Turner Cody & The Soldiers of Love: Out For Blood
Hipster-Americana aus St. Louis, Missouri.
Turner Cody & The Soldiers of Love - Out For Blood. Bildrechte: Capitane Records
Gut zwanzig Jahre lebte Turner Cody in New York City und wurde zu einem der Säulen der Anti-Folk-Szene. Obwohl seine Musik stets auch Anklänge an Americana hatte, bezog er doch seine Inspiration eher von Velvet Underground als von Hank Williams. Seit er aber mit seiner Familie in St. Louis, Missouri, lebt, setzen sich beim ihm immer mehr Country- und Americana-Einflüsse durch. Er erzählt von Kleinstadtbars, Highways und Eheproblemen und tut dies in der Tradition von Kris Kristofferson, John Prine oder Townes van Zandt. Nach dem das Vorgängeralbum „Friends In High Places“ bereits die Tür für die Countrymusik geöffnet hat, nutzt er sie nun auf seinem neuen Album Out For Blood ganz gekonnt und souverän, paart sie mit Roots Rock, um die Dringlichkeit und Härte seiner Songgeschichten zu unterstreichen.
Doch das Album beginnt erst einmal musikalisch recht unaufgeregt mit „We Need Each Other“. Das durchaus radiotaugliche Stück mit cooler Hookline beginnt als Reflektion über Unabhängigkeit und Zusammengehörigkeit und entwickelt sich zu einer tiefgründigen Analyse über Klammern und Festhalten. Es geht mit Laid-off Roots Rock weiter bei „Recognize A Friend“, einer Geschichte eines Großstadtmenschen, der sich mit seinen jugendlichen Idealen im Arbeitsalltag schwertut und immer in Gefahr ist, sich zu verlieren.
Dann folgt mit „Cigarettes Inside“ eine großartige Akustik-Country-Ballade in Stil von Kristofferson oder Prine, von der Verlorenheit der Musiker in einer leeren Bar in Nashville. Nach zwanzig Jahren „on the road“ weiß man nicht, ob man das Beste schon hinter oder vor sich hat, oder ob es einfach so ernüchternd bleibt. Ein herzzerreissender Country-Song und einer der Höhepunkte des Albums.
Der Titeltrack „Out Of Blood“ kommt dann überraschend im Reggae-Rhythmus daher und führt seine Songwriting-Künste über die Verloren- und Verlogenheit menschlicher Beziehungen in Perfektion vor. Auch die anderen Songs wie „Pay For Being Free“, „My Song On The Radio“ oder „Drinkin‘ In The land Of Lincoln“ zeichnen Bilder vom täglichen Überlebenskampf an Orten wie Memphis, Cleveland, Nashville und Cairo (Illinois).
Musikalisch sind Turner Cody & The Soldiers Of Love in der breiten Spur des Americana unterwegs. Da gibt es Folkballaden, Countrystücke oder auch lässige Indie-Rock-Anleihen.
Fazit: Turner Cody ist ein hörenswertes Album gelungen, dass hoffentlich dazu beiträgt, den oftmals übersehenen Singer & Songwriter der Extraklasse stärker ins Licht zu rücken.
Turner Cody & The Soldiers Of Love – Out For Blood: Das 2026er Album

Titel: Out For Blood
Künstler: Turner Cody & The Soldiers Of Love
Veröffentlichungstermin: 6. Februar 2026
Label: Capitane Records
Vertrieb, LP: 375 Media (Indigo, Cargo)
Vertrieb, Digital: Modulor
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 11
Genre: Americana
Trackliste: (Out For Blood)
01. We Need Each Other
02. Recognize A Friend
03. Cigarettes Inside
04. Out For Blood
05. Particular Poison
06. Delmar Avenue
07. Drinkin‘ In The Land Of Lincoln
08. My Song On The Radio
09. Pay For Being Free
10. The Walls Are Closing In
11. Evening Prayer




