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Storys zum Song



Make The World Go Away: Hank Cochran

20. Januar 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Cochran erzählt, er habe die Idee zu diesem Lied im Kino bekommen. Warum dies so war, kann er sich nicht erklären, denn der Film hatte mit der Thematik überhaupt nichts zu tun.

Was tut man, wenn man überzeugt ist, einen richtig guten Song im Kopf zu haben? Man sucht sich einen Ort, an dem man die noch frische Idee zu bearbeiten. Hank Cochran verließ also sehr zum Unmut seiner damaligen Freundin das Kino und fuhr heim. Als er dort ankam, hatte er das Lied im Kopf bereits fertig, musste es nur noch aufschreiben.

Cochran war von diesem Song absolut überzeugt und fuhr gleich am nächsten Morgen in den Musikverlag. Doch sein Boss Hal Smith teilte Cochran’s Enthusiasmus überhaupt nicht. Smith schimpfte, dies sei der schlechteste Song, den Cochran ihm bisher angeboten hätte, den Niemand würde sich die Welt weg wünschen.

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Cincinnati Ohio: Bill Anderson

9. Dezember 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Bill Anderson ist einer der erfolgreichsten Autoren und Sänger der Country Music. Ihm verdanken zahlreiche Künstler beachtliche Hits. Eine besondere Beziehung hat Anderson zu Connie Smith, denn er entdeckte die seinerzeit völlig unbekannte Hausfrau und Hobby-Sängerin aus dem Nachbarstaat von Ohio, aus Elkhart in Indiana. Anderson ermutigte sie, nach Nashville zu kommen und schrieb ihr zahlreiche erolgreiche Songs sozusagen auf den Leib. Mit “Once A Day” – natürlich von Bill Anderson geschrieben – startete sie ihre Karriere (die bis heute anhält) gleich mit einem Hit – “Cincinnati, Ohio” war einer ihrer größte Erfolge, auch wenn der Song nie Platz 1 belegte. Auf No. 4 endete der Höhenflug des Songs 1967.

Eigentlich gibt es gar keine besondere Geschichte um die Entstehung des Songs – aber vielleicht ist das das besondere daran. Denn, so erzählte mir Anderson, er hat das Lied tatsächlich in Cincinnati geschrieben. Die Idee kam ihm als er in Cincinnati zwischen landete und daran dachte, dass er dort einige echte Freunde hatte. “Ich hatte etwas Zeit bis zum Weiterflug aber nicht genug, um einen meiner Freunde dort zu besuchen. Das Wetter war angenehm, deshalb ging ich aus dem Flughafengebäude, um mir draußen die Füße zu vertreten. Da geisterte mir die Zeile im Kopf herum: “… about some friends I know in Cincinnati, Ohio”. Während ich so auf und ab ging, sah ich in meinen Gedanken den alten Highway 42, den ich öfter gefahren war. Wenn man aus Richtung Louisville kommt, versperrt einem ein Hügel die Sicht auf die Stadt Cincinnati. Erst wenn man drüber kommt, springen einem vor allem abends die Lichter der Stadt fast entgegen. Das führte dazu, dass ich diese Gedanken in einen Song verarbeitete, dem ich der Einfachheit halber den Namen der Stadt gab.”

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Rub It In: Laying Martine Jr.

6. Oktober 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Der Song ist fest mit seinem Interpreten Billy Crash Craddock verbunden – es war seine erste Nr.1. Kaum ein anderer Künstler hat diesen an sich unscheinbaren Song noch aufgenommen, keine andere Version hat es zu einem Hit gebracht.

Zuerst nahm der Autor selbst dieses Lied auf, es tat sich nichts für ihn. Fast war das Ding, dem man nichts zutraute, schon vergessen. Dann erbrachte er den beweis, dass man manchmal nur auf den richtigen Interpreten warten muss. Doch der Reihe nach.

