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Grass Unlimited: Cutting Grass

Die deutschen Bluegrass-Veteranen haben ein ebenso souveränes wie frisches neues Album veröffentlicht.

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Grass Unlimited - Cutting Grass Grass Unlimited, Cutting Grass - Bildrechte: Housemaster Records

Bluegrass und Countrymusik haben es in Deutschland nicht einfach gehabt. Die Begeisterung der Nachkriegsgeneration war zuerst an den Jazz, dann an den Blues gebunden. Wenn Folkmusik, dann war es eher die irische Folkmusik, die die Deutschen goutierten. Country dagegen war in der öffentlichen Wahrnehmung die Musik der weißen Hinterwäldler, dazu kam der Spott über die Western-Romantik, die sich in der deutschen Country-Szene breitmachte.

Erst Mitte der 80er Jahre entdeckten in größerem Maße deutsche Folkmusiker den Bluegrass als schwungvolle und anspruchsvolle Weiterentwicklung der traditionellen Mountain Music. Eine der Pionier-Bands des deutschen Bluegrass, die südhessischen Grass Unlimited haben nun mit Cutting Grass nach einigen Jahren Pause wieder ein Album veröffentlicht. Und siehe da: Es klingt frisch, unterhaltsam und souverän. Kein Wunder, handelt es sich doch bei allen Musikern der Band um die Gründungsmitglieder Michael Jockel und Gerard Moeres um großartige Instrumentalisten: Sylvia Werner ist mit ihrer glockenhellen Stimme das vokale Aushängeschild der Formation, Markus Kahnert ist absolut überzeugend an der Geige, Rüdiger Horne spielt Mandoline und Dobro bis zur Perfektion, Michael Jockel ist einer der besten deutschen Banjospieler, Volker F. Strauch gibt mit stoischem Bassspiel den Songs das rhythmische Rückgrat und Gerard Moers hält mit starkem Gitarren- und Mundharmonikaspiel das brillante Ensemble zusammen.

Wer die Gruppe und deren Live-Auftritte kennt, der kann ahnen, wie schwer es ihnen gefallen sein muss, aus ihrem Bühnenprogramm die Stücke auszuwählen, die am Ende auf die Platte gekommen sind. „High Lonesome Sound“, „Buzzed“, „Callin‘ Baton Rouge“ oder „Demon Kitty Rag“ sind allesamt Songs, die ihre Live-Bewährungsprobe“ schon längst bestanden haben und nun auch auf der Platte funktionieren.

Und so gibt es auf diesem Album keinen Moment lang Leerlauf. Das Tempo stimmt, die Arrangements sind überzeugend, das Ganze läuft wie eine gut geölte Maschine und so ist natürlich auch hier wie in den Konzerten Raum für kleine Kabinettstückchen. Denn wenn „Crispy Nugett“ nahtlos in „Locomotive Breath“ übergeht, dann ist das zum Zunge schnalzen.

Fazit: „Cutting Grass“ ist ein äußerst unterhaltsames Bluegrass-Album mit kleinen Ausflügen in die Pop- und Gypsy-Musik. Man merkt wieviel Spaß die Musiker da miteinander hatten. Prädikat: Gute Laune-Musik!

Grass Unlimited – Cutting Grass: Das Album

Grass Unlimited - Cutting Grass

Titel: Cutting Grass
Künstler: Grass Unlimited
Veröffentlichungstermin: 23. August 2016
Label: Housemaster Records
Format: CD & Digital
Tracks: 15
Laufzeit: 50:00 Min.
Genre: Bluegrass

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Trackliste:

01. High Lonesome Sound
02. Buzzed
03. Callin‘ Baton Rouge
04. Those Memories of You
05. Coal Tattoo
06. Remington Ride
07. Demon Kitty Rag
08. Blue Ridge Cabin Home
09. Lonesome Pine
10. Crispy Nugget/Locomotive Breath
11. The Lucky One
12. I Never Met a One Like You
13. Long Time Gone
14. Gypsy Medley
15. Western Skies

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