Beiträge (News, Specials, Porträts) zum Künstler: Chely Wright
Die Countrysängerin, Songschreiberin und Buchautorin Chely Wright hat sich in einem Interview, das in einigen Tagen in der aktuellen Ausgabe des US-People Magazines zu lesen sein wird, geoutet; sie liebt Frauen.
Homosexualität ist im konservativen Musikgenre Country Music kein Thema über das man gerne spricht, schon gar nicht für die Betroffenen. Daher ist das “Coming Out” der Sängerin vielleicht ein Impuls für einige Kollegen/innen auch an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch viele Gerüchte um den ein oder anderen populären Künstler in der US-Countryszene, der sich mehr zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt, werden meist bestritten und es folgen unschöne Schreiben vom Anwalt.
Der Schritt in die Öffentlichkeit passt übrigens wie die sprichwörtliche “Faust auf’s Auge”. Am 4. Mai 2010 erscheint ihr neues Album “Lifted Off The Ground” sowie (ebenfalls am 4. Mai) ihre Biografie “Like Me: Confessions Of A Heartland Country Singer” – gute Promo, soll aber das “Outing” keinesfalls schmälern!
Die auch in Deutschland beliebte US-Sängerin Chely Wright (39) hat einen neuen Plattenvertrag unterschrieben. Ab sofort ist sie bei Vanguard Records unter Vertrag. Dort wird am 4. Mai 2010 auch ihr neues Album “Lifted Off The Ground” erscheinen.
Produziert wurde die CD von keinem geringen als Rodney Crowell. Chely Wright hat 11 Songs zum Album beigesteuert, eines davon zusammen mit Crowell. Fünf lange Jahre mussten die Fans auf neue Musik der sympathischen Sängerin warten. Ihr “Metropoliten Hotel” erschien im Jahr 2005.
Wright, die mit Hits wie “Single White Female” und “Shut Up And Drive” in den 1990er Jahren für Furore sorgte, wurde 1995 von der Academy of Country Music zum besten weiblichen Newcomer gekürt.
Übrigens: Ein Buch hat Wright auch geschrieben. “Like Me” heißt es und erscheint parallel zur CD bei Random House. Das Buch gewährt einen Blick ins Leben von Chely Wright. Erzählt von Höhen und Tiefen in ihrer Karriere und zeigt auch eine sensible – private Chely Wright. Das Buch gibt’s leider nur in englischer Sprache!
Da ist sie – eine der Sängerinnen, eine der Stimmen, die auffallen. Sie hebt sich heraus aus der Menge der durchaus erfolgreichen Kolleginnen. Auch als Persönlichkeit. Denn, obwohl noch jung an Jahren ist sie im Music-Business erfahren und darum bemüht, ein Höchstmaß von sich selbst in ihre Musik und damit in ihre Karriere einbringen zu können. Das Erstaunliche: obwohl bei einem großen Label und dort auch erfolgreich, zog sie die Bremse als sie merkte, dass sie mehr und mehr zum Produkt wurde und keine Einfluss mehr auf die Richtung hatte, in der die musikalische und damit berufliche Reise gehen sollte. Da gehört Mut dazu, ist die Versuchung doch groß, dem Lockruf des Erfolges zu erliegen. Aber auch die Gefahr, von diesem Moloch “Erfolg” mit Haut und Haaren gefressen zu werden. In diesem Zusammenhang hören wir aus allen möglichen Bereichen vermehrt den Begriff “Burnout Syndrom”.
Chely Wright fühlte sich ganz einfach nicht genügend vorbereitet, gefestigt für ein solches Abenteuer. Deshalb trat sie auf die Bremse und zog sich aus dem vorderen Blickfeld für zwei Jahre zurück. In denen sie aber nicht untätig blieb sondern viel an ihrer Selbstfindung arbeitete und auch im künstlerischen Bereich eine deutliche Entwicklung durchlief. Die drückt sich vor allem auch in den Songs aus, die sie schreibt. In diesem Metier gehört sie heute zu den Profiliertesten. Inzwischen fühlt sich Chely Wright stark genug, sich erneut in die Tretmühle des Country Music-Business zu begeben und sich der Konkurrenz all der vielen anderen Kolleginnen zu stellen.