Laying Martine lebte noch an der Ostküste in Connecticut als er zu dem Lied veranlasst wurde. An einem wunderbaren heißen Sommertag nahm Jemand in der Nachbarschaft ein Sonnenbad und fragte dabei in die Runde, indem er ein Fläschchen Sonnenöl in der Hand hielt, ob einer ihm das Zeug einreiben könne. Das animierte den ebenfalls relaxenden Martine dazu, zur Gitarre zu greifen und drauflos zu singen: Reib es ein, reib es ein, reib es ein …

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Galveston: Jimmy Webb

27. Juli 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Im Frühjahr 1969 stieg dieser Song in die Country Charts ein, kletterte bis auf Platz 1 und wurde Glen Campbell’s 3. Top Platzierung. Vier Wochen blieb “Galveston” ganz oben – zudem blieb der Song eng mit seinem Interpreten verbunden. Zwar gab es immer wieder mal Versionen mit anderen Interpreten, ein Hit blieb “Galveston” jedoch nur für Campbell.

Warum auch immer – irgendwie wurde hinein interpretiert, Autor Jimmy Webb habe das Lied über den Vietnam Krieg geschrieben. In jenen Jahren ein allgegenwärtiges Thema. Doch Webb hat immer wieder klar gestellt, der Vietnam Krieg habe nichts damit zu tun gehabt. Dass er Worte wie Kanonen und Gewehr verwendete, sei purer Zufall gewesen. Diese Bezeichnungen seien symbolhaft gewesen, um der Geschichte mehr Dramatik zu geben.

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You Ain’t Goin’ Nowhere: Bob Dylan

16. Juni 2009 | Von Thomas Waldherr | Kategorie: Storys zum Song

So wie “Nashville Skyline” das klassische Country-Album von Bob Dylan ist, so ist “You Ain’t Goin’ Nowhere” gleichsam sein prototypischer Country-Song. Er ist fester Bestandteil von Dylans Konzertprogrammen und wird bis heute immer wieder von Country- und Roots/Americana-Künstlern gecovert.

Entstanden ist der Song 1967 bei den legendären Basement-Tapes-Session von Dylan und The Band. Vom Frühjahr bis Herbst jammten sie sich quer durch alle Spielarten der amerikanischen Populärmusik, ließen auch das Band mitlaufen, veröffentlichten aber vorerst nichts davon. Eine ganze Reihe Dylan’scher Songperlen sind bei diesen Sessions heraus gekommen. Erst 1975 gab Dylan Teile davon als Album “The Basement Tapes” heraus. Denn bis dahin waren so gut wie alle Stücke auf Bootlegs verbreitet worden und Dylans Plattenforma musste reagieren. Einige der Songs zählten da schon längst zu Dylans meist gecoverten Stücken. So eben auch “You Ain’t Goin’ Nowhere”.

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All The Gold In California: Larry Gatlin

4. März 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Verkehrschaos empfindet man wohl überall auf der Welt als lästig und eigentlich unnötig. In diesem Fall aber hatte der Stau durchaus etwas Gutes, denn er verhalf Larry Gatlin zu seinem größten Hit überhaupt. 1979 platzierte er sich (gemeinsam mit seinen Brüdern Steve und Rudy) mit diesem Song auf Platz 1 der Country Singles Charts von Billboard. Es gelangen ihm davor und danach zwar noch jeweils eine weitere Nummer 1 – aber keiner der Songs hinterließ einen so nachhaltigen, zeitlosen Eindruck wie dieser.

Larry Gatlin gehörte in jenen Jahren zu den gefragtesten Autoren und Sängern der Countryszene. Der Texaner mit der ausgesprochen schönen Stimme war in jungen Jahren schon ein intelligenter, belesener Bursche, der mit offenen Augen durch das Leben ging. Er verstand es, mit wenigen, wohl gesetzten Worten eine packende Geschichte in einem Song zu erzählen. Nicht von ungefähr griffen Elvis Presley, Kris Kristofferson, Tom Jones und andere große Stars von seine Lieder zurück. Doch “All The Gold In California” blieb “sein” Song – er wurde kaum einmal von einem anderen Sänger gecovert.

