich gesehen, das Album seines Lebens. “Ja, man kann wirklich sagen, dass ich mein ganzes Leben darauf gewartet habe dieses Album zu machen”, sagt Ronnie Dunn während er sich lächelnd zurücklehnt in seiner ausgebauten Scheune, draußen vor seinem Haus, in der er zahllose Stunden in den letzten Jahren mit der Arbeit an diesem Album zugebracht hat: “Wie ein Song auf meinem Album sagt, We All Bleed Red, und offen gesagt, steckt eine Menge meines Blutes überall in diesen besonderen Stücken.”
“Meine Lieblinge in der Grand Ole Opry waren unbestritten Bill Monroe & The Bluegrass Boys”, das und vieles andere erfahren Sie im Interview von Friedrich Hog mit Doyle Lawson, dem Headliner des 09. Internationalen Bühler Bluegrass Festivals, das am 13. und 14. Mai 2011 im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl (Baden) stattfindet.
Der geniale Bandleader Doyle Lawson aus East Tennessee sagt u.a. über potentielle neue Bandmitglieder und seinen Zugang zu Jesus: “Ich schreibe mir alle Leute auf, die mir auf Festivals usw. auffallen, um sie bei Bedarf zu kontaktieren … Ich bat Jesus, in mein Leben zu kommen. Mir wurde klar, dass ich ein Sünder bin, und ich wollte gerettet werden.”
Dass er aus gutem Grund als “bester Gitarrist” (Eric Clapton) gefeiert wird, zeigt Tommy Emmanuel auf seinem neuen Album einmal mehr. “Little by Little”, das am 18. März 2011 bei Favored Nations (Rough Trade) erschien, enthält 24 Lieder – inklusive dreier Stücke mit Gesang und Instrumental-Interpretationen solch bekannter Songs wie dem Hollies-Klassiker “He Ain’t Heavy, He’s My Brother”, Henry Mancinis Evergreen “Moon River” oder dem von Carole King geschriebenen “Tapestry”.
Bei diesen wie bei seinen stets auf akustischen, mit Stahlsaiten bespannten Instrumenten vorgetragenen Eigenkompositionen demonstriert der zweifach (Grammy) nominierte Australier nicht nur enorme Stilvielfalt, sondern brilliert auch mit virtuoser Zupftechnik und großem Einfühlungsvermögen. Mal rasant, mal romantisch oder gar beschwingt entfesselt Emmanuel mit unglaublichem Fingerspitzengefühl faszinierende Klang-Kaskaden voller glasklar perlender Töne. “Ich habe die Doppel-CD den verstorbenen amerikanischen Gitarren-Legenden Chet Atkins, Jerry Reed sowie Merle Travis gewidmet”, erzählt er. “Der Plattentitel wiederum steht dafür, eines nach dem anderen, also Schritt für Schritt zu machen und nicht durch’s Leben zu hetzen oder sich heute über das Morgen den Kopf zu zerbrechen.” Insofern eignet sich sein “Little by Little” als Soundtrack für sämtliche Stimmungslagen.
Ain’t No Bad Life – kein schlechtes Leben. Das darf man dem 35-jährigen, aus der norwegischen Kleinstadt Drammen stammenden, Steff Nevers vorbehaltlos glauben. Nicht nur, weil dem großartigen Gitarristen – der ursprünglich Geigen-Virtuose werden wollte – mit seinem 2009 erschienenen Debüt-Album “Closest To My Heart” einen Einstand nach Maß hinlegte. Nein, dem bärtigen, stämmigen Musiker mit der einschmeichelnden Stimme gelang mehr: er verdiente sich mit seiner Musik und seinem Talent den Respekt der Country-Gemeinde Nashvilles. Man sah: einen Mann, der genau weiß was er will. Man hörte: Musik, die ganz in der Tradition des modernen Country stand. Man spürte: diesem Norweger ist noch eine ganze Menge zuzutrauen.
Dieses Versprechen löst der vielleicht beste Countrymusiker Europas mit seinem zweiten Album “Ain’t No Bad Life” jetzt ein. Erneut hat sich der eng mit Toby Keith befreundete Musiker für die Aufnahmesessions nach Nashville begeben. Im “Sound Kitchen”-Studio, Geburtstätte von so manchem legendären Countrysong, teilte er sich mit der ersten Liga der Country-Session-Musiker den Aufnahmeraum – darunter: Gitarrist Brent Mason, Bassist Michael Rhodes, Dan Dugmore an der Pedal Steel Guitar und Pete Abbott an den Drums. Es spricht für sein Selbstbewusstsein, dass er – trotz Brent Masons Anwesenheit – sämtliche Gitarren-Soli selbst einspielte. Vor allem aber, dass er die volle Verantwortung mit dem Job des Produzenten übernahm. Ganz klar: Steff Nevers hat seine eigene Vision von seinem ureigenen Countrysound.
