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Del McCoury: Still Sings Bluegrass

Del McCoury - 80 Jahre und kein bisschen leise: Die Bluegrass-Legende hat mit "Still Sings Bluegrass" ein meisterhaftes Werk geschaffen.

Truck Stop 2018
Del McCoury - Still Sings Bluegrass Del McCoury - Still Sings Bluegrass. Bildrechte: McCoury Music, Inc.

Frage: Wieso heißt das Album übersetzt „Del McCoury singt immer noch Bluegrass“? Antwort: Del McCoury nimmt damit Bezug zu seinem ersten Album, das er vor genau 50 Jahren in einem Keller in Pennsylvania mit zwei geborgten Bassisten und dem deutschen Produzenten Chris Strachwitz einspielte. Das Ergebnis wurde auf dem Longplayer „Del McCoury Sings Bluegrass“ veröffentlicht und gilt als Meilenstein der Bluegrass-Musik. Nicht zuletzt deshalb begann hier seine außergewöhnliche Karriere. Er überschritt immer wieder die Grenzen des Bluegrass-Genres, spielte bei Jazz-Gruppen mit oder musizierte im Jahr 1999 mit Country-Rocker Steve Earle zusammen, „The Mountain“ hieß die CD.

Im kommenden Jahre wird Del McCoury 80 Jahre alt und wie der Titel – Still Sings Bluegrass verrät, geht er hier wieder auf seine musikalischen Wurzeln zurück. Mit seinen Söhnen Ronnie an der Mandoline und Rob am Banjo, Jason Carter an der Fiddle sowie Bassist Alan Bartran, hat er die musikalischen Grenzen des Genres nicht überschritten. Aber so ganz geht es nicht ohne Risiken: Sein Enkel Heaven McCoury darf auf dem ersten, fast rockigen „Hot Wired“ von Shawn Camp die elektrische Gitarre spielen, eigentlich im Bluegrass ebenso unmöglich wie das Piano, das in seinem Remake des Jerry Lee Lewis-Nummer-Eins-Hit aus dem Jahr 1969 „To Make Love Sweeter For You“ zu hören ist. Dies ist nicht der einzige Titel, der Countrymusik-Wurzeln hat. So singt Del McCoury den fetzigen Titel „Ace Of Hearts“, der von Alan Jacksons legendärer Debüt-CD „Here In The Real World“ stammt. Der Abschluss-Song ist „I Fell In Love“ und mit dem gelang Carlene Carter 1990 eine Nummer 3 in den Country-Charts. Wesentlich älter ist der Klassiker „Letters Have No Arms“, den Ernest Tubb schrieb und damit 1950 bis auf Platz 2 stieg.

Klassische Bluegrass-Songs sind natürlich auch dabei: „That Ol‘ Train“, „Deep Dark Hollow Road“ oder Bottom Dollar“, oder mal schneller, mal langsamer, aber immer überzeugend. Etwas Gospel darf nicht fehlen: „Build Me Up“ ist ein gutes Beispiel. Aber Achtung: Der Autor von „I’ll Be On My Way“ heißt zwar Aaron Bibelhauser, aber er schrieb ein munteres Lied mit der Erwähnung von Reisezielen wie Cincinnati, Louisville oder New Orleans. Richtig witzig, wie McCoury in „You Could Be Me“ die Country-Klischees auf den Arm nimmt: Es geht dir schlecht, du hast keinen Job, keine Frau – sei froh, denn es geht noch schlimmer: Du könntest ich sein! „Joe“, die Widmung an einen singenden, aber unbekannt gebliebenen Kollegen und „Love Love Love“, wie zu erwarten eine Hymne an die Liebe, hat der Meister selbst geschrieben.

Fazit: Del McCoury hat ein schönes und variables Album vorgelegt, in dem er als Sänger jeden Ton trifft, seine Band großartig harmoniert und jeder einzelne ein Virtuose ist. Es macht Spaß, solche Werke zu besprechen und noch mehr sie anzuhören und zu genießen.

Del McCoury – Still Sings Bluegrass: Das Album

Del McCoury - Still Sings Bluegrass

Titel: Still Sings Bluegrass
Künstler: Del McCoury
Veröffentlichungstermin: 1. Juni 2018
Label: McCoury Music, Inc.
Format: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 49:19 Min.
Tracks: 14
Genre: Bluegrass

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Trackliste: (Still Sings Bluegrass)

01. Hot Wired
02. That Ol‘ Train
03. Letters Have No Arms
04. First One Back In Town
05. Build It Up
06. Bottom Dollar
07. Deep Dark Hollow Road
08. Ace Of Hearts
09. To Make Love Sweeter For You
10. Joe
11. Love Love Love
12. I’ll Be On My Way
13. You Could Be Me
14. I Fell In Love

Joshville. Weitere Informationen