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Young Love: Carole Joyner & Ric Cartey

13. Januar 2009 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Nicht der Song selbst ist das Besondere sondern das, was mit ihm geschah. Aus der Country Music stammt er auch nicht, wurde dort aber dennoch eine Nummer 1. Auch an der Spitze der Pop Charts biss “Young Love” sich fest – in unterschiedlichen Versionen freilich. Das Kuriose an der Sache: auch auf Platz 2 stand der gleiche Song zur gleichen Zeit mit einem anderen Interpreten. Lang, lang ist’s her.

1956 nahm ein junger Sänger namens Sonny James (geboren als James Loden), Spross einer richtigen Musiker-Familie, das unscheinbare “Young Love” auf. Mit richtig spartanischer Instrumentierung. Der attraktive Gitarrensound, der die Aufnahme unverkennbar machte, wurde erst später von Pete Wade drauf gespielt. Man hatte das richtige Näschen, denn die Aufnahme kletterte ab Dezember 1956 kontinuierlich nach oben und hielt sich sagenhafte 9 Wochen auf Platz 1 im Bereich “Country”.

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Take Me Home Country Roads: Bill Danoff, Taffy Nivert, John Denver

28. Dezember 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Mehr als jedes andere Lied wurde dieses zur Hymne der Country-Interessierten in Deutschland. Es ist so beliebt, dass manch einem Interpreten schon gar nicht mehr der Sinn danach steht, dass sie es sogar ablehnen, den Song noch zu spielen. Wie immer man es letztendlich sieht, es ist einer der erfolgreichsten Countrysongs aller Zeiten. Man kennt ihn weit über die Country Music hinaus und in unzähligen Versionen.

Als Autoren zeichnen das Ehepaar Taffy und Bill Danoff verantwortlich, John Denver gab dem Lied nicht nur seine Stimme sondern auch den letzten Schliff. Natürlich wurden die Danoffs von Dorothy Horstman für ihr Buch “Sing Your Heart Out Country Boy” (Country Music Foundation Press) in dieser Sache befragt. “Wir hatten Briefe von einem befreundeten Künstler bekommen, der in den Bergen West Virginias lebte und uns die Schönheit der Landschaft in schillernden Farben beschrieb. Auf dem Weg zu einem Treffen mit Taffy’s Verwandten in Maryland schrieb ich ein Lied über die kleinen, kurvenreichen Strassen, über die wir fuhren. Eine Weile schwirrte der Song unter den beiden Worten “Country Roads” im Kopf herum. Später beschloss ich, das Lied über unseren Künstlerfreund zu schreiben.

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A Sleepin’ At The Foot Of The Bed: Happy Wilson & Luther Patrick

25. Dezember 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Der Song war kein Riesenknaller aber ein solider Hit. Verbunden bleibt er auf immer mit “Little” Jimmy Dickens. Der hochbetagte Veteran zementierte damit seinen Status als einer der beliebtesten Countrysänger der späten 1940er und 1950er Jahre. Dickens, Jahrgang 1920, tritt auch Anno 2008 noch immer in der Grand Ole Opry auf. Mit Novelty-Songs wie diesem, feierte er die meisten seiner Erfolge. Im Jahr 1950 schob er sich damit bis auf Platz 6 in den Billboard Charts.