“Es war der wichtigste Moment in der Geschichte der Country Music”. Dies hat Johnny Cash einst über die längst legendären Aufnahmesessions von Bristol aus dem Jahre 1927 gesagt. Dabei waren die “Field-Recordings” von Bristol keineswegs die ersten Aufnahmen in deren Mittelpunkt die ländliche Volksmusik des amerikanischen Südens stand. Was war also das Besondere an jenen Sessions vom 25. Juli bis 5. August 1927 in der Kleinstadt Bristol, durch deren Mitte sich die Staatsgrenze von Virginia und Tennessee zieht? Zur Erklärung sei ein kleiner Rückblick erlaubt.
Sieht man einmal von den ersten Aufnahmen des Vaughan Quartet, einem Gospel Quartett, aus dem Jahre 1921 ab, so kam die erste offizielle Aufnahmesitzung mit ländlicher Südstaatenmusik im Juni 1922 nur deshalb zustande, weil die beiden Old-Time-Fiddler Eck Robertson und Henry Gilliland nach New York City gereist waren. In den Büros der Victor Talking Machine Company waren sie mit der dringenden Bitte vorstellig geworden, Schallplatten einzuspielen zu dürfen. Um die beiden schnell wieder loszuwerden, wurden vier Stücke aufgenommen, zwei davon wurden veröffentlicht, darunter “Arkansas Traveler”.
“Still Countryfied” – das ist nicht nur Titel eines von ihm geschriebenen Hits und Titelsong eines Albums, es ist eindeutig auch das Lebensmotto dieser kanadischen Ikone. Dick Damron ist seit Jahrzehnten im Geschäft. Ein Künstler, der nie irgendwelchen Trends folgte sondern stets nur “sein Ding” machte, wie man so schön sagt. Manche bezeichnen ihn als Outlaw, man nennt ihn auch einen Eigenbrötler, für mich war und ist er ein Einzelkämpfer von Format.
Inzwischen 76 Jahre alt ist Dick Damron zwar weiterhin aktiv, denn der Virus, der ihn irgendwann “countryfizierte”, lässt ihn nicht los – er will auch gar nicht davon loskommen. Stattdessen zieht er sich vor allem im Winterhalbjahr zunehmend in seinen zweiten Wohnsitz zurück nach Mazatlan in Mexico. Dort genießt er das bessere Klima als er es im heimatlichen Bentley, Alberta antreffen würde. In Mazatlan schreibt er weiter seine Songs, von denen er jede Menge selbst aufgenommen hat, die aber jederzeit und immer wieder von anderen Künstlern übernommen werden. Sollte es Jemand mal bis nach Mazatlan schaffen, Dick Damron tritt im Winter jeden Mittwoch im “Purple Onion” auf. Und für dieses Jahr hat Damron sogar ein neues Album versprochen, das er mit eigenen Songs in Nashville aufnehmen will.
Dies ist nicht nur der Titel einer 2005 erschienenen Doppel-CD mit zahlreichen ihrer bekanntesten Aufnahmen sondern auch der Titel ihrer mit dem Journalisten Michael Posner verfassten Biographie. Darin zeichnet sie nicht nur mit erfrischender Offenheit ihren Werdegang nach sondern begründet auch ihren Rückzug aus dem Show Business. Sie hat sich bis heute daran gehalten!
Seit ich vor über 40 Jahren zur Country Music fand, habe ich mich immer auch besonders für die aus Kanada interessiert. So fiel mir Ende der 1960er Jahre eine Sängerin auf, deren Stimme sich unauslöschbar in meinen Ohren festsetzte – auch wenn diese noch nicht ausgereift klang. Aber sie hatte das gewisse Etwas, das sie von anderen Stimmen unterschied. Nur wenig später waren offenbar sehr viele Menschen der gleichen Meinung, denn mit “Snowbird” wurde sie über Nacht berühmt: Anne Murray.
Bob Dylan und die Countrymusik verbindet mehr als “Nashville Skyline”. Anlässlich des Siebzigsten Geburtstag des Meisters in diesem Jahr, hat sich Thomas Waldherr mit den vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem Ausnahmekünstler und dem Musikgenre auseinandergesetzt. Die Geschichte einer immerwährenden Verbindung.
