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Deana Carter

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So schnell kann es gehen. Noch 1996 und 1997 brachte sie drei Singles an die Spitze der US-Country-Charts, inzwischen redet zumindest in der Country Music kaum noch Jemand über die am 4. Januar 1966 in Nashville geborene Blondine. Daran hat sie allerdings freiwillig selbst kräftig mitgearbeitet, weil sie künstlerisch eine etwas andere Richtung einschlug.

Deana Carter ist die Tochter des über viele Jahre lang aktiven und sehr gefragten Gitarristen Fred Carter Jr., der als Studiomusiker und Produzent zu den ersten Adressen in Nashville gehört. Da wundert es natürlich nicht, dass seine Tochter in einem musikalisch dominierten Umfeld aufwuchs. Doch es erwies sich als deutlich schwieriger als erwartet, in der Musikszene Fuß zu fassen.

Deana CarterAls sich Deana Carter nach Schulabschluss bemühte, einen Plattenvertrag zu ergattern, war sie mit ihren 17 Jahren nicht genügend vorbereitet und scheiterte. Vielleicht auch, weil es ein eher halbherziger Versuch war. Stattdessen schrieb sie sich an der University of Tennessee ein und ließ sich als Rehabilitations-Therapistin ausbilden. Zwar trat sie als Studentin auch weiter musikalisch auf, dachte aber nicht mehr ernsthaft an eine Karriere in oder mit Musik.

Deana Carter arbeitete nach der Ausbildung vornehmlich mit Patienten, die einen Schlaganfall oder eine Kopfverletzung erlitten hatten. Obwohl ihr diese Tätigkeit Spaß machte und ihr Erfüllung verschaffte, setzte sich der Musik-Virus dann doch durch. Mit 23 kehrte sie in die Musik zurück. Sie hatte dazu gelernt und begonnen, Songs zu schreiben. Erneut ließ sich die Sache sehr zäh an.

Aber Carter war nun fokussiert auf die Musik, verdiente sich mit Gelegenheitsarbeiten den Unterhalt und verbesserte sich als Autorin. Das brachte ihr einen Vertrag als Songschreiber bei PolyGram ein und wenig später kam sie als Sängerin bei Capitol Records unter. Maßgeblich daran beteiligt war kein Geringerer als Willie Nelson, denn der hatte ein Demo-Tape von Deana Carter gehört und sie 1994 für das „Farm Aid VII“ verpflichtet – als einzige Sängerin.

Das Debut-Album von Deana Carter trug den ungewöhnlichen Titel „Did I Shave My Legs For This?“. Die ersten beiden Singles vom Album schossen gleich bis auf Platz 1: „Strawberry Wine“ und „We Danced Away“. „Count Me In“ endete auf Nr. 5, ehe „How Do I Get There“ erneut ganz oben landete. Das Album ging mehr als 5 Million mal über die Ladentische. 1998 folgte Album Nummer 2: „Everything’s Gonna Be Alright“. Zwar wurde es ebenfalls vergoldet, blieb aber deutlich hinter den Verkaufszahlen des vorherigen Albums zurück. Die Folge waren endlose Diskussionen über die musikalische Richtung und das Ende bei Capitol Records.

Im Jahr 2001 veröffentlichte Carter das Weihnachtsalbum „Father Christmas“ (Rounder Records), das sie gemeinsam mit ihrem Vater aufgenommen hatte. Privat lief es weniger gut, ihre Ehe wurde geschieden, Deana Carter zog um nach Los Angeles. 2002 aber kam sie bei Arista Nashville unter, allerdings ist das dortige Album „I´m Just A Girl“ eher der Pop Music zuzuordnen. Folgerichtig ergab sich kein wirklicher Country Hit. 2004 wechselte Carter zu Vanguard, wo die beiden Alben „The Story Of My Life“ (2005) und „The Chain“ (2007) erschienen. Ersteres Album enthielt samt und sonders eigene Songs, „The Chain“ hingegen Cover-Versionen. Einige der Original-Interpreten wie Willie Nelson oder Dolly Parton waren mit von der Partie – es half nichts. Beiden Alben erwiesen sich als Flop.

Seit 2010 steht Deana Carter bei Warner Brothers unter Vertrag, ein neues Album sei geplant wurde verlautbar. Obwohl sie weiterhin auftritt und von Los Angeles aus auch für den Pop Markt produziert, hat sie mindestens ein Bein weiter in Nashville. Vor allem als Autorin ist sie dort im Geschäft. Der von Kenny Chesny aufgenommene, von Carter und Matraca Berg geschriebene Song „You And Tequila“ erhielt den begehrten CMA Award als bestes Musik Video des Jahres 2011.

Was Deana Carter am meisten freut ist die Tatsache, dass sie bei ihren letzten Alben ebenso wie beim derzeit geplanten neuen Album alle künstlerischen Freiheiten hat und nicht mit Verkaufszahlen im Hinterkopf produzieren muss. Vielleicht gelingt er ja gerade deshalb das Comeback in die Country-Charts.

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