Das Lied erzählt eine Geschichte aus dem wirklichen Leben in den mageren Jahren der Regierungszeit von Präsident Hoover. In den späten 1920er und auch in den 1930er Jahren fristeten viele Menschen nicht nur in den USA ein Dasein am Existenzminimum. Wer sich nicht an die Situation anpassen konnte und mit Wenig sich und die Familie über die Runden brachte, der war verloren. Als “Symbol” für den Alltag einer Landarbeiterfamilie beschreiben die Autoren wie es ist, wenn man am Fußende des Bettes schlafen muss, während draußen der Wind ums Haus pfeift. Ist dann die liebe Verwandtschaft zu Besuch, muss auch noch die Bettdecke geteilt werden. So schön auch die regelmäßig stattfindenden Familientreffen waren, so gern man mit den anderen Kindern tagsüber spielte, Neues lernte, gemeinsam Leckereien aß, wenn es dunkel wurde und die Kinder ins Bett geschickt wurden, blieb für unseren braven Knaben stets nur das Fußende des Bettes übrig. Das hat schließlich Auswirkungen für das Leben, denn auch als Erwachsener hat er immer das Gefühl, sich dagegen wehren zu müssen, zurück zu stehen.

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The Ballad Of High Noon (Do Not Forsake Me): Dimitri Tiomkin & Ned Washington

23. Dezember 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Wir haben es mit einem wahrhaft kolossalen Song zu tun, einem Lied, das Zeichen gesetzt und Türen geöffnet hat. Der Titelsong zum vielleicht legendärsten Westernfilm überhaupt ist ebenso unsterblich geworden wie der Film und seine Hauptdarsteller. Als der Film 1952 Premiere feierte hatte es nicht viele Spielfilme mit einem Song gegeben, “High Noon” änderte dies grundlegend. Danach gab es vor allem im Westerngenre kaum einen Streifen ohne einen Titelsong und auch die Soundtracks kamen zunehmend in Mode.

Sinn und Zweck eines solchen Titel-Songs war und ist es, Werbung für den Film zu machen. Das ist “High Noon” in idealer Weise gelungen, denn auch thematisch wird der Inhalt des Films behandelt, wenn man so will, liefert er eine kleine Vorschau. Da hat es offenbar nicht geschadet, dass es nicht der Hauptdarsteller Gary Cooper war, der das Lied sang. Der Hörer konnte sich offenbar dennoch und dank der Stimme von Tex Ritter mit der Filmfigur identifizieren. Hinzu kommt die eingängige Melodie. Alles passt einfach zusammen.

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I Wish I Was Eighteen Again: Sonny Throckmorton

23. November 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Wir haben es wieder mal mit einem Song zu tun, der nicht viele dafür aber wohl gesetzte Worte benötigt, um die Botschaft rüber zu bringen, mit der der Autor sich auseinander setzt. Throckmorton war zeitweise einer der gefragtesten Autoren in Nashville. Er versteht es, Themen aufzuschnappen und in Lieder umzusetzen, die dem Alltag entnommen sind und die meisten von uns kennen. Die Crux dabei ist, den Augenblick zu erkennen, wenn einem eine Idee frei Haus geliefert wird. Das ist oft bei einem Gespräch, an dem man entweder selbst beteiligt ist oder das man zufällig mitbekommt der Fall.

Sonny Throckmorton liebt Altertümchen. Deshalb lässt er sich einen Antiquitätenladen selten entgehen. Bei einem solchen Besuch kam er mit dem betagten Händler ins Gespräch und erwähnte, dass er sich richtig alte Stücke nicht leisten könne. Irgendwie kam man dabei auf das Lebensalter zu sprechen als der alte Mann plötzlich fragte: “Hast du dir schon mal gewünscht, wieder 18 zu sein?” Throckmorton, damals etwa Mitte 30 und voller Tatendrang, wurde von dieser unvermittelten Frage auf dem falschen Fuß erwischt, denn er hat daran nie einen Gedanken verschwendet. Der Alte aber bekräftigte, er würde sich das von Woche zu Woche mehr wünschen, denn die Lebensuhr laufe immer schneller ab.

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Pick Me Up On Your Way Down: Harlan Howard

14. November 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Ein unverwüstlicher Song, dieser von Harlan Howard bereits 1958 veröffentlichte Evergreen. Zugrunde liegt ihm eine Redensart, die es in ähnlichen Varianten in vielen Lebensbereichen gibt. Im Show Business lautet sie etwa so: “Sei auf dem Weg nach oben lieb und nett zu den Leuten, denn sie begegnen dir auf dem Weg nach unten alle wieder!” Eine ähnliche Lebensweisheit lautet: “Man begegnet sich im Leben immer zwei Mal!” Und in die gleiche Richtung zielt auch “Hochmut kommt vor dem Fall!”