Die Musik von Bob Dylan und das was hierzulande weitläufig als Country firmiert, werden in der öffentlichen Wahrnehmung noch sehr oft als gegensätzliche Welten angesehen. Hier der Protestsänger und Folkrocker eines gesellschaftskritischen, linksliberalen Publikums, dort die Musik der Weißen aus dem konservativen Heartland. Doch so einfach ist es bei weitem nicht. Denn es gibt eine Verbindung von Dylan – den man ohnehin als einen der Väter des “Americana” bezeichnen könnte – und seiner Musiktradition zur Countrymusik. Die Beziehung ist komplex, aber vor allem: Sie ist tief, und beständig und stabil.
Den Grundstock für seine Beziehung zur Countrymusik hatte Bob Dylan Ende der 60er Jahre gelegt, als er Country- und Rockmusik zusammenführte. In späteren Verlauf seiner Karriere hat er sich immer wieder des Genres bedient und entwickelte zudem zu einigen Countrymusikern enge künstlerische Bindungen. Und ein wichtiges Projekt wartet immer noch auf seine Veröffentlichung.
Westernthemen in Dylansongs: Jack of Hearts/ Romance in Durango/ Brownsville Girl
Für einen Künstler wie Dylan, der sich stets in der Tradition der fahrenden Sänger und Hobos verwurzelt sieht, ist die Figur des Westernhelden, des Spielers und geheimnisvollen Gesetzlosen natürlich immer wieder ein Rollenmodell für seine Songs. Drei Songs sind hierfür beispielhaft.
Kansas im Mittleren Westen der USA. Ein Land, das sich weltgeschichtlich und politisch nie in den Vordergrund gedrängt hat. Der Sunflower-State verdient sich wirtschaftlich überwiegend durch Landwirtschaft und Viehzucht. Das Leben ist geprägt durch seine Reduzierung auf die wesentlichen Basisstrukturen. Wahrscheinlich spiegelt sich dieser einfache, im Glauben verwurzelte Lebensstil auch in den Menschen wieder, die dort aufgewachsen sind. Auch, wenn Travis Neil Truitt aus der Kleinstadt Neodesha den überwiegenden Teil seines Lebens mittlerweile in Deutschland verbracht hat, wohin es ihn durch die Army verschlug, scheint er sich seine Bodenständigkeit, die ihm mitgegeben wurde, erhalten zu haben.
“KISS” war der Name seiner letzten CD – Keep it simple, Son. Eine Weisheit, die sein Großvater ihm als Kind mit auf den Weg gegeben hatte. Umgesetzt hat er diese Philosophie nun auch für sein aktuelles Werk “For Home”, das er kürzlich, ebenfalls wieder zusammen mit dem aus Pennsylvania stammenden Musiker Daniel T. Coates, auf dessen Label Coates Cat Records veröffentlicht hat.
Die nicht nur in Country-Music-Zirkeln hoch angesehene Sängerin und Songschreiberin Gretchen Peters veröffentlicht Anfang 2011 mit “Circus Girl (Best-Of Gretchen Peters)” eine Zusammenstellung ihrer schönsten Songs – und geht im März 2011 in Deutschland auf Clubtournee. Zuvor (November 2010) erschienen bereits drei Alben aus ihrem Backkatalog: Peters Debütalbum “The Secret Of Life” von 1996, ihr schlicht “Gretchen Peters” betiteltes zweites Album aus dem Jahr 2000 und ihr bislang letztes Studioalbum “One To The Heart, One To The Head” von 2009, das sie zusammen mit dem Singer & Songwriter Tom Russell aufgenommen hat.
Gretchen Peters zählt in den USA zu den populärsten und beliebtesten Künstlerinnen der Folk- und Country-Music. Was ihr Renommee als Sängerin und Songwriterin betrifft, ist die in Bronxville, New York geborene und in Boulder, Colorado aufgewachsene zweifache Grammy-Preisträgerin durchaus mit großen Country-Damen wie Alison Krauss, Emmylou Harris, Nanci Griffith oder Mary Chapin Carpenter zu vergleichen. Ihre ersten großen Erfolge feierte Gretchen Peters als Songschreiberin, nachdem sie Ende der 1980er Jahre nach Nashville gezogen war. Die Metropole der Country-Music erlebte damals einen Umbruch. Selbst unangepasste “New Country”-Protagonisten wie Steve Earle, Dwight Yoakam und Nanci Griffith erhielten Plattenverträge. Auch Gretchen Peters fand rasch Arbeit, wenngleich zunächst “nur” als Songschreiberin.
