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Happy Birthday, Linda Ronstadt!

Die Sängerin feiert ihren 70. Geburtstag.

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Linda Ronstadt Linda Ronstadt - Bildrechte: Asylum Records

Linda Ronstadt hat in den 1980er Jahren in einem Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone erzählt, dass sie eigentlich kein Star werden wollen. „Mein Ziel war es, eine Sängerin zu werden. Ich hätte auf jeden Fall immer singen wollen. Der Starrummel ist in den 1930er Jahren in Hollywood erfunden worden“, fügte Linda damals hinzu. Und doch wurde sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen in den USA.

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Ronstadt war seit den 1960er Jahren als Sängerin aktiv. Sie hat sich nie richtig auf ein Musikgenre festlegen wollen. So hat sie mit progressiver Folkmusik von der Westküste angefangen, sodann Erfolge in der Countrymusik gefeiert, bevor sie sich dem Pop, Jazz und dem Tex-Mex-Sound widmete. Doch die Liebe zur Countrymusik hat sie nie ganz verloren.

Linda Ronstadt stammt aus Tucson, Arizona, wo sie am 15. Juli 1946 geboren wurde. Ihr Urgroßvater war im 19. Jahrhundert aus Deutschland eingewandert. Ihr Vater heiratete eine Latina und das gemeinsame Erbe der Eltern war bei Linda immer spürbar. Sie war von Elvis Presley, Hank Williams oder den Everly Brothers beeinflusst, durch die Familie mütterlicherseits von mexikanischer Tex-Mex-Musik geprägt. Ihre Großmutter hatte Theatermusik arrangiert und mochte klassische Musik. So fühlte Linda sich in vielen Musikgenres wohl.

Ihre Karriere hat in Los Angeles begonnen, als sie mit Bobby Kimmel und Ken Edwards die Gruppe Stone Poneys gründete und mit „Different Drums“ in der Top 100 des Billboards eine Nummer 13 im Jahre 1967 hatte. 1968 verließ sie die Gruppe, um als Solistin zu arbeiten. 1969 nahm sie ihr erstes Album auf. „Home Grown … Home Sown“ ist ein wunderbares Album, das offensichtlich seiner Zeit voraus war und als erstes alternatives Country-Album einer Sängerin gilt. 1969 war sie Gast in Johnny Cashs Fernsehshow – zusammen sangen sie „I Never Will Marry“. Vom Cover ihres zweiten Albums „Silk Purse“ war sie gar nicht angetan, denn es zeigt die wirklich hübsche Linda im Schweinestall neben Säuen hockend. Immerhin war darauf ihr erster Solo-Hit zu hören, „Long Time Gone“. Mit Glenn Frey, Don Henley und Randy Meisner gründete Linda eine Gruppe, aus der später (ohne sie) die Eagles hervorgingen.

Ab 1974 gelang ihr der Durchbruch, nicht zuletzt, weil sie nun regelmäßig große Erfolge in den Country-Charts (und in der Pophitparade) feiern konnte. Sie sang Hank Williams-Lieder („I Can’t Help It If I’m Still In Love With You“, Nr. 2, 1974). Es folgten ihre Versionen des Everly Brothers-Songs „When Will I Be Loved“ (Nr.1 , 1975), von Roy Orbisons „Blue Bayou“ (Nr.2, 1977), von Buddy Hollys „That’ll Be The Day“ (Nr.27, 1976), oder die des Popsongs „Love Is A Rose2 von Neil Young (Nr.5, 1975). Auch „Tumbling Dice“ von den Rolling Stones oder die R&B-Nummer „Tracks Of My Tears“ (Nr.11, 1976) interpretierte sie überzeugend. All diesen Coverversionen konnte Linda mit ihrer herrlichen Stimme etwas ganz Besonderes abgewinnen. Kein Wunder, dass sie die erfolgreichste Rocksängerin der 1970er Jahre war und als „First Lady of Rock“ gefeiert wurde.

Ab 1980 wandte sich Linda Ronstadt von der Rock- und Countrymusik ab. Auf ihrem „Mad Love“-Album experimentierte sie mit New Wave, drei reine Pop-Alben folgten, alle von Nelson Riddle arrangiert. Mit ihrem 1987 aufgenommenen, nur spanisch gesungenem Album „Canziones De Mi Padre“ fand sie zu ihren mexikanischen Wurzeln zurück. Es ist mit zweieinhalb Millionen verkauften Exemplaren bis heute das erfolgreichste nicht-englische Album aller Zeiten in den USA und brachte ihr einen von zehn Grammys ein.

Und doch fand sie wieder zur Countrymusik zurück: 1987 schaffte sie es mit Dolly Parton und Emmylou Harris als legendäres „Trio“ und „To Know Him Is To Love Him“ nach 12 Jahren an die Spitze der Country-Charts. Kleiner Clou am Ende: Es war auch diesmal eine Coverversion, denn die Teddy Bears hatten damit im Jahr 1958 einen Poperfolg gehabt. Das Trio-Album gehört inzwischen zu den Klassikern der Countrymusik. Ihr größter kommerzieller Erfolg ist ihr „Greatest Hits“-Album, das 1976 erschien und seither fast acht Millionen Mal verkauft wurde.

Auch in den 1990er Jahren und nach 2000 blieb Linda Ronstadt eine gefragte und gefeierte Künstlerin. Sie nahm unter anderem noch eine Jazzplatte auf und 2006 war „Adieu False Heart“ ihre letztes Studioalbum, das es aber nur auf Platz 146 der Billboard Album Charts schaffte. Aus ihren liberalen politischen Anschauungen hat sie nie einen Hehl gemacht. 2006 erklärte sie während eines Konzert in Kanada, das der amtierende Präsident George W. Bush ein Idiot und völlig unfähig sei. Sie setzte sich immer für Minderheiten ein und unterstütze die Schwulen-Lesben-Bewegung. Geheiratet hat sie nie, was sie damit erklärte, dass sie nie den rechten Partner zur richtigen Zeit gefunden habe.

Leider geht es Linda Ronstadt an ihrem Geburtstag nicht gut. Im Jahr 2011 erklärte sie ihren Rücktritt von Musikbusiness. 2013 gab sie bekannt, dass sie an Parkinson erkrankt war. Ihr Schicksal ist schon tragisch: Eine der besten und erfolgreichsten Sängerinnen, die von 1965 bis 2011 aktiv war, ist nicht mehr in der Lage, auch nur eine Note korrekt zu singen.

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Über Franz-Karl Opitz (1140 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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