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Various Artists: The Jim Reeves Connection

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Am 31. Juli 2004 jährte sich der Todestag des Jim Reeves zum 40. Mal. Anlass genug, eine CD zusammen zu stellen nicht unbedingt mit neuem Material sondern mit teilweise längst vergessenen oder wenig bekannten Aufnahmen zum Thema Jim Reeves anzubieten. Wenn sich Bear Family Records eines solchen Projektes annimmt, darf man absolut sicher sein, den berühmten „Aha-Effekt“ zu erleben und ein gründlich recherchiertes Projekt zu bekommen. Dass dies hier ein Parade-Beispiel für diese Behauptung ist, verdeutlichen schon allein die 31 Titel dieser Zusammenstellung.

Eingerahmt in zwei Versionen des gleichen Tribute Songs an Jim Reeves, beide aus dem Jahr 1965, findet sich eine Fülle von teilweise obskuren Aufnahmen, die der Sache die richtige Würze geben. Und sie lassen verschiedene Rückschlüsse zu. Beispielsweise dass es in der Country Music, seit man sie als kommerziell bezeichnen kann, üblich war, von einem richtigen Knaller möglichst zu profitieren, mal weniger mal mehr ausgeprägt. Getreu dem Motto: Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist! Reeves erster Millionseller „Mexican Joe“ ist ein treffliches Beispiel dafür. Dieser Hit muss ziemlich überraschend über die Country Szene hereingebrochen sein und hat zu hektischen Aktivitäten geführt. Noch im gleichen Jahr 1953 sang Carolyn Bradschaw von der Hochzeit des mexikanischen Joe und eine gewisse Mary Jo-Chelette stellte der staunenden Welt den Sohn dieses Sympathieträgers vor. Selbst ein Hank Snow ließ sich die Chance nicht entgehen und berichtete vom Treffen zweier „Song-Promis“. All diese Aufnahmen aus 1953! Keine dieser Aufnahmen war auch nur annähernd so erfolgreich wie die von Jim Reeves.

Ein wenig anders „Bimbo“, da werden zwei Versionen vom Autoren Rod Morris angeboten, die eine vor, die andere nach Reeves‘ Hit entstanden. Sehr schön zu erkennen, dass der Song auch bei Rod Morris sein Potenzial andeutet, es jedoch der Gesang von Jim Reeves ist, der den großen Unterschied macht und den Erfolg einfährt. Es versteht sich von selbst, dass der Monster-Hit „He’ll Have To Go“ zu weiteren Versionen animierte. Wobei die ursprüngliche Fassung mit Billy Brown gar nicht so weit von Reeves entfernt liegt – auch hier sind es die Stimme und die Gesangstechnik von Reeves, die den Unterschied machen. Kitty Wells steuerte 1965, also gut 5 Jahre später ein aus der Sicht der Frau gesungene Fassung bei – ohne den erhofften Erfolg, weil ohne Chart-Notierung. Jeanne Black ihrerseits strikte an der auch immer wieder beliebten Masche des „Antwort-Songs“, indem sie meinte „He’ll Have To Stay“ – immerhin erreichte sie mit Platz 6 ihre einzige Hit-Platzierung. Schließlich fehlt auch die bei großen Hits nicht seltene Ulk-Version nicht, die von dem für dieses Genre beliebten Duo Homer & Jethro kam. Zwar gelang ihnen durchaus gelegentlich ein Hit aber nicht mit dieser Aufnahme.

Um unbekanntesten ist vermutlich die Aufnahme „Home To Marianne“, die von einer gewissen „Marianne“ gesungen wird, über die es scheinbar keine Informationen mehr gibt. Reeves war in seinem Hit „The Blizzard“ auf dem fatalen Heimweg zu Marianne. Diese hier „Marianne“ genannte Sängerin erzählt die Story aus der Sicht, der zu Hause vergeblich wartenden Marianne, wobei sie sich so eng wie möglich am Original-Text orientiert. Eine hübsche Spielerei – mehr nicht und kein Vergleich mit dem Reeves-Original. Kaum jemand dürfte in Erinnerung haben, dass es von „Blue Boy“, dem Boudeleaux Bryant Song, der Namensgeber für Reeves Begleitband wurde, eine ursprüngliche Fassung unter dem Titel „Blue Doll“ gibt. Gesungen von keiner Geringeren als der damals noch blutjungen und stimmlich noch nicht ausgereiften Anita Carter gab. Reeves nahm seine Version erst auf als klar war, dass Anita Carter damit keinen Hit haben würde.

