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Savin’ Place: Zwei Freunde aus Gelsenkirchen und ihr Traum von der Countrymusik

Maurice und Marius haben einen Traum: Countrymusik von Gelsenkirchen hinaus in die Welt tragen!

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Countrymusik aus Gelsenkirchen: Maurice und Marius bilden das Duo Savin’ Place. Im Gespräch mit Country.de erzählen sie von ihrer Freundschaft, eigenen Songs, der Teilnahme bei „The Voice of Germany“ und ihrem Traum, sich in der deutschen Countryszene einen Namen zu machen.

Savin' Place Collage (Country.de) // Photo Credit: © Michel | hd.motorshots

Countrymusik aus dem Ruhrgebiet? Warum eigentlich nicht! Maurice und Marius bilden das Duo Savin’ Place, schreiben eigene Songs und arbeiten daran, sich in der deutschen Countryszene einen Namen zu machen. Zwischen Berufsalltag, Liveauftritten und einer Teilnahme bei „The Voice of Germany“ (2026) verfolgen die beiden Musiker ein Ziel: ihren ganz eigenen Country-Sound zu entwickeln. Country.de hat mit ihnen über ihre Musik, ihre Heimat und ihre Zukunftspläne gesprochen.

Wenn aus Freundschaft ein Musikprojekt wird

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Die Stadt Gelsenkirchen verbindet man gewöhnlich mit Fußball, Bergbau und der Geschichte des Ruhrgebiets. An Countrymusik denkt man vermutlich nicht sofort. Doch genau hier sind Maurice und Marius zu Hause. Gemeinsam bilden sie Savin’ Place, ein Duo, das sich musikalisch zunehmend dem modernen Country verschrieben hat.

Dabei begann ihre Geschichte ganz unspektakulär. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren, die gemeinsame Begeisterung für Musik führte irgendwann zu ersten Auftritten. Einen großen Plan gab es zunächst nicht. „Savin’ Place ist nicht entstanden, weil wir uns irgendwann hingesetzt und beschlossen haben: So, jetzt gründen wir eine Band“, erzählen die beiden im Gespräch mit Country.de.

Mit der Zeit kamen weitere Konzerte, eigene musikalische Ideen und schließlich die ersten selbst geschriebenen Songs hinzu. Aus gelegentlichen gemeinsamen Auftritten entwickelte sich ein Projekt, das inzwischen einen festen Platz in ihrem Leben einnimmt. Ihre langjährige Freundschaft hilft ihnen dabei. Sie kennen die Stärken und Schwächen des anderen und können offen miteinander umgehen, auch wenn eine musikalische Idee einmal nicht funktioniert.

Countrymusik braucht keine amerikanische Postleitzahl

Dass ausgerechnet das Ruhrgebiet zur Heimat eines Country-Duos wird, sehen Maurice und Marius keineswegs als Widerspruch. „Wir möchten gar nicht erst versuchen, amerikanischer zu wirken, als wir sind“, erklären sie. Was sie an Countrymusik begeistert, sind vor allem die Geschichten, die Ehrlichkeit und die unmittelbare Art, Gefühle auszudrücken. Eigenschaften, die aus ihrer Sicht durchaus zum Ruhrgebiet passen.

Musikalisch orientieren sie sich am modernen Country. Künstler wie Zach Bryan und Morgan Wallen gehören zu ihren Einflüssen. Gleichzeitig bringen beide einen breiten musikalischen Hintergrund mit, der weit über das Genre hinausreicht. Gerade diese Offenheit soll künftig auch die eigenen Songs prägen. Rock- und Pop-Einflüsse dürfen ihren Platz behalten, doch das musikalische Fundament steht fest: Country. „Schön wäre irgendwann der Punkt, an dem jemand einen neuen Song hört und schon nach kurzer Zeit merkt: Das ist Savin’ Place.“

Eigene Songs statt ausschließlich Coverversionen

Mit „In My Arms“ und „With Me And My Whiskey“ haben Savin’ Place bereits erste eigene Titel veröffentlicht. Von „In My Arms“ gibt es außerdem eine akustische Version. Die Songs entstehen aus unterschiedlichen Ideen. Manchmal steht am Anfang eine Melodie, manchmal ein einzelner Satz, eine Stimmung oder eine persönliche Erfahrung. Anschließend entwickeln Maurice und Marius die Stücke gemeinsam weiter.

Dabei geht es ihnen nicht darum, Erlebnisse möglichst genau nachzuerzählen. Vielmehr möchten sie Gefühle und Situationen aufgreifen, aus denen eigenständige Geschichten entstehen. Besonders „In My Arms“ war für die beiden ein wichtiger Schritt. Mit diesem Titel fanden sie nach eigener Aussage eine musikalische Richtung, die sich für sie richtig anfühlte. Die spätere Akustikversion sollte zeigen, ob der Song auch ohne aufwendige musikalische Begleitung funktioniert.

