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Chips Moman ist tot

Chips Moman (79) starb am 13.06.2016 in seinem Heimatort La Grange, Georgia.

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Chips Moman Chips Moman - Bildrechte: Promo

Der legendäre Songwriter und Produzent Chips Moman starb am 13.06.2016 in seinem Heimatort La Grange, Georgia im Alter von 79 Jahren, nur einen Tag nach seinem Geburtstag. Er war einer der einflussreichsten Produzenten in der populären Musik der USA der letzten 50 Jahre. Sein Name und sein Wirken sind eng mit Memphis, Tennessee verknüpft, aber auch in Nashville hat er mehr als nur deutliche Spuren hinterlassen.

Lincoln Wayne „Chips“ Moman stammt aus dem Ort La Grange im US-Bundesstaat Georgia. Schon früh zog es ihn nach Memphis, wo er zunächst als Gitarrist in den Bands von Gene Vincent und Johnny Burnette arbeitete. Nach einer kurzen Periode in Los Angeles, in der er u.a. mit Al Green arbeitete, kehrte er zurück nach Memphis. Dort eröffnete er sein American Sound Studio und scharte eine Gruppe Studiomusiker um sich, bestehend aus Reggie Young und Bobby Womack (Gitarre), Tommy Cogbill (Bass), Bobby Emmons (Piano und Orgel) und Gene Chrisman (Drums), mit denen er Aufnahmen für u.a. Bobby Womack selbst, die Box Tops, Mark Lindsey (Paul Revere & The Raiders), Sandy Posey, Joe Tex, Wilson Pickett, Herbie Mann und Petula Clark einspielte und produzierte. 1969 produzierte er das Album „From Elvis in Memphis“ und somit auch dessen Hits „Suspicious Minds“ und „In The Ghetto“.

Anfang der 1970er Jahre schrieb er als Co-Autor für Aretha Franklin den Song „Do Right Woman, Do Right Man“, bevor er Memphis verließ und sich nach einem Kurzaufenthalt in Atlanta, Georgia in Nashville niederließ. Dort schrieb er u.a. „(Hey, Won’t You Play) Another Somebody Done Somebody Wrong Song“, den Megahit für B.J. Thomas, für den er einen Grammy erhielt, und neben „Brandnew Goodbye Song“ und „The Wurlitzer Prize (I Don’t Wanna Get Over You)“ für Waylon Jennings vor allem zusammen mit Bobby Emmons „Luckenbach, Texas (Back To The Basics Of Love)“.

In Nashville produzierte er u.a. Willie Nelson, Waylon Jennings, Gary Stewart, Tammy Wynette, Ronnie Milsap, Petula Clark und schließlich auch Johnny Cash. Am 23.07.1984 hatte ich das große Glück, im Studio von Chips Moman Johnny Cash bei den Aufnahmen für den Song „The Three Bells“ zuschauen zu dürfen. Und als wären all diese Credits, all diese berühmten Namen und Erfolge, noch nicht genug gewesen, folgte in der Karriere von Chips Moman ein weiterer Kracher. 1985 produzierte er neben Johnny Cashs Album „Rainbow“ das Album „Highwayman“ von Johnny Cash, Waylon Jennings, Willie Nelson und Kris Kristofferson. Ganz eng ist sein Name mit den Highwaymen verknüpft, denn während er vor der Zeit der Highwaymen für Willie Nelson u.a. das Album „Always On My Mind“, für Waylon Jennings „Black On Black“ und für Waylon und Willie die Alben „WWII“ und „Take It To The Limit“ produzierte, waren es nach dem ersten Highwayman Album für Johnny Cash und Waylon Jennings das Album „Heroes“, für Kris Kristofferson das Album „Repossessed“ und natürlich das Album „Highwayman 2“. Ausserdem produzierte er in Memphis noch das Album „Class Of 55“ von Johnny Cash, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis und Roy Orbison, das im alten SUN Studio und in Momans altem American Sound Studio aufgenommen wurde.

In den späten 1980er Jahren kehrte Moman nach einem kurzen Zwischenstop in Memphis, wo der Versuch scheiterte, ein neues Studio zu eröffnen, schließlich in seinen Heimatort La Grange zurück und betrieb wiederum dort ein Aufnahmestudio. Dort starb er schlußendlich auch. Von seinem Tod erfuhr ich durch ein Posting von Reggie Young in den sozialen Netzwerken. Seine Arbeit vor allem als Produzent hat seinen Namen fest in der amerikanischen Musikgeschichte verankert. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Toni Wine Moman, einer ebenfalls erfolgreichen Songwriterin, seiner Familie und seinen Freunden, wie z.B. eben jenem Reggie Young. Möge er in Frieden ruhen!

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Über Bernd Wolf (138 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Johnny Cash, Singer & Songwriter. Rezensionen und Biografien.