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Old Texas Town gerettet: Berlins Westernstadt darf bis 2032 bleiben

Aufatmen beim Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V.

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Aufatmen beim Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V.: Die traditionsreiche Westernstadt Old Texas Town darf bis 2032 an ihrem Standort bleiben. Tausende hatten für ihren Erhalt gekämpft. Auch mit der deutschen Countrygeschichte ist der Ort eng verbunden – Truck Stop setzte Old Texas Town bereits 1980 ein musikalisches Denkmal.

Old Texas Town gerettet: Westernstadt bleibt bis 2032 Old Texas Town gerettet: Westernstadt bleibt bis 2032. Collage (Country.de) // Logo: © (Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V.)

Nach monatelanger Ungewissheit ist die Zukunft der traditionsreichen Westernstadt Old Texas Town vorerst gesichert. Der Verein kann sein Gelände in Berlin bis zum Sommer 2032 weiter nutzen. Für Countryfans ist der Ort auch musikalisch ein Stück Geschichte – Truck Stop setzte ihm bereits 1980 ein musikalisches Denkmal.

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Für die Cowboys in Berlin gibt es endlich gute Nachrichten. Old Texas Town bleibt bestehen. Der Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V. kann seine Westernstadt an der Paulsternstraße bis zum Sommer 2032 weiter betreiben.

Damit endet vorerst eine Zeit großer Unsicherheit. Der bisherige Pachtvertrag war ausgelaufen, während der Eigentümer das Grundstück künftig wirtschaftlich entwickeln möchte. Nun wurde ein Kompromiss gefunden, der dem Verein weitere Jahre in Old Texas Town ermöglicht und dem Eigentümer anschließend eine neue Nutzung des Areals eröffnet. Für Old Texas Town bedeutet das: Saloon, Jail, Bank, Kirche, Fort und die anderen Gebäude der Westernstadt bleiben zunächst dort, wo sie seit Jahrzehnten stehen.

Tausende kämpften für Old Texas Town

Als die Zukunft der Westernstadt auf der Kippe stand, entwickelte sich weit über den Verein hinaus eine Welle der Unterstützung. Eine Online-Petition für den Erhalt von Old Texas Town fand rund 11.800 Unterstützer, Mitglieder demonstrierten vor dem Brandenburger Tor und auch The BossHoss stellten sich öffentlich hinter die Cowboys. Die Berliner Band verbindet selbst einiges mit dem ungewöhnlichen Ort. The BossHoss drehten dort Musikvideos, veranstalteten Fotoshootings und spielten Konzerte. Inzwischen gehören Mitglieder der Band sogar selbst dem Verein an.

Entsprechend groß ist nun die Erleichterung beim Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V. – denn nach Monaten der Ungewissheit haben Verein und Westernstadt zumindest für die kommenden Jahre wieder Planungssicherheit.

Eine Westernstadt mitten in Berlin

Die Geschichte hinter Old Texas Town reicht weit zurück. Der heutige Verein wurde am 11. März 1950 als Cowboy Club Old Texas Berlin 1950 e.V. ins Vereinsregister eingetragen. Seine Wurzeln reichen sogar bis zum 1939 gegründeten Berliner Cowboy Club zurück.

Nachdem der Verein zuvor an anderen Orten zu Hause gewesen war, musste er 1968 sein damaliges Gelände an der Spree wegen der Erweiterung des Kraftwerks Reuter verlassen. Auf einem anschließend gepachteten Gelände entstand schließlich die heutige Old Texas Town.

Über Jahrzehnte bauten und pflegten die Mitglieder ihre Westernstadt. Dazu gehören unter anderem ein Saloon, ein Jail, die Bank of Texas, ein Blockhaus, eine Cantina und ein Fort mit Alamo-Denkmal. Der Verein bezeichnet Old Texas Town als älteste historische Westernstadt Deutschlands. Dabei handelt es sich nicht um einen kommerziellen Freizeitpark. Die Anlage wird im Rahmen der Vereinstätigkeit von den Mitgliedern gestaltet, erhalten und bei Veranstaltungen für Besucher zum Leben erweckt.

Truck Stop setzte Old Texas Town ein musikalisches Denkmal

Für Countryfans besitzt die Berliner Westernstadt noch eine ganz besondere Verbindung zur deutschen Countrygeschichte. Truck Stop veröffentlichten 1980 den Song „Old Texas Town, die Westernstadt“. Der Titel trägt den Namen nicht zufällig: Der Cowboy Club berichtet selbst, dass Truck Stop das Lied eigens für Old Texas Town geschrieben haben. Als Autoren des Songs werden Rainer Bach und Erich Doll geführt.

Damit wurde die kleine Westernstadt mitten in Berlin schon vor mehr als vier Jahrzehnten Teil der deutschen Countrymusik. Und Truck Stop waren längst nicht die einzigen prominenten Besucher: An den Wänden des Saloons erinnern Fotos unter anderem an Dave Dudley, Freddy Quinn und Gunter Gabriel – neben zahlreichen weiteren Gästen aus Musik und Unterhaltung.

Die Rettung hat ein Ablaufdatum

Bei aller Freude gehört allerdings auch das zur Geschichte: Die jetzt gefundene Lösung sichert Old Texas Town nicht dauerhaft, denn der Verein kann das Gelände nur bis zum Sommer 2032 weiter nutzen, anschließend soll es geräumt werden. Ab 2033 soll eine neue Entwicklung des Grundstücks möglich sein.

Sechs weitere Jahre sind dennoch weit mehr als nur ein Aufschub. Sie geben dem Cowboy Club Planungssicherheit und vor allem Zeit, die Westernstadt weiterhin für Besucher zu öffnen und sich mit der langfristigen Zukunft auseinanderzusetzen.

Aber, zunächst darf erstmal gefeiert werden: Bereits für den 3. Oktober, 7. November und 5. Dezember 2026 kündigt der Verein weitere Öffnungstermine an.

Für die deutsche Country- und Westernszene ist die Einigung jedenfalls eine gute Nachricht.

Old Texas Town lebt weiter – mitten in Berlin.

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Über Beate Dornfeld (312 Artikel)
Inhaberin des Magazins und seit 26 Jahren Redakteur bei Country.de - Fachgebiet: News, Charts und Konzertberichte.