Harlan Howard siedelte diese Situation dort an, worüber es so viele Lieder gibt: in der zwischenmenschlichen Beziehung. Es geht darum, dass sie ihn verlassen hat, ohne auch nur einen Blick zurück zu werfen, um sich zu einem vermeintlich Besseren zu orientieren. Sie ist Mittelpunkt des Tratsches, es stört sie nicht. Doch wenn der Andere sie in den Dreck geworfen hat, wird er wieder für sie da sein. Das neue trügerische Umfeld hat ihren Charakter total verändert, die raue Schale täuscht, denn darunter ist sie die Gleiche geblieben. Und so hofft er, dass sie die Wahrheit erkennen wird, ehe sie am Boden zerschellt – dann soll sie ihn wieder aufgreifen. Wenn sie ihrer überdrüssig geworden und sie wie ein überflüssiges Spielzeug wegwerfen- dann soll sie ihn wie einen Rettungsanker aufgreifen. Dies sinngemäß der zeitlose Inhalt dieses Klassikers.

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I Walk The Line: Johnny Cash

13. Oktober 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Wir haben es hier unzweifelhaft mit dem erfolgreichsten Song zu tun, den der legendäre Johnny Cash geschrieben und gesungen hat. Er stammt aus der ganz frühen Zeit seiner Karriere und verschaffte ihm den Durchbruch zum absoluten Countrystar.

Ich hatte das Glück, häufig mit Johnny Cash und seiner Familie sprechen zu können. Daher weiß ich, dass der “Man in Black” Journalisten und Discjockeys gegenüber auch schon mal flunkerte, wenn es z.B. darum ging, wie ein bestimmter Song zustande gekommen ist. Oder wer ihn geschrieben hat. Gerade in der Country Music der 1950er und 1960er Jahre war es durchaus üblich, dass die Rechte an einem Song für einige wenige Dollar verkauft wurden, weil der Autor dringend Geld benötigte. Auch Johnny Cash hat das Urheberrecht des einen oder anderen Liedes aus ganz unterschiedlichen Gründen jemand Anderem übertragen.

Bei “I Walk The Line” freilich ist die Situation eindeutig. Er hat es ziemlich spontan geschrieben und drückt darin auf poetische Weise aus, dass er seiner Liebsten immer treu sein wird und nicht vom Pfad der Tugend abkommen wird, egal, welche Versuchungen sich ihm auch in den Weg stellen. Eine überzeugend Liebeserklärung, die ihm 1956 seine erste No. 1 einbrachte und ihn zeitlebens begleitete.

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The Year That Clayton Delany Died: Tom T. Hall

29. September 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Dies ist nicht nur ein erfolgreiches Lied sondern eines der besonderen Art. Von jener Sorte, die Tom T. Hall trefflich beherrscht. Man kann seine Art des Liederschreibens als in Songs verpackten Journalismus beschreiben. In diesem Fall hat das Lied, wie so oft bei Hall, einen sehr realistischen Hintergrund, denn es beschreibt einen Mann und sein Tun, der maßgeblich dafür verantwortlich zeichnet, dass es den Songschreiber und Sänger Tom T. Hall gibt. Als Kind lernte er ihn kennen. Delany spielte Lieder und sang mit Vorliebe aktuelle Hits. Aber er brachte sie auf seine ganz eigene Art. Mit anderen Arrangements, verändertem Tempo, er machte sie einfach zu seinen eigenen Titeln. Daran mußte sich der junge Hall erst gewöhnen, fand das aber ungemein interessant. So interessant, dass er sich sagte, wenn jemand wie Delany solche Musik machen kann, dann sollte ich es auch können. Und auch selbst neue Lieder schreiben. Das, so betonte Hall stets, sei der eigentlich Anlass für ihn gewesen, Musiker zu werden.

