Johnny Duncan
Der Künstler war Texaner, geboren am 5. Oktober 1938 in Dublin, Texas. Musikunterricht erhielt er von seiner Mutter, die eine richtig gute Gitarre spielte. Sogar öffentlich, denn sie gehörte der Band eines von Duncan’s Onkeln an. Während er in den Weiten des westlichen Texas aufwuchs, trat Johnny Duncan nach und nach in die Fußstapfen seiner Mutter.
Gitarristen wie Merle Travis und Chet Atkins standen bei ihm hoch im Kurs. Mehr noch, er strengte zudem seine Stimmbänder an, denn die so genannten „Crooner“ hatten es ihm angetan, Sänger mit schönen Stimmen wie Eddy Arnold und Jim Reeves, wie Frank Sinatra und Perry Como oder Nat King Cole. Damit stand er nicht allein, denn ein Blick auf die Verwandtschaft lohnt sich. Dazu gehörten Namen wie Dan Seals, Eddie Seals, Jimmy Seals & Croft, allesamt haben sie ihre Spuren in der Musik hinterlassen.
Auch für Duncan stand früh fest, dass er in die Musik gehen würde. Daran bastelte er bereits kräftig während seiner Studentenzeit an der Texas Christian University in Fort Worth, im familiären Umfeld fand er reichlich Gelegenheit, Erfahrungen mit Musik zu sammeln.
Nach dem Studium ging Duncan, inzwischen verheiratet, nach Clovis, New Mexico, wo er mit Buddy Holly und vor allem mit Norman Petty arbeitete. Petty besaß dort ein eigenes Studio, in dem man an neuen Ideen strickte. Jetzt hatte Duncan auch begonnen, eigene Songs zu schreiben. Als er Mitte der 1960er Jahre ein Angebot vom Sender WAGG in Franklin bei Nashville erhielt zogen die Duncan’s nach Tennessee. Vom Geld, das er als DJ verdiente, konnte die Familie nicht leben, deshalb arbeitete Duncan zusätzlich noch als Maurer. Als seine Songs zunehmend Anklang und Zugang auf Tonträger von Stars fanden, gab Columbia Records ihm einen Vertrag als Sänger. Mitte 1967 tauchte Duncan erstmals in den Country Charts auf mit „Hard Luck Joe“, verpasste damit die Top Fifty aber knapp. Im Jahr danach reichte es mit „Jackson Ain’t A Very Big Town“ im Duett mit June Stearns schon zur Nummer 21.
Bis zum ersten richtigen Hit für Johnny Duncan sollte es bis 1973 dauern, dann brachte ihn „Sweet Country Woman“ hoch bis zur #6. Die erhoffte Initialzündung blieb aber weiterhin aus. Die gab es dann erst 1976 mit dem eingangs angesprochenen „Stranger“. Daraus machte der bis dahin noch wenig bekannte Wolfgang Petry in Deutsch „Fremder“ in einer inhaltsgleichen Fassung.
Für Johnny Duncan brachte der „Stranger“ richtig Wind in seine Karriere. Gleich danach stand er ganz oben in den Charts mit „Thinking Of A Rendezvous“, erneut mit stimmlicher Unterstützung durch Janie Fricke. Die Hit-Serie ging weiter: „It Couldn’t Have Been Any Better“, „A Song In The Night“, „Come A Little Bit Closer“, „She Can Put Her Shoes Under My Bed (Anytime)“, „Hello Mexico“, „Slow Dancing“, „The Lady In The Blue Mercedes“ tummelten sich in den Top Ten. 1980 flaute die Welle spürbar ab, vier Singles schafften aber immer noch die Top Twenty. Damit ging die Glanzzeit des Johnny Duncan zu Ende, mit „Texas Moon“ auf Platz 81 verabschiedete sich Duncan 1986 aus den Hitlisten.
Anders als bei vielen seiner Kollegen, denen es ähnlich erging, hörte man von Johnny Duncan seit den 1990er Jahren so gut wie nichts mehr. Ob und ggf. in welcher Weise er als Künstler weiter tätig blieb, wurde nicht bekannt.
Am 14. August 2006 starb Duncan an den Folgen einer Herzattacke. Er hinterließ seine Ehefrau Connie sowie einen gemeinsamen Sohn und zwei Töchter aus einer ersten Ehe.


