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Various Artists: Truckers, Kickers, Cowboy Angels – Volume 3 & 4

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Truckers, Kickers, Cowboy Angels

Knapp ein halbes Jahr nach den ersten beiden Teilen der Serie Truckers, Kickers, Cowboy Angels zur Entstehung des Country-Rock hat die Bear Family nun die Teile drei und vier vorgelegt. Die Gestaltung und Editierung ist wie bei der Bärenfamilie üblich wieder beeindruckend. Die Songauswahl teilweise großartig, teilweise überraschend. Und das hat seinen Grund.

Wie Country-Starjournalist Colin Escott in den Liner Notes schreibt, ist dies Folge der Rechtslage. Manch großer Namen mit musikgeschichtlicher Bedeutung – Crosby, Stills, Nash & Young oder „Creedence Clearwater Revival“- waren deswegen schlichtweg nicht zu kriegen. Bei anderen Protagonisten wie „Shiloh“ ist die Rechtefrage aufgrund untergegangener Labels völlig ungeklärt. Und dennoch- oder gerade deswegen, ist es wieder eine einzigartige Kompilation geworden. „Große Hits neben wenig beachteten Klassikern“ heißt die Devise der Plattenfirma, die, so die Info von Bear Family, zu „ausgesprochen zufriedenstellenden Umsatzzahlen“ und „überwältigenden Reaktionen von Käufern und Musikkritikern“ geführt hat.

Kein Wunder, denn das Hörerlebnis könnte nicht intensiver sein. Auf der ersten CD vom Volume 3 sind mit „The Band“, „The Flying Burrito Brothers“, „The Allman Brothers Band“, „Grateful Dead“ und „Jefferson Airplane“ alleine fünf „Supergruppen“ der Country und Rockmusik vertreten. Und dazu mit Kris Krisofferson und Townes Van Zandt zwei der größten Country-Singer-Songwriter überhaupt. Beide stehen auch beispielhaft für die Veränderungen in der Songwriterszene, die von dem stark durch Bob Dylan beeinflussten Kristofferson ausging. Kris und ebenso Johnny Cash wollten keine weichgespülten Wohlfühl-Country-Songs singen. Ihnen ging es um existentiellere Themen und tiefere Bedeutungsebenen als den Nashville-Lohnschreibern. Plötzlich waren wieder Songs mit dunklen Aussagen und kritischen Themen möglich.

Auf der zweiten CD sind dann absolute Kracher wie Kris Kristofferson (Sunday Morning Coming Down) und Janis Joplin (Me And Bobby McGee, ebenfalls aus der Feder von Kris Kristofferson) ebenso vertreten wie die sicher nicht so geläufigen „Wildweeds“ mit „Mare, Take Me Home“ oder „Goose Creek Symphony“ mit „Charlie’s Tune“. Und die ausgewählten Titel stehen auch für eine umfassende Art der Musikgeschichtsschreibung. Denn wenn ein Nebenwerk von „The Band“ wie „The W.S. Walcott Medicine Show“ hier auf der Liste steht, dann sicher auch, weil es zurück schaut auf die Tradition der Minstrel Shows, die laut Levon Helm eine der Wurzeln des Rock’n’Roll darstellen. Auch wenn die Darstellung der Farbigen durch schwarz geschminkte Weiße in diesen Shows negativ stereotyp und rassistisch war – einige wichtige Entwicklungen der amerikanischen populären Musik haben mit ihnen begonnen. Spätestens, als dort später auch wirkliche Schwarze auftreten konnten und Künstler wie W.C. Handy oder Bessie Smith hier ihre ersten Karriereschritte unternahmen.

Bei Volume vier werden dann spätere Stars und Klassiker wie Ry Cooder, J.J. Cale, John Prine und Litle Feat erstmals eingeführt. Zudem sind mit dem „Sir Douglas Quintet“ sowie „Commander Cody & His Lost Planet Airmen“ heute leider im breiten Bewusstsein zu wenig verankerte Bands vertreten, die beide wichtige Pionierarbeit geleistet haben. Und als besonderen Clou hören wir von Johnny Cash – natürlich durch seinen Freund Bob Dylan beeinflusst, einen seiner wenigen Talking Blues. Das Genre, das Dylan wiederum bei seinem Idol Woody Guthrie entdeckt hatte, diente den beiden Folkbarden als Protestsongformat. Beim Countryman Johnny Cash wird „Singing In Viet Nam Talking Blues“ eher ein Statement der Unentschiedenheit. In diesem Song konnten sich sowohl „Falken“ als „Peaceniks“ wiederfinden, schreibt Colin Escott dazu. Und als letztes I-Tüpfelchen, das die Qualität der Zusammenstellung unterstreicht, ist mit „Lost Hearts“ auch ein Song der ersten britischen Country-Rock-Formation enthalten. Denn die Country-Rock-Welle war 1971 längst über den großen Teich geschwappt.