Clayton Delany stammte eigentlich aus Kentucky, ging aber nach dem 2. Weltkrieg als junger Bursche nach Ohio, wo er eine Weile in Nightclubs als Musiker sein Brot verdiente. Als er gesundheitliche Probleme bekam, kehrte er in die Heimat zurück. Dort ist er später an Tuberkulose oder Lungenkrebs gestorben.

Außer bei Tom T. Hall finden wir diesen Song u.a. auch bei:
Willie Nelson & Waylon Jennings: WW II (RCA)
Dickey Lee: Never Ending Songs Of Love (RCA)
Johnny Russell: Mr. & Mrs. Untrue (RCA)
Bobby Bare: Country Superstar (Ranger)



Old Five And Dimers Like Me: Billy Joe Shaver

29. September 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Das Lied mit dem eigenartigen Titel wurde von Billy Joe Shaver geschrieben. Wie so oft bei ihm liegt auch hier Selbsterlebtes zugrunde. Dorothy Horstman zitiert ihn in ihrem Buch “Sing Your Heart Out Country Boy” (Country Music Foundation Press) so: “Ich war schon eine ganze Weile allein in Nashville gewesen als ich zu meiner Frau und unserem Sohn zurückkehrte. Einige Male waren wir schon geschieden. Sie betrieb einen Schönheits-Salon und ich ging zu ihr dort hin und sagte, sie solle in den Truck steigen und mitkommen. Sie las mir kräftig die Leviten aber schließlich brachte ich sie so weit, nach Nashville zu kommen. Wir mieteten ein altes Haus draußen auf dem Land. Es war ziemlich heruntergekommen, kostete aber nur 50,- Dollar im Monat. Als wir gerade dabei waren, das Haus anzustreichen, bekamen wir Hunger und fuhren zu einem Imbiß. Als wir zurück kamen hatte jemand alles geklaut außer meinen Klamotten. Die waren so schäbig, dass niemand sie haben wollte. Meine Frau setzte sich auf den Boden und heulte, ich ging raus und schrieb “Old Five And Dimers Like Me” (was in etwa bedeutet: Arme Schlucker und Strolche wie ich). Wir waren so weit unten, tiefer ging es nicht. Wenn es deinen Lieben dreckig geht, dann bist du wirklich unten und in meinen eigenen Worten sagte ich; zuviel ist nicht genug für mich! Denn ich mache einfach weiter, es muss weiter gehen. Die Rechnung ging für mich auf. Am nächsten Tag habe ich den Song aufgenommen.”

Andere taten es danach ebenfalls. Interessante Versionen des Liedes von:

Tom T. Hall: The Rhymer & Other Five Dimers (Mercury)
Waylon Jennings: “Honky Tonk Heroes” und “Most Wanted Rebel” (RCA)



When Two Worlds Collide: Bill Anderson & Roger Miller

14. September 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Am Beispiel dieses in den frühen 1960er Jahren entstandene Liedes lässt sich schön verdeutlichen, mit welchen profanen Problemen man sich als Songschreiber auseinander setzen musste. In jenen Jahren standen die beiden Autoren ganz am Anfang ihrer glanzvollen, langen Karriere. Allgemein ist festzuhalten, dass insbesondere in der Country Music kaum ein Künstler Noten lesen oder gar schreiben konnte. Das war auch nicht nötig.

