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Clay Underwood: New Beginnings And Old Honky Tonks

Einfühlsame Klänge, tanzbare Stücke, Alltagsgeschichten und Wortspielereien!

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Clay Underwood

In unserem technischen Zeitalter werden persönliche Kontakte leider immer weniger. Aber es gibt sie natürlich noch. Dazu gehört auch die „Mund-zu-Mund-Propaganda“ – und die klappt immer noch. Eine für mich tröstliche Erkenntnis. Über diese Schiene wird man beispielsweise auf Künstler aufmerksam gemacht, die richtig gut sind – aber weitgehend unbekannt bleiben. Künstler, die genau die Art von Musik machen, die einem seit Jahren gefällt, von der man aber immer weniger hört. Dabei gibt es noch mehr davon als man vermuten sollte. Weil sie im Verborgenen bleibt, weil die Künstler, die sich dieser Musik verschrieben haben, meist nur regionale Popularität erlangen und nur noch ganz selten zu Stars werden. Künstler, die einfach jene Musik machen, mit der sie aufgewachsen sind, die schon ihre Eltern und Großeltern gespielt oder konsumiert haben. Natürlich wird dabei auf den technischen Fortschritt nicht verzichtet, doch die Musik bleibt in ihrer Ursprünglichkeit unangetastet.

Bei näherer Betrachtung verwundert es nicht, dass beispielsweise Honky Tonk Music in den Medien keine Rolle spielt. Sie passt ganz einfach nicht dorthin, weil sie nichts Ungewöhnliches ist. Ebenso wie die traditionelle, herkömmliche Country Music liefert sie nur selten Sensationelles, Spektakuläres, Gesprächsstoff. Dort, wo sie beheimatet ist, gehört sie zum Alltag. Man konsumiert sie, macht sich vielleicht ein paar schöne Stunden damit und geht zur Tagesordnung über. Deshalb hält sich Honky Tonk Music vor allem als Live Unterhaltung und weniger auf Tonträgern oder in den Medien. In der Honky Tonk Live Szene finden sich erstaunlich viele richtig gute Interpreten, die seit Jahr und Tag auf der Bühne stehen, ohne dass man über den regionalen Bereich hinaus Kenntnis von ihnen bekommt. Einer, der zu diesen Künstlern gehört, ist Clay Underwood.

Weil ein Freund von mir mich auf Clay Underwood aufmerksam machte, wurde ich neugierig. Der Zufall stand also wieder einmal Pate. Ich besorgte mir das bereits 2009 veröffentlichte Album „New Beginnings And Old Honky Tonks“ – es war Underwoods zweite und bisher auch letzte CD. Der Titelsong deutet an, was beabsichtigt war. Underwood unternahm einen neuen Anlauf, sich mit Honky Tonk Music durchzusetzen, an die er unerschütterlich glaubt. Er bekam sogar viel Lob von den wenigen Kritikern, die über das Album schrieben. Man bescheinigt ihm Kompetenz, Feeling, Vitalität und Ausstrahlung und mutmaßte, Underwood könne bald zu den landesweit bekannten Stars gehören. Eingetreten ist das nicht, Underwood tourt weiter durch Honky Tonks und Clubs. Womit er nicht einmal unzufrieden ist, denn er kann davon leben. Und seinen Traum, doch wesentlich erfolgreicher zu sein, gibt er nicht auf. Oft fehlt ja nur das letzte Quentchen Glück oder der Zufall.

Mit „New Beginnings And Old Honky Tonks“ lieferte Underwood den Nachweis, dass er ein Interpret ist, der eigentlich alles mitbringt, was man von einem Countrysänger erwartet. Jede Menge Feeling, einfühlsame wie druckvolle Klänge, melodiöse und tanzbare Stücke, Alltagsgeschichten und Wortspielereien (wie „Brokelahoma“). Underwood, übrigens nicht verwandt mit Carrie Underwood, sieht blendend aus und besitzt vor allem eine gnadenlose „Country-Stimme“ – wenn es so etwas gibt. Obwohl heimatverbunden sah er sich doch gezwungen, ins relativ nahe gelegene Nashville zu gehen. Er wuchs auf einer kleinen Farm südlich der Metropole Louisville in Kentucky auf. Wie sagt er so schön: „Die Farm bedeutete viel Arbeit und Durchhaltevermögen. Sie bfachte das Essen auf den Tisch, die Musik aber hat meine Seele gefüttert!“ Schon mit 5 Jahren nahm er an einem Wettbewerb teil und gewann. Damals in Hodgenville gab es 50 Dollar als Preisgeld. Doch blieb zunächst keine Zeit, sich ernsthafter mit Musik zu befassen. Das tat Underwood erst als er Anfang 20 war und in einer Fabrik arbeitete. Da trat er am Wochenende bei Jamborees und in Clubs in Kentucky auf. „Als ich merkte, dass eine ganze Reihe von Leuten mir zu den Gigs folgten, sah ich das als Zeichen dafür, dass vielleicht mehr für mich drin war.“ Er machte die Musik endgültig zum Beruf.

Seither arbeitet er beharrlich daran, den nächsten, vielleicht entscheidenden Schritt zu tun. Dazu ging er nach Nashville, weil er wie viele andere auch darauf hofft, doch nocht entdeckt zu werden. Wer also nach Nashville kommt, der sollte sich mal im „The Stage“ umschauen. Dort am unteren Broadway (412 Broadway) ist Honky Tonk Music angesagt, dort ist Clay Underwood regelmäßig live zu erleben. Er hat des Können, den Willen und das Charisma für höhere Aufgaben – wünschen wir ihm, dass sich sein Traum erfüllt.

Clay Underwood - New Beginnings And Old Honky Tonks

Künstler / Albumtitel: Clay Underwood – New Beginnings And Old Honky Tonks
Format / Label / Veröffentlicht: Digital (Pcl Music 2009)

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Trackliste:

01. Wagon Wheel
02. Little Boys Prayer
03. We Got It All in the Country
04. Behind These Walls
05. God’s Up to Something
06. Prettiest Girl
07. New Beginnings and Old Honky Tonks
08. Finding My Way to You
09. Heart Brokelahoma
10. Love Lives On
11. That’s All I’ve Got to Say About That
12. Bring Her Back

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