Fazit: Wieder eine geniale Zusammenstellung. Tolle Musik, die uns nebenbei musikhistorisch weiterbildet. Prädikat: Macht schnell weiter mit Volume 5 & 6!

Truckers, Kickers, Cowboy Angels – Volume 3

Titel: Truckers, Kickers, Cowboy Angels – Volume 3
Künstler: Various Artists
Veröffentlichungstermin: 10. April 2015
Label: Bear Family Records
Format: CD & Digital
Tracks: 38
Genre: Country, Rock

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Trackliste: (Volume 3, CD 1)

01. Midnight Rider – The Allman Brothers Band
02. Living On The Open Road – Delaney & Bonnie And Friends
03. Livin‘ In The Country – Cowboy
04. Just Another Whistle Stop – The Band
05. Biloxi – Jesse Winchester
06. Lazy Days – The Flying Burrito Brothers
07. Be Real – The Sir Douglas Quintet
08. The Best Of All Possible Worlds – Kris Kristofferson
09. Casey Jones – Grateful Dead
10. The Farm – Jefferson Airplane
11. Right Before My Eyes – Moby Grape
12. Joanne Michael Nesmith & The First National Band
13. Some Of Shelly’s Blues – Nitty Gritty Dirt Band
14. Delta Mama Blues – Townes Van Zandt
15. Walkin‘ Bum – David Alan Coe
16. California – Rick Nelson
17. Just A Country Dream – Eric Andersen
18. You Better Think Twice – Poco
19. One Toke Over The Line – Brewer & Shipley

Trackliste: (Volume 3, CD 2)

01. He Darked The Sun – Linda Ronstadt
02. God’s Own Singer – The Flying Burrito Brothers
03. Big Bayou – Swampwater
04. The WS Walcott Medicine Show – The Band
05. Tobacco Road – David Allan Coe
06. Charlie’s Tune – Goose Creek Symphony
07. Really My Friend – Country Funk
08. Truckin‘ – Grateful Dead
09. A Song For All Seasons – Jefferson Airplane
10. Tell Me A Story – Morning
11. Silver Moon – Michael Nesmith & The First National Band
12. Hurry Up – Poco
13. Where I Lead Me – Townes Van Zandt
14. The Country Boy – Rusty Kershaw
15. Mare, Take Me Home – Wildweeds
16. Snow – Jesse Winchester
17. Sunday Morning Coming Down – Kris Kristofferson
18. Me And Bobby McGee – Janis Joplin
19. Delta Mama Blues – Townes Van Zandt

Truckers, Kickers, Cowboy Angels – Volume 4

Titel: Truckers, Kickers, Cowboy Angels – Volume 4
Künstler: Various Artists
Veröffentlichungstermin: 10. April 2015
Label: Bear Family Records
Format: CD & Digital
Tracks: 39
Genre: Country, Rock

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Trackliste: (Volume 4, CD 1)

01. Hot Rod Lincoln – Commander Cody & His Lost Planet Airmen
02. Never Been To Spain – Hoyt Axton
03. La De Da – Link Wray
04. White Light – Gene Clark
05. Tulsa Turnaround – Alex Harvey
06. The Pilgrim Chapter 33 – Kris Kristofferson
07. Singing In Viet Nam Talking Blues – Johnny Cash
08. Three Angels – Lonnie Mack
09. Colorado – The Flying Burrito Brothers
10. Grand Ennui – Michael Nesmith & The First National Band
11. When I Paint My Masterpiece – The Band
12. Henry – New Riders Of The Purple Sage
13. Seeds And Stems Again – Commander Cody & His Lost Planet Airmen
14. Angel From Montgomery – John Prine
15 Crazy Mama – JJ Cale
16. Crazy Arms, Crazy Eyes – Brave Belt
17. Lost Hearts – Cochise
18. Please Be With Me – Cowboy
19. Country Boy – Head, Hands And Feet

Trackliste: (Volume 4, CD 2)

01. Never Ending Song Of Love – Delaney & Bonnie And Friends
02. Willin‘ – Little Feat
03. Taxes On The Farmer Feeds Us All – Ry Cooder
04. Asphalt Outlaw Hero – Lonnie Mack
05. Good Christian Soldier – Kris Kristofferson
06. Paradise – John Prine
07. For A Spanish Guitar – Gene Clark
08. Glendale Train – New Riders Of The Purple Sage
09. Tumbling Tumbleweeds – Michael Nesmith & The First National Band
10. Hand To Mouth – The Flying Burrito Brothers
11. This Train – Rick Nelson
12. My Life Gets Better Every Day – Twin Engine
13. Delta Dawn – Alex Harvey
14. All Because Of A Woman – Mordicai Jones
15. Who Needs That Kind Of Friend – Doug Kershaw
16. Bad Weather – Poco
17. The Future’S Not What It Used To Be – Mickey Newbury
18. Fire And Brimstone – Link Wray
19. Wasted Days, Wasted Nights – Sir Douglas Quintet
20. Lost In The Ozone – Commander Cody & His Lost Planet Airmen

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Über Thomas Waldherr (582 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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