Grundlage für einen Song ist in der Regel erst einmal eine Idee. Mitunter dauert es Jahre, ehe aus einer solchen Idee ein Lied wird. In diesem Fall war es ähnlich. Bill Anderson erinnert sich, dass Roger Miller sich mit dem Gedanken herumschlug, ein Lied darüber zu schreiben wie zwei Gegensätze aufeinander prallen, seit er den Film “When Worlds Collide” gesehen hatte. Auf der langen Fahrt von Nashville zu einem Auftritt ins texanische San Antonio haben sie sich die Zeit damit vertrieben, aus Miller’s Idee irgendwie ein Lied zu basteln. Und das gelang tatsächlich. Sie erzählen die Geschichte zweier Menschen, die versuchen, ihre Gefühle miteinander zu verbinden und ein gemeinsames Leben zu führen. Doch müssen sie erkennen, dass sie in ganz verschiedenen Welten leben, die einfach nicht zueinander passen. Im Gegenteil, sie prallen aufeinander und verhindern so, dass die Beiden zueinander finden. Leider kommen die Menschen oft zu spät zu dieser Erkenntnis wie die hohe Anzahl gescheiterter Ehen beweist.

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Before The Next Teardrop Falls: Vivian Keith & Ben Peters

20. Juli 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Nicht immer tritt das wahre Potenzial eines Songs sofort zutage. Mitunter dauert es Jahre oder Jahrzehnte, ehe ein Lied zum Hit oder Evergreen wird. Manchmal muss nur der richtige Interpret daherkommen. Das Schöne am Songschreiben ist die Ungewissheit, was daraus wird. “Before The Next Teardrop Falls” wäre beinahe in der Grauzone der Mittelmäßigkeit untergegangen. Denn immer wieder hatte es Jemand versucht, aus dem Song einen Hit zu machen – vergeblich bis 1975. Zwar tauchte der Song schon 1968 in den Charts auf. In der Version eines gewissen Duane Dee strandete er auf Platz 44. Fast zwei Jahre später brachte Linda Martell das Lied immerhin bis Position 33, doch kann man von einem wirklichen Hit nicht sprechen und auch von Linda Martell war bald nichts mehr zu hören. So blieb es einem Mann vorbehalten, der mit bürgerlichem Namen Baldemar Huerta hieß und als Freddy Fender ein Star wurde, aus “Before The Next Teardrop Falls” einen internationalen Hit zu machen. Und das, obwohl Fender weder Country Music mochte, noch sich für den Song erwärmen konnte.

“Vater” der “Träne” war der 2005 verstorbene, sehr erfolgreiche Songschreiber Ben Peters, der eine Idee der Sekretärin des Musikverlages, Vivian Keith, aufgriff und verfeinerte. Die beiden Autoren waren sich keineswegs sicher, einen Song geschrieben zu haben, der zum Riesenhit werden könnte. Dazu war die Idee zum Song zu simpel und das Schreiben zu einfach gewesen – glaubten sie jedenfalls. Und etliche Jahre wurden sie in diesem Glauben auch bestärkt. Fender’s Produzent und enger Freund Huey Meaux allerdings war fasziniert von diesem Lied. Immer wieder versuchte er, seinen Klienten dazu zu überreden, es aufzunehmen. Bis Fender schließlich einwilligte und es am Ende einer Session für ein R & B Album noch aufnahm.

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A Week In A Country Jail: Tom T. & Dixie Hall

6. Juni 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Songs von Tom T. Hall sind fast immer besonders. Denn wie kaum ein anderer Autor versteht es der Mann aus Kentucky direkt aus dem Leben zu schreiben und dabei oft ganz banale Dinge auf seine humorige bisweilen auch satirische Weise festzuhalten. Dabei hält der der Gesellschaft auch schon mal den Spiegel vor die Nase. Hall geht mit offenen Augen durch’s Leben und findet Ideen für Songs wo immer er auch hinschaut.

Auch dieses Lied trägt deutliche biographische Züge, denn es geht auf eine Begebenheit zurück, die seinerzeit nicht gerade amüsant war. Entstanden ist es aber aufgrund eines Auftrages. Denn Kollege Stonewall Jackson arbeitete an einem Album, dass das Thema “Prison” (Gefängnis) verarbeitete. Da er noch Songs suchte, fragte er bei Tom T. Hall an, ob der etwas Passendes habe oder noch schreiben könne. Für Hall eine Herausforderung. Daheim sprach er Ehefrau Dixie darauf an. Man muss wissen, dass Dixie und Tom T. Hall seit vielen Jahren ein perfekt eingespieltes Autorenteam sind. Was unlängst dadurch noch einmal deutlich gemacht wurde, dass Mr. Hall das grandiose Album “Tom T. Sings Miss Dixie & Tom T. Hall” auf seinem eigenen Label veröffentlichte.

