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Mark Knopfler: Down The Road Wherever

Mark Knopfler erfindet sich auf "Down The Road Wherever" nicht neu - aber warum auch?

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Mark Knopfler - Down The Road Wherever Mark Knopfler - Down The Road Wherever. Bildrechte: EMI, Universal Music

Der ehemalige Dire Straits-Frontmann Mark Knopfler hatte schon immer eine große Affinität zu Folk und Country. Für seine Plattenaufnahmen umgab er sich mit den besten Musikern der Szene. Er nahm ein ganzes Countryalbum mit Chet Atkins und eines mit Emmylou Harris auf, holte Steelgitarrist Paul Franklin auf seine Bühne, arbeitete mit John Anderson und Bob Dylan, tourte mit den Notting Hillbillies und schrieb den Soundtrack zu „Wag The Dog“ (u.a. mit Willie Nelson). Jetzt hat Mark Knopfler mit Down The Road Wherever ein neues Album vorgelegt. Es ist sein neuntes Soloalbum und es bietet wieder den typischen Knopfler-Sound mit einem Gemisch aus Balladen mit Pop-, Country- und Folkeinflüssen.

Mark Knopfler entwickelte in den langen Jahren seines Musikerdaseins eine eigene Spielweise, die ihn immer wiedererkennbar macht. Dazu gehört vor allem sein Gitarrenspiel, bei dem er die Saiten mit den Fingern anschlägt oder zupft. Ein Plektrum benutzt er so gut wie nie. Das zelebriert er natürlich auch auf seinem neuesten Werk, Knopfler und seine Gitarre erkennt man überall und jederzeit. Seiner Stimme kommt ebenfalls eine besondere Rolle bei der Soundfindung zu, ist sie doch relaxt, zurückgenommen, fast schon etwas langweilig, aber eben auch markant und irgendwie einzigartig.

Die 14 neuen Lieder klingen im Zuhörer-Ohr sehr homogen, sind aber dennoch geprägt von vielen unterschiedlichen Stilistiken. Während „Good On You Son“ sehr an vergangene Dire Straits-Zeiten erinnert, ist „One Song At A Time“ ein astreiner Folksong, der Opener „Trapper Man“ spielt mit Americana-Klängen, „Back On The Dancefloor“ schleicht sich auf sanften Beats durch Pop und Jazz, die bluesgeschwängerte Ballade „Nobodys Child“ zeigt Knopfler auf sicherem Terrain, in den eigenen Gefilden, „Slow Learner“ ist feinster Jazz, wie ihn nur die Meister des Faches können. Die schottischen Wurzeln kommen mit „Drover’s Road“ zum klingen. Für den Briten scheint es kaum musikalische Mauern zu geben, und wenn, dann steigt er offensichtlich mühelos darüber und schultert seine Gitarre neu.

Knopfler hält sich auch nicht an die übliche Radiolänge, die sich in unseren Gefilden um die drei Minuten Spielzeit etabliert hat. Bei ihm bekommen die Songs schnell mal fünf und mehr Minuten an Länge zugesprochen. Eine musikalische Idee braucht Zeit bis zur Entfaltung. Was muss, das muss! Beim Hören eines Knopfler Albums darf man nicht hetzen. Man wird auch wirklich durch nichts dazu getrieben. Die Songs des Albums ruhen in sich, die samtene Gesangsstimme schmeichelt sich in die Gehörgänge, die Melodien eingängig und voller Vielfalt.

Fazit: Mag für die einen die Erfüllung sein, für andere nur noch langweilig. Denn Mark Knopfler erfindet sich auf „Down The Road Wherever“ nicht neu, vielmehr setzt er seinen eingeschlagenen Weg fort, ergänzt hie und da die Zutaten, fügt mal etwas Jazz hinzu, wird emotional, nachdenklich. Aber er bleibt sich treu, folgt in seiner musikalischen Art Nichts und Niemanden mehr. Zu beweisen hat er ohnehin nichts mehr.

Mark Knopfler – Down The Road Wherever: Das Album

Mark Knopfler - Down The Road Wherever

Titel: Down The Road Wherever (Deluxe)
Künstler: Mark Knopfler
Veröffentlichungstermin: 16. November 2018
Label: British Grove, EMI, Virgin
Vertrieb: Universal Music
Formate: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 71:28 Min.
Tracks: 16
Genre: Country, Folk, Blues, Rock

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Trackliste: (Down The Road Wherever)

01. Trapper Man
02. Back On The Dance Floor
03. Nobody’s Child
04. Just A Boy From Home
05. When You Leave
06. Good On You Son
07. My Bacon Roll
08. Nobody Does That
09. Drovers‘ Road
10. One Song At A Time
11. Floating Away
12. Slow Learner
13. Heavy Up
14. Every Heart In The Room
15. Rear View Mirror
16. Matchstick Man

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