Die CD enthält auch die ganzen Duette und Pseudo-Duette, die man mit Jim Reeves vor und nach seinem Tode veröffentlichte. Man kann dabei verfolgen, was durch moderne Technik später erst möglich wurde. Von „I Love You“ gibt es u.a. noch die ebenfalls interessante Version mit den Canadian Sweethearts. Die einzigen wohl wirklichen Duette waren die, die Reeves mit der damals noch im Frühstadium ihrer Karriere befindlichen Stilistin Dottie West machte. Diese beiden Aufnahmen waren richtungweisend und die kommerziellsten Duette zu Lebzeiten des Jim Reeves. Kein Wunder, dass weitere gemeinsame Aufnahmen auf dem Plan standen. Die beiden Stimmen schienen wie füreinander geschaffen, das Schicksal lässt die Frage unbeantwortet, was aus dieser Kombination hätte werden können.

Einen allerdings wenig beachteten Versuch, von der großen Popularität des Jim Reeves noch Jahrzehnte über seinen Tod hinaus zu profitieren, unternahm ein gewisser Eddie Clutterbuck. Der Hillbillie Himmel wird in der Country Music gern mal zum Thema in immer wieder aktualisierter Version. Clutterbuck singt davon, Jim Reeves dort gesehen zu haben – wenig originell und ebenso wenig erfolgreich.

Fazit: Die von Bear Family vorgestellte Jim Reeves Connection richtet sich in erster Linie an Fans der Legende, die auch voll auf ihre Kosten kommen. Das Album ist aber auch für Leute interessant, die auch mal auf Ungewöhnliches zurückgreifen.

   

The Jim Reeves Connection
CD: „The Jim Reeves Connection“
Erscheinungsdatum: 2004
Label: Bear Family Records
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Trackliste:

01. Charlie Rich: Gentleman Jim
02. Jim Reeves: Mexican Joe
03. Carolyn Bradschaw: The Marriage Of Mexican Joe
04. Mary Jo-Chelette & The Western Cherokee: The Son Of Mexican Joe
05. Hank Snow: When Mexican Joe Met Jole Blonde
06. Jim Reeves: Bimbo
07. Rod Morris: Bimbo
08. Rod Morris: Bimbo No. 2
09. Billy Brown: He’ll Have To Go
10. Jim Reeves: He’ll Have To Go
11. Jeanne Black: He’ll Have To Stay
12. Kitty Wells: She’ll Have To Go
13. Homer & Jethro: He’ll Have To Go
14. Jim Reeves: The Blizzard
15. Marianne: Home To Marianne
16. Anita Carter: Blue Doll
17. Jim Reeves: Blue Boy
18. Ginny Wright & Jim Reeves: I Love You
19. Alvadean Coker & Jim Reeves: Are You The One
20. Carol Johnson & Jim Reeves: Mother Of A Honky Tonk Girl
21. Dottie Dillard & Jim Reeves: But You Love Me Daddy
22. Stevie Moore & Jim Reeves: But You Love Me Daddy
23. Dottie West & Jim Reeves: Look Who’s Talking
24. Dottie West & Jim Reeves: Love Is No Excuse
25. Deborah Allen & Jim Reeves: Don’t Let Me Cross Over
26. Deborah Allen & Jim Reeves: Take Me In Your Arms And Hold Me
27. Deborah Allen & Jim Reeves: Oh How I Miss You Tonight
28. Patsy Cline & Jim Reeves: Have You Ever Been Lonely
29. Patsy Cline & Jim Reeves: I Fall To Pieces
30. Eddie Clatterbuck: I Saw Jim Reeves Up There
31. Faron Young: Gentleman Jim

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