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Door Is Always Open: Bob McDill & Dickey Lee

29. März 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Zwei der erfolgreichsten Autoren der Country Music zeichnen für diesen Song verantwortlich, der es über Umwege zur No. 1 in den Country Charts brachte. Anfang 1976 bedeutete er für Dave & Sugar den Durchbruch. Dave Rowland holte sich mit Vicki Hackman und Jackie Frantz zwei attraktive Sängerinnen, gemeinsam arbeiteten sie als Background-Chor. Nachdem sie bei RCA einen eigenen Plattenvertrag erhielten, schnupperte das Trio mit “Queen Of The Silver Dollar” am Erfolg, ehe “The Door Is Always Open” ihren neuen Sound zum Erfolg führte.

Gute 5 Jahre blieben sie in der Erfolgsspur. Rowland versuchte vergeblich, mit anderen Sängerinnen das Trio im Geschäft zu halten. “The Door Is Always Open” hatte zuvor schon angedeutet, dass es ein Song mit Hit-Potenzial war, denn u.a. “Tennessee Pulleybone” (später Band von Bobby Bare) und Lois Johnson waren damit in den hinteren Bereichen der Charts aufgetaucht. Auch Waylon Jennings hatte den Song für ein Album aufgenommen.

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Ballad Of Ira Hayes: Pete LaFarge

11. Februar 2008 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Der Song basiert auf einer wahren Geschichte, die in ihren wesentlichen Teilen von Pete LaFarge festgehalten wurde. Berühmt gemacht wurde der Song von Johnny Cash, der damit 1964 immerhin Platz 3 der Country Charts erreichte. Cash hatte bekanntermaßen eine besondere Affinität zu den Indianern, ihrer Geschichte und ihrem Schicksal. Von diesem Song war er ebenso begeistert wie angetan, denn nach Cash’s Verständnis erzählte er fast schmerzhaft realistisch das, was vielen Indianern widerfahren ist. LaFarge griff in seinen Liedern diese Thematik immer wieder ungeschminkt und mit beißender Ironie auf. Cash war von der “Ballad of Ira Hayes” so überzeugt, dass er mit “Bitter Tears” ein ganzes Album zu dieser Thematik aufnahm.

Nicht nur diese Ballade wurde immer wieder von Cash auch live gesungen und auf seinen Alben platziert, er machte in seinen Songs und durch sein Engagement immer wieder auf die unhaltbare soziale Situation vieler Indianer aufmerksam. Ira Hamilton Hayes war ein Pima Indianer, der im Reservat von Sacaton, Arizona am 12. Januar 1923 geboren wurde. Im Reservat fristete man ein vom Weißen Mann aufgezwungenes karges Dasein am Existenzminimum, vor allem, nachdem die Regierung die Wasserversorgung versagte. Dennoch meldete sich Ira Hayes im 2. Weltkrieg zur Marine, um dem Reservat entfliehen zu können und beim Dienst am, Vaterland seinem Stamm Ehre zu machen. Er wurde im Pazifik eingesetzt und kämpfte tapfer für sein Land und seine Kameraden. Der Zufall ließ ihn zu einer Legende werden. Am 23. Februar 1943 gehörte er zu den 250 Marines, die unter schweren Verlusten die Insel Iwo Jima von den Japanern eroberten. Als die US Flagge auf dem Hügel gehisst wurde, war Ira Hayes mit seinen ausgestreckten Händen auf dem Foto davon zu sehen. Einer von 6 Marines … nur 27 überlebten den Einsatz.

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