Meldungen

Die Flagge der Konföderation: Country-Stars denken um!

Country.de - Online Magazin bei Facebook

Anzeige - Keith Urbvn - Album bestellen
Thema Thema, Logo - Bildrechte: Country.de

1988 sang sich Hank Williams Jr. mit „If The South Woulda Won“ auf Platz 8 der Country-Charts. Abgesehen davon, dass der Titel grammatikalisch falsch ist, (es müsste heißen „If The South Had Won“) war der Song inhaltlich eine Zumutung. Hätte der Süden nämlich den amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) gewonnen, wäre die Sklaverei dort nie abgeschafft worden, was Hank in seinem Lied aber nicht erwähnt. Immer wieder wurde in Country-Songs auch Bezug auf die Flagge der konföderierten Südstaaten genommen, auf die Rebel Flag. Als historisches Symbol wehte neben den Stars & Stripes diese Fahne auf vielen Parlamenten in den Südstaaten und lange forderten Kritiker vergeblich deren Entfernung. Gerade für Schwarze war diese Flagge eine Provokation.

Als vor kurzem ein junger Rassist neun schwarze Gemeindemitglieder in einer Kirche in Charleston, South Carolina erschoss, flammte der Streit erneut auf. Dann demonstrierte der Ku Klux Klan, die Organisation, die seit 150 Jahren den Rassismus vertritt, für die Flagge. Das führten bei vielen Country-Stars aus dem Süden zum Umdenken in Sache „Rebel Flag“.

Der aktuelle Superstar der Countrymusik, Luke Bryan nahm Stellung. Er sei immer ein Junge des Südens gewesen, doch seine Meinung zur Flagge der Konföderierten habe sich verändert. Bryan, der aus dem kleinen Ort Leesburg in Georgia stammt und auf der Erdnussfarm seiner Eltern mitarbeitete, erzählt dem Billboard: „Als ich aufwuchs, habe ich diese Flagge nie als etwas Negatives wahrgenommen.“ Aber nun sei er dafür, die Flagge von öffentlichen Gebäuden herunterzuholen. „Wenn der Ku Klux Klan herumläuft und die Flagge des Südens zu seiner Sache macht, dann ist diese tatsächlich für die Mehrheit der Menschen das Symbol des Rassismus geworden. Und wir leben in einem Land, wo wir auf die Mehrheit hören sollten,“ erklärt Bryan.

Auch andere Country-Stars haben dazu ihre Meinung geändert. Will Hoge hat kürzlich ein neues Lied geschrieben, „Still A Southern Man“, in dem er ganz persönlich seinen Weg vom Schwenken der „Rebel Flag“ zum Wegstellen der Fahne besingt, weil sie ein immer schädlicheres Symbol geworden ist. John Rich von Big & Rich sagte, dass er „keinen Sinn mehr darin sieht“ sich mit dieser Flagge abzugeben.

Charlie Daniels, nie für besonders fortschrittliche Ansichten bekannt, äußerte seine Enttäuschung darüber, dass die Flagge in den vergangenen Jahren immer häufiger von rassistischen Hassgruppen benutzt wurde: „Ich wurde 1936 geboren, gerade 71 Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges. Damals schien es uns, als ob eine Mehrheit der Bürger in den Nordstaaten den Süden von rückständigen, ungebildeten, langsam redenden und noch langsamer denkenden Menschen bevölkert sahen. Leute, die zudem noch unmoralisch seien mit einer Neigung zum Inzest,“ sagt Daniels. „Die Flagge der Konföderation war eine Zeichen des Trotzes, des Stolzes und ein Symbol für die Gegend, aus der zu stammen man stolz war. Mehr hat mir diese Flagge nie bedeutet.“

Anzeige - Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Franz-Karl Opitz (724 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
Kontakt: Facebook