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Anita Cochran

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Sie gehört zu den vielen talentierten Sängerinnen, die für kurze Zeit das gleißende Rampenlicht genießen durften, ehe der Ruhm, einer Sternschnuppe gleich, rasch wieder erlosch – Anita Cochran. Die hübsche Blondine wurde am 6. Februar 1967 im fernen South Lyon unweit der größeren Stadt Pontiac im Bundesstaat Michigan als Anita Renee Cockerham geboren.

Eine für Country Music nicht unbedingt ideale Umgebung, in die ihre Eltern von Kentucky gezogen waren, weil Daddy in der Autoindustrie bessere Arbeitsmöglichkeiten fand. Aus der Heimat brachten sie die Country Music mit, denn die gehörte zum Alltag. So sehr, dass die Cockerhams ihre Tochter nach Anita Carter benannten. Country Music war so sehr Teil des Alltags, dass Daddy sie auch selbst als Fiddler in einer Band praktizierte. So wurde die Country Music auch Teil des Alltags von Tochter Anita, die bald Gitarre spielte, später auch Mandoline, Banjo, Dobro und ein wenig Fiddle.

Mit ihrem Vater war sie häufig unterwegs und fand immer mehr Gefallen an dem aufregenden Szenario. Ihr Weg führte konsequent in die Musik. Anita Cochran trat öfter mit Bands auf, vor allem aber verbrachte sie viel Zeit im Studio, wo sie erste eigene Jingles aufnahm und sich an Songs versuchte. Sie lernte die Studioarbeit von der Pike auf und wurde schließlich als Managerin eines Studios in Canton, Michigan verpflichtet.

Eher zum Zeitvertreib aber auch aus Neugier sang sie Demos ein, hatte aber in sich selbst als Sängerin herzlich wenig Vertrauen. Ein Bekannter sah das anders, er schickte Demos an Warner Brothers. Dort hörte man sich die Aufnahmen nicht nur an sondern fand sie gut genug, um Anita Cochran (diesen Künstlernamen gab man ihr) unter Vertrag zu nehmen.

Anita Cochran

1997 ging sie nach Nashville und schaffte gleich mit der ersten Single „I Could Love A Man Like That“ den Sprung in die Charts (Nr. 64). Die junge Dame brachte alles mit, was man zum Star braucht: viel Talent, gutes Aussehen, eigene Songs. Bis auf einen Song stammten alle anderen ihres ersten Albums „Back To You“ von ihr selbst. Bei den Aufnahmen spielte sie selbst gleich mehrere Instrumente. Noch im selben Jahr 1997 durfte sie sich über eine Nr. 1 freuen als sie im Duett mit Steve Wariner „What If I Said“ an die Spitze sang. Alle Zeichen standen auf Erfolg. Doch dann klemmten die Weichen, die Karriere geriet in eine Sackgasse. Das zweite Album „Anita“ dümpelte dahin, keine der ausgekoppelten Singles schaffte die Top Forty.

Welch seltsame Wege das Business manchmal geht, zeigte sich wenig später. Für ein drittes Album „God Created Woman“ konstruierte man ein „Duett“ mit dem bereits 1993 verstorbenen Conway Twitty. Man suchte Parts aus dessen früheren Aufnahmen heraus und bastelte drumherum mit „(I Wanna Hear) A Cheatin‘ Song“ einen neuen Song. Die Rechnung ging nicht auf, die Fahrt für diese Aufnahme endete bereits auf Platz 57. Da auch der Titelsong kein Hit wurde, verzichtete man gleich ganz auf die Veröffentlichung des Albums.

Damit war das Thema Anita Cochran als Sängerin beendet. Sie blieb natürlich weiter im Business, sie ist auch heute noch darin tätig. Schließlich hatte sie in Michigan bereits das kleine Einmaleins des Produzierens gelernt, was ihr nun in Nashville zugutekam. Witzigerweise produzierte sie für ihre Namensvetterin Tammy Cochran deren Album „Where I Am“.

Anita Cochran selbst trat 2009 zuletzt als Sängerin in Erscheinung als sie auf dem Indie Label Straybranch Records das Album „Serenity“ veröffentlichte. Vielleicht gelingt ihr doch noch einmal der große Wurf. Zwar setzt auch die Country Music stark auf junge, unverbrauchte Stimmen und Gesichter, doch sind gerade in der Country Music auch Lebenserfahrung, Routine, Vielseitigkeit immer noch gefragte Eigenschaften. Und davon besitzt Anita Cochran eine Menge. Wir werden sie im Auge behalten.

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