Ganze zwei seiner Singles tauchen in den Country Charts von Billboard auf. Dabei handelt es sich um “I Been To Georgia On A Fast Train” (Platz 88) und “You Asked Me To” (Platz 80) in den Jahren 1973 respektive 1978. Beide Songs sind in anderen Versionen erfolgreich gewesen. “You Ask Me To” beispielsweise mit Elvis Presley und vor allem Waylon Jennings. Geschrieben wurden sie von Billy Joe Shaver, der der Musikwelt noch so manchen anderen exzellenten Song geliefert hat.
Auch wenn er als Sänger nicht die Hitparaden stürmte, er ist ein echte Kultfigur geworden. Jemand, der aus der Country Music nicht wegzudenken wäre. Ein kantiger, knorriger, wettergegerbter Typ, der mit einer gehörigen Portion Sturheit seinen Weg bis heute geht. Auch anno 2010 machte er wieder von sich Reden – allerdings nicht mit seiner Musik sondern wegen seiner Probleme mit der Justiz. Davon später mehr.
Vom Rodeo-Reiter zum Oscar-gekrönten Star des Alternative Country: Ryan Bingham kommt mit seinen “Dead Horses” und dem erfolgreichen neuen Album “Junky Star” im November auf Tour nach Deutschland. Man darf sich freuen auf drei Abende zartbitterer bis erdig-rockiger Musik mit bildreichen Texten eines Singer-Songwriters, dessen stilles Charisma bereits in jungen Jahren unverwechselbar ist.
Vom Geheimtipp zum Oscar-Preisträger
Anfang des Jahres setzte der 29-jährige aus dem Südwesten der USA ein Ausrufezeichen. Seine melancholische Ballade “The Weary Kind” aus dem Movie “Crazy Heart” gewinnt als bester Filmsong den Oscar. Hinter sich hat er bereits viele Jahre in denen sich er als Jugendlicher alleine durch das Grenzgebiet des US-amerikanischen Südwestens schlägt und im Rodeozirkus arbeitet. Irgendwann ergreift er die Gitarre und lässt sich durch die Jukebox seines Onkels inspirieren. Er hört Bob Dylan, Bob Wills und Marshall Tucker und orientiert sich hin zu rockigem, erdigem Country-Folk.
Alle nützlichen Überzeugungen in sich zu tragen, ist eine hilfreiche Strategie, mit sich im Reinen zu sein und dies auch gegenüber seiner Umwelt auszudrücken. Mandy Strobel hat als Medium hierfür seine Musik gewählt, seine Stärken erkannt und umgesetzt. Respekt und Achtung für sich selbst und andere sind Teile seines Wertesystems. Glaubhaft, wenn man ihn kennt und seinen Texten zuhört. Achtsamkeit gegenüber dem einfachen Leben, Dankbarkeit fürs Sein.
Die Erlangung dessen mag in der Lebensgeschichte des Musikers stecken, der seit früher Kindheit die Balance in sich selbst aufgrund seines Hin- und Hergerissenseins zwischen zwei Welten finden musste. Heute lebt er zusammen mit seiner zweiten Frau Elsy abwechselnd in seiner Geburtsstadt Ulm und seiner Wahlheimat Tennessee. Er folgte den Spuren seiner Bestimmung und erkannte die Zusammenhänge, die für ein Wohlbefinden nötig sind.
Anfang 2008 tauchte im Country-Bereich aus dem Nichts ein für diese Szene doch recht eigenwilliges Logo auf: Ein menschlicher Totenschädel mit einem Cowboyhut! Dazu ein Bandname, der keinerlei logischen Sinn ergibt – schon war das Ziel erreicht, die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Drei Musiker aus München hatten beschlossen, sich von allen Zwängen loszusagen und einen völlig eigenen Weg einzuschlagen. Der Gruppenbildungsprozess wurde von Bassist Andreas Dittrich initiiert, hinzu kamen Bastian Krauss an der Lead Guitar und Gesang und nach Umbesetzung sitzt derzeit Dany Rasquin an den Drums.
Die Signale des Publikums vor Augen war die Erfüllung der eigenen Interpretation zielführend in der entsprechenden Art, eine neue Band mit eigenem Stil zu etablieren. Vertrauen in das unbedingt dazu gehörende Verwaltungssystem war notwendig, sich in die Schleife einzureihen, die Medien, Musiker und Publikum mit den notwenigen Informationen versorgt. Nicht jeder versteht es, stets Lösungen parat zu haben und Elemente den Anforderungen entsprechend neu zu engagieren. Noch immer haben nicht alle Musiker verstanden, dass hinter ihrem Tun auch ein Unternehmen steckt, welches ohne Kontakte und dem Begreifen von Ursache-Wirkungssätzen nicht auskommt. Werbung meinen viele, hätten sie ja nicht (mehr) nötig. Falsch.