Langfristig wollen Savin’ Place ihren eigenen Stil weiterentwickeln: Dazu hehören zwei Stimmen, handgemachte Musik und Songs, die auch in reduzierter Form überzeugen können. Klingt nach einem guten Plan!

Zwischen Hausmeisterjob, Veranstaltungstechnik und Konzertbühne

Der Alltag der beiden hat bislang wenig mit dem glamourösen Bild des Musikgeschäfts zu tun. Marius arbeitet in der Veranstaltungstechnik, Maurice als Hausmeister. Savin’ Place betreiben sie neben ihren regulären Berufen. Das bedeutet nicht nur Proben und Konzerte, auch die Organisation von Auftritten, Technik, Fahrten, Songs schreiben, Social Media und die Suche nach neuen Veranstaltern gehören dazu.

Und nach einem langen Konzertabend beginnt am nächsten Morgen häufig wieder der ganz normale Berufsalltag. „Wir leben heute nicht von Savin’ Place. Trotzdem fühlt es sich für uns schon länger nicht mehr so an, als würden wir einfach ab und zu ein bisschen Musik machen.“ Die beiden wissen, dass der Aufbau eines eigenen Publikums Zeit braucht. Gerade in der deutschen Countryszene ist es nicht immer einfach, passende Auftrittsmöglichkeiten zu finden.

Dabei entsteht ein Problem, das viele Nachwuchsmusiker kennen: Veranstalter möchten gerne Künstler buchen, die bereits Publikum mitbringen. Um dieses Publikum aufzubauen, braucht es allerdings zunächst Auftritte. Maurice und Marius setzen deshalb auf Geduld, Eigeninitiative und persönliche Kontakte. Jeder wiederkehrende Konzertbesucher und jede Weiterempfehlung sind für sie kleine, aber wichtige Schritte.

„The Voice of Germany“ – eine Erfahrung, kein Richtungswechsel

Im September 2026 standen Savin’ Place bei „The Voice of Germany“ auf einer Bühne, die ihnen eine deutlich größere Öffentlichkeit ermöglichte. Die Teilnahme brachte neue Erfahrungen mit sich. Kameras, feste Produktionsabläufe und der Druck, in einem einzigen Moment überzeugen zu müssen, waren für beide ungewohnt.

Auch wenn es für sie in der Show nicht weiterging, betrachten sie die Teilnahme keineswegs als verlorene Gelegenheit. Nach der Ausstrahlung bemerkten sie insbesondere bei ihren Livestreams in den sozialen Medien, dass neue Menschen auf Savin’ Place aufmerksam geworden waren. Ein musikalischer Richtungswechsel war damit allerdings nicht verbunden. Im Gegenteil: Die Erfahrung bestärkte sie darin, ihre eigenen Songs und die Countrymusik künftig noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Unabhängig bleiben und den eigenen Weg finden

Ein großes Plattenlabel steht bislang nicht hinter Savin’ Place, vieles organisieren Maurice und Marius selbst. Klar, das kostet Zeit und bedeutet zusätzliche Arbeit, gibt ihnen aber auch die Freiheit, über ihre Musik und ihre Entwicklung eigenständig zu entscheiden. Professionelle Unterstützung schließen sie deshalb aber für die Zukunft keineswegs aus. Entscheidend sei allerdings, dass mögliche Partner zu ihnen und ihrer musikalischen Vorstellung passen. Denn eines möchten sie vermeiden, irgendwann Teil eines Projekts zu sein, das zwar noch Savin’ Place heißt, mit den eigenen Vorstellungen aber kaum noch etwas gemeinsam hat.

Der Traum vom Publikum, das die eigenen Songs mitsingt

Für die kommenden Jahre haben Maurice und Marius konkrete Wünsche. Weitere eigene Songs sind bereits in Vorbereitung, einige liegen nach ihren Worten schon in der Schublade und sollen veröffentlicht werden. Außerdem möchten sie häufiger live auftreten, neue Bühnen kennenlernen und irgendwann auch bei größeren Veranstaltungen oder Festivals spielen.

Doch ihr vielleicht schönster Wunsch hat weniger mit großen Namen, Plattenverträgen oder Chartplatzierungen zu tun. „Wenn irgendwann viele Menschen bei einem unserer eigenen Songs vor der Bühne stehen und mitsingen, wäre das wahrscheinlich ein ziemlich besonderer Moment.“ Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Doch Savin’ Place wollen sich die nächsten Schritte selbst erarbeiten – mit neuen Songs, weiteren Auftritten und einer musikalischen Identität, die immer deutlicher in Richtung Country führt.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Geschichte dieses Duos: Zwei Freunde aus Gelsenkirchen, die nicht versuchen, Nashville zu kopieren, sondern ihre eigene Heimat und ihre Begeisterung für Countrymusik miteinander verbinden.

Weitere Informationen zu Savin’ Place und ihrer Musik: www.savinplace.de

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Über Dirk Neuhaus (2024 Artikel)
Seit 26 Jahren Redakteur bei Country.de - Fachgebiet: Traditional Country, Bluegrass. Rezensionen, News, Specials.