Vor einigen Tagen führte Country.de-Redakteur Friedrich Hog ein sehr interessantes Interview mit der aus den USA stammenden Countryband Little Big Town. Jimi Westbrook, Phillip Sweet, Karen Fairchild und Kimberly Schlapman plauderten sehr locker über ihr neues Album “The Reason Why”, über ihre Freundschaften zu Musikerkollegen, ihrer Nominierung bei den CMA Awards und aus ihrem Leben. Viel Spass beim Lesen!
Bob Dylans Album “Highway 61 Revisited” feiert in diesem Jahr seinen 45. Geburtstag. Es ist ein absoluter Meilenstein der Musikgeschichte und verkörpert sowohl die Hinwendung Dylans zu Rock und Rythm’n'Blues, als auch das Erwachsenwerden des Rockgenres. Die Zeit der dreiminütigen “I Love You”-Songs war vorbei, komplexere Lyrik und anspruchsvollere Themen waren im Rock hoffähig geworden.
Anlässlich des Jubiläums hat der Autor Colin Irwin unter dem Titel “Bob Dylan. Highway 61 Revisited – Ein Album schreibt Geschichte” (Edel-Verlag) nun ein Buch herausgebracht, das der Entstehung und der Wirkung dieses Albums nachgeht.
Mit seinem neuen Werk “Ghost Train – The Studio B Sessions” ehrt Marty Stuart die klassische Country-Musik. Aufgenommen ist das hörenswerte Album im altehrwürdigen RCA-Studio B in Nashville. Grund genug, nicht nur die neue CD vorzustellen, sondern auch einmal den Werdegang des “Hillbilly-Rockers” aus Missisippi nachzuverfolgen und zu würdigen.
Es gibt Künstler, die prägen ein ganzes Genre, sind Erneuerer und Wegweiser und werden zu Ikonen und Legenden. Für die Countrymusik fallen einem da sofort Namen wie Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson ein. Und es gibt Künstler, die in der allgemeinen Betrachtung eher in der zweiten Reihe gesehen werden, in Wirklichkeit aber für das Genre durch die vielfältigen musikalischen Ausdrucksformen ihrer künstlerischen Arbeit und ihre unprätentiöse Kollegialität unermesslich wichtig sind.
Er ist ein Typ, der sofort auffällt, mag er auch eher von zurückhaltender Natur sein: Zum einen ragt Mark Bender allein schon mit seinen fast zwei Metern Körpergröße aus der Masse heraus; zum anderen hat er über die Jahre – der amerikanischen Country- und Singer/Songwriter-Tradition eng verbunden – seine ganz eigene musikalische Handschrift entwickelt.
Der Applaus seiner stetig anwachsenden Fangemeinde sowie jede Menge Auszeichnungen geben Bender recht, dem “sanften Riesen”, wie viele ihn nennen. Sein Erfolg als Sänger und Autor lässt sich nicht zuletzt darauf zurückführen, dass seine Songs zwar auch, aber eben nicht nur von der Liebe und großen Gefühlen handeln. Ihn als oberflächlichen Schlagersänger abzutun, nur weil er auf Deutsch singt, ist also nicht angebracht. Er selbst findet es auch durchaus erstrebenswert, dass sich in Texten nicht immer nur Liebe auf Triebe reimt.”
Es waren einst die Reflexionen des Alltags, die kleinen Geschichten und Impressionen, die den Charme der Country Music ausmachten. Nur wenig ist davon im heutigen kommerziellen Trubel dieser Musik davon übrig geblieben. Einer, der an der Tradition des Geschichtenerzählens noch festhält, lebt ausgerechnet in Deutschland. Es ist der Sänger, Gitarrist und Komponist Mandy Strobel, der unter Amerikanern aufgewachsen ist und ein feines Gefühl für die Kleinigkeiten des Lebens mitbringt.
Zwischen Oktober 2009 und April 2010 hatte sich Mandy immer wieder im Creek Studio in Nashville aufgehalten und dort zusammen mit dem Musiker und Produzenten Brent Moyer dieses neue Album produziert, das durch einen feinfühligen transparenten Laid-Back-Sound fasziniert. Mandy Strobel selbst Gesang und Rhythmusgitarre, während Brent Moyer diverse Gitarren, Dobro und Bass bedient. Als Duettpartner findet man in dem einen oder anderen Stück Katja Kaye und Joe Sun. Die Texte stammen von Ron Davis, die Musik dazu hat Mandy geschrieben.



